{"id":387,"date":"2008-07-03T00:00:00","date_gmt":"2008-07-02T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/followtheroad.com\/de\/schatze-der-wuste\/"},"modified":"2008-07-03T00:00:00","modified_gmt":"2008-07-02T22:00:00","slug":"schatze-der-wuste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/schatze-der-wuste\/","title":{"rendered":"Sch\u00e4tze der W\u00fcste (Mai 21, 2008)"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-caption alignleft\" style=\"width: 160px;\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_last_day\/IMG_1192.JPG\" title=\" \" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_last_day\/cache\/IMG_1192.JPG-nggid043404-ngg0dyn-150x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"IMG_1192\" title=\"IMG_1192\" \/><\/a>\t\n<p class=\"wp-caption-text\"> <\/p><\/div>\n\n<p>Einen Tag vor unserer Abreise aus San Pedro wollten wir es noch einmal wissen. Wir schwangen uns mehr schlecht als recht gegen 7 Uhr aus dem Zelt und begaben uns mit leeren M\u00e4gen in Richtung Salar de Atacama. Zu Fu\u00df bewegten wir uns bis ans Ende von San Pedro, um dort Richtung S\u00fcden querfeldein, ungef\u00e4hr in der Mitte zwischen der Stra\u00dfe nach Toconao und dem Flu\u00df Rio San Pedro, die k\u00fcrzeste Variante bis zum Salar de Atacama ausfindig zu machen. Laut unserer Karte erwartete uns h\u00f6chstens ein wenig Steppengras, ansonsten sollten wir unser Ziel in circa zwei Stunden erreichen.<\/p>\n<p>Wir \u00fcberquerten die Ringstra\u00dfe, die weitl\u00e4ufig um San Pedro herumf\u00fchrt und begaben uns in die Weiten der Atacamaw\u00fcste. Rechts von uns war deutlich die Cordillera de la Sal (Salzbergkette) zu sehen, die in der aufgehenden Sonne einen herrlich warmen Ton annahm. <\/p>\n<p>Das erste, was uns auf diesem Weg begr\u00fc\u00dfte, war der Kadaver eines einst sch\u00f6nen Pferdes. Wie auch der Hund auf dem Weg zur Valle de la Luna, war das Pferd gut konserviert. Ehrlich gesagt waren wir uns auf den ersten Blick nicht sicher, ob es sich um ein Pferd oder ein Kamel handelte. Wie jedoch sollte in diese Gegend ein Kamel kommen? Somit war die Antwort gefunden. Da das Pferd im Schatten ruhte waren einige fotografische K\u00fcnste gefragt, um dieses Material f\u00fcr die Nachwelt festzuhalten. <\/p>\n<div style=\"text-align: center\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_last_day\/IMG_1208.JPG\" title=\"&quot;have been laying here for awhile, hope you don't mind my look&quot;\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_last_day\/cache\/IMG_1208.JPG-nggid043409-ngg0dyn-300x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"IMG_1208\" title=\"IMG_1208\" \/><\/a>\t\n\n<p><\/div>\n<p>W\u00e4hrend Augustas sich intensiv mit Fototechniken auseinandersetzte, trieb es mich aus Langeweile weiter. Mir fiel von weitem eine merkw\u00fcrdige Anordnung von Steinen auf, die mit Sicherheit nicht zuf\u00e4llig auf dieser flachen Stelle gelandet waren. Ich erinnerte mich an Nazca in Peru, was wir zwar nicht besucht, aber von dem wir viele Bilder gesehen hatten. Waren dies vielleicht auch historische Stein- und Sandgem\u00e4lde, die von der Luft aus einen Sinn ergaben? So sehr ich mich reckte und meine Vorstellungskraft herausforderte, ich kam nicht hinter das Geheimnis. <\/p>\n<p>Augustas zog mich ungeduldig weiter. Hinter einem kleinen Sandh\u00fcgel entdeckten wir ein paar H\u00e4user, aus denen Stimmen drangen. Bevor wir uns weiter n\u00e4herten, entledigten wir uns unserer Wintermontur. Die Sonne w\u00e4rmte mittlerweile unsere R\u00fccken und die leichte, k\u00fchle Priese prallte kraftlos an unseren Jacken ab. Die perfekte Temperatur f\u00fcr einen Wanderausflug. <\/p>\n<div style=\"text-align: center\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_last_day\/IMG_1210.JPG\" title=\" \" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_last_day\/cache\/IMG_1210.JPG-nggid043410-ngg0dyn-300x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"IMG_1210\" title=\"IMG_1210\" \/><\/a>\t\n\n<p><\/div>\n<p>Mit dem Sandh\u00fcgel verwandelte sich die Tischflache Ebene in eine 5 Meter hohe H\u00fcgellandschaft. Wir gingen also f\u00fcr einige Zeit, \u00e4hnlich einer Berg- und Talfahrt, auf und ab oder in einem Schl\u00e4ngellauf rechts und links an den Sandhaufen vorbei. <\/p>\n<p>Zwischendurch entdeckten wir ebenere Landst\u00fccke, auf denen sich Ruinen von einstigen Bauernh\u00e4usern befanden. Vorsichtig stieg ich hinein in die guten Stuben, erkundete ihre Abstellkammern und verlie\u00df den Ort, wie ich ihn vorgefunden hatte. Das Begehen dieser Ruinen wurde uns insofern erleichtert, als dass die \u00fcbriggebliebenen H\u00e4userw\u00e4nde nicht h\u00f6her als 20cm waren. Augustas pflegte einen anderen Erforscherstil, der sich teils in leichten Fu\u00dftritten gegen verbliebene Mauerreste \u00e4u\u00dferte, um deren Standfestigkeit zu pr\u00fcfen. Sein Drang, immer alles anfassen zu m\u00fcssen, bevor er einer Erscheinung glauben mag, \u00e4u\u00dferte sich auch hier. Ich versuchte ihn liebevoll ma\u00dfzuregeln, denn mir passte diese Art von Entdeckerdrang nicht so recht.<\/p>\n<p>Wir liefen schon mehr als zwei Stunden, doch nichts hatte sich an unserer Halbw\u00fcstenlandschaft ge\u00e4ndert. Es gab immer noch Dornenb\u00e4ume, vertrocknete Gr\u00e4ser und viel Sand. Der Salzsee war selbst von den gr\u00f6\u00dften H\u00fcgeln nicht auszumachen. Wir stie\u00dfen allerdings auf ein verlassenes Grundst\u00fcck, dessen Geb\u00e4ude noch weitgehend intakt waren. Nun gut, einem Raum fehlte fast vollst\u00e4ndig das Dach, daf\u00fcr gab es aber &#8211; wenn auch ungeordnet und unter reichlich Sand vergraben &#8211; einen Tisch, St\u00fchle, alte Weinflaschen, T\u00f6pfe und sonstiges Allerlei zu bestaunen. <\/p>\n<div style=\"text-align: center\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_last_day\/IMG_1219.JPG\" title=\"the house with the door we found above treasures in\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_last_day\/cache\/IMG_1219.JPG-nggid043416-ngg0dyn-300x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"the house with the door we found above treasures in\" title=\"the house with the door we found above treasures in\" \/><\/a>\t\n\n<p><\/div>\n<p>Wir verbrachten ein wenig Zeit auf diesem Grundst\u00fcck, ruhten uns aus, flohen vor einer strebsamen Biene, die meine gelbe Jacke im Visier hatte, betrachteten eine \u00fcberdimensionale Baumwurzel und schielten anschlie\u00dfend auf der anderen Seite des Hauses durch ein Fenster. Mir blieb fast der Atem stehen, als ich in jenem Raum eine Hose h\u00e4ngen sah. Wohnte hier etwa jemand? Mein Herz pochte schneller. &#8220;Augustas,&nbsp;komm hierher!&#8221;, rief ich ihm zu. Nun, als wir beide <\/p>\n<div class=\"wp-caption alignleft\" style=\"width: 210px;\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_last_day\/IMG_1221.JPG\" title=\"here goats were kept together with humans; it seems having been something like a kitchen\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_last_day\/cache\/IMG_1221.JPG-nggid043417-ngg0dyn-200x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"here goats were kept together with humans; it seems having been something like a kitchen\" title=\"here goats were kept together with humans; it seems having been something like a kitchen\" \/><\/a>\t\n<p class=\"wp-caption-text\">here goats were kept together with humans; it