{"id":358,"date":"2007-08-22T00:00:00","date_gmt":"2007-08-21T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/followtheroad.com\/de\/paradiesische-tage\/"},"modified":"2007-08-22T00:00:00","modified_gmt":"2007-08-21T22:00:00","slug":"paradiesische-tage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/paradiesische-tage\/","title":{"rendered":"Paradiesische Tage (Juli 6 &#8211; 11)"},"content":{"rendered":"<p>Wir kamen also ausgeruht im Parque Bolivar an. Fast an jeder Ecke wurden &#8220;Minuten&#8221; angeboten, was soviel hei\u00dft, wie dass Mobiltelefone f\u00fcr Privatgespr\u00e4che ver&#8221;mietet&#8221; werden. Man borgt sich das Telefon aus, telefoniert und wenn man auflegt, begleicht man die Minuten mit dem entsprechenden Tarif. Genauso wie in Venezuela. Das kam uns gelegen, denn wir mussten Nora \u00fcber unsere Ankunft informieren. <\/p>\n<p>Wir warteten gem\u00fctlich auf einer Parkbank. Die Sonne schien, der Park war voller Leben und die Atmosph\u00e4re unbeschreiblich. Wir sahen dem Treiben der Limonadenverk\u00e4ufer zu und beobachteten eine Dame, die in kubanisch-bunter Tracht mit einem grossen Korb voller Fr\u00fcchte auf ihrem Kopf herumschritt. Die Tracht, erfuhren wir sp\u00e4ter, ist typisch f\u00fcr Frauen aus Palenque, Kolumbien. Sie l\u00e4chelte uns zu und fragte, &#8220;Na? Wollt ihr einen Obstsalat?&#8221; Wir dachten zuerst, dass sie einfach nur Fr\u00fcchte verkauft, dass sie aber direkt auf der Strasse einen Obstsalat f\u00fcr uns zubereiten k\u00f6nnte, hatten wir nicht erwartet. Leider konnten wir uns den Obstsalat nicht leisten, aber es war eine fantastische Idee. Sp\u00e4ter konnten wir zusehen, wie die gleiche Dame dem Herrn auf der Nachbarbank einen riesigen, saftigen Obstsalat servierte. Uns lief das Wasser im Mund zusammen.<\/p>\n<p>Einmal kam ein Herr auf uns zu, der verwundert unsere Rucks\u00e4cke betrachtete und dann meinte, &#8220;Hotel dort!&#8221;. Dabei zeigte er mit ausgestrecktem Arm in eine bestimmte Richtung. &#8220;Nein danke, brauchen wir nicht.&#8221; Er wiederholte sich glaube ich drei Mal und erg\u00e4nzte jedesmal, &#8220;Tschippitschippitschippi&#8221;, was soviel bedeutete wie &#8220;cheap&#8221; (englisch f\u00fcr &#8220;billig&#8221;). Wir ignorierten ihn irgendwann und er zog von dannen.<\/p>\n<p>Nora holte uns zusammen mit ihrer Freundin Ekna ab. &#8220;Was wollt ihr jetzt machen? Wir dachten an eine Tour durch die Altstadt, ein gutes Mittagessen im Restaurant und anschlie\u00dfend an die Fahrt nach Hause. Wir k\u00f6nnten die Rucks\u00e4cke im Deutschen Kulturinstitut unterstellen, wo Ekna wohnt. Und f\u00fcr das Wochenende dachten wir an eine Fahrt zur Insel Baru, wo wir \u00fcber Nacht bleiben k\u00f6nnen.&#8221; Wir lauschten Nora interessiert zu, erkl\u00e4rten ihr aber, dass wir zu allererst einmal eine Dusche aufsuchen m\u00fcssten, da wir uns reichlich dreckig und stinkig nach drei Tagen ohne Wasserkontakt f\u00fchlten. Sachen wechseln w\u00e4re auch toll und dann k\u00f6nnten wir gerne eine Stadtbesichtigung machen und gemeinsam Essen gehen. Das wir eigentlich keine Lust und Kraft hatten, am n\u00e4chsten Morgen gleich wieder loszuziehen, behielten wir lieber f\u00fcr uns. Es war schlie\u00dflich eine gute Idee, nur nicht gerade an unserer physischen Verfassung orientiert. Das dachten wir zumindest noch zu diesem Zeitpunkt. Unsere Erkl\u00e4rungen brachten Nora ins Gr\u00fcbeln. Sie entschied also, &#8220;Gut, dann fahren wir zuerst zu mir nach Hause.&#8221; Zuvor schauten wir aber noch im Deutschen Kulturinstitut vorbei. Bei Benutzen der Toilette sahen wir, dass es eine Dusche gab. Wir schlugen also vor, gleich dort zu duschen. Ekna meinte, &#8220;Ja, nur benutzt nicht zuviel Wasser, das mag meine Chefin nicht. Au\u00dferdem dachten wir, dass ihr jetzt eine angenehmere Dusche n\u00f6tig h\u00e4ttet.