{"id":348,"date":"2008-03-03T00:00:00","date_gmt":"2008-03-02T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/followtheroad.com\/de\/wie-das-dengue-fieber-freundschaft-mit-malaria-schloss\/"},"modified":"2009-05-24T00:23:18","modified_gmt":"2009-05-23T22:23:18","slug":"wie-das-dengue-fieber-freundschaft-mit-malaria-schloss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/wie-das-dengue-fieber-freundschaft-mit-malaria-schloss\/","title":{"rendered":"Wie das Dengue-Fieber Freundschaft mit Malaria schlo\u00df"},"content":{"rendered":"<p>Zuallererst m\u00f6chte ich denen danken, die zu meiner Erkrankung beigetragen haben &#8211; den 3 Moskitos, die mich scheinbar abg\u00f6ttisch liebten. Zum Zweiten danke ich von Herzem all denen, die mich mit ihren Worten unterst\u00fctzt haben sowie allen anderen, die in Gedanken mit mir waren. Mein erstes Dengue-Fieber, meine erste Malaria, mein erstes Mal beides in Kombination. Bingo! Heute f\u00fchle ich mich wie neugeboren. All die Parasiten sind nun hoffentlich weg&#8230;<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Vorbereitung unserer Dschungelreise kauften wir vorsichtig alle notwendigen Utensilien ein: Moskitonetze, Vitamin B Tabletten (zum Bewerfen der Moskitos ;), Insektenschutzmittel&#8230; Nun, eigentlich war das Vitamin B Pr\u00e4parat f\u00fcr die t\u00e4gliche Einnahme gedacht, da uns erkl\u00e4rt wurde, das Moskito Blut versetzt mit Vitamin B nicht gerade als Delikatesse betrachten. Wir versuchten uns also gut vorzubereiten, doch irgendwie schaffte ich es doch, dabei verloren zu gehen&#8230;<\/p>\n<p>Ich versichere euch, da waren keine Moskitos w\u00e4hrend unserer f\u00fcnfw\u00f6chigen Reise entlang des Rio Napo. Die Region befand sich in der Sommerzeit und Regenf\u00e4lle waren eine Seltenheit. Kein Regen, kein Wasser, keine Moskitos&#8230; Nun gut, ich mu\u00df zugeben, mich an 2 oder 3 Insekten zu erinnern, die versuchten, mir das Blut aus meinen Adern zu saugen, aber das war auch alles&#8230;<\/p>\n<p>Ich ri\u00df all die Zeit Witze \u00fcber Katja, da sie so vorsichtig ins und aus dem Zelt kroch. Sie \u00f6ffnete das Zelt einen knappen Zentimeter, schaute um sich, keine Moskitos, quetschte sich wie eine Schlange aus dem Zelt und obwohl ihr zweites Bein noch immer im Zeltinneren hing, begann sie das Zelt schon wieder zu schlie\u00dfen. Ich machte das ganze Gegenteil. Ich schwang die Zeltt\u00fcr weit offen, sorgte f\u00fcr genug Platz f\u00fcr mich selbst, um bequem aus dem Zelt zu steigen, ich war niemals in Eile und bewegte mich ann\u00e4hernd wie die \u00e4lteste Schildkr\u00f6te der Welt&#8230; Ich war so selbstsicher, denn dort waren keine Moskitos. Ich mu\u00df zugeben, ich war im Unrecht&#8230;<\/p>\n<p>Wir haben stets unter einem Moskitonetz oder in unserem Zelt geschlafen, sozusagen in Insektenfreien Zonen. W\u00e4hrend Katja vor allem abends pflichtbewu\u00dft Insektenschutzmittel auftrug oder in einem Langarmshirt steckte, lief ich im T-Shirt umher, ohne auch nur im Entferntesten an einen Moskitoschutz zu denken, da ich schlie\u00dflich keine dieser blutr\u00fcnstigen Monster zu sehen bekam.