{"id":300,"date":"2008-05-13T00:00:00","date_gmt":"2008-05-12T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/followtheroad.com\/de\/affenhitze-und-todeskalte\/"},"modified":"2008-05-13T00:00:00","modified_gmt":"2008-05-12T22:00:00","slug":"affenhitze-und-todeskalte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/affenhitze-und-todeskalte\/","title":{"rendered":"Affenhitze und Todesk\u00e4lte (7.5. &#8211; 8.5.2008)"},"content":{"rendered":"<p>Mittwoch morgen hie\u00df es fr\u00fchzeitig aufstehen, denn wir wollten es bis Pica, einer Oase 115km s\u00fcdlich von Iquique in Chile, schaffen. Das Aufstehen fiel diesmal besonders schwer, wu\u00dften wir doch, wie sehr wir in Nilce&#8217;s Haus willkommen sind. W\u00e4hrend unserer Aufbruchvorbereitungen ert\u00f6nte einige Male der Satz, &#8220;Wir k\u00f6nnen auch noch einen Tag hier bleiben&#8230;&#8221; Doch letztendlich wollten und mu\u00dften wir auch weiter, schlie\u00dflich wartete bereits in San Pedro de Atacama eine Aufgabe auf uns. Schweren Herzens lie\u00df uns die Familie ziehen. Nilce beschenkte uns sogar noch mit je einem Perlenarmband und Fu\u00dfpuder, um unsere bald strapazierten F\u00fc\u00dfe versorgen zu k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Um es diesmal einfach zu machen, nahmen wir f\u00fcr 3 Soles (\u20ac 0,70) ein Taxi bis zum Busbahnhof. Dort hatten wir leider etwas Pech, denn der Bus war bereits voll und wir mu\u00dften demnach auf den n\u00e4chsten warten. Eine halbe Stunde sp\u00e4ter ging es auch f\u00fcr uns endlich nach Chile.<\/p>\n<p>Der Grenz\u00fcbergang klappte wie bisher ohne Probleme. Einzig die Tatsache, dass wir uns wegen der in Augustas Hosentasche befindlichen N\u00fcssen als Schmugler f\u00fchlten, lief alles glatt. Eigentlich ist es verboten, Esswaren nach Chile mitzunehmen. Als Augustas bei der Gep\u00e4ckkontrolle dann pl\u00f6tzlich gefragt wurde, was er in den Hosentaschen hat, sahen wir unsere N\u00fcsse schon im Eimer landen. &#8220;Meinen Sie diese Taschen?&#8221;, fragte Augustas und zeigte unschuldig auf seine Seitentaschen. &#8220;Hier habe ich nur Papier&#8221;, erg\u00e4nzte er und holte alles nacheinander hervor. Damit gaben sich die Grenzkontrollen zufrieden und lie\u00dfen ungewollt mit unseren N\u00fcssen ziehen.<\/p>\n<p>In Arica erledigten wir schnell einen Vorratseinkauf und los ging&#8217;s zu unserem Trampplatz am Ende der Stadt, direkt hinter einer Shell Tankstelle. Dort verbrachten wir erstaunliche 3,5 Stunden, ohne auch nur ein einziges Auto zum Anhalten bewegt zu haben. Hatten wir das letzte Mal in Arica einfach nur verdammt gro\u00dfes Gl\u00fcck gehabt oder standen die Sterne diesmal schlecht? <\/p>\n<div class=\"wp-caption alignleft\" style=\"width: 110px;\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/pica\/IMG_0828.JPG\" title=\"on the way to Antarctica\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/pica\/cache\/IMG_0828.JPG-nggid043323-ngg0dyn-100x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"on the way to Antarctica\" title=\"on the way to Antarctica\" \/><\/a>\t\n<p class=\"wp-caption-text\">on the way to Antarctica<\/p><\/div>\n\n<p>Mir kam eine Idee. &#8220;La\u00df uns ein Schild mit der Aufschrift Antarktis machen!