{"id":321,"date":"2006-01-22T19:00:00","date_gmt":"2006-01-22T17:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/followtheroad.com\/de\/wenn-8jahrige-bereits-taxi-fahren\/"},"modified":"2006-01-22T19:00:00","modified_gmt":"2006-01-22T17:00:00","slug":"wenn-8jahrige-bereits-taxi-fahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/wenn-8jahrige-bereits-taxi-fahren\/","title":{"rendered":"Wenn 8j\u00e4hrige bereits Taxi fahren&#8230; (Januar, 15)"},"content":{"rendered":"<p>Als wir uns auf den Weg machten, um die Isla Blanca gen Cancun zu verlassen, stellte sich heraus, dass das Restaurant zu und die handvoll Autos verschwunden waren. Da es irgendwo ein weiteres Restaurant gab, gingen wir in der Hoffnung los, dort zumindest fahrbare Unters\u00e4tze zu finden. Wir liefen ein paar Hundert Meter bis wir von einer Horde Hunde zur\u00fcckgetrieben wurden. Es waren gute Wachhunde, da kann man nichts sagen, aber gegen\u00fcber uns waren sie eben nicht so freudig gestimmt. Wir traten also den R\u00fcckweg an, um zumindest ausser Sicht- und Riechweite zu kommen. <\/p>\n<p>Da sassen wir nun inmitten der Sonne entlang unseres Weges und kamen nicht weiter. Da wir nicht mehr genug Wasser und Essen hatten, konnten wir auch schlecht dort bleiben. Wir hofften also auf ein Auto und kurze Zeit sp\u00e4ter erf\u00fcllte sich auch unser Wunsch. Ein Taxifahrer mit einer Tochter auf dem Schoss, der anderen auf dem Beifahrersitz, der Grossmutter und seinem Hund auf der R\u00fcckbank hielten mit einem Ruck an. Wir baten um einen kostenlosen Lift ins Cancuner Zentrum und der Taxifahrer willigte ein. Als wir einstiegen, hatte die winzige Grossmutter grosse M\u00fche den Hund am Fenster und im Zaum zu halten. Nicht das der Hund agressiv war, allerdings wusste er wie man k\u00fcsst! Das tat er dann zum Leidwesen der Grossmutter aus st\u00e4ndig. Ungew\u00f6hnlich an diesem Lift war, dass nicht der Taxifahrer das Auto fuhr, sondern seine 8j\u00e4hrige Tochter! Anfangs holperte es noch ein bischen, aber am Ende unserer Fahrt konnte wir keinen Unterschied zur Fahrweise eines Erwachsenen feststellen.<\/p>\n<p>Der Taxifahrer, bzw. seine Tochter. hielt dann am Hafen an. Dort f\u00fchrte eine Strasse direkt zu Cancuns Zentrum. Auch konnten wir zur Isla de las Mujeres (Insel der Frauen) \u00fcbersetzen, was wir aber nicht vorhatten. Wir ruhten uns dann ein wenig am Hafen aus, a\u00dfen etwas, f\u00fcllten unsere Wasserflaschen auf und stellten uns kurz darauf an die Strasse. Bald wurden wir dann auch von zwei jungen Herren aufgegabelt, die uns in Cancun bis zu der Strasse brachten, die Richtung Valladolid f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Dort angekommen riefen wir erst einmal den Bruder von Daniel an, das Hospitalitymitglied, welches uns eigentlich f\u00fcr die ersten Tage in Cancun unterbringen wollte. Leider konnten wir den Bruder nicht erreichen, woraufhin wir uns zu Fuss Richtung Stadtende aufmachten. Die Strasse war unendlich lang, so dass wir m\u00e4chtig ins Schwitzen kamen. Irgendwann setzten wir uns dann auch einfach an den Strassenrand, wo wir gen\u00fcsslich unsere Mais-Tostadas (getrocknete Maisfladen) verzehrten. Da wir genau vor einem privaten Haus sassen, kam auch binnen kurzer Zeit ein \u00e4lterer Herr an zwei St\u00fctzen zum Tor, um nach uns zu sehen. Wir gr\u00fcssten ihn, aber er schien es nicht zu h\u00f6ren. Kurz nach seinem Erscheinen verschwand er wieder und wir setzten unseren Weg gen Stadtende fort.<\/p>\n<p>Irgendwann kamen wir an einen grossen Markt, an dem wir uns mit ein paar Bananen eindeckten. Die anderen Fr\u00fcchte erschienen uns einfach zu teuer. Kurz darauf sahen wir aber einen riesigen Supermarkt, in dem wir uns erstmal wieder mit Essen und Trinken eindeckten. Als wir dann herauskamen, sahen wir ein gutes St\u00fcck Strasse, an dem wir problemlos Autos anhalten konnten. Es dauerte auch gar nicht lange und ein Herr zusammen mit seinem Sohn hielt an und brachte uns bis nach Leona Vicario, unserem eigentlichen Ziel.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Fahrt erfuhren wir, dass es in der Gegend keine wirklich gef\u00e4hrlichen Tiere gab. Nur vor einer bestimmten Schlange sollten wir uns in Acht nehmen. Diese w\u00fcrde uns zwar nicht attackieren, wenn wir allerdings ihren Weg kreuzten, k\u00f6nnte es passieren, dass sie ihr Terrain verteidigt und zuschnappt. Als L\u00f6sung gilt da, der Schlange einfach aus dem Weg zu gehen. Auch gab es einen Baum, dessen Bl\u00e4tter bei Ber\u00fchrung ein starkes Brennen auf der Haut verursachen. Als Heilmittel dagegen helfe dann einfach Zuckerwasser. Leider weiss ich weder den Namen der Schlange, noch des Baumes und noch wenniger ist mir bekannt, wie die beiden eigentlich aussehen. Nun gut, ich werde es noch herausfinden.