<\/p>\n<div style=\"text-align: center\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2007\/2007_ecuador\/rocafuerte\/IMG_8153.JPG\" title=\"staying in Nathalie's house\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2007\/2007_ecuador\/rocafuerte\/cache\/IMG_8153.JPG-nggid042426-ngg0dyn-150x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"staying in Nathalie's house\" title=\"staying in Nathalie's house\" \/><\/a>\t\n\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/peru\/rio_napo\/pantoja\/IMG_8745.JPG\" title=\"Nicolas outdoor kitchen - our home for two weeks\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/peru\/rio_napo\/pantoja\/cache\/IMG_8745.JPG-nggid042542-ngg0dyn-150x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"Nicolas outdoor kitchen - our home for two weeks\" title=\"Nicolas outdoor kitchen - our home for two weeks\" \/><\/a>\t\n\n<p><\/div>\n<p>Es begann auf dem Boot.<\/p>\n<p>Genau ein Jahr zuvor, am 18. Februar &#8211; Katjas Geburtstag &#8211; zogen wir in eine franz\u00f6sische Jacht, welche uns von Kuba nach Panama brachte. Dieses Jahr zogen wir am gleichen Tag in ein Frachtboot namens Miluska, welches uns den letzten Teil unserer Rio Napo Flu\u00dfreise transportieren w\u00fcrde. Wir mu\u00dften nur von Santa Clotilde nach Iquitos gelangen.<\/p>\n<div class=\"wp-caption alignright\" style=\"width: 160px;\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/peru\/rio_napo\/cabo_pantoja\/IMG_9555.JPG\" title=\" \" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/peru\/rio_napo\/cabo_pantoja\/cache\/IMG_9555.JPG-nggid042840-ngg0dyn-150x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"IMG_9555\" title=\"IMG_9555\" \/><\/a>\t\n<p class=\"wp-caption-text\"> <\/p><\/div>\n\n<p>Wir trafen 7 andere Backpacker im dritten Stock des Bootes und hingen unsere H\u00e4ngematten direkt neben ihre. Reisen mit dem Boot ist allerdings eine andere Geschichte, so dass ich jetzt lieber einen \u00dcberblick \u00fcber meinen Fiebermarathon gebe.<\/p>\n<p>Am zweiten Tag auf dem Boot f\u00fchlte ich das Fieber in mir aufsteigen. Reisen mit dem Boot ist nicht einfach, ich dachte also, dass ich einfach nur m\u00fcde bin. Wie auch immer. Am Nachmittag ma\u00df ich meine Temperatur. Das Fieberthermometer zeigte 38C. Warum wohl? Was f\u00fcr ein R\u00e4tsel&#8230; Vielleicht ist es ja wegen dem super salzigen Fisch, welcher uns am Vorabend in der Kantine der Miluska serviert wurde. Uns kam au\u00dferdem zu Ohren, dass der Fisch zuvor auf dem Boot getrocknet wurde und sich bereits w\u00e4hrend dieses Prozesses die Maden an dessem Fleisch labten. In diesem Fall d\u00fcrfte der Durchfall allerdings nicht weit sein. Oder hatte ich mir letzte Nacht vielleicht eine Grippe eingefangen? Es war ganz sch\u00f6n windig und Mann wie ich bin, schlief ich nat\u00fcrlich ohne Schlafsack. Wie auch immer. Morgen werden wir in Iquitos ankommen, da k\u00f6nnen wir dann \u00c4rzte um Rat fragen.<\/p>\n<div class=\"wp-caption alignleft\" style=\"width: 210px;\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/peru\/rio_napo\/cabo_pantoja\/IMG_9558.JPG\" title=\" \" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/peru\/rio_napo\/cabo_pantoja\/cache\/IMG_9558.JPG-nggid042841-ngg0dyn-200x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"IMG_9558\" title=\"IMG_9558\" \/><\/a>\t\n<p class=\"wp-caption-text\"> <\/p><\/div>\n\n<p>Am Abend hielt das Boot f\u00fcr kurze Zeit im Dorf Mazan. Ich st\u00fcrmte