{"id":382,"date":"2007-08-22T00:00:00","date_gmt":"2007-08-21T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/followtheroad.com\/de\/ciudad-bolivar\/"},"modified":"2007-08-22T00:00:00","modified_gmt":"2007-08-21T22:00:00","slug":"ciudad-bolivar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/ciudad-bolivar\/","title":{"rendered":"Ciudad Bolivar (Juni 14 &#8211; 17)"},"content":{"rendered":"<p>Es regnete in Str\u00f6men und alles was uns \u00fcbrig blieb, war erst einmal im Busbahnhof zu verschwinden. Am Eingang des Busbahnhofs erwarben wir ein paar Bananen und dann ging es erst einmal schnell zur Toilette. W\u00e4hrend Augustas seine Notdurft verrichtete, wartete ich neben dem Gep\u00e4ck und vertilgte gen\u00fcsslich eine Banane. Augustas kam gerade wieder, da rief uns eine Frau mit energischer Stimme vom Toiletteneingang aus zu, &#8220;Gib mir eine Gambur (Banane)!&#8221; Wie bitte? Augustas entgegnete prompt, &#8220;Gib du mir eine Gambur!&#8221; Wir lachten und machten uns zur n\u00e4chsten Telefonzelle auf. Wir hofften, dass uns unsere litauischen Freunde in Caracas mit einem Rat f\u00fcr eine Unterkunft weiterhelfen konnten. Leider war dem nicht so. Als der Regen etwas nachliess gingen wir somit in ein Internetcafe, um Mitglieder des www.HospitalityClub.org in der Ciudad Bolivar zu finden. Auch dies stellte sich als Fehlschlag heraus, da die einzige Person, die in ihrem Profil Hilfe anbot, gerade ausgeflogen war. Wir suchten also nach Hostels. Viele im Internet angepriesenen Hostels kosteten einfach zu viel. Letztlich fanden wir aber eins, dass unseren Geldbeutel nur knapp 6 Euro kosten w\u00fcrde. Ein Anruf gen\u00fcgte und eine halbe Stunde sp\u00e4ter fanden wir uns im Auto der Posada (Unterkunft) &#8220;La Casita&#8221; wieder. Wir fuhren eine knappe halbe Stunde durch die Stadt und endeten die Fahrt in einer Ecke der Stadt, die wir nie im Leben selbst gefunden h\u00e4tten.<\/p>\n<div class=\"wp-caption alignright\" style=\"width: 110px;\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2007\/2007_venezuela\/ciudad_bolivar\/IMG_4809.JPG\" title=\"here we spend three lazy days\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2007\/2007_venezuela\/ciudad_bolivar\/cache\/IMG_4809.JPG-nggid041739-ngg0dyn-100x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"here we spend three lazy days\" title=\"here we spend three lazy days\" \/><\/a>\t\n<p class=\"wp-caption-text\">here we spend three lazy days<\/p><\/div>\n\n<p>Mit der Posada &#8220;La Casita&#8221; hatten wir einen traumhaften Ort zum \u00dcbernachten gefunden. Wir konnten unser Zelt in der H\u00e4ngemattenabteilung aufstellen, die mit Stroh \u00fcberdacht war. Da es zu der Zeit keine Reisenden gab, die sich eine H\u00e4ngematte geliehen hatten, war das nun unser Zuhause. Wir waren von viel Gr\u00fcn umgeben, konnten im offenen, aber \u00fcberdachten, super gem\u00fctlichen Speisesaal unser Essen geniessen, Billiard spielen und eine kalte Dusche nehmen. Gut, letzteres war weniger paradiesisch, aber auszuhalten, denn die Temperaturen waren trotz des Regens nicht sehr niedrig.<\/p>\n<p>Eigentlich wollten wir nur eine Nacht bleiben. Aus diesem Vorhaben wurden gleich drei N\u00e4chte, da wir so die Gelegenheit hatten, die Ciudad Bolivar endlich kennenzulernen. Ausserdem nutzten wir die Zeit, mal wieder zum Schreiben unserer Geschichten zu kommen.<\/p>\n<p>Die Stadt hatte einen sehr alten Stadtkern, der aus kleinen, meist einst\u00f6ckigen, buntbemalten H\u00e4usern bestand. Viele Strassen waren wie zu ihren Entstehungszeiten mit Steinen gepflastert. Die Atmosph\u00e4re war entspannt und so genossen wir es durch die Gassen zu schleichen. <\/p>\n<div class=\"wp-caption alignleft\" style=\"width: 110px;\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2007\/2007_venezuela\/ciudad_bolivar\/IMG_4792.JPG\" title=\" \" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2007\/2007_venezuela\/ciudad_bolivar\/cache\/IMG_4792.JPG-nggid041735-ngg0dyn-100x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"IMG_4792\" title=\"IMG_4792\" \/><\/a>\t\n<p