{"id":370,"date":"2007-08-22T00:00:00","date_gmt":"2007-08-21T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/followtheroad.com\/de\/der-weg-ist-das-ziel\/"},"modified":"2007-08-22T00:00:00","modified_gmt":"2007-08-21T22:00:00","slug":"der-weg-ist-das-ziel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/der-weg-ist-das-ziel\/","title":{"rendered":"Der Weg ist das Ziel (Juni 12 &#8211; 14)"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-caption alignleft\" style=\"width: 110px;\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2007\/2007_venezuela\/monagas\/IMG_4740.JPG\" title=\"armadillo boiled, ready to eat\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2007\/2007_venezuela\/monagas\/cache\/IMG_4740.JPG-nggid041714-ngg0dyn-100x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"armadillo boiled, ready to eat\" title=\"armadillo boiled, ready to eat\" \/><\/a>\t\n<p class=\"wp-caption-text\">armadillo boiled, ready to eat<\/p><\/div>\n\n<p>Zur\u00fcck in der normalen Welt fanden wir uns bald im Dorf El Guacharo wieder. Wir waren ausgesprochen faul nach dem Besuch der H\u00f6hle und trampten nur mit halber Kraft. Hungrig waren wir au\u00dferdem, doch scheinbar nicht genug, denn wir bewegten unsere K\u00f6rper keinen Zentimeter in Richtung eines Lebensmittelladens. Wir warteten also. Da zog pl\u00f6tzlich Regen auf und wir stellten uns in der naheliegenden Haltestelle unter. Es regnete viel zu stark zum Trampen, doch wir sprangen abwechselnd aus der \u00dcberdachung hervor und hielten unseren Daumen hoch. Wir hatten Gl\u00fcck. Ein Anwalt aus Maturin, der an der Universit\u00e4t auch als Lehrkraft t\u00e4tig ist, \u00f6ffnete seine Autot\u00fcren f\u00fcr uns. Wir verstauten flux unser Gep\u00e4ck und drin sassen wir in der guten &#8220;Stube&#8221;. Keine 500 Meter weiter, als wir um die Ecke gebogen waren, tauchten massenhaft Obst- und Gem\u00fcsest\u00e4nde vor uns auf. H\u00e4tten wir das mal gewu\u00dft! Seufz. Unsere M\u00e4gen knurrten um so lauter, da wir ja kurz nach dem Einsteigen den Fahrer schlecht zum Anhalten bewegen konnten. Wir akzeptierten unser Schicksal und konzentrierten uns lieber auf die Kommunikation mit unserem Fahrer. Der Anwalt stellte uns allerhand Fragen und erz\u00e4hlte viel \u00fcber seine Kultur und sein Leben. Er war, ungew\u00f6hnlich f\u00fcr Venezuelaner, 25 Jahre lang Vegetarier. Seit einigen Jahren l\u00e4\u00dft er sich aber ab und zu auch zu einem Grillh\u00e4hnchen hinrei\u00dfen. Der Fahrer schien zu ahnen, dass wir hungrig waren, denn er hielt alsbald an, um uns einige leckere Arepas zu kaufen. Ach, k\u00f6stlich!<\/p>\n<p>In Maturin angekommen, lie\u00df uns der Anwalt direkt an einer Tankstelle heraus, die bereits am Ende der Stadt lag, so dass wir problemlos weitertrampen konnten. Die Strasse litt eindeutig an \u00fcberm\u00e4\u00dfigem Verkehr, so dass uns zwar die Arme fast abfielen, aber keine Autos anhielten. Und dann brach auch noch aus heiterem Himmel ein f\u00fcrchterlicher, monsunartiger Regen auf uns ein. Wir suchten also fluchtartig Unterschlupf im naheliegenden Tankstellenimbiss. <\/p>\n<p>Dort versammelte sich jeder, der in der N\u00e4he der Tankstelle unterwegs war. Unter anderem zwei kleine M\u00e4dchen, die zuvor Mobiltelefone verliehen hatten. Dies ist ein gew\u00f6hnlicher Service in Venezuela. Man kann einfach auf die Strasse gehen und, insofern vorhanden, die Mobiltelefone