&#8221; Voller Genialit\u00e4tseifer versuchte ich Augustas f\u00fcr diese Aktion zu gewinnen, doch der lie\u00df mich zappeln. Ich ging also zum Parkplatz, fand im Dreck ein St\u00fcck alte Pappe, wusch es in der Toilette des Tankstellenrestaurants und kam noch immer \u00fcberzeugt von meiner Idee zur\u00fcck. Augustas sch\u00fcttelte nur mit dem Kopf, hatte mir aber dennoch den Faserstift bereitgelegt. Mein \u00dcbereifer lie\u00df mich einen Buchstaben vergessen, den ich am Ende gekonnt ersetzte. Fertig mit der Malerei hielt ich das Schild schlie\u00dflich hoch. Augustas fand das alles gar nicht so lustig, doch ich konnte mich vor Lachen kaum noch halten. Nat\u00fcrlich mu\u00dfte ich das irgendwie verbergen, sonst w\u00fcrde kein Fahrer uns je glauben. Mein Grinsen von einem Ohr zum anderen verriet aber nahezu all meine innere Gef\u00fchlswelt. Die Reaktionen der Autofahrer war herrlich. Von verursachten Lachanf\u00e4llen, erstaunten Blicken und Leuten die andeuteten, dort auf jeden Fall nicht hinzuwollen, gab es wirklich alles. <\/p>\n<p>Endlich fand auch Augustas Gefallen an dem Schild und wer h\u00e4tte es gedacht, eine halbe Stunde sp\u00e4ter sa\u00dfen wir in einem Auto. Uns hatten zwei professionelle Fischf\u00e4nger aufgelesen, die auf dem Weg nach Camaron waren. Kaum sa\u00dfen wir im Auto, gaben die Jungs uns getrocknete Pflaumen. Wir hatten unheimlichen Spa\u00df mit diesen h\u00fcnenhaften Witzbolden. Dann legte der Beifahrer eine CD auf mit einem fantastischen Lied auf, dessen Titel und Herkunft ich leider nicht weis;z. Aber soviel, ein besseres Lied h\u00e4tte in dem Moment gar nicht spielen k\u00f6nnen, wo wir die endlose W\u00fcste entlangd\u00fcsten. Ich kam mir vor wie in einem Traum und irgendwas sagte mir, dass wir mit diesem Schild vielleicht doch irgendwann ans Ziel kommen werden &#8211; zur Antarktis.<\/p>\n<div style=\"text-align: center\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/pica\/IMG_0873.JPG\" title=\"is not it convincing?\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/pica\/cache\/IMG_0873.JPG-nggid043348-ngg0dyn-200x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"is not it convincing?\" title=\"is not it convincing?\" \/><\/a>\t\n\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/pica\/IMG_0874.JPG\" title=\"queen of the street\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/pica\/cache\/IMG_0874.JPG-nggid043349-ngg0dyn-200x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"queen of the street\" title=\"queen of the street\" \/><\/a>\t\n\n<p><\/div>\n<p>In Cuya bot sich uns gleich eine neue Mitfahrgelegenheit nach Iquique. Wir entschieden, uns in Humberstone heraussetzen zu lassen, um dort die Nacht im Zelt zu verbringen. Der Fahrer h\u00f6rte die ganze Zeit klassische Musik und erkl\u00e4rte uns sp\u00e4ter, dass sein Sohn Konzertpianist in Santiago sei. Obwohl die Musik wirklich wohlklingend war, f\u00fchrte sie bei der mittlerweile vorherrschenden Dunkelheit bei uns zu einem Ersch\u00f6pfungsschlaf. Sp\u00e4testens als unsere K\u00f6pfe nach vorne und hinten knickten, erinnerten wir uns daran, dass wir uns aus Anstand lieber wieder wachr\u00fctteln sollten. Am Ende dieses Tages war das alles andere als leicht.