class=\"wp-caption-text\"> <\/p><\/div>\n\n<p>Irgendwann entdeckte ich nicht weit entfernt eine Art alte Burg und wir fragten uns bis dorthin durch. Die Burg war winzig, aber anziehend. Wir bekamen auch sogleich einen F\u00fchrer, der uns die gesamte Geschichte dieser Burg schilderte. Leider kann ich das Erz\u00e4hlte nicht mehr aus meinem Ged\u00e4chtnis abrufen. Ich weiss nur soviel, dass die Burg zur Verteidigung diente und von dort aus leicht Kommandos f\u00fcr Kanonenbesch\u00fcsse gegeben werden konnten, sollten sich unerw\u00fcnschte Eindringlinge vom Fluss aus n\u00e4hern.<\/p>\n<p>Wir dachten eigentlich, dass wir mit dem einmal in Caracas umgetauschten Geld bis nach Kolumbien ausreichen w\u00fcrden. Da hatten wir uns geirrt und kaum waren wir in der Ciudad Bolivar angekommen, waren wir zu einem erneuten Geldumtausch gezwungen. Wir hatten geh\u00f6rt, dass in der N\u00e4he des Flusses die M\u00f6glichkeit bestand, Geld direkt auf der Strasse umzutauschen. Aber irgendwie behagte mir das Ganze nicht. Wir verschoben die Geldumtauschaktion also auf sp\u00e4ter. Als wir in der N\u00e4he der Einkaufsl\u00e4den und Shoppingcenter waren, liefen uns immer wieder unangenehme M\u00e4nner \u00fcber den Weg, die uns zuriefen &#8220;Dollars, Euros&#8221;&#8230; Oh nein, bitte nicht mit solchen Gestalten! Wir suchten also in den Shoppingcentern nach Schmuckl\u00e4den, an denen &#8220;Compra Oro&#8221; (Kaufe Gold) stand. In diesen L\u00e4den konnte man in Caracas Geld umtauschen. Kaum n\u00e4herten wir uns einen dieser Gesch\u00e4fte, kam schon wieder so eine schr\u00e4ge Gestalt auf uns zu. Wir taten also so, als ob wir gar nicht an einem Geldumtausch interessiert waren. Das Spiel setzte sich noch eine Weile fort, bis wir in einem Chinaladen landeten. Irgendwie vertrauten wir denen mehr. Obwohl f\u00fcr den Verk\u00e4ufer nicht allt\u00e4glich, half er uns beim Geldumtausch. Wir bekamen also ohne Probleme unsere Bolivar zum gleichen Preis wie in Caracas. Puh, geschafft. Geldumtausch in Venezuela ist wirklich eine Tortur.<\/p>\n<p>Unsere Posada lag weit vom Stadtzentrum entfernt, so dass wir uns zu einer gewissen Zeit an einem Treffpunkt einfinden mussten, damit wir wieder eingesammelt werden. Zur\u00fcck in der Posada erkundeten wir ein wenig das Territorium. Wir staunten nicht schlecht, als wir riesige K\u00e4fige mit zwei \u00c4ffchen, einem Stachelschwein, einem Rehbock, zahlreichen Enten, und weiteren Kleintieren vorfanden. Die drei Kinder einer in der Posada Angestellten f\u00fctterten die Affen regelm\u00e4ssig mit kleinen, heruntergefallenen Mangos. Einer der Affen war sehr egoistisch und wollte immer die Portion des anderen<\/p>\n<div class=\"wp-caption alignright\" style=\"width: 110px;\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2007\/2007_venezuela\/ciudad_bolivar\/IMG_4800.JPG\" title=\" \" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2007\/2007_venezuela\/ciudad_bolivar\/cache\/IMG_4800.JPG-nggid041737-ngg0dyn-100x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"IMG_4800\" title=\"IMG_4800\" \/><\/a>\t\n<p class=\"wp-caption-text\"> <\/p><\/div>\n\n<p> haben. Das f\u00fchrte regelm\u00e4ssig zu enormen Streit, der mit Bissen in den Schwanz, sonstigen Verletzungen und herzzerei\u00dfendem Gebr\u00fcll endete. Aber es gab auch Momente, in denen sich die beiden Affen abg\u00f6ttisch liebten. Vor allem dann, wenn es nichts zu essen gab, kuschelten sie sich zusammen auf den Fussboden und spielten wie zwei Engelskinder miteinander.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es regnete in Str\u00f6men und alles was uns \u00fcbrig blieb, war erst einmal im Busbahnhof zu verschwinden. Am Eingang des Busbahnhofs erwarben wir ein paar Bananen und dann ging es erst einmal schnell zur Toilette. W\u00e4hrend Augustas seine Notdurft verrichtete, wartete ich neben dem Gep\u00e4ck und vertilgte gen\u00fcsslich eine Banane. 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