&#8221; Uns war das v\u00f6llig gleich. Da war Wasser, was \u00fcber Kopfh\u00f6he aus der Wand kam, also drunter mit uns. Nun konnten wir auch einfach unsere Rucks\u00e4cke in Ekna&#8217;s Zimmer lassen und zogen, gemeinsam mit Eknas deutschem Freund Jan, zu einem Restaurant. Da galt es das n\u00e4chste Problem zu l\u00f6sen. Sie brachten uns zuerst in ein deutsches Restaurant, was zwar ganz anheimelnd war, wo es aber nicht so richtig etwas Vegetarisches zu verschlingen gab. &#8220;Tut uns leid, wir haben hier nur deutsche K\u00fcche&#8221;, erwiderte ein Deutscher in gebrochenem Spanisch. Als ob es in der &#8220;deutschen K\u00fcche&#8221; keine vegetarischen Speisen gebe. Idiot. Zudem waren die Preise recht hoch. Wir erkl\u00e4rten also genau, was wir suchten und was wir daf\u00fcr bezahlen k\u00f6nnten. Da kam den Dreien eine andere Idee und wir gingen zu einem lokalen, nicht einem Touristenrestaurant, in dem uns ein Men\u00fc mit Reis, Linsen, Salat, frittierten Kochbananen, einer frischen Banane und einem Saft f\u00fcr 2 Dollar pro Person serviert wurde. Wer braucht den da schon deutsches Essen? Wir genossen das Mahl ausgiebig.<\/p>\n<p>Wir verabschiedeten uns von Ekna, die mit Jan etwas erledigen wollte. Nora nahm uns im Schlepptau und los ging es durch die Gassen von Cartagenas Altstadt. Nora wartete mit derart viel historischem Wissen auf, dass ich nicht einmal die H\u00e4lfte davon behalten habe, ja nicht einmal ein Drittel davon. Wenn ich durch eine neue Stadt streife, dann mache ich das am liebsten schweigend, damit ich den Ort f\u00fchlen und das Leben dort beobachten kann. Bei einer F\u00fchrung, wie sie Nora uns bot, kam das alles nicht in Frage. Ich wollte ja nicht unh\u00f6flich sein und versuchte so weit ich konnte zuzuh\u00f6ren. Dabei hatte ich aber keine M\u00f6glichkeit den Ort wirklich zu sehen und zu f\u00fchlen. Ich entschied in dem Moment, dass ich in Zukunft keine gef\u00fchrten, wenn auch gut gemeinten Stadttouren mehr machen w\u00fcrde. Ich muss einen Ort einfach selbst entdecken, mich verlaufen, geheimnissvolle Ecken entdecken, die ganzen Kleinigkeiten bestaunen und einfach nur sein. Trotz alledem war die Zeit mit Nora in der Altstadt wirklich sch\u00f6n. Die Strassen spiegeln eine angenehm lebhafte, bunte Atmosph\u00e4re wieder. Der alte Stadtkern Cartagenas zeigt sich mit unz\u00e4hligen alten, wundersch\u00f6n bemalten H\u00e4usern, kleinen Gassen, schmalen Fu\u00dfwegen und seiner faszinierenden Stadtmauer von einer zauberhaften Seite. Es war zu hei\u00df auf der Mauer spazieren zu gehen, so dass wir sie lieber von unten betrachteten und im Schatten eine eiskalte Zitronenlimonade genossen. Sp\u00e4ter fanden wir uns wieder im Parque Bolivar ein, wo wir uns ein wenig ausruhten. W\u00e4hrend unserer Pause kamen verschiedene Gruppen von T\u00e4nzern an, die traditionelle, teilweise arg schwierige und unnachahmbare T\u00e4nze auff\u00fchrten. Das Spektakel war eine Augenweide, f\u00fcr das wir gerne ein paar M\u00fcnzen in ihre H\u00fcte warfen.<\/p>\n<p>Wir machten uns auf den Heimweg zum Haus von Noras Eltern. Der Bus, den wir bis dorthin nahmen, war wohl einer der verr\u00fccktesten, den wir jemals bestiegen hatten. Der Bus hatte kaum angehalten und wir wollten einsteigen, da setzte er schon zur Abfahrt an. Mit unserem Gep\u00e4ck derartig schnell in diesen Monsterbus einzusteigen war alles andere als einfach. Gut das wir bald einen Sitzplatz bekamen, so dass wir nicht samt Gep\u00e4ck durch die Gegend flogen. Wahrscheinlich hatte der Fahrer wohl etwas Aufputschendes zu sich genommen. Anders konnte ich gar nicht denken, bei seiner Fahrweise. Es schien, als h\u00e4tte er keine Idee was da hinter ihm ablief. Vielleicht wusste er ja auch den R\u00fcckspiegel nicht zu benutzen, geschweige denn das Gaspedal w\u00fcrdig zu bedienen, noch das Tacho lesen zu k\u00f6nnen. Vielleicht litt der Busfahrer auch an einem angeborenem Reflex. Wer weiss. Beim Aussteigen gerieten wir jedenfalls wieder ins Kreuzfeuer zwischen Bus und Strasse. Statt abzuwarten bis alle drau\u00dfen sind, trat er nach Noras Ausstieg schon wieder aufs Gaspedal. Augustas steckte gerade zwischen der T\u00fcr, durch die er den ersten unserer Rucks\u00e4cke bugsieren wollte. Wir mussten diesen Idioten von Busfahrer mehrere Male daran erinnern, dass wir noch nicht fertig mit aussteigen bzw. mit dem Ausladen unseres Gep\u00e4cks waren. Kaum hatte ich dann meinen Fu\u00df draussen, fuhr er mit voll durchgetretenem Pedal und quietschenden Reifen davon.