zur n\u00e4chstbesten Telefonzelle, um Pilar, die Freundin einer Freundin, in Iquitos anzurufen. Zus\u00e4tzlich versuchte ich Mineralwasser und etwas Brot aufzutreiben. Das Brot fand ich nicht. Bei meiner R\u00fcckkehr zum Boot winkte mir Katja schon von weitem zu und zeigte auf eine in der Hafenstra\u00dfe liegende B\u00e4ckerei. Ich machte kehrt. Auf dem Weg zur B\u00e4ckerei sah ich ein anderes Haus, dass offensichtlich eigenartig aussehendes Brot anbot. Ich fragte, ob es zum Verkauf bestimmt war. &#8220;Nein, das Brot ist alt&#8221;, entgegnete man mir. Und warum liegt es dann so verkaufsfreudig auf dem Tresen? Ich mu\u00dfte also zur\u00fcck zur Stra\u00dfe, um mein Gl\u00fcck weiter zu versuchen. Der Eingang zu diesem Haus lag etwas niedriger als die Stra\u00dfe, es galt also drei Holzstufen emporzusteigen. Ich war noch immer mit Fieber, in Eile, nahm die Stufen nicht wirklich ernst und mein Schuh schien dreimal so breit wie die mittlere Stufe&#8230; Mein Bein verklemmte sich zwischen Stufe und Wand und ich viel r\u00fccklinks auf den Boden&#8230; Mit Gl\u00fcck schaffte ich es, mich sanft am Boden abzufangen. Ein Mann kam erschrocken aus dem Nachbarhaus gerannt und rief, &#8220;Que pasa?&nbsp; Que pasa?&#8221; (Was ist los?) &#8220;Alles ist in Ordnung&#8221;, log ich ihn an, denn die Stufe war einfach zu klein. Zur gleichen Zeit beobachtete mich Katja vom Boot aus. Sie sah mich die Stra\u00dfe entlang laufen und pl\u00f6tzlich verschwand ich aus ihrem Blickfeld. &#8220;Augustas ist in Ohnmacht gefallen!&#8221;, dachte sie, verga\u00df alles um sich herum und eilte mir zu Hilfe.<\/p>\n<p>Mittlerweile stand ich auf, befreite mich von Staub, ertastete meine Schrammen am rechten Bein und erreichte schlie\u00dflich die B\u00e4ckerei. Es hatte sich gelohnt, ich bekam hei\u00dfe Br\u00f6tchen direkt aus dem Ofen und lief zur\u00fcck zum Boot. Katja kam mir am Ufer aufgeregt entgegengelaufen. Ich beruhigte sie, ich bin am Leben. Nur diese verdammt schmale Stufe und meine Schuhgr\u00f6\u00dfe 46&#8230; Es war Zeit sich auszuruhen. Ich sehnte mich nach Iquitos&#8230;<\/p>\n<p>Mittwochmorgen. Das Fieber steigt auf 39.5C. Gegen 11 Uhr verlie\u00dfen wir das Boot im Masusa <br \/>Hafen von Iquitos. Katja informierte Pilar \u00fcber unsere Ankunft und nun dauerte es eine weitere Stunde, bis wir uns endlich gefunden hatten. Arme Pilar, die auch nicht in bester Verfassung war. Sie humpelte wegen einer Nervenentz\u00fcndung im rechten Bein und das im 4. Schwangerschaftsmonat. Mit einem Motorcaro (dreir\u00e4driges Motorradtaxi) brachten wir unser Gep\u00e4ck zu Pilars Haus und eilten danach sofort zum Krankenhaus. Zu diesem Zeitpunkt sah ich nahezu gar nichts mehr, hatte keinerlei Kraft meine Augen offenzuhalten, schwitzte wie die H\u00f6lle und war absolut Orientierungslos.<\/p>\n<p>Hospital Iquitos. F\u00fcr 3 Sol (\u20ac 0,70) konsultierte ich einen Doktor in der Notaufnahme. Er blickte mich kurz an und sandte mich daraufhin direkt zum gota gruesa test. &#8220;Gota gruesa&#8221; bedeutet ein Abstrich meines Blutes aus Finger oder Vene, um unter dem Mikroskop Malariaparasiten ausfindig zu machen. Mein Finger wurde angestochen. Das Resultat st\u00fcnde in 2,5 Stunden fest. Katja bat um die Mobiltelefonnummer der Krankenschwester. Wir fuhren zur\u00fcck zum Haus. Ich brauchte Schlaf. Ein sp\u00e4terer Anruf im Krankenhaus und wir wu\u00dften, dass der Malariatest negative war.