{"id":389,"date":"2006-01-31T19:00:00","date_gmt":"2006-01-31T17:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/followtheroad.com\/de\/kuhe-sind-auch-wahlerisch\/"},"modified":"2006-01-31T19:00:00","modified_gmt":"2006-01-31T17:00:00","slug":"kuhe-sind-auch-wahlerisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/kuhe-sind-auch-wahlerisch\/","title":{"rendered":"K\u00fche sind auch w\u00e4hlerisch (Januar, 21-25)"},"content":{"rendered":"<p>Hallo \ud83d\ude09<\/p>\n<p>wir sind nun schon seit 3 Tagen in Merida, der Hauptstadt von Yucatan und machen nichts weiter als durch quer durch diese 1 Millionen Einwohner Stadt zu laufen, uns Museen anzusehen, die keinen Eintritt kosten und in der Haengematte zu rumzulungern. Wir verbringen sogar die Nacht in Haengematten, was sich manchmal als etwas kompliziert herausstellt. Aber gut, dazu spaeter etwas mehr. <\/p>\n<p>Jetzt ist es erst einmal Zeit von den Tagen auf der Farm in der Naehe von Panaba zu erzaehlen. Der Bericht dieser Tage ist ein wenig &#8220;kurz&#8221; geraten, aber ich hoffe ihr ueberlebt diese Tatsache und labt euch an den wenigen Zeilen \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Ganz liebe Gruesse aus Merida, Mexiko, und seid euch gewiss, wir freuen uns ueber jede Zeile von euch! ;D<\/p>\n<p>Katja &amp; Augustas<br \/>followtheroad.com<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p>K\u00fche sind auch w\u00e4hlerisch<\/p>\n<p>Von Dzitas gelangten wir auf fast direktem Wege nach Panaba. Die zweite und letzte Mitfahrgelegenhei bot sich durch einen Tomaten-Chili-Transport. Eingefercht zwischen Tomatenkisten, ruckelten wir gen Panaba entgegen. Da uns die Tomaten so sehr anlachten, entschieden wir um den Kauf der ein oder anderen Tomate zu bitten. Das Resultat war, dass uns gleich sechs (mehr lehnten wir aus H\u00f6flichkeit ab) Tomaten und 5 Chilis geschenkt wurden. Letzteres mit dem Hinweis, dass sie &#8220;muy picante&#8221; sind. Dies sollten wir sp\u00e4ter noch zu sp\u00fcren bekommen.<\/p>\n<p>Nach dem Auff\u00fcllen unserer Benzinflasche f\u00fcr den Kocher, liefen wir zum Ende von Panaba in Richtung Yalsihon. W\u00e4hrend wir so am Wegesrand direkt vor einer Farm sa\u00dfen, w\u00fcnschten wir uns, doch gleich da unser Zelt aufzustellen. Dieser Wunsch wurde uns auch kurz darauf erf\u00fcllt, allerdings an einem anderen Ort ca. 10km von unserer Wartest\u00e4tte entfernt. Nachdem wir mehrere Fahrer ihrer Wege ohne uns ziehen lie\u00dfen, da sie nach San Francisco wollten, einem \u00f6rt der 5km Richtung Yalsihon und nochmal 5km nach rechts lag, hielt Indio an, ein Maya, der in San Francisco lebt. Wir fragten ihn um Rat bez\u00fcglich eines geeigneten Schlafplazes und das Resultat war, dass wir keine 15 Minuten sp\u00e4ter an dem Ort ankamen, an dem wir unsere n\u00e4chsten 5 Tage verbringen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Als wir ausstiegen, wurden wir noch verwundert angeschaut, da die Herren nicht glauben konnten, was Indio ihnen gesagt hatte; n\u00e4mlich das wir einen Stellplatz f\u00fcr unser Zelt brauchten. Nach kurzem hin und her, dem Angebot gleich an der Strasse zu campen &#8211; was wir um ein Haar fast angenommen h\u00e4tten &#8211; wurden wir dann zur gegen\u00fcberliegenden Farm (Ranch)&nbsp;gebracht, von der uns schon von Weitem Palmen anlachten. Wir durchquerten drei Tore und nach einem Weg von ca. 150m, die zwischen der Strasse und dem H\u00e4uschen lagen, konnten wir uns voll und ganz der Ruhe dieser Umgebung hingeben. Da wir noch dazu von so netten, offenen und hilfsbereiten Menschen umgeben waren, blieb uns wirklich nichts zu w\u00fcnschen \u00fcbrig.<\/p>\n<p>Wir machten es uns also gem\u00fctlich, aber wie immer wurde unsere Seelenruhe durch das Hundeaufpasserbatallion gest\u00f6rt. Mir kroch die Angst mal wieder durch Mark und Bein, bis sie sich endlich verzogen hatten. Das Problem war, wir sahen sie nicht, h\u00f6rten sie nur, waren uns aber sicher, dass sie jede unserer Bewegungen verfolgen. Noch dazu kam, dass Doktor Hildo uns zuvor erkl\u00e4rte, dass diese Hunde doch ein wenig agressiv werden k\u00f6nnen&#8230; Naja, wir hatten dann soweit Ruhe und wurden nur noch irgendwann einmal mitten in der Nacht durch dieses Knurrgebell geweckt. Am n\u00e4chsten Morgen lernten wir das Hundeaufpasserbatallion dann pers\u00f6nlich kennen, was der Beginn einer tiefen Freundschaft war ;D<\/p>\n<p>Da wir kurz nach unserer Ankunft bereits den Garten mit seinem reichhaltigen Angebot an s\u00fcssen Apfelsinen (naranja dulce) und Mandarinen (tangerinas) entdeckt und unseren Speiseplan damit angereichert hatten, fragten wir am Morgen erst einmal nach, ob das denn erlaubt sei. Es wurde uns freudestrahlend genehmigt und wir genossen zum erstem Mal auf unserer Reise den Komfort von kostenlosen, frisch baumgefl\u00fcckten Fr\u00fcchten zu jeder Tages- und Nachtzeit. Noch dazu kam, dass der 69j\u00e4hrigen Domingo, der f\u00fcr diese Ranch verantwortlich und zudem Doktor Hildos Onkel ist, an diesem ersten Morgen mit einem Tablett voller &#8220;Pan Frances&#8221;, ein spezielles Brot was von den Franzosen \u00fcberliefert wurde, sowie einem weiterem Tablett voller Tortillas ankam. Das geschah, da wir am Abend zuvor bei unserer Ankunft erkl\u00e4rten, dass wir das allt\u00e4gliche Leben, traditionelle Speisen und die Menschen kennenlernen wollten. Lucy, die Frau von Doktor Hildo, hat uns daraufhin mit einer solch schmackhaften Kost eingedeckt. Allerdings lehnten wir die Tortillas dankend ab, da wir ja Vegetarier sind und diese &#8211; wie viele andere typisch mexikanischen Gerichte &#8211; mit Fleisch zubereitet waren. Dadurch hatte Domingo dann ein leckeres Fr\u00fchst\u00fcck und ich denke auch sein Hund Manza und die vier Hauskatzen bekamen eine Portion davon ab.<\/p>\n<p>Am ersten Tag unseres Aufenthaltes, wurden wir von Domingo durch die gesamte Ranch gef\u00fchrt. Ich habe keine Ahnung wie gross das Areal war, aber wir liefen schon eine ganze Weile herum. Die Ranch bestand insgesamt aus 5 oder 6 Feldern, 3 davon haben wir besichtigt. Domingo zeigte uns ein schilf\u00e4hnliches Gras aus Taiwan, was mit einer besonderen Maschine zerkleinert und dann an all das Rindvieh verf\u00fcttert wird. Neben dem Taiwanese Gras gab es auch noch Afrikanisches. Die Ranch irgendwo