<\/p>\n<p>Die Fahrt durch die verschiedenen Stadtteile Cartagenas war trotz des verr\u00fcckten Busfahrers sehr unterhaltsam. Au\u00dferhalb der Altstadt h\u00f6rte nat\u00fcrlich der den Touristen pr\u00e4sentierte Glanz der Stadt auf, bekam aber f\u00fcr uns weitaus anziehender. Das Leben in Cartagenas Stra\u00dfen zeigte sich in einem chaotischen Licht. Vor allem als wir am Markt vorbeifuhren, konnten wir uns von dem Durcheinander mitrei\u00dfen lassen. <\/p>\n<p>Wir stiegen nahe einer Tankstelle aus, da sich dort Noras Zuhause befand. Wir gingen eine schmale Treppe hinauf, die kein Gel\u00e4nder hatte, und schauten sogleich \u00fcber das Dach eines Hauses hinweg. Ein genauso schmaler Weg f\u00fchrte bis zu der Wohnung von Nor<br \/>\nas Eltern. Wir traten in die winzige Wohnung ein und fragten uns bereits, wo wir \u00fcbernachten sollten. Auf knapp 40 m\u00b2 befand sich die Stube mit K\u00fcche, zwei kleine Zimmer, ein Bad und ein Balkon. In dieser Wohnung lebten neben Noras Mutter und Vater auch ihre etwas j\u00fcngere Schwester und ihr elfj\u00e4hriger Bruder Eduardo. Hinzu kam, dass gerade Noras Freundin Yvonne aus Bogota zu Besuch war. In einem der Zimmer befand sich ein grosses Ehebett, in dem anderen zwei getrennte Betten. Wenn Nora, die in Bogota studiert, nicht da ist, schl\u00e4ft die Mutter allein in dem Zimmer mit dem Ehebett und Noras Schwester, Bruder und Vater teilen sich das andere Zimmer. Ihre Schwester hat ihr eigenes Bett und Vater und Sohn teilen sich das zweite. W\u00e4hrend wir da waren schliefen Nora, Yvonne und Gladys (Noras Mutter) in dem Ehebett und der Rest der Familie wie gehabt. Wir schliefen auf unseren Matrazen im Wohnzimmer. Im kleinsten Raum ist Platz f\u00fcr Besuch. Das ist wahre Gastfreundschaft. Selbst f\u00fcr unser Rucks\u00e4cke fand sich noch ein Winkel.<\/p>\n<p>Gladys war uns anfangs sehr skeptisch gegen\u00fcber und vermied es gro\u00dfartig mit uns zu reden. Vielleicht traute sie uns nicht \u00fcber den Weg. Vielleicht war es aber auch eine kulturelle Angelegenheit. Wir f\u00fchlten, dass es indirekt etwas mit der Schwarzer-Weisser-Beziehung zu tun hatte. In dem Viertel, in dem wir mit Nora wohnten, gab es keine hellh\u00e4utigen Einwohner. Die Stra\u00dfe war einzig ges\u00e4umt mit afrikanisch oder afrikanisch-lateinisch gepr\u00e4gten Einwohnern. Ab und zu tauchte auch ein Chinese auf, aber das war auch alles. Wir lie\u00dfen Gladys also Zeit, sich an uns zu gew\u00f6hnen, schlie\u00dflich schien es eine Seltenheit, dass in ihrem Viertel und auch noch in ihrem Haus zwei Europ\u00e4er hausten. Was sicher auch eine Rolle bei ihrem Verhalten spielte war die Situation, die bei ihr zu Hause herrschte. Bereits seit vielen Jahren sind die Eltern von Nora n\u00e4mlich getrennt. Doch die finanzielle Situation zwang die Eltern erst k\u00fcrzlich, in eine gemeinsame Wohnung zu ziehen. Ich fand es sehr beachtlich f\u00fcr beide Elternteile, dass sie diese H\u00fcrde auf sich nahmen, damit sie weiterhin die Bildung ihrer Kindern finanzieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zu dem Zeitpunkt, als wir ankamen, befand sich nichts Essbares im Haus. Wir wunderten uns ein wenig dar\u00fcber und schoben es auf die Angewohnheit nur dann etwas zu kaufen, wenn man es brauchte. Aber das nicht einmal Trockenvorr\u00e4te wie Reis, Haferflocken oder Zucker im Haus waren, das brachte uns zum Gr\u00fcbeln. Da wir am n\u00e4chsten Morgen sehr fr\u00fch zur Insel Baru wollten, mussten wir noch einkaufen gehen, um dort nicht am Hungertuch nagen zu m\u00fcssen. Gladys f\u00fchrte uns drei zum Supermarkt, in dem wir fieberhaft \u00fcberlegten, was wir f\u00fcr 6 Leute (f\u00fcr soviele hatten wir vereinbart einzukaufen) alles besorgen m\u00fcssten. Bei jeder Ware, die wir f\u00fcr notwendig hielten, r\u00fcmpfte Gladys die Nase. Wir f\u00fchlten uns so f\u00fcrchterlich, als w\u00fcrden wir unser Geld zum Fenster hinauswerfen. Doch