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag. Vielleicht hatte ich mir wirklich nur eine Erk\u00e4ltung eingeholt. W\u00e4hrend wir im Internetcafe sa\u00dfen, bekam ich Sch\u00fcttelfrost. Wir warteten nicht lange, kehrten zum Haus zur\u00fcck, nahmen ein Motorcaro und entschieden uns f\u00fcr den Besuch eines anderen Krankenhauses, dieses Mal das Hospital Regional. Die Konsultation des Notarztes kostete hier 7 Soles (\u20ac 1,70). Der Doktor ordnete einen weiteren gota gruesa Test und detailliertere Blutanalysen an. Wir warteten eine Stunde. Ich hatte keine Kraft, so dass ich mich auf den Boden legte, um auszuruhen. Der Malaria Test war erneut negativ. Der Doktor diagnostizierte Dengue-Fieber.<\/p>\n<p>&#8220;Keine Sorge,<br \/>\n&#8221; beruhigte er mich, &#8220;das Fieber wird in 5 Tagen verschwinden. Danach k\u00f6nnte deine Haut roten Ausschlag aufweisen. Wenn Nasen- oder Zahnfleischbluten auftritt, begib dich sofort ins Krankenhaus. Wenn nicht, dann war&#8217;s das mit der Krankheit. Dengue ist vor\u00fcber.&#8221;<\/p>\n<p>Da das Fieber hoch war, schlug mir der Doktor eine Metamizolspritze vor, um das Fieber zu senken und die Schmerzen zu lindern. Welche Schmerzen? Egal, ich lie\u00df die Spritze \u00fcber mich ergehen. Letztlich f\u00fchlte ich jedoch keinen Unterschied zur Einnahme von Paracetamol&#8230; <\/p>\n<p>Dieser Doktor empfahl mir zus\u00e4tzlich, das&nbsp; Hospital Naval (Krankenhaus der Marine) aufzusuchen, um eine kostenlose Analyse der Art des Dengue-Fiebers machen zu lassen. Das klang interessant, doch wir verschoben den Besuch lieber auf den n\u00e4chsten Tag.<\/p>\n<p>Freitag. Im Forschungszentrum des Hospital Naval konsultierten wir Doktor Salomon. Er erkl\u00e4rte uns, dass Dengue nicht die einzige Ursache f\u00fcr mein Fieber sein kann. Er ermahnte uns, neben einer m\u00f6glichen Malaria, auch Leptospirosis in Erw\u00e4gung zu ziehen. Diese Krankheit \u00fcbertr\u00e4gt sich durch Hautkontakt mit Wasser, dass durch Raten-, Hunde- oder anderen Tierurin verunreinigt ist. Das Problem mit Leptospirosis ist, dass die Diagnose einen ganzen Monat dauert. Das hie\u00df im Klartext, dass es, solange Dengue und Malaria nicht im Blut gefunden wird, ratsam ist, vorbeugend Antiobiotika f\u00fcr Leptospirosis einzunehmen. Wenn das Fortschreiten dieser Krankheit nicht rechtzeitig einged\u00e4mmt wird, beginnen dessen Parasiten n\u00e4mlich mit der Zerst\u00f6rung von Leber und anderen Organen.<\/p>\n<div class=\"wp-caption alignright\" style=\"width: 110px;\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/peru\/mazan\/IMG_9561.JPG\" title=\"and a bunch of them more\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/peru\/mazan\/cache\/IMG_9561.JPG-nggid042846-ngg0dyn-100x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"and a bunch of them more\" title=\"and a bunch of them more\" \/><\/a>\t\n<p class=\"wp-caption-text\">and a bunch of them more<\/p><\/div>\n\n<p>Doktor Salomon sandte uns anschlie\u00dfend zur\u00fcck zum Hospital Iquitos, wo wir mit Dr. Sihuincha, einem Spezialist f\u00fcr tropische Infektionskrankheiten, R\u00fccksprache zu meinem Fall halten sollten. Nun