{"id":359,"date":"2007-09-01T00:00:00","date_gmt":"2007-08-31T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/followtheroad.com\/de\/cuenca-verkehrsknotenpunkt-beruhmter-tramper\/"},"modified":"2007-09-01T00:00:00","modified_gmt":"2007-08-31T22:00:00","slug":"cuenca-verkehrsknotenpunkt-beruhmter-tramper","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/cuenca-verkehrsknotenpunkt-beruhmter-tramper\/","title":{"rendered":"Cuenca &#8211; Verkehrsknotenpunkt ber\u00fchmter Tramper"},"content":{"rendered":"<p>Agnese &#8211; ein Traveller aus Lettland, ist recht bekannt in der Gemeinschaft der Tramper. Sie ist erst vor kurzem 27 Jahre alt geworden, hat bereits zwei Studien abgeschlossen &#8211; Musik und Wirtschaft, spielt mit unwahrscheinlicher Leichtigkeit die verschiedensten Musikinstrumente, hat noch nie in ihrem Leben gearbeitet und hat bereits etliche L\u00e4nder dieser Welt bereist &#8211; die meisten davon per Anhalter. Auf diese Weise ist sie allein durch den Mittleren Osten, Griechenland und Lateinamerika gereist &#8211; nicht gerade einfache L\u00e4nder f\u00fcr eine alleinreisende, junge Frau&#8230;ihr versteht mich schon. Vor zwei Jahren ist Agnese durch die gesamten L\u00e4nder Zentralamerikas getrampt und kam letzten Herbst (2006) f\u00fcr einen weiteren Besuch zur\u00fcck nach Mexiko. Im Januar floh sie regelrecht nach Ekuador, denn sie langweilte sich zutiefst. Mittlerweile hat Agnese bereits ein halbes Jahr in Ekuador verbracht &#8211; das Maximum f\u00fcr jeden Besucher dieses Landes, der kein Visa f\u00fcr einen l\u00e4ngeren Aufenthalt besitzt. Vor einigen Tagen hat sie schlie\u00dflich Peru erreicht.<\/p>\n<p>Kurz bevor sie nach Peru entschwand, schafften wir es nach einer einj\u00e4hrigen &#8220;Jagd&#8221; endlich Agnese in Cuenca zu treffen. Wir waren letztes Jahr zur gleichen Zeit am gleichen Ort, und zwar in Mexico City, doch sind wir uns wie durch ein Wunder nicht \u00fcber den Weg gelaufen. Wir blieben die ganze Zeit \u00fcber in Kontakt und nun haben wir es endlich geschafft Angese wiederzusehen. Sie kam zu einen Besuch in unsere neue Wohnung in Cuenca und blieb f\u00fcr ein paar Tage. W\u00e4hrend dieser Zeit hat sie uns dramatische Geschichten \u00fcber das Schlafen auf Parkb\u00e4nken, unglaublich geschickt eingef\u00e4delte Diebst\u00e4hle und einige unerw\u00fcnschte Ann\u00e4herungen von M\u00e4nnern erz\u00e4hlt. <\/p>\n<p>Vor zwei Monaten erfuhr sie den gr\u00f6\u00dften Diebstahl ihres Reiselebens. Agnese erz\u00e4hlte uns, dass sie sich bei ihrer Ankunft in Ekuador sicherer als nie zuvor gef\u00fchlt hatte (abgesehen von Europa). Sie sprach von Ekuador wie von einem Paradies, unschuldig, friedfertig, wundersch\u00f6n, bis zu diesem entscheidenden Tag, an dem sie an einer Bushaltestelle in Quito (die Hauptstadt Ekuadors) mitsamt ihrem Gep\u00e4ck auf einen Freund wartete. Da sie diesen Freund kurz anrufen musste und sie mit ihrem Gep\u00e4ck nicht in die nahestehende Telefonzelle (&#8220;Cabinas&#8221;, in den g\u00e4ngigen Telefon-Shops) hineinkam, lie\u00df sie ihren nahezu 30kg schweren, alten Rucksack und eine 25kg schwere, knallrote Reisetasche in der Bushaltestelle zur\u00fcck. Ihr Telefongespr\u00e4ch dauerte genau 40 Sekunden, doch als