wir besorgten nur was notwendig war. Irgendwann fl\u00fcsterte mir Nora ins Ohr, dass ihre Mutter seit Wochen keinen Lohn von ihrer Arbeitsstelle bekommen hat. Nun, da wir es wussten, versuchten wir selbst mehr zu bezahlen, damit sich Gladys nicht entbl\u00f6\u00dft vorkam. Sp\u00e4ter erfuhr ich, dass Noras Mutter bereits seit einem halben Jahr kein oder viel zu wenig Gehalt bekommt. Nun konnte ich auch verstehen, warum die Eltern notgedrungenerweise wieder zusammenziehen mussten. Auch die Bemerkung des Vaters zu Gladys, &#8220;du musst dir halt eine andere Arbeit suchen&#8221;, die ich aufgeschnappt hatte, machte nun Sinn f\u00fcr mich. Doch trotz all diesen Problemen, wurden wir nicht von der T\u00fcrschwelle gewiesen, sondern herzlich aufgenommen. Das gab uns zu denken.<\/p>\n<p>Erst hatten wir vor ein gemeinsames Essen zuzubereiten, doch dann bot Noras Mutter als Abendspeise frittierte Kochbananen an. Wir waren damit einverstanden und freuten uns schon auf diese knusprige Leckerei. Als wir allerdings im Haus angekommen waren und die Kochbananen essfertig herumstanden, bot uns niemand auch nur ein kleines St\u00fcck an. Wir entschlossen uns also lieber Brot mit Avocado und Tomate zu essen. <\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Essens packten wir unsere Sachen f\u00fcr die Insel zusammen. Das f\u00fchrte erst einmal zu einem f\u00fcrchterlichem Chaos. Wir mussten fast alles auspacken und dann in neuer Ordnung wieder einsortieren, weil wir nur einen Rucksack mitnehmen wollten. Neben dem Prozess des Packens mussten wir auch noch unsere W\u00e4sche waschen. Das gefiel Noras Eltern anfangs \u00fcberhaupt nicht, da die Maschine seit einiger Zeit Probleme machte. Wir hatten aber kaum noch etwas zum Anziehen und so wurde die Waschmaschine von der K\u00fcche auf den Balkon transportiert und in einer sehr komplizierten und langwierigen Verfahrensweise gewaschen. Der ganze Prozess dauerte ungef\u00e4hr vier Stunden. Schlie\u00dflich war es endlich an der Zeit schlafen zu gehen. Wir hatten nur noch weniger als eine handvoll Stunden f\u00fcr unsere Nachtruhe \u00fcbrig. Ersch\u00f6pft legten wir uns hin und ich konnte mal wieder nicht schlafen, aber egal, waren ja eh nur vier Stunden&#8230;<\/p>\n<p>Um 7 Uhr am Samstagmorgen brachen wir auf. Wir mussten ein Taxi anheuern, dass uns zu einer Peaje (Ort, wo man Autobahngeb\u00fchr bezahlt) bringt. Damit der Preis nicht in die H\u00f6he schnellte, versteckten wir uns zuerst hinter der Haust\u00fcr. Dann rief uns Gladys auf die Stra\u00dfe um einzusteigen. Der Taxifahrer war sicher bedient, aber er w\u00fcrde es sonst umgekehrt machen. Um halb Acht trafen wir uns an der Peaje. Ekna und ihr Freund waren bereits da, doch sahen wir, dass sie nicht wie vereinbart ausreichend Wasser gekauft hatten. Wir waren 6 Leute und Ekna samt Freund hatten 5 Liter mitgebracht. Wie die \u00fcber zwei Tage reichen sollten war uns ein R\u00e4tsel. Dann mussten wir eben unterwegs Ausschau nach Trinkwasserflaschen halten.<\/p>\n<p>Wir kamen mit dem Bus in einem kleinen Dorf an, wo wir tats\u00e4chlich drei weitere 5 Liter Flaschen Wasser ergatterten. Dann ging es zum Flu\u00df, den es per Boot zu \u00fcberqueren galt. Es gab die M\u00f6glichkeit f\u00fcr 1 Dollar mit der F\u00e4hre \u00fcberzusetzen, oder aber ein Motorboot zu nehmen. Ekna, Yvonne und Jan wollten aber unbedingt \u00fcber den Flu\u00df gepaddelt werden. Als sich der Motorbootfahrer weigerte, schlugen die Drei vor, selbst \u00fcber den Fluss zu paddeln. Das akzeptierte er irgendwann und schlug in einen Preis von 3 Dollar f\u00fcr die Fahrt ein. Kaum im Boot, feuerten Yvonne und Ekna Jan an, der uns mit Kraft \u00fcber den Flu\u00df bef\u00f6rdern sollte. Jan strengte sich wahrlich an, da aber eine enorme Gegenstr\u00f6mung herrschte schaffte er es nicht, das Boot mit seinen 7 Insassen geradewegs \u00fcber den Flu\u00df zu schippern. Im Gegenteil, wir triffteten in die andere Richtung ab. Da wurde der Bootsbesitzer sauer, denn nun musste er den Motor in Gang setzen, um uns heil ans andere Ufer zu bringen. Das bedeutete f\u00fcr