gut. Wir bestiegen wieder einmal ein Motocaro und erreichten 10 Minuten sp\u00e4ter das Krankenhaus. Zuerst suchten wir nach Marcelina, einer Krankenschwester, die f\u00fcr das Hospital Naval arbeitet. Sie nahm Blutproben f\u00fcr die Analyse von Dengue und Leptospirosis. Wir baten zudem um einen neuen gota gruesa Test, nur f\u00fcr alle F\u00e4lle. Der stellte sich eine Stunde sp\u00e4ter als negativ heraus. Doktor Sihuincha verschrieb mir vorsichtshalber Doxycyclin, um die Ausbreitung von Leptospirosis in meinem K\u00f6rper zu verhindern. Zus\u00e4tzlich ordnete er einen detaillierten Blut-, Urin- und Stuhltest an.<\/p>\n<p>Freitagnachmittag. Ich f\u00fchle mich mit jeder Stunde besser. Die Temperatur f\u00e4llt unter die 38C Linie. Sollte das nicht das Ende des Dengue-Fiebers sein, das allm\u00e4hlich abf\u00e4llt und am f\u00fcnften Tag verschwindet?<\/p>\n<p>Samstag morgen lieferten wir die notwendigen Muster (Urin, Stuhl, Blut) im Krankenhaus ab. Die Temperatur blieb stabil um die 37,5C. Wir verbrachten ein bis zwei weitere Stunden im Stadtzentrum. Pl\u00f6tzlich stieg das Fieber wieder an. Unser elektronisches Fieberthermometer zeigte 38,2C. Ich nahm Paracetamol und wir fuhren schnurstracks nach Hause. Ein Uhr nachmittags. Erneutes Messen&#8230; 39,4C &#8211; eine weitere Paracetamol. Nach 2 Stunden scheint alles in Butter &#8211; 37,7C. Ich bitte Katja, unseren Biomagnetismus Doktor Yolanda in Ecuador anzurufen. Sie hatte versprochen, uns auf Distanz zu heilen, wann immer wir entlang des Weges erkranken w\u00fcrden. Katja erreichte Yolanda, die versprach, am gleichen Abend eine Behandlung durchzuf\u00fchren. Mittlerweile stieg die Temperatur erneut an. Es wurde langsam l\u00e4stig. Am Abend rief Katja wieder Yolanda an. Sie hatte Dengue-Fieber und Malaria p. vivax gefunden, die sie bereits mittels biomagnetischer Felder begonnen hat zu eliminieren bzw. beseitigen. <\/p>\n<p>Sonntag. Es w\u00e4re gut gewesen, einen weiteren Malariatest zu machen. Leider fehlte mir daf\u00fcr die Kraft. Irgendwie machte dieser Test ja sowieso wenig Sinn. Wenn ich wirklich Malaria p. vivax habe, w\u00fcrde ich es eh behandeln. Katja hatte n\u00e4mlich Dr. Sihuincha angerufen, der die Ausstellung eines Rezeptes durch den amtierenden Notarzt angeordnet hatte, damit ich umgehend mit der Behandlung der Malaria p. vivax (die Yolanda fand und er vermutete) beginnen konnte. Ich bin noch immer im Bett, w\u00e4hrend Katja alles in die Wege geleitet und die Medizin besorgt hat.<\/p>\n<p>Wir wu\u00dften bis dato nicht, das Biomagnetismus auch Malaria heilen kann. Yolanda f\u00fchrte bereits die zweite Fernbehandlung durch, in der sie meinen K\u00f6rper von allen Parasiten befreite. Wahrscheinlich war dies einer der Gr\u00fcnde, warum ich mich Sonntagnachmittag so gut f\u00fchlte. Trotz alledem begann ich nach Katjas R\u00fcckkehr mit der Einnahme der Antimalariatabletten, um den Akt der Parasitenzerst\u00f6rung mit 4 Chloroquintabletten in Gang zu setzen. Die Kombination von verschiedenen Behandlungen lie\u00df mich ausgesprochen frisch und gl\u00fccklich am Abend f\u00fchlen. In der Nacht fiel die Temperatur auf normal ab.