{"id":375,"date":"2008-07-03T00:00:00","date_gmt":"2008-07-02T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/followtheroad.com\/de\/auf-hufen-durchs-todestal\/"},"modified":"2008-07-03T00:00:00","modified_gmt":"2008-07-02T22:00:00","slug":"auf-hufen-durchs-todestal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/auf-hufen-durchs-todestal\/","title":{"rendered":"Auf Hufen durchs Todestal (Mai 19, 2008)"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-caption alignleft\" style=\"width: 160px;\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_valle_muerte\/IMG_1090.JPG\" title=\"&quot;cabalgata&quot; (spanish for horse ride) towards Valle de la Muerte (Death Valley)\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_valle_muerte\/cache\/IMG_1090.JPG-nggid043434-ngg0dyn-150x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"IMG_1090\" title=\"IMG_1090\" \/><\/a>\t\n<p class=\"wp-caption-text\">\"cabalgata\" (spanish for horse ride) towards Valle de la Muerte (Death Valley)<\/p><\/div>\n\n<p>Endlich war der Tag gekommen. Augustas hatte seit Wochen von einem Reitausflug in die Atacama-W\u00fcste getr\u00e4umt. Als er das Webseiten-Projekt mit <a href=\"http:\/\/www.atacamahorseadventure.com\/de\/about-us\/\">&nbsp;<\/a><a href=\"http:\/\/www.atacamahorseadventure.com\/de\/about-us\/\">Atacama Horse Adventures<\/a> in San Pedro an Land gezogen hatte, erw\u00e4hnte er einige Male, wie sch\u00f6n es doch w\u00e4re, wenn wir f\u00fcr den Lohn der Arbeit einen Reitausflug geschenkt bek\u00e4men. Ohne zu fragen, hat sich dieser Traum schlie\u00dflich ganz von allein erf\u00fcllt, als Stephanie uns von sich aus zu einem Reitausflug einlud. Wir durften sogar die Route w\u00e4hlen. <\/p>\n<p>W\u00e4hrend Augustas schon einmal auf einem Pferd gesessen hatte, war es f\u00fcr mich das allererste Mal im Leben. Wir fr\u00fchst\u00fcckten noch, als Stephanie bereits die Pferde vorbereitete. Sie w\u00e4hlte den beigen Hengst Atila f\u00fcr mich, den schwarzen Negro f\u00fcr Augustas und f\u00fcr sich selbst ein Pferd, das als Au\u00dfenseiter auf der Koppel galt, da es gekauft und nicht vor Ort gro\u00dfgezogen wurde. Sie schnallte die S\u00e4ttel auf die Pferder\u00fccken, legte uns alsbald Poleinas (Chaps) an, um unsere Hosen zu schonen und half uns anschlie\u00dfend aufs Pferd zu steigen. Mich erinnerte der Aufstieg an meine Turnjahre, in denen ich auf \u00e4hnliche Weise auf dem Doppelbarren agieren mu\u00dfte. Zuvor hatte ich mir viele Gedanken dar\u00fcber gemacht, was die Pferde wohl denken und empfinden, wenn wir uns auf ihre R\u00fccken schwingen. Doch ich kam bis zum Aufstieg <\/p>\n<div class=\"wp-caption alignright\" style=\"width: 160px;\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_valle_muerte\/IMG_1096.JPG\" title=\" \" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_valle_muerte\/cache\/IMG_1096.JPG-nggid043435-ngg0dyn-150x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"IMG_1096\" title=\"IMG_1096\" \/><\/a>\t\n<p class=\"wp-caption-text\"> <\/p><\/div>\n\n<p>einfach nicht dahinter. Stephanie wies uns in die Navigation der Pferde ein, schwang sich selbst auf ihren Hengst und schon ritten wir hinaus in die trockenste W\u00fcste der Welt.<\/p>\n<p>Zu Beginn f\u00fchlte sich das Navigieren der Pferde etwas merkw\u00fcrdig an; besonders bei der \u00dcberwindung von Hindernissen wie der Autobahn und steil ansteigenden und abfallenden Bergen. Stephanie begleitete uns mit vielen Ratschl\u00e4gen und \u00fcbernahm pfeifend die Kontrolle \u00fcber unsere Pappenheimer, wenn sie, wie zu Beginn h\u00e4ufig, nicht spuren wollten. &#8220;Pferde wissen ganz genau, ob sie einen Profi auf dem R\u00fccken tragen oder einen Anf\u00e4nger. Da sie zwar gerne arbeiten, das Faulenzen aber genauso lieben, freuen sie sich, wenn der Reiter nicht wei\u00df, wie er sie anzutreiben hat.