von einer anderen Person benutzen. Im Normalfall besitzt die Person 3-4 Telefone, die sie verleiht und nach Minutenpreis abrechnet. Eine wirklich praktische und billige Erfindung. Wir hatten die zwei M\u00e4dchen bereits von dem Imbiss aus beobachtet, da sie ihr gesamtes Hab und Gut w\u00e4hrend des str\u00f6menden Regens einpacken mussten. Als sie endlich alles verstaut hatten, waren sie bereits pitschnass und liefen dann mit triefenden Sachen in Richtung Imbiss. Die M\u00e4dchen schienen vor Ort bekannt zu sein, denn sie unterhielten sich sofort angeregt mit den Ladenbesitzern und einigen umherstehenden Personen. Irgendwann traten sie auch an uns heran. Eine der M\u00e4dchen fragte, &#8220;Seid ihr Hippies?&#8221; Wir schmunzelten. &#8220;Auf eine gewisse Art schon.&#8221; Wir kamen ein wenig ins Gespr\u00e4ch und erfuhren, dass die \u00e4ltere Schwester des einen M\u00e4dchens ein Hippie war. Doch im Gegensatz zu uns reist ihre Schwester nur durch Venezuela. Als der Regen aufh\u00f6rte und wir uns wieder zum Trampen aufmachen wollten, \u00fcbergaben uns die M\u00e4dchen eine Tasche f\u00fcr ein Mobiltelefon, die einem kleinen B\u00e4ren vorne dran hatte. Wir waren ger\u00fchrt. Wir gaben den Kindern unsere kleinen K\u00e4rtchen und verabschiedeten uns. <\/p>\n<div class=\"wp-caption alignleft\" style=\"width: 110px;\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2007\/2007_venezuela\/monagas\/IMG_4733.JPG\" title=\"two agricultural guys brought us to their farm, and let us spend a night there\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2007\/2007_venezuela\/monagas\/cache\/IMG_4733.JPG-nggid041710-ngg0dyn-100x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"two agricultural guys brought us to their farm, and let us spend a night there\" title=\"two agricultural guys brought us to their farm, and let us spend a night there\" \/><\/a>\t\n<p class=\"wp-caption-text\">two agricultural guys brought us to their farm, and let us spend a night there<\/p><\/div>\n\n<p>Endlich hielten zwei junge Herren an, die auf dem Weg zu ihrer Farm in El Silencio waren. Wir erkl\u00e4rten, dass wir einen Platz zum Zelten suchten. Sie luden uns auf ihre Farm ein, die vier Kilometer von der Hauptstrasse entfernt lag. Da zwischen der Farm und der Strasse kein Verkehr herrschte, bedeutete dass zu Fuss durch sandige Wege zu laufen. Wir gr\u00fcbelten, akzeptierten aber das Angebot. Kurz vor unserer Ankunft kam dem Fahrer aber noch eine andere Idee. Direkt an der Hauptstrasse, wo der Weg zu deren Farm f\u00fchrte, befand sich eine Art Kiosk. Dort wohnte ein Freund von ihm, der uns sicher gleich dort \u00fcbernachten lie\u00dfe. Damit w\u00fcrden wir uns am Morgen die vier Kilometer nicht ganz einfachen Fussweg sparen. Wir waren gespannt. Als wir schliesslich ankamen, war uns klar, dass wir nicht draussen zelten konnten. Durch die vielen Mangob\u00e4ume und die auf dem ganzen Boden verstreuten Mangos, wimmelte es \u00fcberall von roten Ameisen. Mit denen hatten wir bereits zuvor auf unserer Reise reichlich Bekanntschaft gemacht, wollten also eine erneute Konfrontation lieber nicht riskieren. Da wurde uns ein Geb\u00e4ude angeboten, dass einen leeren, wenn auch dreckigen Raum hatte. Das Geb\u00e4ude war wohl mal ein Haus, dass aber seit langer Zeit leer stehen musste. Drinnen roch es ein wenig nach Urin und war ausgesprochen warm. Der Raum, der uns zum schlafen angeboten wurde, schien auf den ersten Blick akzeptabel. Der einzige Nachteil war, dass die T\u00fcr nachts geschlossen werden musste, da sie zur Strasse zeigte. Da der Raum sonst keine Fenster hatte, wirkte das nicht gerade einladend. Trotzdem nahmen wir an, einfach aus dem vern\u00fcnftigen Gedanken heraus, dass wir am Morgen weniger Probleme haben w\u00fcrden. Unsere Gef\u00fchle sprachen sich aber eindeutig f\u00fcr die Farm aus, nur leider erz\u00e4hlten wir uns das gegenseitig nicht.