im nirgendwo stellte sich also als ein sehr internationaler Ort heraus. Wir sahen ausserdem eine ganze Menge Leguane die hier &#8211; im Gegensatz zu den in deutschen Gefilden eher in glas\u00e4hnlichen K\u00e4figen gehalten werden &#8211; einfach \u00fcberall zu finden sind: auf B\u00e4umen, D\u00e4chern, in Dachrinnen, auf Z\u00e4unen und nat\u00fcrlich huschen sie auch kreuz und quer \u00fcber den Boden. Auch erfuhren wir, dass K\u00fche pingelig sein k\u00f6nnen, n\u00e4mlich genau dann, wenn eine bestimmte Art weisser Vogel &#8211; der immer mit einer ganzen Schar ankommt &#8211; sich an dem Kuhdrinkwasser labt. Wenn er sich nur an dem Wasser laben w\u00fcrde, h\u00e4tten die K\u00fche sicher nichts dagegen, aber muss er denn ausgerechnet auch seinen Kot im Wasser hinterlassen? Das verstehen weder die K\u00fche, noch wir und viel weniger Domingo, der dadurch n\u00e4mlich fast t\u00e4glich das Wasser wechseln und den riesigen Wassertrog mit der Handb\u00fcrste scheuern muss. Um an Trinkwasser in dieser Region zu gelangen reicht es \u00fcbrigens aus einen Brunnen mit ca. 6 Meter Tiefe anzulegen.<\/p>\n<p>Gegen Nachmittag kam dann Doktor Hildo mit seiner Frau Lucy vorbei und lud uns f\u00fcr den kommenden Tag zum Essen ein. Das wurde uns aber erst den folgenden Tag bewusst, als uns bei unserem Ausflug nach Panaba, Lucy entgegenkam. Wir trafen uns dann allesamt in der Stadt, in einer Strasse wo nicht nur Lucy und Hildo ihre Apotheke und Arztpraxis haben, sondern wo auch der gr\u00f6sste Teil der Familie lebte. Familie heisst in diesem Falle Doktor Hildos Vater und Mutter, 3 seiner Br\u00fcder sowie sein Onkel Domingo und allesamt mit Familie und sonstigem Anhang. Es war wirklich witzig eine Strasse zu finden, in der die Bewohner nicht nur Nachbarn sondern allesamt enge Verwandte sind!<\/p>\n<p>Hildo zeigte uns auch am selbigen Tag auch die Schule namens CECYTEY, in der er Sch\u00fcler mit der Spezialisation Naturwissenschaften auf die Universit\u00e4t vorbereitet. Er ist n\u00e4mlich neben seiner T\u00e4tigkeit als Arzt, Apotheker und Farmer auch noch als Lehrer in den F\u00e4chern Biologie, Chemie und \u00d6kologie t\u00e4tig! Ich war erstaunt wie modern diese Schule ausgestattet war. Vor allem die elektronische Tafel, an der mit speziellen Stiften geschrieben wird und die sich im voll ausgestatteten Computerlabor befinden. Solche Sachen hatten wir ja noch nicht einmal in meiner Universit\u00e4t in Berlin! Interessant kann ich nur sagen, hochinteressant!<\/p>\n<p>Nach dem Rundgang in der Universit\u00e4t ging es dann zu Hildo und Lucy nach Hause. Die Beiden haben ein wundersch\u00f6nes Haus an einem der Enden von Panaba. Es tr\u00e4gt die Farbe rot und es war offensichtlich, dass Lucy ein grosses Talent f\u00fcr die Gestaltung und Pflege von G\u00e4rten hat. Zum Essen gab es eine schmackhafte Gem\u00fcsesuppe. Diese wurde auf Tellern serviert und musste dann mit etwas zerbr\u00f6seltem Tostada (getrocknete Fladen), gr\u00fcnem Salat und Radieschen sowie einer Zwiebel-Zitronen-Sauce ausgeschm\u00fcckt werden. Das Resultat war ein Traum! Statt eines kurzem halbst\u00fcndigen Essens, f\u00fchrten