ihn Mehrkosten, die mit 3 Dollarn einfach nicht abzudecken waren. Er k\u00fcndigte also an, dass wir nun jeder &#8211; wie auf der F\u00e4hre &#8211; 1 Dollar pro Person bezahlen m\u00fcssten. Die Stimmung war ged\u00e4mpft, aber die Drei hatten ihren Mund auch ein wenig zu voll genommen. Nur muss man ihnen zugestehen, dass sie wahres Talent im Verhandeln haben. <\/p>\n<p>Nun ging es erneut los den Preis f\u00fcr den LKW auszuhandeln, der uns bis zu einem Dorf inmitten der Baru-Insel bringen w\u00fcrde. Von dort aus konnten wir dann endlich den Bus nehmen, der uns bis zum Strand Playa Blanca bringen w\u00fcrde. Abwechselnd probierten Ekna, Yvonne und Augustas den Preis festzumachen. Wir stimmten letztlich \u00fcberein, dass wir 6 Leute f\u00fcr insgesamt 5 Dollar mitfahren konnten. Die Fahrt in dem LKW vermittelte das Gef\u00fchl, als w\u00e4ren wir beim Trampen fix auf einen alten, klapprigen Holzwagen aufgestiegen. Die Strassen waren mit L\u00f6chern gepflastert und der Sand, aus dem der Strassenbelag bestand, wirbelte vorne und hinten in den LKW-Anh\u00e4nger hinein. Uns schmiss es dabei fr\u00f6hlich von einer zur anderen Seite, warf uns hoch \u00fcber die Sitzbank und liess uns mit einem kr\u00e4ftigen Plauz wieder landen. Eine Dame schrie dabei jedesmal schmerzverzehrt, von einer guten Portion Humor begleitet auf. Wir lachten uns halb tot \u00fcber das Geruckel und f\u00fchrten dabei anregend<br \/>\ne Gespr\u00e4che \u00fcber Afrika. Denn daran erinnerte mich diese Fahrt sehr. Bei unserer Ankunft stand der Bus zum Playa Blanca schon bereit und kurz nach dem wir hineingeschl\u00fcpft waren, zog er auch schon von dannen. <\/p>\n<p>Endlich waren wir am Playa Blanca. Wir liefen noch ein kleines St\u00fcck zu Fu\u00df und schon tauchte ein traumweisser Sandstrand mit tiefblauen Wasser vor uns auf. Der Strand lag ruhig und es waren keine G\u00e4ste da. Einzig ein paar Einwohner der Insel trieben sich mit Vorbereitungen f\u00fcr den Verkauf von Mittagessen herum. Wir wollten gerade unsere Zelte aufstellen, da warnte uns ein Baruaner, dass die Mini-\u00c4pfel, die im Sand auf dem Boden lagen, \u00e4u\u00dferst giftig waren. Man m\u00fcsste sie nur ber\u00fchren und schon k\u00f6nne man erblinden oder sich anderweitig vergiften. Es gab dazu auch eine Geschichte. Eines Tages genoss ein Baruaner eines dieser quietschgr\u00fcnen Mini-\u00c4pfel, kam nach Hause und starb. Das wirkt nat\u00fcrlich. Wir bekamen also den Rechen in die Hand gedr\u00fcckt, um die \u00c4pfel zu beseitigen. Dabei half uns sp\u00e4ter sogar der Herr, der uns vor diesen Unget\u00fcmern gewarnt hatte.<\/p>\n<p>Die Zelte waren aufgebaut und nun hiess es ausruhen. Wir waren Nora wirklich dankbar, dass sie die Insel als Ausflugsziel vorgeschlagen hatte. Wir lie\u00dfen unsere Seele baumeln und neben einem erholsamen Kurzschlaf taten wir nichts weiter als herumsitzen und die ruhige Welt auf uns wirken lassen. <\/p>\n<p>Ein junges M\u00e4dchen, ungef\u00e4hr 10 Jahre alt, kam auf uns zu und \u00f6ffnete den Kochtopf, den sie in ihrem Arm trug. Goldgelbe, s\u00fcsslich duftende B\u00e4llchen lachten uns aus dem Topf an und das M\u00e4dchen meinte, dass es eine Art Maisgericht war. Dies bestand aus Maismehl oder Maisgrie\u00df, Anis, Backpulver, Salz und Zucker. Dann werden kleine B\u00e4llchen geformt und diese in hei\u00dfem \u00d6l gegart. Einmal davon probiert bereitete es uns Schwierigkeiten, nicht gleich den ganzen Topf aufzuessen. Oh, waren die lecker! Aber wir hatten ja selbst etwas zum Essen mitgebracht, mussten uns also jetzt endlich aufraffen und anfangen zu kochen. Ekna und Jan knurrte auch schon m\u00e4chtig der Magen und so fingen wir an die Aufgaben zu verteilen, da wir das ganze Gem\u00fcse (M\u00f6hren, Rote Beete, Kartoffeln, Zucchini, Sellerie, Zwiebeln, Knoblauch, Gurken) kleinschneiden bzw. reiben mussten. W\u00e4hrenddessen hatte Augustas bereits unseren Campingkocher angeworfen und in dem riesigen Topf, den wir aus Noras K\u00fcche entwendet hatten, k\u00f6chelten wir derweil die Linsen. Dazu kam Reis, den wir gleich zu den Linsen