<\/p>\n<p>In Humberstone fanden wir eine dunkle Ecke, die sich f\u00fcrs Zelten nur so anbot. Der einzige Nachteil war, dass sich nicht weit von dort eine Art Parkplatz befand, wo regelm\u00e4\u00dfig ein Auto oder LKW anhielt. Das hielt mich die halbe Nacht wach, obwohl ich hundem\u00fcde war. Irgendwann verstand ich, dass es weniger die anhaltenden Autos waren, sondern mehr die K\u00e4lte, die mich nicht schlafen lie\u00df. Selbst Augustas, der sonst immer wie ein Ofen funktioniert, wachte vor K\u00e4lte zitternd auf. Nachdem wir uns warm eingepackt hatten, krochen wir beide so weit in die Schlafs\u00e4cke, dass nicht einmal mehr unsere Nasen herausschauten. Die froren bei den niedrigen Temperaturen n\u00e4mlich sofort ein. Wenn auch nicht lange, eine kleine M\u00fctze Schlaf bekamen wir damit auf jeden Fall. <\/p>\n<p>Morgens hie\u00df es ohne Fr\u00fchst\u00fcck weitertrampen. Wir schafften es recht schnell bis La Tirana, einem Dorf, dass f\u00fcr sein j\u00e4hrliches, im Juli stattfindendes, religi\u00f6ses Fest der &#8220;Virgen de la Carmen&#8221; (Jungfrau der Carmen) bekannt ist. Das Fest dauert jeweils eine Woche und verwandelt das verschlafene 1000 Seelendorf in eine 300.000 Teilnehmer z\u00e4hlende Feiergesellschaft. <\/p>\n<div class=\"wp-caption alignleft\" style=\"width: 110px;\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/la_tirana\/IMG_0805.JPG\" title=\"intriguing light\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/la_tirana\/cache\/IMG_0805.JPG-nggid043312-ngg0dyn-100x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"intriguing light\" title=\"intriguing light\" \/><\/a>\t\n<p class=\"wp-caption-text\">intriguing light<\/p><\/div>\n\n<p>Um sicher zu sein, dass wir die Kirche kennenlernen, lie\u00df uns der Fahrer am Plaza heraus, dem Mittelpunkt La Tiranas. Nach dem Erkunden des alten, faszinierenden Kirchengeb\u00e4udes, fanden wir im Schatten einiger B\u00e4ume einen gem\u00fctlichen Platz zum Fr\u00fchst\u00fccken. Unsere Br\u00f6tchen mit Marmelade und \u00c4pfeln mochten auch die Stra\u00dfenhunde, die wir nur mit M\u00fche von uns fernhalten konnten. Nachdem sie verstanden hatten, dass mit Nase in den Marmeladentopf stecken nichts drin ist, blieb nur noch einer zur\u00fcck, der mit entsprechender Mimik darauf wartete, uns weichklopfen zu k\u00f6nnen. <\/p>\n<div class=\"wp-caption alignright\" style=\"width: 110px;\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/la_tirana\/IMG_0827.JPG\" title=\"I couldn't do without me\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/la_tirana\/cache\/IMG_0827.JPG-nggid043322-ngg0dyn-100x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"I couldn't do without me\" title=\"I couldn't do without me\" \/><\/a>\t\n<p class=\"wp-caption-text\">I couldn't do without me<\/p><\/div>\n\n<p>Doch wir siegten \u00fcber seinen Mitleid erweckenden Gesichtsausdruck.<\/p>\n<p>Wir liefen ans Ende von La Tirana, um zwei Stunden sp\u00e4ter auf der Ladefl\u00e4che eines Pick-Up mitgenommen zu werden. Eigentlich nichts ungew\u00f6hnliches f\u00fcr uns, doch in Chile scheint diese Reiseform von der Polizei nicht gern gesehen.<\/p>\n<div class=\"wp-caption alignleft\" style=\"width: 110px;\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/pica\/IMG_0870.JPG\" title=\"Exequiel in the studio of municipality radio\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/pica\/cache\/IMG_0870.JPG-nggid043345-ngg0dyn-100x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"Exequiel in the studio of municipality radio\" title=\"Exequiel in the studio of municipality radio\" \/><\/a>\t\n<p class=\"wp-caption-text\">Exequiel in the studio of municipality radio<\/p><\/div>\n\n<p>In Pica griff Augustas die Idee von argentinischen Trampern auf, beim lokalen Radiosender eine Suche nach einer \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeit aufzugeben. W\u00e4hrend wir noch dabei waren, die Details dem Radiosprecher Exequiel zu diktieren, meinte der pl\u00f6tzlich, &#8220;Wartet mal. Ich glaube, ich k\u00f6nnte euch bei mir unterbringen. Ich mu\u00df nur R\u00fccksprache mit meiner Frau halten und meine Arbeit hier erledigen. Kommt doch einfach in 40 Minuten wieder und dann fahren wir zu mir.