unsere angeregten Gespr\u00e4che dazu, die n\u00e4chsten zwei Stunden wie im Fluge vergehen zu lassen. Wir erfuhren das Hildos 4 Kinder alle in Merida leben, wobei die drei T\u00f6chter Architektur, P\u00e4dagogik und Tierarzt studieren sowie der J\u00fcngste bereits mit dem Gedanken spielt, Hildos Nachfolger zu werden. Lucy und Hildo sind eine der wenigen 10% der Bev\u00f6lkerung in Panaba, die einmal im Jahr ihre Koffer packen und was Neues von der Welt sehen wollen. Sie haben schon so einige Teile der Welt besucht und nun steht der Gedanke an die Erf\u00fcllung eines weiteren Traumes an: Cuba. Lucy erkl\u00e4rte uns, dass es in Yucatan eine Tradition ist, eine grosse Feier zu veranstalten wenn die Kinder 15 Jahre alt werden. Da eine solch grosse Feier viel Geld kostet und nichts ausser getrunken und gegessen wird, haben Hildo und Lucy ihren Kindern von Anfang an vorgeschlagen, f\u00fcr dieses Geld lieber eine Reise zu machen. Alle Kinder haben dieses Angebot angenommen, wobei es dann f\u00fcr die ganze Familie unter anderem Ausfl\u00fcge nach Miami und durch Mexiko gab. \u00dcbrigens war es lustig zu erfahren, dass Doktor Hildo als Adresse &#8220;Domicilio Conocido&#8221; (bekanntes Domizil) angab, also weder Strasse noch Hausnummer. Es schien, dass wir an einen Herrn geraten waren, der wirklich jedem in Panaba bekannt war \ud83d\ude09<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der 5 Tage unseres Aufenthaltes in der Ranch lernten wir viel \u00fcber K\u00fche und das Leben auf der Ranch, als auch in Panaba kennen. Wir waren auch einmal in San Francisco, ein Ort ca. 3km von der Ranch entfernt, der noch nicht einmal auf der Karte eingezeichnet war. In San Francisco schlenderten wir nur ein bischen herum, einfach um mal da gewesen zu sein. Interessant war, dass wir bei all diesen vom Marktplatz f\u00fchrenden Strassen nur eine ausw\u00e4hlten und ausgerechnet in dieser das Gef\u00e4hrt des Indio fanden, der uns zu der Ranch von Doktor Hildo brachte.<\/p>\n<p>Auch lernten wir einen Gro\u00dfteil von Hildos Familie kennen. Alle nahmen uns mit offenen Armen auf, teilten mit uns alles was sie haben und machten uns viele kleine Geschenke. Das r\u00fchrendste der Geschenke war in den letzten beiden Tagen unseres Aufenthaltes das Obst (Bananen und Mangos), dass uns Domingo mitbrachte. Er ging deswegen jeden Morgen bevor er zur Ranch kam zum Markt und kaufte dieses Obst extra f\u00fcr uns ein! Dabei war Domingo unserer Ansicht nach derjenige, der von allen Verwandten am Wenigsten besa\u00df. <\/p>\n<p>Wir luden Domingo zuvor immer ein, von unserem Essen zu kosten. Einmal fingen wir reichlich sp\u00e4t am Morgen zu kochen an, so dass Domingo bereits auf dem Feld war, um das Gras mit seiner Machete zu k\u00fcrzen. Wir liefen also mit dem Topf heissem Etwas weit ins Feld hinein und freuten uns wie Schneek\u00f6nige als er gen\u00fcsslich dieses Mahl verzehrte. <\/p>\n<p>Am selbigen Tag passierte dann das Ungeheuerliche, dass er vom Feld fr\u00fchzeitig zur\u00fcckkam und beide Macheten fallen lie\u00df. Sie lagen dann nicht in zwei Teilen, sondern in vier vor uns auf dem Boden, was uns