sie zur\u00fcckkam, war ihre 25kg schwere, auff\u00e4llig rote Reisetasche verschwunden! Niemand hatte etwas gesehen oder geh\u00f6rt. Jeder spielte den Unschuldigen, doch die Tasche war weg. Um die Wahrheit zu sagen, als wir zum ersten Mal von diesem Ungl\u00fcck h\u00f6rten, dachten wir, dass ihr gesamtes Hab und Gut gestohlen wurde. Wir hatten nie etwas von einem zweiten Gep\u00e4ckst\u00fcck geh\u00f6rt. Ihr alter, sch\u00e4biger Rucksack stand dagegen unangetastet noch in der selben Ecke, in der sie ihn zur\u00fcckgelassen hatte. Agnese konnte es einfach nicht glauben. Wer stiehlt schon eine derma\u00dfen auff\u00e4llige, extrem schwere Tasche? Agnese reiste mit dieser knallroten Reisetasche voller Designerklamotten, Schuhe (vor allem High-heels) und Dingen umher, die sie w\u00e4hrend ihrer Reise geschenkt bekommen hatte. Wir fragten uns nat\u00fcrlich in diesem Moment, was Agnese mit zwei derartig schweren Gep\u00e4ckst\u00fccken beim Trampen verloren hat. Vielleicht war es einfach zu viel f\u00fcr einen Tramper und das Schicksal hat hier f\u00fcr sie entschieden. Wer weiss.<\/p>\n<p>Augustas wusste einige Geschichten zu erz\u00e4hlen, in denen mir klar wurde, dass &#8220;viel zuviele Dinge&#8221; einfach Agneses Stil waren bzw. sind. Sie war seit jeher mit \u00fcberm\u00e4\u00dfig viel Gep\u00e4ck gereist. Einmal trampte sie geradewegs von der Schweiz nach Lettland und hatte neben ihrem ohnehin schwerem Rucksack, ein Video\u00fcberwachungssystem (Kamera einschlie\u00dflich eines kleinen Monitors), dass sie preiswert in einem Gesch\u00e4ft gefunden hatte (doch wer in der Familie braucht so etwas schon?), und obendrei auch noch eine Gitarre bei sich!<\/p>\n<p>Als Agnese hier in Cuenca ankam, hatte sie ihren knapp 30kg schweren, reichlich gebeutelten Rucksack mit, einen Tagesrucksack, in dem sie ein Kopfkissen, eine Decke und andere Geschenke hatte, eine kleine Tasche und ein A3-Karton-Umschlag, in dem sich Zeichnungen eines Freundes befanden, die sie geschenkt bekommen hatte. Ihre Reise geht weiter&#8230; \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Ein weiteres, unerwartetes Aufeinandertreffen mit einem ber\u00fchmten Tramper passierte vor ungef\u00e4hr vier Wochen, als wir noch auf der Suche nach einer Wohnung wahren. Wir hatten das <a href=\"http:\/\/www.couchsurfing.com\/\">www.CouchSurfing.com<\/a> Mitglied <a href=\"http:\/\/www.couchsurfing.com\/people\/benblevins\" target=\"_blank\">Ben<\/a> kontaktiert, der in Checa lebt und dort f\u00fcr zwei Jahre als <a href=\"http:\/\/www.peacecorps.gov\/\" target=\"_blank\">Peace Corps<\/a> Volunteer arbeitet (ein Programm f\u00fcr US B\u00fcrger). Checa is ein kleines Dorf, ungef\u00e4hr 15 km von Cuenca entfernt. Wir dachten, dass dort die Mieten etwas g\u00fcnstiger sind und haben uns deswegen dorthin begeben.<\/p>\n<p>An einem Montag morgen kamen wir in Checa an und in Bens Haus hielten sich zwei weitere Besucher aus den USA auf &#8211; ein Paar, dass zu jenem Zeitpunkt seit 10 Wochen durch S\u00fcdamerika reiste. <\/p>\n<p>&#8211; &#8220;Hallo, wir sind Katja und Augustas&#8221;, erw\u00e4hnten wir zu dem Besucher, der sich in der K\u00fcche aufhielt.<br \/>&#8211; &#8220;Oh, hallo, ich bin <a href=\"http:\/\/www.couchsurfing.com\/people\/bassdrumben\" target=\"_blank\">Ben<\/a>.