&#8221; <\/p>\n<p>Verbl\u00fcfft und erfreut, dass es so einfach geklappt hatte, gingen wir erst einmal ins Internet. Das ist in Pica mit 600 Pesos (\u20ac 1) pro Stunde zwar reichlich kostspielig, aber f\u00fcr uns einfach notwendig.<\/p>\n<p>Zur vereinbarten Zeit zur\u00fcck, beluden wir Exequiels Auto mit unserem Gep\u00e4cks. Schlie\u00dflich nahmen auch wir im Ofentemperatur aufgeheizten Wagen Platz. Ich mu\u00dfte mich hinten hineinzw\u00e4ngen, wo nach kurzer Zeit mein Herz unkontrollierte Schl\u00e4ge aus\u00fcbte. Das war einfach zu viel f\u00fcr meinen K\u00f6rper. Von m\u00e4ssigen Temperaturen um die 22 Grad mit Wind, zu stundenlanger Aussetzung der Sonne, einer Nacht bei Minustemperaturen, der stehenden, 30 Grad hei\u00dfen Luft Picas und dann auch noch in einem Auto, dass mindesten<br \/>\ns mit 60 Grad gl\u00fchte und kein L\u00fcftchen in den hinteren Teil des Autos lie\u00df. Exequiel hielt kurz an einem Haus und bat uns zu warten. Ich st\u00fcrzte sogleich aus dem Backofen, denn &#8216;Luft!&#8217; war mein einziger Gedanke. <\/p>\n<div class=\"wp-caption alignright\" style=\"width: 110px;\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/pica\/IMG_0864.JPG\" title=\"our wonderful Pica hosts: Gisela and\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/pica\/cache\/IMG_0864.JPG-nggid043343-ngg0dyn-100x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"our wonderful Pica hosts: Gisela and\" title=\"our wonderful Pica hosts: Gisela and\" \/><\/a>\t\n<p class=\"wp-caption-text\">our wonderful Pica hosts: Gisela and<\/p><\/div>\n\n<p>Exequiels Haus ist ein altes, ziemlich verrottetes Geb\u00e4ude, das er gerade einer Renovation unterzog. Er und seine Frau Gisela haben das Haus erst vor kurzem angemietet, und freuen sich schon auf den Umzug. An ihrem bisherigen Haus gef\u00e4llt ihnen vor allem die Lage nicht. Da Pica nur 400 Einwohner hat, wird man laut Gisela in der Gegend ihres jetzigen Hauses st\u00e4ndig beobachtet. Jeder wei\u00df alles \u00fcber jeden und so richtig entspannen kann man sich dabei ihrer Meinung nach nicht. Zudem hat der neue Wohnsitz den Vorteil, dass Gisela hier ihrer T\u00e4tigkeit als Verk\u00e4uferin ganzj\u00e4hrig nachgehen kann. Der Plan sieht so aus, dass ein Zimmer zum Leben hergerichtet wird und das andere eine Art Restaurant im alten Stil werden soll. Vor dem Haus wollen sie frisch gepresste Fruchts\u00e4fte verkaufen und sp\u00e4ter im Garten noch ein Freiluftkaffee einrichten, wo sich die G\u00e4ste unter Sonnenschirmen den Tag vertreiben k\u00f6nnen. Dazu soll es noch einen Garten geben, wo die Familie ihre Frischwaren selber z\u00fcchten, H\u00fchner und Hasen halten und sp\u00e4ter vielleicht noch eine Art Campingplatz f\u00fcr die Besucher der Cochas (Thermalb\u00e4der), f\u00fcr die Pica bekannt ist, herrichten kann.<\/p>\n<p>Exequiel bot uns an, im Garten zu zelten. Nachdem wir uns ein wenig umgeschaut hatten, baten wir unsere Matratzen in den leeren Raum neben der Toilette legen zu k\u00f6nnen, da uns dies den Zeltaufbau ersparte. Statt uns dort schlafen zu lassen, boten er und Gisela sofort an, lieber in ihrem jetztigen Wohnzimmer auf der Ausklappcouch zu n\u00e4chtigen. Gl\u00fccklich blinzelten wir uns an.