<\/p>\n<p>Wir lie\u00dfen unsere Rucks\u00e4cke im Kiosk und wurden von unseren Fahrern zum etwas weiter entfernten Lebensmittelladen gefahren. Wir vereinbarten uns entweder dort oder zur\u00fcck am Kiosk wiederzusehen. Das Angebot an brauchbaren Lebensmitteln war sp\u00e4rlich, doch fanden wir etwas zum Magen stillen. Wir trampten zur\u00fcck und wurden uns erst jetzt \u00fcber das Ausma\u00df unserer Entscheidung, an der Hauptstrasse zu bleiben, wirklich bewusst. Wir traten erneut in das Geb\u00e4ude, doch stank es st\u00e4rker als bei unserem ersten Besuch. Wir erkundeten auch den anderen Raum, der voller M\u00fcll und verrosteten Gegenst\u00e4nden stand. Eine Hintert\u00fcr gab es nicht, es konnte also jeder hinein- und herausspazieren. Die Au\u00dfentoilette war nicht \u00fcberdacht und hatte kein Wasser. Auch sonst schien es unm\u00f6glich, dort an Wasser heranzukommen. Wir wollten dort nicht bleiben und so beschlossen wir uns an den Weg zur Farm zu setzen und auf unsere Fahrer zu warten. Wir mussten viel Geduld haben, doch letztlich tauchten sie wieder auf. &#8220;Ihr habt verdammtes Gl\u00fcck, dass wir diesen Weg gew\u00e4hlt haben&#8221;, \u00e4u\u00dferte unser Fahrer, als wir ihm unsere Entscheidung f\u00fcr die Farm mitteilten. &#8220;Wir w\u00e4ren fast den anderen Weg gefahren.&#8221; Puh, da hatten wir wohl wirklich Gl\u00fcck gehabt. Die Einladung zur Farm stand auch noch, so dass wir gl\u00fccklich mit unseren Fahrern mitzogen.<\/p>\n<div class=\"wp-caption alignleft\" style=\"width: 110px;\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2007\/2007_venezuela\/monagas\/IMG_4750.JPG\" title=\"send it to Radio Maturyn...?\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2007\/2007_venezuela\/monagas\/cache\/IMG_4750.JPG-nggid041717-ngg0dyn-100x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"send it to Radio Maturyn...?\" title=\"send it to Radio Maturyn...?\" \/><\/a>\t\n<p class=\"wp-caption-text\">send it to Radio Maturyn...?<\/p><\/div>\n\n<p>Auf der Farm lernten wir zwei nette Arbeiter kennen. Der Koch bereitete uns sofort ein gen\u00fcssliches Abendessen mit Reis und Kochbananen zu. Wir genossen ein ausgedehntes Schw\u00e4tzchen mit den Herren und nutzen dann die Gelegenheit, endlich einmal wieder eine Dusche zu sp\u00fcren zu bekommen. Obwohl die eiskalt war, f\u00fchlte es sich dennoch erl\u00f6send an, die drei Tage alte, klebrige Masse von unseren K\u00f6rpern endlich hinuntersp\u00fclen zu k\u00f6nnen. Wir durften unter einem Dach zelten, was uns definitiv vor hereinbrechenden Regen bewahren w\u00fcrde. Bevor wir zu Bett gingen, beobachteten wir noch f\u00fcr eine Weile den hofeigenen Pfau, der sich zum Schlafen auf einer haushohen Strange niedergelassen hatte. Einzigartig elegant dieser Gentleman.