wirklich verwunderte. Beide Macheten waren innerhalb k\u00fcrzester Zeit zerbrochen. Domingo \u00e4u\u00dferte, dass er nun zwei neue kaufen m\u00fcsste, da er keine funktionst\u00fcchtigen mehr hatte. Er sprach dies mit solch einer Last aus, dass wir beschlossen ihm heimlich eine neue Machete zu besorgen. Allerdings kam es nicht dazu, da er von Doktor Hildo und einem anderen Neffen zwei neue Macheten geschenkt bekam. Er hatte so gl\u00fcckliche Augen, ich war einfach nur ger\u00fchrt. <\/p>\n<p>Eine weitere Szene, die mich zu Tr\u00e4nen r\u00fchrte, war die \u00dcbergabe meiner Berlin-Postkarte an Doktor Hildo. Wir liefen noch schnell zum Zaun, dem Ausgang der Ranch auf der wir uns aufhielten, um Doktor Hildo durch den Zaun hindurch die Karte mit ein paar dankenden Zeilen zu \u00fcbergeben. Dabei stand Domingo etwas entfernt und schaute entt\u00e4uscht zu Boden. Ich suchte seinen Blick, aber er weichte mir aus. Es machte mir nicht wirklich Freude, Doktor Hildo die Karte in solch einer Atmosph\u00e4re zu \u00fcbergeben, aber es lie\u00df sich nicht mehr \u00e4ndern. Mein Herz zersprang f\u00f6rmlich vor Mitgef\u00fchl und als wir uns verabschiedeten und gen unseres Zeltes liefen, kullerten auch schon die Tr\u00e4nen aus mir heraus. Am n\u00e4chsten Morgen \u00fcbergaben wir dann &#8211; wie bereits vor dem Ereignis geplant &#8211; auch eine dieser Postkarten an Domingo. Er \u00e4usserte dazu, dass er es wohl vor seinem Tode nicht mehr schaffen w\u00fcrde, Berlin selbst zu sehen, allerdings w\u00fcrde diese Karte einen Ehrenplatz in seinem H\u00e4uschen erhalten.<\/p>\n<p>Am letzten Morgen luden wir Domingo dann auch zu einem Essen ein, was leider viel zu viel war. Er er\u00f6ffnete uns n\u00e4mlich erst am letzten Tag, dass er immer dann ist, wenn er morgens zur Farm kommt. W\u00e4hrend dieses letzten gemeinsamen Schmauses \u00fcbergab ich Hildo dann auch eine meiner Hosen. Er fragte darauf prompt, wieviel ich daf\u00fcr haben wollte. Darauf l\u00e4chelte ich ihn an und erkl\u00e4rte, dass dieses Geschenk von Herzen k\u00e4me und hoffentlich seinen Nutzen bei ihm finden wird. Die letzten Worte von Domingo beinhalteten, dass wir eine der wenigen Menschen w\u00e4ren, die soviel Respekt vor ihm und seinen Farmerkollegen h\u00e4tten. Normalerweise, meinte er, w\u00fcrden besser situierte Menschen nur auf die Farmen kommen, um rauschende Feste zu feiern, wobei ihnen &#8211; Domingo und anderen Farmern &#8211; aber wenig Beachtung zu Teil wird. <\/p>\n<p>Wenn so einer denkt, dass auf einer Farm nachts nichts passiert, der hat sich aber geirrt. Kaum hatten wir die Hunde auf unserer Seite, wurden wir von Flederm\u00e4usen, die Millimeter \u00fcber unseren K\u00f6pfen kreisten, Kakerlaken, M\u00fccken und sonstigen h\u00fcpfenden und fliegenden Insekten attackiert. Hatten wir uns dann sicherheitshalber ins Zelt verkrochen, flogen die Insekten dann zwar nicht mehr gegen unsere werten K\u00f6rper, fanden aber Gefallen gegen das federnde Material unseres Zeltes zu knallen. Besonders die zweidaumengrossen Kakerlaken vergn\u00fcgten sich damit, unseren Ekel gegen\u00fcber ihnen zu vertiefen. Eines Abends