<\/p>\n<p>Nach dem Essen erfreuten wir uns an der lauwarmen Dusche, dessen Wasser aus den Thermalquellen stammt. Auch wenn es in Pica nach den 30-35 Grad hei\u00dfen Tagen nachts abk\u00fchlt, ist die kalte Dusche um die Abendzeit bei weitem nicht mit dem Eisbad zu vergleichen, das wir nur alle zwei Tage in Tacna, Peru, \u00fcber uns ergehen lie\u00dfen. Dort glich die Dusche einem Bergwasserfall, bei dem man am besten nicht nachdachte, dass das fallende Nass kalt ist. Sonst h\u00e4tten uns keine zehn Pferde da jeden zweiten Tag zu einer K\u00f6rperreinigung hineinbekommen.<\/p>\n<div class=\"wp-caption alignleft\" style=\"width: 110px;\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/pica\/IMG_0844.JPG\" title=\"historical church\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/pica\/cache\/IMG_0844.JPG-nggid043334-ngg0dyn-100x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"historical church\" title=\"historical church\" \/><\/a>\t\n<p class=\"wp-caption-text\">historical church<\/p><\/div>\n\n<p>Den Abend nutzten wir, um Pica ein wenig besser kennenzulernen. Wir schauten in der 1877 erbauten Kirche vorbei, schlenderten durch den wundersch\u00f6n begr\u00fcnten Zentralpark und endeten auf einer der anheimelnden Parkb\u00e4nke, um unser Abendpicknick zu genie;\u00dfen. Faul und m\u00fcde genossen wir die ruhige Atmosph\u00e4re und w\u00e4ren bei dem leise vor sich <\/p>\n<div class=\"wp-caption alignright\" style=\"width: 110px;\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/pica\/IMG_0835.JPG\" title=\"resting in Pica's central park\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/pica\/cache\/IMG_0835.JPG-nggid043327-ngg0dyn-100x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"resting in Pica's central park\" title=\"resting in Pica's central park\" \/><\/a>\t\n<p class=\"wp-caption-text\">resting in Pica's central park<\/p><\/div>\n\n<p>hinpl\u00e4tschernden Springbrunnen fast auf Ort und Stelle eingeschlafen.<\/p>\n<p>Als wir zur\u00fcck kamen, war die ganze Familie noch am Werkeln. Die Haus braucht neue Deckenbretter, mu\u00df verputzt werden und nat\u00fcrlich darf der Anstrich nicht fehlen. Zwischendurch tobte mit viel Krach Darjhan, der f\u00fcnfj\u00e4hrige Sohn. Er ist sehr aufgeweckt und war wegen unseres Besuches derma\u00dfen \u00fcberdreht, dass er seine Macht verbal und k\u00f6rperlich zur Schau stellte. Die Eltern lie\u00dfen ihn gew\u00e4hren, war das Verhalten doch von der Situation abh\u00e4ngig.<\/p>\n<div class=\"wp-caption alignleft\" style=\"width: 110px;\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/pica\/IMG_0859.JPG\" title=\"playing with sun light\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/pica\/cache\/IMG_0859.JPG-nggid043341-ngg0dyn-100x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"playing with sun light\" title=\"playing with sun light\" \/><\/a>\t\n<p class=\"wp-caption-text\">playing with sun light<\/p><\/div>\n\n<p>Bei einen ausgedehnten Spaziergang durch Pica besuchten wir die wundersch\u00f6ne Cocha Reveladero, deren glasklares Wasser sich inmitten von Felsbl\u00f6cken ansammelt und dort f\u00fcr Thermalbadlustige zur Erholung bereitsteht. Die Cocha Reveladero zog mich regelrecht in ihren Bann. H\u00e4tte man sie nicht bereits privatisiert und w\u00fcrede daf\u00fcr 1000 Pesos (\u20ac 1,80) Eintritt verlangen, w\u00e4re meine Haut nicht lange trocken