&#8221;<br \/>&#8211; &#8220;Toll, das scheint das Haus der Bens zu sein ;)&#8221;, meinte Augustas witzelnd.<\/p>\n<p>Wir hatten nicht wirklich viel Zeit, um die Konversation fortzusetzen, da wir mit dem Pr\u00e4sidenten von Checa (das ist der B\u00fcrgermeister des Dorfes) reden wollten. Leider konnte dieser uns aber kein geeignetes Angebot f\u00fcr eine Wohnung machen. Um genau zu sein schien es, als ob die Leute in dem Dorf nicht sehr offen gegen\u00fcber Ausl\u00e4nder waren, zumindest waren sie nicht wirklich bereit, uns bei der Suche nach einer Bleibe zu helfen.<\/p>\n<p>Es war Zeit f\u00fcr uns, nach Cuenca zur\u00fcckzukehren. Ben zeigte uns noch schnell, wo wir den Bus nehmen konnten, als sich Augustas an die MS Office CD (f\u00fcr die Installation auf unseren <a href=\"http:\/\/followtheroad.com\/photos\/ftr\/logo\/ftr-card-front.jpg\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/followtheroad.com\/thumb\/thumb.php?src=..\/photos\/ftr\/logo\/ftr-card-front.jpg&amp;w=100\" align=\"right\" border=\"1\"><\/a>Second-Hand Computern) erinnerte, die er sich von Ben borgen wollte. Wir liefen also gemeinsam zur\u00fcck zu Bens Haus. W\u00e4hrend Ben nach der CD suchte, setzten wir das Gespr\u00e4ch mit dem amerikanischen P\u00e4\u00e4rchen fort. Wir redeten \u00fcber dies und jenes, wie lange wir bereits unterwegs waren, wo wir gewesen sind, was unsere Pl\u00e4ne sind, wann wir zur\u00fcckkommen&#8230;das allgemeine Blabla. Dann erw\u00e4hnten wir etwas vom Trampen. W\u00e4hrend wir durch Kolumbien getrampt waren, hatten sie Peru per Anhalter auf den Kopf gestellt. Dann fanden wir heraus, dass wir alle mit dem polnischen Trampern <a href=\"http:\/\/www.hitchhiketheworld.com\/\" target=\"_blank\">Kinga &amp; Chopin<\/a>, die eine f\u00fcnfj\u00e4hrige Reise durch die Welt gemacht hatten (1998-2003), vertraut waren. Augustas z\u00fcckte daraufhin unsere &#8220;Visiten&#8221;-Karte, wo unsere Namen, unsere Email-Adresse und unsere Website draufstehen. Ben, der amerikanische <a href=\"http:\/\/followtheroad.com\/photos\/ftr\/logo\/ftr-card-back.jpg\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/followtheroad.com\/thumb\/thumb.php?src=..\/photos\/ftr\/logo\/ftr-card-back.jpg&amp;w=100\" align=\"right\" border=\"1\"><\/a>Besucher, schaute sich die Karte an, verzog das Gesicht und meinte, &#8220;Warte mal! &#8230; Ich kenne eure Website. Ich kenne euch Zwei. Ich bin der amerikanische Tramper mit dem Spitznamen bassdrumben&#8221;. &#8220;Ja! Nat\u00fcrlich! Wir kennen dich auch!&#8221; Was f\u00fcr eine \u00dcberraschung. Wir wussten, dass sich Ben (bassdrumben) irgendwo in der N\u00e4he aufhielt, weil Kinga&#8217;s K\u00fcnstlerfreundin Katy [ <a href=\"http:\/\/www.katwise.com\/\">www.katwise.com<\/a> ] uns erz\u00e4hlt hatte, dass er sich zusammen mit seiner Freundin in S\u00fcdamerika aufhielt. Wir konnten es nicht glauben. Wir k\u00f6nnten es als &#8220;reinen Zufall&#8221; bezeichnen, doch wir wissen, dass es keine Zuf\u00e4lle im Leben gibt. Alles passiert aus einem bestimmten Grund.