<\/p>\n<p>Montag. Was f\u00fcr ein wundersch\u00f6ner Morgen! Mein Zustand war besser als je zuvor. Ich h\u00e4tte locker den Zuckerb\u00e4cker f\u00fcr Katja spielen und ihr den ganzen Tag Torten vorsetzen k\u00f6nnen. Ich begann Witze zu machen und innige Freundschaft mit meinem Retter &#8211; Katja &#8211; zu schlie\u00dfen. Leider wendete sich das Blatt erneut. Das Fieber stieg allm\u00e4hlich wieder an. W\u00e4hrend Katja in Ecuador anrief, kam ich mir vor wie in der Sauna. Hei\u00df, hei\u00df, hei\u00df&#8230; Ich nehme also eine Paracetamol, worauf Schwitzausbr\u00fcche folgen. Es mu\u00df etwas geschehen, so geht es ja nicht weiter. Yolanda meint, dass sie weder einen Virus noch Parasiten in meinem K\u00f6rper finden kann. Wir vermuten, dass die Einnahme von Doxycycline zweimal am Tag die korrekte Diagnose mit den biomagnetischen Feldern beeintr\u00e4chtigt.<\/p>\n<p>Am Nachmittag folgt eine weitere Fieberwelle. Wir erinnern uns an eine Amerikanerin, die wir in Pantoja am Rio Napo kennengelernt haben. Sie war dabei, an einem Malariaprojekt in Iquitos zu arbeiten. Wie konnten wir sie nur finden? Wie war ihr Name? Gl\u00fccklicherweise hatten wir die Email-Adresse eines anderen M\u00e4dels, die mit Eva zusammen gereist war. Nach einer schnellen Kommunikation \u00fcber Email brachte uns Eva, die Malariawissenschaftlerin, mit den Verantwortlichen des Malariaprojektes in Iquitos in Kontakt. Sie erw\u00e4hnte zudem unseren Dr. Sihuincha, dem wir in dieser Angelegenheit vertrauen k\u00f6nnten. <\/p>\n<p>Viele Leute waren alarmiert. Ich folgte deren Rat, mich zum Labor des San Juan Krankenhauses zu begeben, um einen weiteren gota gruesa Test, gemeinsam mit einer komplizierteren Analyse f\u00fcr Malaria, genannt PCR, zu machen.<\/p>\n<p>Montagabend. Mit 39C Fieber und Katja an meiner Seite traten wir die Reise zum San Juan Krankenhaus an. Der Weg war lang, denn dieses Krankenhaus liegt am anderen Ende der Stadt, in der N\u00e4he des Flughafens. Nach der Blutentnahme bat uns der Laborarzt eine Stunde zu warten, bis die ersten Resultate bekannt w\u00e4ren. Ich schwitzte auf der Bank des Labors vor mich hin und Katja schaute sich derweil nach Keksen und Brot um, denn keiner von uns Beiden hatte an diesem Tag wirklich etwas zwischen die Z\u00e4hne bekommen.<\/p>\n<p>Das Resultat ist positive. Das Anzeichen von Malaria p. falciparum ist sehr sehr schwach, aber positive. Endlich! Die Labormitarbeiter informierten Dr. Sihuincha \u00fcber Mobiltelefon. Wir mu\u00dften zur\u00fcck zum Hospital Iquitos, wo Dr. Sihuincha in der Notaufnahme auf uns warten w\u00fcrde, um die andere Malariabehandlung einzuleiten. Die Zeiger der Uhr standen auf 19 Uhr. Was f\u00fcr ein Tag&#8230; Noch immer mit hohem Fieber lie\u00dfen wir uns in einem Motorcaro zum Hospital Iquitos bringen und waren dabei schneller als Dr. Sihuincha. In der Notaufnahme trafen wir auf den Doktor aus dem Hospital Regional, der einige Tage zuvor Dengue diagnostiziert hatte. <\/p>\n<p>Dr. Sihuincha traf ein und verschrieb Artesunato und Mefloquin f\u00fcr die Behandlung der Malaria p. falciparum. Eine Tablette Artesunato zur Soforteinnahme, die folgenden zwei Tage eine Kombination von einer Tablette Artesunato und 3 Tabletten Mefloquin. Das sollte das Ende meiner Schwierigkeiten bedeuten&#8230; Die erste, magische Artesunato Tablette sp\u00fclte das Fieber komplett hinunter und ich begann mich ein wenig besser zu f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Die andere Seite der Pillen. Die folgenden drei<br \/>\n N\u00e4chte litt ich an Schlaflosigkeit. Immer wenn ich einschlief, tr\u00e4umte ich sonderbare Sachen. Es waren eine Reihe von Kurzfilmen.