&#8221; Dies und noch viel mehr er\u00f6ffnete uns Stephanie w\u00e4hrend dem Ausritt und schaffte es auf diese Weise, die Handhabung und Lenkung der Pferde um vieles zu erleichtern.<\/p>\n<div style=\"text-align: center\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_valle_muerte\/IMG_1103.JPG\" title=\" \" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_valle_muerte\/cache\/IMG_1103.JPG-nggid043438-ngg0dyn-300x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"IMG_1103\" title=\"IMG_1103\" \/><\/a>\t\n\n<p><\/div>\n<p>Obwohl weit entfernt von einem Western galoppierendem Cowboytrupp, genossen wir den Weg zur und die Erkundung der Valle de la Muerte (Todestal). Ich verstand w\u00e4hrend dieses Ausritts, was so besonders am Reiten ist und verliebte mich regelrecht in diese Art der Fortbewegung. Ich tr\u00e4umte intensiv von einem Tag, an dem wir mit Pferden einen Ausritt durch die Berge wagen konnten, allerdings einer, den wir allein leiten w\u00fcrden und der zeitlich unbegrenzt w\u00e4re. Doch dazu fehlte noch viel. <\/p>\n<p>Als wollte die Natur mir einen Streich spielen, lie\u00df sie den Himmel an diesem Tag besonders blau strahlen. Einige Tage zuvor hatte ich Stephanie er\u00f6ffnet, dass ich noch keinen vergleichbar blauen Himmel wie den in Zaragoza in Spanien gesehen hatte. Jetzt mu\u00dfte ich diese Aussage revidieren, denn was da \u00fcber unseren K\u00f6pfen thronte, war mit dem Blau des Zaragoza-Himmels identisch. Stephanie l\u00e4chelte und ich kam mir vor, als w\u00fcrde ich Schlafwandeln. <\/p>\n<div style=\"text-align: center\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_valle_muerte\/IMG_1101.JPG\" title=\" \" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_valle_muerte\/cache\/IMG_1101.JPG-nggid043437-ngg0dyn-300x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"IMG_1101\" title=\"IMG_1101\" \/><\/a>\t\n\n<p><\/div>\n<p>Die Passagen, die wir auf dem Weg zur Valle de la Muerte durchschritten, wuchsen links und rechts m\u00e4chtig \u00fcber uns hinaus. Selbst zu Pferd lie\u00df uns die Gegend klein aussehen, regelrecht machtlos. Das sich treiben lassen in den starken Farbkontrasten der W\u00fcste, den aufragenden, r\u00f6tlichen Bergen und den dunkelblauem Himmel wirkte bezaubernd. <\/p>\n<div style=\"text-align: center\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_valle_muerte\/IMG_1106.JPG\" title=\" \" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_valle_muerte\/cache\/IMG_1106.JPG-nggid043440-ngg0dyn-300x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"IMG_1106\" title=\"IMG_1106\" \/><\/a>\t\n\n<p><\/div>\n<p>Unterwegs begegneten uns andere Besucher des Todestals, die entweder zu Fu\u00df, mit einem Fahrrad, dem Auto oder wie wir mit dem Pferd unterwegs waren. Von allen Fortbewegungsarten gefiel mir unsere am besten, denn die Eleganz und die geschmeidigen Bewegungen der Pferde gaben diesem Ausflug erst die richtige Atmosph\u00e4re. <\/p>\n<p>Ritten wir drei nebeneinaner, dauerte es keine f\u00fcnf Minuten, bis Negro und Atila mit Stephanies Hengst zu st\u00e4nkern anfingen. Anfangs begriffen wir dies noch nicht und lie\u00dfen die Pferde gew\u00e4hren. Stephanie wu\u00dfte jedoch genau, worauf die Beiden aus waren. Mit der Zeit mu\u00dfte Stephanie nicht mehr den Weg r\u00e4umen, sondern wir bewegten unsere Hengste zum Einhalten eines geb\u00fchrenden Abstands. Der arme, hinzugekaufte Kerl tat mir furchtbar leid. Da wir auf diesem kurzen Ausritt mit nur drei Pferden bereits die