seems having been something like a kitchen<\/p><\/div>\n\n<p>durch das winzige Fenster sahen, kl\u00e4rte sich die Lage ein wenig auf. Trotz der Hose, schien der Ort seit einiger Zeit sich selbst \u00fcberlassen. Wir krochen um die Ecke und fanden einen Einstieg zu diesem Raum, der nicht gr\u00f6\u00dfer als ein normales Fenster war. Wir zw\u00e4ngten uns beide hindurch. Innen stand eine riesige Glasflasche, die wohl in der Vergangenheit zur Aufbewahrung von Wasser gedient hatte. Ein Teekessel und ein Topf gesellte sich auf der anderen Seite hinzu. An der Decke war eine Leine befestigt, auf der die Hose hing. Wir entdeckten unz\u00e4hlige Flicken, die von einer langen Tragezeit zeugten. Augustas nahm die Hose und betrachtete sie von allen Seiten und hielt sie sp\u00e4ter an seinen K\u00f6rper, um Gr\u00f6szenvergeleiche ziehen zu k\u00f6nnen. Der ehemalige Besitzer schien kurz, doch kr\u00e4ftig gewesen zu sein. Ob er die Hose wohl mit Hosentr\u00e4gern getragen hat? Wir gedachten der Vergangenheit und versuchten uns vorzustellen, wie und was die Menschen in diesem winzigen K\u00e4mmerchen zu tun pflegten. Dank des Teekessels h\u00e4tten wir auf eine K\u00fcche schlie\u00dfen k\u00f6nnen, doch gleichzeitig schien es ein Stall zu sein, da \u00fcberall Heu ausgelegt war. Vielleicht war es beides.<\/p>\n<p>Wir schlichen noch eine Weile durch das Grundst\u00fcck, bevor wir den vagen Versuch machten, den Salzsee doch noch zu finden. Es war mittlerweile reichlich sp\u00e4t und der Salzsee schien auch in doppelt der Zeit, die wir bereits unterwegs waren, nicht erreichbar. Wir entschieden uns daher, in Richtung Aldea de Tulor, ein Ruinend\u00f6rfchen, zu wandern. Dabei trafen wir auf zwei weitere Geb\u00e4ude, in die wir selbstverst\u00e4ndlich auch unsere Nasen steckten. Auf die H\u00e4user aufmerksam gemacht hatte uns ein Stock, auf den etwas unf\u00f6rmiges gest\u00fclpt war. Nach der Besichtigung der H\u00e4user entdeckten wir, dass die Krone des Pfahls ein Topf mit Loch war. Mich erinnerte das sogleich an die Strophe, &#8220;Wenn der Topf aber nun ein Loch hat, lieber Heinrich, lieber Heinrich, &#8230;&#8221; Ein St\u00fcck Kindheit verband mich in diesem Augenblick mit der verlassenen Gegend. Es war ein wohliges Gef\u00fchl, eins, dass mir sagte, hier richtig zu sein.<\/p>\n<div style=\"text-align: center\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_last_day\/IMG_1223.JPG\" title=\"pot with hole on wooden pole\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_last_day\/cache\/IMG_1223.JPG-nggid043420-ngg0dyn-300x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"pot with hole on wooden pole\" title=\"pot with hole on wooden pole\" \/><\/a>\t\n\n<p><\/div>\n<p>Der Weg in Richtung Rio San Pedro und damit Aldea de Tulor war nicht ganz einfach. Der Boden war br\u00fcchig und wir wunderten uns ernsthaft, woher dies r\u00fchrte. Waren es die Schuld der Pflanzen? Hatten ihre Wurzeln unter der Oberfl\u00e4che L\u00f6cher entstehen lassen? Oder grub hier jemand heimlich H\u00f6hlen und lachte sich ins F\u00e4ustchen, wenn wir bis zur Mitte unserer Waden einsackten? Wir schlichen f\u00f6rmlich weiter, denn wer wei\u00df schon, ob nicht irgendwo Treibsand unter dieser zerbrechlichen Erdschicht wartete.