<\/p>\n<p>[im Bild: bassdrumBen neben Katja und Gastgeber Ben mit einer Tasse in der Hand]<\/p>\n<p align=\"center\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2007\/2007_ecuador\/cuenca\/meetings\/IMG_6061.JPG\" title=\"Naoma, 2 x Ben, and us in Checa during an accidental history meeting of hitchhikers\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2007\/2007_ecuador\/cuenca\/meetings\/cache\/IMG_6061.JPG-nggid042217-ngg0dyn-200x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"Naoma, 2 x Ben, and us in Checa during an accidental history meeting of hitchhikers\" title=\"Naoma, 2 x Ben, and us in Checa during an accidental history meeting of hitchhikers\" \/><\/a>\t\n\n<p>F\u00fcr die unter euch, die sich f\u00fcr die Reiseberichte (in englisch) von Ben (bassdrumben) interessieren, sind eingeladen seinen Newsletter zu lesen:<br \/><a href=\"http:\/\/groups.yahoo.com\/group\/bassdrumben\/\">http:\/\/groups.yahoo.com\/group\/bassdrumben\/<\/a><br \/>(Ben ist ein Tramper, der den suedlichsten Punkt der Erde damit erreicht hat; mehr Informationen dazu <a href=\"http:\/\/www.autostop.lt\/records.html\" target=\"_blank\">here<\/a><\/p>\n<p>Vor einigen Monaten arbeitete Ben als Ingenieur in einem US Hauptforschungsquartier in der Antarktis. Das Magazin &#8220;Antartic Sun&#8221; hat einen Artikel \u00fcber ihn ver\u00f6ffentlicht:<br \/><a href=\"http:\/\/antarcticsun.usap.gov\/2006-2007\/documents\/10-29-2006_antarcticsun.pdf\">http:\/\/antarcticsun.usap.gov\/2006-2007\/documents\/10-29-2006_antarcticsun.pdf<\/a><br \/>[die letzte Seite des PDF-Dokuments]<\/p>\n<p>\u00dcbrigens, vor einiger Zeit haben ein paar Filmstudenten eine Reportage mit dem Namen &#8220;Wide Open&#8221; (Weit Offen) \u00fcber Ben und seine Reisen durch die USA angefertigt. Hier mehr dazu:<br \/><a href=\"http:\/\/www.wideopenthemovie.com\/\">http:\/\/www.WideOpenTheMovie.com\/<\/a><\/p>\n<p>Um zu einem Ende zu kommen, stellt euch einmal vor, wir geh\u00f6ren auch zu den &#8220;gro\u00dfen Trampern&#8221; auf dieser Liste. Am Ende k\u00f6nnten wir behaupten, dass Cuenca der Verkehrsknotenpunkt f\u00fcr ber\u00fchmte Tramper ist, nicht wahr? Wer wird wohl der N\u00e4chste sein, der unseren Weg hier kreuzt&#8230;? \ud83d\ude09<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Agnese &#8211; ein Traveller aus Lettland, ist recht bekannt in der Gemeinschaft der Tramper. Sie ist erst vor kurzem 27 Jahre alt geworden, hat bereits zwei Studien abgeschlossen &#8211; Musik und Wirtschaft, spielt mit unwahrscheinlicher Leichtigkeit die verschiedensten Musikinstrumente, hat noch nie in ihrem Leben gearbeitet und hat bereits etliche L\u00e4nder dieser Welt bereist &#8211; [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":false,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"enabled":false},"version":2}},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-359","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-ecuador"],"aioseo_notices":[],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/359","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=359"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/359\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=359"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=359"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=359"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}