Spannung zwischen diesen Wesen zu sp\u00fcren bekamen, fragte ich mich, wie es ihm wohl als einziger Au\u00dfenseiter von 40 Pferden auf der Koppel erging. <\/p>\n<p>Nachdem wir die Valle de la Muerte hochgaloppiert waren, lie\u00dfen wir die Pferde ein wenig im Schatten ausruhen. Stephanie hatte alle H\u00e4nde voll zu tun, um die Pferde unter Kontrolle zu behalten. Grund daf\u00fcr waren unsere \u00c4pfel und Birnen, die wir aus den Rucks\u00e4cken zauberten. Als wir Stephanie schlie\u00dflich eine Birne reichten, neigten sich die Pferdenasen in ihre Richtung und die Pferdem\u00e4uler waren bereit, die Frucht f\u00fcr sich selbst zu reservieren. Doch Stephanie gab nicht nach.<\/p>\n<div style=\"text-align: center\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_valle_muerte\/IMG_1120.JPG\" title=\"breathtaking views\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_valle_muerte\/cache\/IMG_1120.JPG-nggid043448-ngg0dyn-300x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"breathtaking views\" title=\"breathtaking views\" \/><\/a>\t\n\n<p><\/div>\n<p>Ich hatte mein Gymnastikband auf den Ausflug mitgenommen, doch z\u00f6gerte mittlerweile, es zu benutzen. Ich f\u00fchlte, dass die Pferde das Schwingen des Bandes irritieren k\u00f6nnte und lie\u00df deswegen von der Idee ab. Augustas erinnerte sich ausgerechnet in jenem Moment an unser Vorhaben, in der W\u00fcste ein paar Bilder mit dem Band zu machen und dr\u00e4ngte mich zu dessen Benutzung. Vage rollte ich es aus und machte eine Kreisbewegung damit. Die Pferde rissen ihre K\u00f6pfe nach oben und bereiteten Stephanie M\u00fche, sie am Zaumzeug festzuhalten. &#8220;Benutzt das Band bitte au\u00dferhalb Sichtweite, es irritiert die Pferde.&#8221; Hatte ich doch recht behalten. Um das Ganze nun doch noch zu vollbringen, zerrte ich Augustas verbal bis in einen Winkel, wo die Pferde uns nicht zusehen konnten. Das rote Band und meine Verkleidung leuchteten im Kontrast mit dem wei\u00dfgelben W\u00fcstensand und tiefblauen Himmel. In diesem Moment war ich der Star des Universums.<\/p>\n<div style=\"text-align: center\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_valle_muerte\/IMG_1136.JPG\" title=\"artistic body work above Death Valley\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_valle_muerte\/cache\/IMG_1136.JPG-nggid043452-ngg0dyn-300x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"artistic body work above Death Valley\" title=\"artistic body work above Death Valley\" \/><\/a>\t\n\n<p><\/div>\n<p>Wir waren gerade fertig mit den Aufnahmen des schwingenden Bandes, da ersp\u00e4hten wir eine sechsk\u00f6pfige Reisetrupp, die auch zu Pferd unterwegs war. Sie befanden sich weit entfernt, hoch oben \u00fcber unserem Standpunkt. <\/p>\n<div class=\"wp-caption alignleft\" style=\"width: 110px;\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_valle_muerte\/IMG_1107.JPG\" title=\" \" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_valle_muerte\/cache\/IMG_1107.JPG-nggid043441-ngg0dyn-100x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"IMG_1107\" title=\"IMG_1107\" \/><\/a>\t\n<p class=\"wp-caption-text\"> <\/p><\/div>\n\n<p>Auf dem Weg zur\u00fcck zu Stephanie, sahen wir einen schwarzen Hund im Schatten liegen. War das Jack, unser treuer Begleiter? Nein, er geh\u00f6rte wohl zu der anderen Reitgruppe. Aber er war scheinbar genauso schlau wie Jack. Der begleitete uns zwar den gesamten Ausritt \u00fcber, spielte aber eine Art Schattenhasche. Er lief uns ein ganzen St\u00fcck voraus, machte es sich in der K\u00fchle eines Bergschattens breit und wartete, bis wir an ihm vorbeizogen. &#8216;Da seid ihr ja endlich! Was f\u00fcr lahme Enten, pah!