<\/p>\n<div class=\"wp-caption alignright\" style=\"width: 110px;\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2007\/2007_venezuela\/monagas\/IMG_4741.JPG\" title=\"a great team\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2007\/2007_venezuela\/monagas\/cache\/IMG_4741.JPG-nggid041715-ngg0dyn-100x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"a great team\" title=\"a great team\" \/><\/a>\t\n<p class=\"wp-caption-text\">a great team<\/p><\/div>\n\n<p>Am Morgen wurden wir gleich wieder bekocht und zwar mit Nudeln und Yucca, einem kartoffel\u00e4hnlichem Wurzelgem\u00fcse. Wieder hatten wir Gl\u00fcck, denn als wir uns fast aufmachen wollten, die vier Kilometer bis zur Hauptstrasse zu Fuss anzutreten, kam ein Paar mit ihrem Pick-Up angerollt. Sie waren dabei, einen kaputten Motor abzuholen und nahmen uns freundlicherweise direkt bis zur Hauptstrasse mit. Dem nicht genug, liessen sie uns erst an einer Tankstelle heraus,<br \/>\nan der wir problemlos unseren n\u00e4chsten Lift bekamen.<\/p>\n<div class=\"wp-caption alignleft\" style=\"width: 110px;\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2007\/2007_venezuela\/monagas\/IMG_4754.JPG\" title=\"Katja's comfy seat\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2007\/2007_venezuela\/monagas\/cache\/IMG_4754.JPG-nggid041719-ngg0dyn-100x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"Katja's comfy seat\" title=\"Katja's comfy seat\" \/><\/a>\t\n<p class=\"wp-caption-text\">Katja's comfy seat<\/p><\/div>\n\n<p>Wir setzten unseren Weg in einem klapprigen, verrosteten LKW fort. Sitzen musste ich auf dem Rucksack des Fahrers direkt hinter dem Fahrersitz, da es nur einen Beifahrersitz gab und ich mir sonst den Hintern auf dem Boden verbrannt h\u00e4tte. Darunter befand sich n\u00e4mlich der Motor. Wir brummelten so dahin, bis pl\u00f6tzlich Wasserfontainen vom Himmel fielen. Wie von uns gew\u00fcnscht, h\u00f6rte der Blitzregen aber kurz vorm Aussteigen in Chaguaramas wieder auf. Der Fahrer versuchte uns zu helfen, einen anderen LKW direkt bis zur Ciudad Bolivar zu finden. Er kannte einige Leute vor Ort und liess uns letztlich mit einem seiner Freunde stehen, der eigentlich gar keinen Platz in seinem Wagen hatte. Das Fahrerhaus war super klein und neben einem winzigen Beifahrersitz gab es kaum noch Platz zum Atmen. Trotzdem schafften wir es auf unerkl\u00e4rliche Weise Augustas riesigen Rucksack, uns zwei und den kleinen Tagesrucksack neben dem Fahrer zu platzieren. Mein Rucksack wanderte derweil in eine metallene Box, die sich an der Unterseite des Anh\u00e4ngers befand. <\/p>\n<div class=\"wp-caption alignright\" style=\"width: 110px;\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2007\/2007_venezuela\/monagas\/IMG_4770.JPG\" title=\"that is what dropped our speed\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2007\/2007_venezuela\/monagas\/cache\/IMG_4770.JPG-nggid041726-ngg0dyn-100x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"that is what dropped our speed\" title=\"that is what dropped our speed\" \/><\/a>\t\n<p class=\"wp-caption-text\">that is what dropped our speed<\/p><\/div>\n\n<p>Der Transporter war bis oben voll mit Baumst\u00e4mmen beladen. Um ihn in Gang zu setzten, musste unser Fahrer beruhigend auf das Gef\u00e4hrt einsprechen. Als wir endlich zum Rollen ansetzten, schafften wir es gar auf ganze 40 km\/h. Unser Fahrer w\u00fcrde den &#8220;k\u00fcrzeren&#8221; Weg nehmen, der nicht an der Hauptstrasse entlangf\u00fchrt. Der Grund lag darin, dass es entlang der Hauptstrasse viel weiter w\u00e4re. Knapp