lag dann so ein komischer Ast vor unserem Zelt &#8211; dachten wir. Es war allerdings eines dieser Insekten, die man von einem Ast nahezu nicht unterscheiden kann. <\/p>\n<p>Auch fanden wir eines Tages so etwas wie M\u00e4usekacke in unserem Zelt. Unsere Vorr\u00e4te waren allerdings nicht angeknabbert und so wunderten wir uns nur, wie es hereingekommen war. Als dann am folgendem Abend Augustas noch vor dem Zelt residierte, platschte von oben ein weiteres St\u00fcck nasse &#8220;M\u00e4usekacke&#8221; auf seinen schokoladenbraunen Arm. Von dem Moment an wussten wir, dass es sich hierbei um Fledermaus Exkremente handelte und nicht um das einer herk\u00f6mmlichen Maus. Hinzu kam, dass wir eines Abends im offenen Zelt sassen und einen Artikel \u00fcber Trampen lassen. Dieser handelte von einem litauischen M\u00e4dchen, dass zum ersten und letzten Mal einen Trampversuch unternahm. Obwohl die Geschichte negativ angepriesen wurde, fanden wir beim Lesen nicht heraus, welche negativen Erfahrungen das M\u00e4del wohl gemacht hat. In diesem Moment fiel doch prompt auch ein St\u00fcck Fledermausexkrement auf Augustas, der diese Geschichte vorgelesen hat. Wir beide lachten lauthals los, da wir uns best\u00e4tigt sahen, dass dieser Artikel wohl besser in den Papierkorb geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Am letzten Tag nahm sich Chiv\u0137, ein Bruder von Doktor Hildo, unserer an und f\u00fchrte uns samt seiner Familie durch Panaba und zu drei kleinen Cenotes. Cenotes sind eine Art Tropfsteinh\u00f6hle, manchmal unter der Erde, manchmal sehen sie aus wie ein kleiner See. Die Cenotes entstanden, als vor langer, langer Zeit ein Asteroid in diesem Teil der Erde einschlug. <\/p>\n<p>Zuerst lud Chiv\u0137 uns auf seine Ranch ein, in der wir nicht nur eine Cenote sahen, die ca. 3 bis 4 Meter tief und 10 Meter breit war, sondern uns auch Tortillas mit Ei auf einem altherk\u00f6mmlichen Ofen, der wie ein Grill mit Holz angefeuert wurde, zubereitet wurden. Zuvor wurde noch mit Tequilla auf den Tag angestossen, was traditioneller Weise VOR dem Essen passiert. Wahrscheinlich aus dem Grund, dass der Alcohol dadurch besser und vor allem schneller ins Blut flie\u00dft.<\/p>\n<p>Die weiteren zwei Cenotes befanden sich jeweils in verschiedenen Farmen. Die eine war wie ein grosser See, eingebettet in ein steininges, rundes Basin, was nat\u00fcrlichen Weges entstanden ist. Eine weitere lies es zu, hinunterzusteigen und das glasklare Wasser, was typisch f\u00fcr Cenotes ist, von Nahem zu betrachten. <\/p>\n<p>Es war ein wundervoller Tag inmitten von Natur, umgeben von K\u00fchen, Schafen und von Chiv\u0137s fantastischer Familie, die wie wir das ein oder andere Mal den vielen Kuhfladen auf dem Weg zu den Cenotes nicht ausweichen konnten ;D<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo \ud83d\ude09 wir sind nun schon seit 3 Tagen in Merida, der Hauptstadt von Yucatan und machen nichts weiter als durch quer durch diese 1 Millionen Einwohner Stadt zu laufen, uns Museen anzusehen, die keinen Eintritt kosten und in der Haengematte zu rumzulungern. 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