&#8217; So oder so \u00e4hnlich dachte Jack mit Sicherheit. Manchmal war ihm aber das Vorauslaufen zu anstrengend und so lief er gem\u00e4chlich im Schatten der Pferde mit uns mit. Stephanie erz\u00e4hlte, dass es bei aufkommender M\u00fcdigkeit sogar soweit kommt, dass Jack den Pferdetrupp zum Anhalten zwingt, indem er sich ihnen mitten in den Weg setzt. Das macht er so lange, bis er aufs Pferd aufsteigen darf, auf dem er sich dann wie ein nasser Sack h\u00e4ngen l\u00e4\u00dft. Man stelle sich dazu den Reiter auf dem Sattel vor und Jack hinter ihm, die Vorderl\u00e4ufe auf der rechten Seite des Pferdes, die Hinterl\u00e4ufe auf der link<br \/>\nen herunterh\u00e4ngend. Ein urkomisches Bild, dass mich sicher vor Lachen vom Pferd fallen lie\u00dfe, w\u00fcrde ich diesem Ereignis pers\u00f6nlich beiwohnen.<\/p>\n<div style=\"text-align: center\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_valle_muerte\/IMG_1126.JPG\" title=\"as fast as they were gallopping down the hill - a western film is nothing compared to it\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_valle_muerte\/cache\/IMG_1126.JPG-nggid043451-ngg0dyn-300x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"as fast as they were gallopping down the hill - a western film is nothing compared to it\" title=\"as fast as they were gallopping down the hill - a western film is nothing compared to it\" \/><\/a>\t\n\n<p><\/div>\n<p>Wir stiegen wieder auf und als wir lostrabten kam mit vollem Schwung die andere Reitgruppe angebraust. Die Reiter schwangen ihre F\u00fc\u00dfe in die Pferdeleiber, was die Tiere zu ungeahnten Geschwindigkeiten bewegte. Dazu pfiffen und jauchzten die Reiter lautstark, so dass man annehmen konnte, wir w\u00e4ren in einem Wildwesternfilm gelandet. Es war schon faszinierend, wie der W\u00fcstensand aufstob, als sie sich galoppierend den Hang hinunterbewegten. Wir h\u00e4tten das gerne nachgemacht, waren aber gleichzeitig froh, nicht unter ihnen zu sein. Wir \u00fcbten uns mit unseren knapp zweist\u00fcndigen Reitanf\u00e4ngerk\u00fcnsten lieber im Trab und glitten sanft und langsam den Hang hinab. <\/p>\n<div style=\"text-align: center\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_valle_muerte\/IMG_1109.JPG\" title=\" \" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_valle_muerte\/cache\/IMG_1109.JPG-nggid043442-ngg0dyn-300x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"IMG_1109\" title=\"IMG_1109\" \/><\/a>\t\n\n<p><\/div>\n<p>Der Weg zur\u00fcck war weitaus schneller als der Hinweg. &#8220;Die Pferde wissen, dass es Heim geht und dort Wasser und Heu auf sie wartet&#8221;, erkl\u00e4rte Stephanie. R\u00fcckzu br\u00e4uchten sie kaum gelenkt zu werden, denn sie kannten den Weg gut. Die \u00dcberwindung von Steigungen war nicht die leichteste Aufgabe f\u00fcr die Pferde. Sie str\u00e4uben sich vor dieser Arbeit. In solchen Momenten ben\u00f6tigten wir Stephanies Movitation, um sie entsprechend anzutreiben, denn wir behandelten sie eher wie kostbare Porzellantassen. Mein Pferd liebte es zu resignieren. Es dachte wohl, ich w\u00fcrde es mir noch einmal anders \u00fcberlegen. Nichts da! Mit Stephanies Zuspruch und der \u00dcberwindung, ein wenig fester in den Leib meines Hengstes zu treten, erklommen wir schlie\u00dflich die notwendigen Gipfel. Hinunter war um einiges leichter f\u00fcr das Pferd, doch f\u00fcr uns noch reichlich ungew\u00f6hnlich. W\u00e4ren da keine Steigb\u00fcgel gewesen, h\u00e4tten wir sicher einer Rutschpartie \u00fcber die K\u00f6pfe der Pferde hinweg beigewohnt. Die letzten Meter bis zur Ranch sehnten auch wir uns herbei, denn uns taten nach diesem sanften Ausritt geh\u00f6rig die Hintern weh. &#8220;Mit der Zeit bildet sich eine entsprechende Hornhaut am Hintern, man sp\u00fcrt es also irgendwann nicht mehr&#8221;, meinte Stephanie triumphierend. Wie viele Reitstunden w\u00fcrden wir wohl f\u00fcr die Bildung einer solchen Schicht an unseren Allerwertesten ben\u00f6tigten?