<\/p>\n<div class=\"wp-caption alignright\" style=\"width: 160px;\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_last_day\/IMG_1225.JPG\" title=\"simply being\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_last_day\/cache\/IMG_1225.JPG-nggid043421-ngg0dyn-150x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"simply being\" title=\"simply being\" \/><\/a>\t\n<p class=\"wp-caption-text\">simply being<\/p><\/div>\n\n<p>Der Flu\u00df war erreicht und damit auch eine Stra\u00dfe, die sicher die war, die uns bis zum Salzsee gef\u00fchrt h\u00e4tte. Doch den Plan gaben wir an diesem Punkt auf. Da wir am n\u00e4chsten Tag nach Argentinien reisen wollten, fanden wir es wenig angebracht, uns wie in der Valle de la Luna bis zur v\u00f6lligen Ersch\u00f6pfung zu treiben. Wir schlenkerten gem\u00e4chlich entlang des Flu\u00dfes San Pedro zur\u00fcck in Richtung San Pedro. Auf dem R\u00fcckweg faszinierten mich vor allem die kleinen Pfl\u00e4nzchen und ihre Kraft, durch die harte Erdkruste zu brechen. Auch hier best\u00e4tigte sich wieder: das<br \/>\n Leben findet seinen Weg.<\/p>\n<div style=\"text-align: center\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_last_day\/IMG_1236.JPG\" title=\"another example\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_last_day\/cache\/IMG_1236.JPG-nggid043423-ngg0dyn-300x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"another example\" title=\"another example\" \/><\/a>\t\n\n<p><\/div>\n<p>Bis auf eine Ziegenherde begegnete uns nichts aufregendes. Wir erreichten die Ringautobahn um San Pedro, wo ich sofort auf einer Pause bestand. Wir nahmen beide unter einer breiten Baumkrone Platz. Augustas hatte den Ehrenplatz auf einem Ast ergattert. Da der zu sehr in der Sonne lag, st\u00fcrmte ich etwas genervt auf die andere Seite, um mich dort im k\u00fchlen Schatten auf einem Stein niederzulassen. <\/p>\n<p>F\u00fcr einige Zeit fiel kein Ton, bis ein merkw\u00fcrdiges Glucksen ert\u00f6nte. Augustas hatte etwas gesehen und z\u00fcckte die Kamera. &#8220;Was siehst du?&#8221;, fragte ich neugierig. &#8220;Ein Murmeltier&#8221;, kam zur Antwort und die Aufforderung, mich mucksm\u00e4uschenstill heranzuschleichen. Vorsichtig kroch ich \u00fcber den Boden, w\u00e4hrend Augustas mir die Koordinaten f\u00fcr das Entdecken des Murmeltiers zuspielte. Erst als ich neben ihm war, kroch es endlich wieder aus seinem Bau heraus. Entz\u00fcckt betrachteten wir das winzige Wesen und lauschten seinen gepfiffenen Gluckslauten. Endlich wurde uns auch klar, warum wir st\u00e4ndig in den W\u00fcstenboden eingebrochen waren. Die Murmeltiere hatten flei\u00dfig an ihrem Hausbau gewerkelt und wir waren mit unseren Gehapparaten direkt in ihre Wohnzimmer geplatzt. Hoffentlich nahmen sie uns das nicht \u00fcbel.<\/p>\n<div style=\"text-align: center\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_last_day\/IMG_1237.jpg\" title=\"hey! that is where I live!\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_last_day\/cache\/IMG_1237.jpg-nggid043424-ngg0dyn-300x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.jpg\" alt=\"hey! that is where I live!\" title=\"hey! that is where I live!\" \/><\/a>\t\n\n<p><\/div>\n<p>Ich zog mich wieder in meine Schattenecke zur\u00fcck und lie\u00df meinen Blick umherschweifen. W\u00e4hrend Augustas weiterhin auf das Erdh\u00f6rnchen lauerte, machte ich die Entdeckung des Jahrhunderts. Vor mir lag ein Busch und davor waren ein paar eigenartige Sandgebilde aufgebaut. Ich schaute sie mir eine Weile an und sah, dass eines der Gebilde einem Auto glich. &#8216;Witzig, welche Vergleiche man immer zieht&#8230;&#8217;, ging es mir durch den Kopf. Mein Blick ruhte weiterhin auf den Gebilden, bis ich ins Gr\u00fcbeln kam. Ich beugte mich n\u00e4her und entdeckte neben einem Auto, auch einen Fernseher. Und dann einen Kamin, einen Frauenk\u00f6rper und gar zwei Penise. Hatte sich hier ein Ritual vollzogen, f\u00fcr das diese Figuren angefertigt worden waren? Dazu w\u00fcrde auf jeden Fall der Ziegenkopf und die Ziegenl\u00e4ufe passen, die hinter mir in einer Sandgrube lagen. &#8220;Augustas, komm her! Das glaubst du mir nicht!