sch\u00fctteten. Am Ende hatten wir ein einzigartiges Mittagsmahl, mit einer w\u00fcrzig-gekochten Linsen-Reis-Mischung und dazu frischen, fast vollst\u00e4ndig geriebenem Salat. Jetzt waren auch die Maisb\u00e4llchen endlich vergessen. <\/p>\n<p>Wir hatten gerade aufgegessen, da gesellte sich eine Mangoverk\u00e4uferin zu uns. Sie bot uns leckere, gr\u00fcne Mangos mit Salz an. Wir hatten es bis dato nicht \u00fcbers Herz gebracht, Mangos auf diese Art zu genie\u00dfen. Da wir nun auch reichlich gef\u00fcllte B\u00e4uche hatten, schwebte uns noch weniger der Gedanke vor, es endlich auszuprobieren. Wir kosteten ein wenig Mango ohne Salz, stellten aber fest, dass diese ganz mehlig schmeckten. Wir dankten der Dame, doch sie versuchte in wahrer K\u00e4ufermanier, uns doch zum Kauf zu bewegen. &#8220;Sehr schmackhaft. Lecker. Hier, ich schneide euch eine auf, k\u00f6nnt ihr gleich hier essen. Ihr wollt also, gut dann nehmt die hier.&#8221; Wir stellten alsbald fest, dass die alte Frau nicht mehr gut h\u00f6rte. Wir erhoben also unsere Stimmen und zeigten ihr die Reste unseres Mittagessens. Endlich verstand sie und lie\u00df uns kichernd am Strand zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Ach, wie herrlich! Ausruhen, faulenzen, schlafen, ein wenig schwimmen, nichts tun. Danach hatten wir uns gesehnt und genau das hatten wir bekommen. Am Abend suchten wir Feuerholz zusammen, um Brot an St\u00f6cken zu grillen. Ich mischte Mehl, Backpuler, Salz, Zucker, \u00d6l und Wasser zusammen, lie\u00df es eine halbe Stunde stehen und da das Feuer schon lichterloh brannte, brauchten wir nur noch den Teig um die St\u00f6cke zu wickeln und \u00fcber dem Feuer zu garen. War ein St\u00fcck fertig kam Himbeermarmelade dar\u00fcber und dann wurde dieses heisse, s\u00fcsse Etwas unseren M\u00fcndern zugef\u00fchrt. Wir konnten mal wieder nicht genug davon kriegen. <\/p>\n<p>Nach der Brotbackaktion breiteten wir unsere Plastikplanen im Sand aus und legten uns hin, um den sternenklaren Himmel zu bewundern. Wir versuchten verschiedene Sternensymbole zu finden und redeten bald \u00fcber das Leben, die Liebe, das Reisen&#8230; Augustas machte sich derweil Sorgen, wo der andere Teil unserer Gruppe abgeblieben war. Die waren n\u00e4mlich mit unserer Lese(taschen)lampe verschwunden und tauchten bereits seit Stunden nicht mehr auf. Er lief ein wenig hin und her und legte sich dann ins Zelt. Nora und ich blieben im Sand liegen, bis uns irgendwann die Augen zufielen. Als ich aufwachte befand sich Nora noch immer im Tiefschlaf. Ich weckte sie auf, denn auch ich wollte mich nun im Zelt verkriechen. Da kamen pl\u00f6tzlich die anderen Leutchen wieder und alles war in Butter. Sie brachten das Licht zur\u00fcck und erz\u00e4hlten von kleineren Abenteuern, die sie am Strand erlebt hatten.<\/p>\n<p>Wir schliefen bis in den sp\u00e4ten Morgen hinein und als wir aufwachten stand schon unsere kleine Maisb\u00e4llchen-Verk\u00e4uferin vor dem Zelt. Sie hatte uns am Vortag gesagt, dass sie am n\u00e4chsten Morgen heisse Maisb\u00e4llchen bringen w\u00fcrde, denn die gestrigen waren bereits kalt, als wir sie probiert hatten. Und da war sie, \u00f6ffnete ihren heissen Topf und dampfende Maisb\u00e4llchen schwenkten uns entgegen. Nat\u00fcrlich mussten wir da zugreifen, anders h\u00e4tte der Morgen ja gar keinen Sinn gehabt. Wir g\u00f6nnten uns danach jeder noch ein weiteres Maisleckerb\u00e4llchen. Gegen Mittag fingen wir dann an Fr\u00fchst\u00fcck zu kochen. Es gab Haferflockenbrei mit Rosinen, N\u00fcssen, Samen und einem Papaya-Bananen-Mix. Gibt es etwas sch\u00f6neres zum Fr\u00fchst\u00fcck? Nun gut, die Maisb\u00e4llchen, aber gleich danach kommt diese Zubereitung! <\/p>\n<p>Obwohl wir bisher die Natur f\u00fcr unsere Notd\u00fcrfte aufgesucht hatten, gab es einen Moment, wo es angebracht war, die Toilette zu w\u00e4hlen. Bis dato wussten wir von einer \u00f6ffentlichen Toilette nichts, wollte sie nun also ausprobieren. Dort stand geschrieben, &#8220;Toilettennutzung 500 Pesos (0,20 \u20ac)&#8221;. Nora verschwand bereits in der Toilette w\u00e4hrend Augustas noch