<\/p>\n<p>Der erste Teil der Kurzfilmserie begann mit dem Gota Gruesa Horror. Es gab Millionen von Doktoren, die nur darauf warteten, eine Blutprobe von meinem Finger zu nehmen und weitere GOTA GRUESA tests zu machen. Gota gruesa gota gruesa gota gruesa&#8230; Es reichte! Ich wachte auf.<\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Teil der Tr\u00e4ume sah ich Katja an einem Basketballspiel teilnehmen. Ich konnte nicht mitmachen, da ich Malaria hatte. Ich war krank. Pl\u00f6tzlich tauchten ein paar Litauer auf und ich entschied, sie zu deren Dorf zu begleiten. Ich sa\u00df bereits im Zug, als ich realisierte, da\u00df weder ich wei\u00df, wohin ich unterwegs bin, noch Katja wissen w\u00fcrde, wo sie mich finden kann. Ich ging schnell zur\u00fcck nach Hause und fand heraus, dass die \u00dcberflutung der Stra\u00dfen begonnen hatte&#8230;<\/p>\n<p>In einer anderen Episode jagten zwei Frauen mit St\u00f6ckelschuhen an einer Bushaltestelle Menschen durch die Gegend und traten sie in deren Allerwertesten. Irgend etwas kam mir eigenartig an ihnen vor. Da! Sie fingen eine weitere Person&#8230; Aha! Mir fiel es wie Schuppen von den Augen. Es waren Taschendiebe!<\/p>\n<p>Die f\u00fcrchterlichste Geschichte handelte von einer bl\u00e4ulichen Frau, die ein totes Kind zur Welt brachte. Das Babie \u00e4hnelte eher einem Alien als einem Menschen. Die Kreatur hatte einen Kopf, der zum Ende hin schmaler wurde und eine lange Nase&#8230; Die Frau schrie wie am Spie\u00df&#8230; Vielleicht war es ja ein toter Malariaparasit?<\/p>\n<p>In diesem Rythmus durch die ganze Nacht. Und tags\u00fcber kam ich mir vor wie im Film. Meine Orientierung und Koordination folgten weit hinter mir. Wichtig war es, mich langsam zu bewegen, damit ich meine Koordination mit meinem K\u00f6rper synchronisieren konnte. Stra\u00dfen waren eine fast un\u00fcberwindbare Herausforderung f\u00fcr mich. Ohne mich an Katjas Hand festzukrallen, konnte ich kaum aus dem Haus laufen. In Klartext versetzten mich die Pillen kostenlos in einen betrunkenen Zustand. <\/p>\n<p>Heute, w\u00fcrde ich sagen, ist alles vorbei. Ich kann wieder lesen, schreiben, ich laufe allein, doch mit dem Deutsch reden ist es immer noch schwierig&#8230;<\/p>\n<p>\u00dcbrigens, es gab einen Grund, warum ich von \u00fcberfluteteten Stra\u00dfen getr\u00e4umt habe. Mittwochnacht fegte ein kr\u00e4ftiger Storm \u00fcber Iquitos. Die Gegend, in der wir leben, wurde komplett \u00fcberflutet. Das Wasser stieg so sehr, dass es in niedrig liegende H\u00e4user eindrang. Welch Gl\u00fcck, dass unser Haus teilweise \u00fcber Zementboden verf\u00fcgte, der h\u00f6her als der Erdboden lag. Wir bekamen daher nur ein paar Wellen von den mittlerweile Flu\u00dfstra\u00dfen ab, besonders dann, wenn sich Motorcaros durch die Fl\u00fcsse k\u00e4mpften. <\/p>\n<p>Unsere Nachbarn waren da ein wenig schlechter dran, denn all ihr Boden bestand aus purer Erde und lag auch noch tiefer als die Stra\u00dfe. Als wir bereits zu Bett gegangen waren, konnten wir durch die d\u00fcnnen W\u00e4nde noch immer h\u00f6ren, wie Wasser aus dem Haus gesch\u00f6pft wurde, was den Erdboden schlammig und na\u00df bis zum n\u00e4chsten Tag hinterlie\u00df.