&#8221; Er ri\u00df sich ungern von seiner Murmeltier-Beobachtung los, doch als er verstand, was da vor uns lag, wurde auch er in den Bann dieser Gebilde gezogen. Augustas hob die sandigen St\u00fccke nacheinander auf, platzierte sie in einer anderen Formation und \u00fcberlie\u00df es mir diesmal, die Fundst\u00fccke fotografisch festzuhalten. <\/p>\n<div style=\"text-align: center\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_last_day\/IMG_1251.JPG\" title=\"the answer: woman's body, chimney, 2 penis, tv, car, masque\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_last_day\/cache\/IMG_1251.JPG-nggid043429-ngg0dyn-300x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"the answer: woman's body, chimney, 2 penis, tv, car, masque\" title=\"the answer: woman's body, chimney, 2 penis, tv, car, masque\" \/><\/a>\t\n\n<p><\/div>\n<p>V\u00f6llig euphorisch dar\u00fcber entschieden wir die Kunst mitzunehmen. Sie waren das beste Geschenk, das wir Stephanie f\u00fcr ihre bedingslose Hilfe darbringen konnten. Auf dem Weg nach Hause fragte ich mich, ob das Verschleppen dieser Werke ein b\u00f6ses Ohmen aufwecken k\u00f6nnte. Die \u00dcberlegung, welche Reichweite an Dingen hier dargestellt war, lie\u00df uns jedoch entspannen. In welchem Ritual fertigt man schon ein Auto und einen Fernseher an?<\/p>\n<div style=\"text-align: center\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_last_day\/IMG_1241.JPG\" title=\" \" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_last_day\/cache\/IMG_1241.JPG-nggid043427-ngg0dyn-250x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"IMG_1241\" title=\"IMG_1241\" \/><\/a>\t\n\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_last_day\/IMG_1240.JPG\" title=\"leftovers after a goat dinner\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_last_day\/cache\/IMG_1240.JPG-nggid043426-ngg0dyn-250x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"leftovers after a goat dinner\" title=\"leftovers after a goat dinner\" \/><\/a>\t\n\n<p><\/div>\n<p>Fast zur\u00fcck in San Pedro machten wir an einer Bushaltestelle halt. Als h\u00e4tten unsere M\u00e4gen lautstark ihr Knurren kundgetan, kam pl\u00f6tzlich ein a;lterer Herr mit seinem Fahhrad auf uns zugefahren. Auf der Transportfl\u00e4che vor seinem Drahtesel befand sich ein Pappkarton, der dampfende Tamales zu je 800 Pesos (\u20ac 1) enthielt. Den Hinweis, dass die Tamales ein wenig K\u00e4se enthalten ignorierte ich, nachdem ich mir den ersten Bissen in den Mund geschoben hatte. K\u00f6stlich! Wir schwebten auf Wolke Sieben und leckten den L\u00f6ffel selbst dann noch ab, als nichts mehr von unserem Tamal \u00fcbrig war.<\/p>\n<p>Den kr\u00f6nenden Abschlu\u00df unseres Ausfluges und gleichzeitig Aufenthaltes in San Pedro bildete die \u00dcbergabe unserer antiquarischen Fundst\u00fccke an Stephanie. Die lachte herzlich mit uns \u00fcber diese merkw\u00fcrdigen und doch einzigartigen W\u00fcstenkunstwerke, die von nun an einen Ehrenplatz auf Stephanies Regal haben.<\/p>\n<div style=\"text-align: center\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_last_day\/IMG_1257.JPG\" title=\"traditional clay style seen around old courtyards and food stoves\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_last_day\/cache\/IMG_1257.JPG-nggid043431-ngg0dyn-300x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"traditional clay style seen around old courtyards and food stoves\" title=\"traditional clay style seen around old courtyards and food stoves\" \/><\/a>\t\n\n<p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einen Tag vor unserer Abreise aus San Pedro wollten wir es noch einmal wissen. 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