einen Kilometer nachdem wir in unsere &#8220;Abk\u00fcrzung&#8221; eingebogen waren, fanden wir uns umgeben von Tannenb\u00e4umen wieder. Der Boden bestand aus Sand und forderte unseren Fahrer mit wegbreiten, regenwassergef\u00fcllten L\u00f6chern heraus. Wir humpelten mittlerweile mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 9km\/h mitten durch den Wald. Von einem St\u00fcck schlechter Strasse bogen wir in die n\u00e4chste ein, und der uns umgebende Forstbestand wuchs beachtlich. Wir schl\u00e4ngelten uns teilweise auch direkt durch die B\u00fcsche hindurch, dort, wo das Wort Strasse wirklich fehl am Platze war. Ob das wirklich eine Abk\u00fcrzung war? Ich war mir da nicht mehr sicher. Aber es st\u00f6rte mich keineswegs, im Gegenteil. Ich genoss die abenteuerlich-ungew\u00f6hnliche Fahrt mitten durch den Wald und beobachtete mit einer Riesenfreude die Schmetterlingsschw\u00e4rme, die durch unser Auftauchen ihre Treffpunkte mitten auf der Strasse f\u00fcr kurze Zeit verlassen mussten. Was ich gar nicht so rosig fand war, dass mein Rucksack in der metallenen Box, die n\u00e4her als alles andere am Fussboden lag, wahrscheinlich bereits im Dreckwasser schwamm. Wie sollte so eine metallene Box auch diese schlammig-w\u00e4ssrige Masse abhalten? Der Fahrer beruhigte uns, doch blieb ich skeptisch, da bei Durchqueren einer Pf\u00fctze, dass Wasser fast ins Beifahrerfenster hineinspritzte.<\/p>\n<div class=\"wp-caption alignleft\" style=\"width: 110px;\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2007\/2007_venezuela\/monagas\/IMG_4766.JPG\" title=\"changing cars to make our arrival happen faster\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2007\/2007_venezuela\/monagas\/cache\/IMG_4766.JPG-nggid041723-ngg0dyn-100x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"changing cars to make our arrival happen faster\" title=\"changing cars to make our arrival happen faster\" \/><\/a>\t\n<p class=\"wp-caption-text\">changing cars to make our arrival happen faster<\/p><\/div>\n\n<p>Wir tuckelten so vor uns hin bis irgendwann im R\u00fcckspiegel der Kollege unserer Fahrers auftauchte. Es schien, als ob die Beiden versuchten, um die Wette zu fahren. Unser Fahrer konnte aber mit dem Tempo des roten LKW nicht mithalten und liess ihn irgendwann an uns vorbeiziehen. Pl\u00f6tzlich hielt der rote LKW an und auch unser Fahrer brachte sein Schwergewicht zum Stillstand. Innerhalb von wenigen Zehntel-Sekunden verstanden wir, warum es pl\u00f6tzlich leise um die riesigen Motoren wurde. Es galt unseren Fahrer und somit auch das Gef\u00e4hrt zu wechseln. Im Eilzugtempo r\u00e4umten wir unsere Rucks\u00e4cke in den anderen Transporter und setzten die Fahrt mit dem<\/p>\n<div class=\"wp-caption alignright\" style=\"width: 110px;\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2007\/2007_venezuela\/monagas\/IMG_4767.JPG\" title=\"that's how you see clear\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2007\/2007_venezuela\/monagas\/cache\/IMG_4767.JPG-nggid041724-ngg0dyn-100x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"that's how you see clear\" title=\"that's how you see clear\" \/><\/a>\t\n<p class=\"wp-caption-text\">that's how you see clear<\/p><\/div>\n\n<p> schnelleren Kollegen fort. Dort hatten wir auch viel mehr Platz. Ich machte mich gemeinsam mit den Rucks\u00e4cken auf der Liege breit, w\u00e4hrend Augustas seinen K\u00f6rper gen\u00fcsslich in den Beifahrersitz fielen lie\u00df. Wir waren jetzt zwar schneller, sahen aber weit weniger. Die gesamte Frontscheibe war mit Rissen verziert, die kunstvoll mit einer leimartigen Masse zusammengehalten wurden.