<\/p>\n<div style=\"text-align: center\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/peru\/mazan\/IMG_9585.JPG\" title=\"flooding through heavy rain in Iquitos\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/peru\/mazan\/cache\/IMG_9585.JPG-nggid042848-ngg0dyn-100x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"flooding through heavy rain in Iquitos\" title=\"flooding through heavy rain in Iquitos\" \/><\/a>\t\n\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/peru\/mazan\/IMG_9587.JPG\" title=\"supposedly our bathroom\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/peru\/mazan\/cache\/IMG_9587.JPG-nggid042849-ngg0dyn-100x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"supposedly our bathroom\" title=\"supposedly our bathroom\" \/><\/a>\t\n\n<p><\/p>\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/peru\/mazan\/IMG_9616.JPG\" title=\"scary, if water enters your house in this way\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/peru\/mazan\/cache\/IMG_9616.JPG-nggid042856-ngg0dyn-100x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"scary, if water enters your house in this way\" title=\"scary, if water enters your house in this way\" \/><\/a>\t\n\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/peru\/mazan\/IMG_9609.JPG\" title=\" \" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/peru\/mazan\/cache\/IMG_9609.JPG-nggid042855-ngg0dyn-100x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"IMG_9609\" title=\"IMG_9609\" \/><\/a>\t\n\n<p><\/div>\n<p>Das soll es wu diesem Thema gewesen sein. Um es zusammenzufassen: Ich bin am Leben! Nur stecken wir hier in der Mitte des Dschungels fest, da Iquitos nur zu Wasser (3 Tage im Boot) oder Luft verlassen werden kann. Wie auch immer, wir werden noch eine weitere Woche hier bleiben, da ich am 7. M\u00e4rz eine erneute Blutprobe f\u00fcr das Dengueprojekt im Krankenhaus abgeben mu\u00df.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zuallererst m\u00f6chte ich denen danken, die zu meiner Erkrankung beigetragen haben &#8211; den 3 Moskitos, die mich scheinbar abg\u00f6ttisch liebten. Zum Zweiten danke ich von Herzem all denen, die mich mit ihren Worten unterst\u00fctzt haben sowie allen anderen, die in Gedanken mit mir waren. Mein erstes Dengue-Fieber, meine erste Malaria, mein erstes Mal beides in [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":false,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"enabled":false},"version":2}},"categories":[50,17],"tags":[],"class_list":["post-348","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gesundheit","category-peru"],"aioseo_notices":[],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/348","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=348"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/348\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":599,"href":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/348\/revisions\/599"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=348"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=348"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=348"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}