<\/p>\n<div style=\"text-align: center\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_valle_muerte\/IMG_1116.JPG\" title=\"saving my face, especially nose, from being burned - I felt like a real cowboy!\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/san_pedro_valle_muerte\/cache\/IMG_1116.JPG-nggid043445-ngg0dyn-300x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"saving my face, especially nose, from being burned - I felt like a real cowboy!\" title=\"saving my face, especially nose, from being burned - I felt like a real cowboy!\" \/><\/a>\t\n\n<p><\/div>\n<p>Zur\u00fcck auf der Ranch fanden wir Juan in der K\u00fcche vor. Hier kam dann die <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/followtheroad.com\/de\/kein-schritt-zuruck\/\">Episode mit der Waschmaschine<\/a>, die wohl zus\u00e4tzlich zu Juan&#8217;s unerkl\u00e4rlichem Stimmungswandel beigetragen hatte. W\u00e4hrend wir die versprochenen Eierkuchen (Pfannkuchen) zubereiteten, bekam Stephanie das ganze Ausma\u00df von Juan&#8217;s schlechter Laune zu sp\u00fcren. Die Luft brannte, doch da Juan nicht mit der Sprache herausr\u00fcckte, waren Stephanie die H\u00e4nde gebunden. Juan \u00e4nderte seine Meinung, alleine auf den abendlichen Ausritt zu gehen, innerhalb k\u00fcrzester Zeit. Stephanie war also gezwungen, die Pferde f\u00fcr den Ausritt fertig zu machen. Wie sie das wohl meisterte? Kurz vor Stephanies Ausritt schafften wir es gl\u00fccklicherweise, uns ausgiebig an den selbstgemachten Eierkuchen mit Fr\u00fcchten, Marmelade und sogar fl\u00fcssiger Schokolade zu laben. Stephanie begann diese abendliche Tour also zumindest mit einem wohlgef\u00fcllten Magen.<\/p>\n<p>Der Vollmond stand in einem bezaubernden Glanz \u00fcber San Pedro, als wir gegen 18Uhr in Stephanies Haus einkehrten. Wir erledigten unsere Eink\u00e4ufe und w\u00e4hrend wir auf der Stra\u00dfe \u00fcberlegten, sahen wir Juan in einem der L\u00e4den stehen. Wie konnte das sein? War der Ausritt etwa schon vorbei? Wo war dann Stephanie? Wir hatten wenig Lust, mit Juan zu kommunizieren und so begn\u00fcgten wir uns mit der Erkl\u00e4rung, dass Stephanie wahrscheinlich noch die Pferde im Stall versorgte.<\/p>\n<p>Bei Stephanies R\u00fcckkehr erfuhren wir jedoch die ganze Wahrheit. Juan war eine halbe Stunde nach Beginn des Ausritts zur Stadt zur\u00fcckgekehrt, weil es ihm angeblich zu kalt war. Das es Stephanie mit ihrem d\u00fcnnen J\u00e4ckchen nicht anders erging, interessierte ihn wenig. Sie bat Juan also nur darum, seinen Umhang an sie abzutreten und vergn\u00fcgte sich allein mit der englischen Reisegruppe. Juan war schon ein komischer Kauz, doch diese Anf\u00e4lle lie\u00dfen Stephanie nicht auf die Palme gehen. Am n\u00e4chsten Tag schien alles wieder in Butter. Der Teufel, der ihm wohl w\u00e4hrend der letzten Tage geritten hatte, schien erfolgreich ausgetrieben und auf die Ranch kehrte wieder Harmonie zur\u00fcck.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Endlich war der Tag gekommen. Augustas hatte seit Wochen von einem Reitausflug in die Atacama-W\u00fcste getr\u00e4umt. Als er das Webseiten-Projekt mit &nbsp;Atacama Horse Adventures in San Pedro an Land gezogen hatte, erw\u00e4hnte er einige Male, wie sch\u00f6n es doch w\u00e4re, wenn wir f\u00fcr den Lohn der Arbeit einen Reitausflug geschenkt bek\u00e4men. 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