{"id":450,"date":"2006-03-01T19:00:00","date_gmt":"2006-03-01T17:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/followtheroad.com\/de\/misstrauen\/"},"modified":"2006-03-01T19:00:00","modified_gmt":"2006-03-01T17:00:00","slug":"misstrauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/misstrauen\/","title":{"rendered":"Misstrauen (Februar, 8-9)"},"content":{"rendered":"<p>In La Reforma angekommen, einem Dorf in der N\u00e4he von R\u0137o Chancal\u012f in Direktion von Crucero Pi\u0144a, liefen wir die Strasse bergauf entlang, um einen g\u00fcnstigen Platz zum weitertrampen zu finden. Wir wollten in die Berge, was wir den Neugierigen in La Reforma auch verrieten. Ein Herr meinte, dass es in den Bergen L\u00f6wen und Tiger g\u00e4be, was aber von anderen Einwohnern wiederlegt wurde. Einzig Schlangen, mitunter recht gef\u00e4hrliche, k\u00f6nnten unsere Wege kreuzen. Eine Frau riet uns dann an, lieber eine Bleibe f\u00fcr jenen Tag zu suchen, bevor wir unseren Weg fortsetzten. Es war schon nach vier und ihrem Rat folgend, fragten wir uns bis zu Clemente durch. <\/p>\n<p>Clemente ist f\u00fcr den Kirchendienst in La Reforma zust\u00e4ndig. Wir fanden ihn alsbald und fragten, ob er uns die Erlaubnis geben k\u00f6nnte, irgendwo in La Reforma unser Zelt aufzustellen. Er war erst sehr skeptisch, lud uns aber sp\u00e4ter in sein Haus ein. Wir erkl\u00e4rten ihm, warum wir reisen und gerade den Kontakt zu Menschen wie ihm suchten. Daraufhin lud er uns ein, seine auf Bergen angebauten Mais- und Chillifelder zu besuchen. Auf die mit JA beantwortete Frage, ob wir den Fluss sehen wollten, f\u00fchrte er uns kurze Zeit sp\u00e4ter steil abw\u00e4rts. Alles war nass, super glitschig und mit kleinen Wasserterrassen versehen. Um uns den Weg hinunter zum Fluss zu erleichtern, schlug er uns mit seiner Machete zwei <br \/>\u00c4ste ab und machte Wanderst\u00f6cke daraus. Ich h\u00e4tte im Leben nicht geglaubt, dass wir heil und trocken unten ankommen, was aber mit seiner F\u00fchrung tats\u00e4chlich m\u00f6glich wurde. Der Anblick der kleinen Lagune, die in den Fluss gebettet und mit glasklarem Wasser gef\u00fcllt war, versetzte uns in Erstaunen. Tief im Wald, oder besser Dschungel, fand sich also solch eine Sch\u00f6nheit! Die Lagune ist wohlbekannt unter den Einheimischen, da sie f\u00fcr regelm\u00e4\u00dfige B\u00e4der genutzt wird. Clemente legte dann Steine \u00fcber den Fluss, damit wir weiterlaufen konnten. Es war ein abenteuerlicher Abstecher in den Dschungel der Chiapas-Berge. Wir lernten dabei auch den Pfefferbaum kennen, aus dessen Bl\u00e4ttern bei mangelndem Kaffeevorrat Tee gekocht wird. Cobras und anderen gef\u00e4hrlichen Schlangen begegnet man seinen Erkl\u00e4rungen nach am Besten mit einem leisen R\u00fcckzug (vorsichtig und langsam r\u00fcckw\u00e4rts laufen) oder indem man mit einem robusten Wanderstock einen kr\u00e4ftigen Hieb auf den Hinterkopf der Schlange aus\u00fcbt. Fragt sich nur was passiert, wenn man unge\u00fcbt ist und den Hinterkopf nicht trifft&#8230; ;O<\/p>\n<p>Wir schliefen in der Nacht im Schuppen, der als Kinderzimmer umgebaut war, zusammen mit Oma Marina und dem Sohn von Clemente. Wir schliefen auf dem Fu\u00dfboden samt unserer Matratzen. Am Morgen gabs ein kaltes, aus dem Wassereimer zu sch\u00f6pfendes Bad und Tomatenreis mit selbstgebackenen Mais-Tortillas. Mh, war das lecker! Dagegen sind die Tortillas aus dem Laden eine Schande.<\/p>\n<p>Clemente erz\u00e4hlte uns viel \u00fcber die schwierigen Umst\u00e4nde, unter denen die Menschen in den Bergen leben. Viele haben nicht genug zu essen, kein Haus \u00fcber dem Kopf und keine Arbeit. Das f\u00fchrt zu Frustration, Gewalt und einer starken Abneigung gegen\u00fcber Fremden. Unsere Idee, die Menschen in den Bergen n\u00e4her kennenzulernen und die Lagandones zu besuchen, gaben wir vorerst auf. Erstens wegen den Schwierigkeiten, das Vertrauen der Einheimischen zu erlangen, zweitens, da die Lagandones, ein Eingeborenenvolk, das bekannt ist f\u00fcr seine umfangreichen Kenntnisse der Natur und nat\u00fcrlicher Heilmittel, beim Betreten des Reservates Eintritt verlangen w\u00fcrden. Clemente lud uns ausserdem ein, an einem Treffen von Gemeindemitgliedern aus der Chiapas-Gegend am folgenden Morgen in Palenque teilzunehmen. Dadurch k\u00f6nnte er uns den Gemeindemitgliedern pers\u00f6nlich vorstellen und ein erster Kontakt zu ihnen w\u00e4re hergestellt. Da uns diese Idee gefiel, versprachen wir am n\u00e4chsten Tag zwischen 9 und 12 Uhr in Palenque zu sein und legten unsere Route f\u00fcr den Tag so, dass wir das auch schaffen konnten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In La Reforma angekommen, einem Dorf in der N\u00e4he von R\u0137o Chancal\u012f in Direktion von Crucero Pi\u0144a, liefen wir die Strasse bergauf entlang, um einen g\u00fcnstigen Platz zum weitertrampen zu finden. Wir wollten in die Berge, was wir den Neugierigen in La Reforma auch verrieten. 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