geblieben. Die Cocha Concova war dagegen ohne Eintritt benutzbar. Der Weg dahin war allerdings steinig und super anstrengend wegen der <\/p>\n<div class=\"wp-caption alignright\" style=\"width: 110px;\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/pica\/IMG_0850.JPG\" title=\"swimming not far from our house\" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/pica\/cache\/IMG_0850.JPG-nggid043338-ngg0dyn-100x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"swimming not far from our house\" title=\"swimming not far from our house\" \/><\/a>\t\n<p class=\"wp-caption-text\">swimming not far from our house<\/p><\/div>\n\n<p>Hitze. Die Mitnahme des Regenschirms als Sonnenschutz hatte sich gelohnt, denn ohne ihn h\u00e4tte ich es bei der hier vorherrschenden, nahezu agressiven Sonneneinstrahlung nicht bis zur Cocha geschafft. In Concova stellen wir entt\u00e4uscht fest, dass das Wasser nahezu Stillstand hatte. Die Lust hineinzuh\u00fcpfen verlie\u00df uns, denn stehendes Wasser ist nicht die beste Badegelegenheit. Ein urkomisches Paar st\u00f6rte sich daran hingegen wegen. Der Herr lief in kurzer Hose, sein T-Shirt in der Hand, sein halblanges Haar zerzaust in alle Richtungen stehend und sein wohlgebr\u00e4unter und -gen\u00e4hrter Bauch fr\u00f6hlich voranwippend den Berg zur Cocha hinunter. Hinter ihm her schwebte eine Dame in einem indischen Gewand, mit feuerrotem Haar und einem dem Gang zum Wasser unterst\u00fctzenden W\u00fcstensingsang. Kannten die beiden vielleicht eine Stelle in Concova wo das Wasser in Bewegung war? Wir w\u00e4ren gerne hinterhergeschlichen, da sie sich aber allein glaubten, nahmen wir davon Abstand. Mit hoher Wahrscheinlichkeit h\u00e4tten wir sie sonst nackend erwischt, da das Paar uns sehr an die Blumenkinderzeit der 70er Jahre erinnerte.<\/p>\n<p>Nach so viel Erkundungsg\u00e4ngen g\u00f6nnten wir uns das kostenlose Internet, was Collahuasi, ein Minenunternehmen, in Pica zur Verf\u00fcgung stellt. <\/p>\n<p>Im Haus am\u00fcsierten wir uns \u00fcber Nachbars Kater, der im Nebengrundst\u00fcck einen Baum erklamm. Den getigerten Kater tauften wir sogleich Garfield, da seine Kletterk\u00fcnste unglaublich witzig wurden, als er versuchte, den Baum wieder hinunterzukraxeln. Die Sorge um das heile Ende dieser Aktion stand ihm klar und deutlich ins Gesicht geschrieben. Letztendlich blieben sicher ein paar Krallen in der Baumrinde stecken. Sp\u00e4ter am Abend sorgte Garfield mit seinem unerwarteten Auftauchen in unserer Toilette f\u00fcr Furore. Garfield hatte sich heimlich ins Badezimmer geschlichen und war, als Augustas pl\u00f6tzlich auftauchte, mit solch einer Geschwindigkeit aus dem Bad geflitzt, dass Augustas vor Schreck das Herz in die Hose rutschte. Schweratmend und mich zum Lachen bringend fl\u00fcchtete auch Augustas daraufhin zur\u00fcck ins sichere Wohnzimmer.<\/p>\n<div style=\"text-align: center\">\n<a href=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/pica\/IMG_0848.JPG\" title=\" \" class=\"shutterset_\"><img src=\"https:\/\/followtheroad.com\/de\/photos\/2008\/chile\/pica\/cache\/IMG_0848.JPG-nggid043337-ngg0dyn-200x0x100-00f0w010c010r110f110r010t010.JPG\" alt=\"IMG_0848\" title=\"IMG_0848\" \/><\/a>\t\n\n<p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittwoch morgen hie\u00df es fr\u00fchzeitig aufstehen, denn wir wollten es bis Pica, einer Oase 115km s\u00fcdlich von Iquique in Chile, schaffen. 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