<\/p>\n<p>Am sp\u00e4ten Nachmittag kamen wir schlie\u00dflich in Soledad an. Das liegt genau auf der gegen\u00fcberliegenden Seite des Flusses von der Ciudad Bolivar. Wir dachten dort die Nacht zu verbringen, da es ein kleinerer Ort als Ciudad Bolivar und somit sicher einfacher war, einen geeigneten Zeltplatz zu finden. Augustas war sich au\u00dferdem nicht schl\u00fcssig, ob er wirklich die Stadt Bolivar besichtigen wollte. Ich freute mich schon seit Tagen darauf, aber Augustas mit seinen &#8220;aber wo sollen wir denn schlafen&#8221; Fragen legte sich wie ein Schatten auf meine Vorfreude. <\/p>\n<p>Kaum ausgestiegen, fragten wir auch gleich an einem Lebensmittelladen, wo wir ein Internetcafe finden k\u00f6nnten. Die Verk\u00e4uferin entgegnete daraufhin, &#8220;ihr wollt mit dem ganzen Gep\u00e4ck hier in Soledad durch die Strassen laufen? Ihr geht nirgendwohin! Die werden euch \u00fcberfallen, ausrauben und vielleicht auch umbringen! Ihr bleibt hier und steigt in das n\u00e4chste Taxi, dass euch direkt bis zur Ciudad Bolivar bringen wird. Dort seid ihr sicher.&#8221; Hatten wir gerade ein Brett vors Gesicht bekommen? So f\u00fchlten wir uns jedenfalls. Mit noch offen M\u00fcndern dastehend, kam auch prompt ein Taxi angefahren. Die Verk\u00e4uferin kannte den Knaben und auch die anderen Umherstehenden dr\u00e4ngten uns zum sofortigen Einstieg. Wir schoben wie Roboter Augustas Rucksack in den Kofferraum und quetschten uns mit dem Meinigen vorn ins Auto. Plautz, die T\u00fcr war zu. Ehe wir uns versehen konnten, hatten wir bereits die Br\u00fccke erreicht, die Soledad mit der Ciudad Bolivar verbindet. Der Fahrer hielt kurz an und nach all den Hiobsbotschaften dachte ich schon, dass wir wohl jetzt unser Hab und Gut loswerden w\u00fcrden. Doch das Anhalten hatte einen anderen Grund. Der Regen wurde immer st\u00e4rker und auf der linken Seite der R\u00fcckbank fehlte ein kleines Fenster, was der Fahrer flux mechanisch einsetzte. Weiter ging es und innerhalb von 15 Minuten fanden wir uns am Zentralen Busbahnhof in der Ciudad Bolivar wieder. Und was nun?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur\u00fcck in der normalen Welt fanden wir uns bald im Dorf El Guacharo wieder. Wir waren ausgesprochen faul nach dem Besuch der H\u00f6hle und trampten nur mit halber Kraft. Hungrig waren wir au\u00dferdem, doch scheinbar nicht genug, denn wir bewegten unsere K\u00f6rper keinen Zentimeter in Richtung eines Lebensmittelladens. Wir warteten also. Da zog pl\u00f6tzlich Regen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":false,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"enabled":false},"version":2}},"categories":[43],"tags":[],"class_list":["post-370","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-venezuela"],"aioseo_notices":[],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/370","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=370"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/370\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=370"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=370"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=370"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}