auf Wasser warten musste. Dieses wurde n\u00e4mlich mit einem Eimer direkt vom Meer hergeschleppt. Als Nora aus der Toilette herauskam, wollte auch ich sie benutzen, doch pl\u00f6tzlich stieg der Preis auf das Doppelte. Ich fing an mit der Dame zu diskutieren, w\u00e4hrend Nora mich bat, ihr das Geld auszulegen. Da kam auch schon Augustas wieder heraus und mischte sich in die Diskussion ein. Wir erkl\u00e4rten der Toilettendame, dass sie, wenn sie einen h\u00f6heren Preis verlangen will, dies zuvor an ihrer Toilette deutlich machen muss. Eine heftige Diskussion entstand und Augustas meinte irgendwann, &#8220;ich weiss wie wir es machen&#8221;. Daraufhin verschwand er in der Toilette und kam mit dem Toilettenpapier wieder hinaus. Er zeigte es hoch und setzte fort, &#8220;wir werden das hier mitnehmen, das kommt dann ungef\u00e4hr auf den von ihnen geforderten Preis.&#8221; Jetzt konnte ich mir das Lachen nicht mehr verkneifen. Ach, wie witzig. Am Ende bezahlten wir den geforderten Preis. Unsere Diskussion hatte aber Nachwirkungen. Als wir uns auf der R\u00fcckfahrt mit dem Baru-Bus befanden, bat die Toilettendame den Fahrpreiseinsammler, uns mehr Geld zu berechnen. Wir ignorierten das gekonnt.<\/p>\n<p>Bald hie\u00df es wieder schwimmen gehen, dann ausruhen und schlie\u00dflich mussten wir unsere Sachen wieder zusammenpacken. Die Zeit dr\u00e4ngte mittlerweile, den Bus nach Hause noch zu bekommen. Noras Freundin Yvonne gefiel das \u00fcberhaupt nicht. Sie wollte partout eine weitere Nacht am Strand bleiben. Leider konnte Nora dies nicht tun, da sie dringend zur\u00fcck nach Bogota musste, um ihr Semester abzuschlie\u00dfen. Yvonne wollte das nicht einsehen und die ganze Situation endete damit, dass Nora die Geduld verlor. &#8220;Weisst du was? Bleib einfach hier. Geniess den Strand, das Meer, die Sonne, was auch immer du willst. Ich will am Ende nicht als Spielverderber dastehen. Du bist alt genug auf dich selbst au<br \/>\nfzupassen, aber sei dir gewahr, dass ich mich dann eben ohne dich nach Bogota aufmache. Ich w\u00fcnsche dir noch einen sch\u00f6nen Tag.&#8221; Das sa\u00df. Yvonne schien sehr vor den Kopf gesto\u00dfen zu sein. Nach dem Theater, das sie allerdings zuvor veranstaltet hatte, fand ich Noras Reaktion das Beste, was in dieser Situation h\u00e4tte passieren k\u00f6nnen. Yvonne w\u00fcrde schon aus ihrer Sturk\u00f6pfigkeit lernen.<\/p>\n<p>Jetzt mussten wir uns wirklich beeilen, denn durch Yvonnes Zirkus hatten wir wertvolle Zeit verloren. Wir kamen gerade an die Strasse, da fuhr uns der Bus auch schon entgegen. Puh, hatten wir Gl\u00fcck gehabt! Der Bus war gerammelt voll und es f\u00fchlte sich an, als h\u00e4tten wir eine Sauna betreten. Die Fahrt war holprig und unbequem. Als wir in dem Dorf ankamen, wo wir einen Transporter h\u00e4tten nehmen m\u00fcssen, stand ausgerechnet jetzt keiner zur Verf\u00fcgung. Da sahen wir einen gelben, unbedachten Jeep. Augustas schaltete schnell und fragte den Fahrer, ob er uns Dreien einen Lift bis zum Flu\u00df geben konnte. &#8220;Nat\u00fcrlich, steigt ein.&#8221; Super, wir waren gerettet, denn Nora wollte noch am sp\u00e4ten Abend den Bus nach Bogota nehmen. Der Fahrer schlang die ganze Fahrt \u00fcber Bier wie Wasser hinunter und war bereits reichlich angeheitert. Dass er damit seine Frau und seine Enkelkinder in irgendeiner Weise gef\u00e4hrden konnte kam ihn nicht in den Sinn. W\u00e4hrend der Fahrt erfuhren wir, dass der Herr direkt bis Cartagena fuhr und so nahm er uns bis in die Region mit, wo Noras Eltern leben. Dort heuerten wir ein Taxi an, mit dem wir den gleichen Trick praktizierten, wie bei unserer Abfahrt von Noras Haus auf dem Weg nach Baru. Es war lustig, wie wir auf ein Zuwinken von Nora hin hinter dem Baum hervorkamen und uns auf die R\u00fcckbank des Autos zwenkten. <\/p>\n<p>Kaum waren wir zur\u00fcck, gingen wir noch einmal zu Fu\u00df los, denn wir wollten der Familie ein sch\u00f6nes Abendmahl zubereiten. Wir kauften ein und als wir zur\u00fcck waren, ben\u00f6tigten wir eine knappe Stunde, um unsere Gerichte auf den Tisch zu bringen. Jeder schleckte sich die Finger danach und der kleine Bruder von Nora erwog nun ernsthaft, sich in einen Vegetarier zu verwandeln.