<\/p>\n<p>Wir fragten unseren Fahrer, ob er ein sicheres und ungest\u00f6rtes Pl\u00e4tzchen zum Campen weiss. Er meinte darauf, dass er uns helfen wird, einen solchen Ort zu finden. Auch kam&nbsp; ihn die Idee, uns zu einer Lagune am Ende von Leona Vicario zu bringen. Als wir dort ankamen, sprach er sofort mit Rosario, der Dame des Hauses. Unser Fahrer war davon \u00fcberzeugt, dass wir nur gute Absichten verfolgen. Dies wurde besonders in dem Gespr\u00e4ch mit Rosario deutlich. Wir waren froh dar\u00fcber und nach einer kurzen R\u00fccksprache mit dem Herrn des Hauses f\u00fchrte dazu, dass wir eine Nacht in der Lagune \u00fcbernachten konnten.<\/p>\n<p>Obwohl Rosario bei unserer Ankunft besorgt war, dass sie uns kein Bad anbieten konnte, wurden wir kurze Zeit sp\u00e4ter gefragt, ob wir gerne duschen mchten. Wir wunderten uns dar\u00fcber ein wenig, bis Rosario erkl\u00e4rte, dass wir dazu das Wasser mit einem kleinen Kelch \u00fcber uns kippen mussten. Freudestrahlend packten wir also unsere Duschsachen ein, sch\u00f6pften Wasser aus dem Brunnen und ich verschwand zuerst im Bad. Es war einfach herrlich nach zwei Tagen ohne Dusche!<\/p>\n<p>Gegen Abend fing die ganze Familie an, in der Lagune (was f\u00fcr uns aber eher wie ein kleiner See aussah) zu fischen. Wir dachten sofort, dass es sich nur um das Fangen des Abendessens handelte. Als wir jecoh von der Familie zum&nbsp; Zuschauen eingeladen wurden, erkl\u00e4rte uns ein Verwandter, dass sie kleine Fische fangen, um diese wiederum in anderen Becken zu z\u00fcchten. Das Problem, wie uns berichtet wurde, war in Folge des Hurrican der Verlust des gesamten Fischbestandes. Fast alles wurde weggeschwemmt, da dass Wasser nach dem Hurrican weit \u00fcber der h\u00f6herliegenden Hauptstrasse stand. Im \u00fcbrigen war das Restaurant, was Rosario und ihre Familie in der Lagune betrieb, durch den Hurrican fast komplett zerst\u00f6rt wurden. Als wir da waren, war das Wasser bereits weithin zur\u00fcckgewichen. Es fehlten nur noch 1,5 Meter, um die Lagune in den Originalzustand zu versetzen. Allerdings wusste keiner, wie lange es wohl noch dauern w\u00fcrde, bis der Wasserpegel einen gesunden Stand erreicht hatte.<\/p>\n<p>Wir waren nahe dran, unseren Campingkocher zu starten, da unsere M\u00e4gen bereits knurrten. Wir liessen es aber sein, da wir gerne mehr Kontakt zu der Familie haben wollten. Da wir schon seit 2 Tagen 2 Platanos (Bananen, die man nicht roh isst) mit uns herumtrugen, aber nicht genau wussten, wie wir sie lecker zubereiten konnten, fassten wir unseren Mut zusammen und fragten Rosario wie man diese den zubereitet.<\/p>\n<p>Rosario nahm sofort ein grosses Messer zur Hand, schnitt sie entzwei und dann in etwas dickere Scheiben. Danach entfernten wir alle die Schale und Rosario setze bereits eine pfanne mit heissem \u00d6l an. Dann legtenn wir die Bananenscheiben St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck in die Pfanne und warteten, bis sie goldbraun gebacken waren. Rosario erkl\u00e4rte uns, dass wir sie abk\u00fchlen lassen m\u00fcssen. Also warteten wir ein wenig, um bald darauf herauszufinden, dass wir eine neue S\u00fcssigkeit entdeckt hatten. MH, war das Lecker! Wir teilten uns alle die Bananen und wurden dann von der Familie zu Tee, Tortillas (Fladen) und Animalitos, kleinen s\u00fcssen Keksen eingeladen.<\/p>\n<p>An dem Abend erfuhren wir, dass Mexikaner eine recht vieldeutige Sprache haben. Auch wurde uns die ganze Familie vorgestellt und jeder erz\u00e4hlte ein bischen aus seinem Leben. Es war ein sch\u00f6ner Abend und endlich dass, was wir uns f\u00fcr diese Reise gew\u00fcnscht hatten.<\/p>\n<p>Zum Abschluss unseres Aufenthaltes in der Lagune, kochten wir morgens eine Reispfanne direkt auf Rosarios Ofen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als wir uns auf den Weg machten, um die Isla Blanca gen Cancun zu verlassen, stellte sich heraus, dass das Restaurant zu und die handvoll Autos verschwunden waren. Da es irgendwo ein weiteres Restaurant gab, gingen wir in der Hoffnung los, dort zumindest fahrbare Unters\u00e4tze zu finden. 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