<\/p>\n<p>Nora entschied sich doch nicht mehr nach Bogota zu fahren und lieber ganz fr\u00fch am Morgen mit dem ersten Bus loszuziehen. Auf diese Weise hatte ich die Gelegenheit ein intensives Gespr\u00e4ch mit Nora zu f\u00fchren. Wir stellten viele Gemeinsamkeiten fest, bis hin zum astrologischen Zeichen des chinesischen Kalenders. Es war toll seit langen einmal wieder ein solch tiefgehendes Gespr\u00e4ch mit jemanden zu f\u00fchren, der mir trotz seiner 12 Jahre j\u00fcnger ebenb\u00fcrtig war.<\/p>\n<p>Nora verlie\u00df am sp\u00e4ten Vormittag ersch\u00f6pft Cartagena und wir verbrachten den Tag fast ausschlie\u00dflich mit dem Besuch im Internet und nat\u00fcrlich ausspannen. Den folgenden Tag statteten wir Cartagenas Altstadt einen erneuten Besuch ab. Endlich hatten wir Zeit, das historische Zentrum auf uns wirken zu lassen. Zudem suchten wir nach einem kleinen Saftladen, den uns Kati (http:\/\/www.katwise.com) vorgeschlagen hatte. Sie meinte, &#8220;In Cartagena gibt es den besten Saft auf der ganzen Welt!&#8221; Da Kati bereits reichlich herumgekommen war, f\u00fchlten wir uns regelrecht gezwungen, diesen Saft auch auszuprobieren. Wir fanden einen winzigen Saftladen, in dem wir Waldbeerensaft bestellten. Wir fingen kaum zu trinken an, da regten sich bereits alle Geschmacksnerven aufgeregt hin und her. Kati hatte Recht gehabt, dieser Saft war wirklich unvergleichlich. Er schmeckte genauso gut wie der Erdbeersaft, den wir in Venezuela getrunken hatten und geh\u00f6rte definitiv zu den besten S\u00e4ften, die uns jemals untergekommen waren. <\/p>\n<p>In der Stadt hielten sich auff\u00e4llig viele Soldaten und Polizisten auf, so dass wir ein paar Einheimische fragten, was in Cartagena los sei. Die erkl\u00e4rten uns, dass am heutigen Tage der Pr\u00e4sident von Kolumbien zu Besuch k\u00e4me. Wir spazierten sp\u00e4ter sogar an dem Geb\u00e4ude vorbei, in dem er eine Sitzung haben w\u00fcrde. Da wir nun wussten, warum es so viele Sicherheitsleute gab, k\u00fcmmerten wir uns wenig darum. Wir betrachteten lieber die wundersch\u00f6nen, schr\u00e4gen Metallfiguren, schlenderten an den Exquisitl\u00e4den vorbei und a\u00dfen hier und dort eine kleine Leckerei. Am Abend trafen wir Gladys, mit der wir wieder nach Hause fuhren.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Tages hatten wir versucht Olutade zu treffen. Den hatte ich im Internet auf der Webseite http:\/\/www.couchsurfing.com ausfindig gemacht. Er ist aus Nigeria, lebt aber seit einiger Zeit in Cartagena und arbeitet dort als Englischlehrer. Da uns Afrika immer noch der liebste Kontinent ist, freuen wir uns \u00fcber jeden Afrikaner, den wir kennenlernen k\u00f6nnen. Und deswegen hatte ich Olutade kontaktiert, doch es schien ausweglos ein Treffen zu erm\u00f6glichen. Traurig fuhren wir mit Gladys nach Hause, doch mein Gef\u00fchl sagte irgendwie, dass wir Olutade treffen sollten. Ich vertraute mich also Gladys an und sie fand eine L\u00f6sung. Nachdem wir die versprochenen veganen Eierkuchen fertig und gegessen h\u00e4tten, w\u00fcrde sie mit uns wieder zur\u00fcck zur Stadt fahren und dort bei einer Freundin im Restaurant warten. Wir riefen also Olutade erneut an und schafften es, uns zumindest f\u00fcr eine halbe Stunde zu sehen. Das Treffen war fantastisch und die Freude, die Olutade zeigte, dass wir uns doch noch pers\u00f6nlich kennenlernen konnten, war unbeschreiblich. Nun f\u00fchlte ich mich wohl und gegen 22 Uhr kehrten wir zusammen mit Gladys wieder zur\u00fcck nach Hause.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir kamen also ausgeruht im Parque Bolivar an. Fast an jeder Ecke wurden &#8220;Minuten&#8221; angeboten, was soviel hei\u00dft, wie dass Mobiltelefone f\u00fcr Privatgespr\u00e4che ver&#8221;mietet&#8221; werden. Man borgt sich das Telefon aus, telefoniert und wenn man auflegt, begleicht man die Minuten mit dem entsprechenden Tarif. Genauso wie in Venezuela. 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