{"id":296,"date":"2007-04-30T00:00:00","date_gmt":"2007-04-29T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/followtheroad.com\/de\/auch-schnecken-erreichen-ihr-ziel\/"},"modified":"2007-04-30T00:00:00","modified_gmt":"2007-04-29T22:00:00","slug":"auch-schnecken-erreichen-ihr-ziel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/followtheroad.com\/de\/auch-schnecken-erreichen-ihr-ziel\/","title":{"rendered":"Auch Schnecken erreichen ihr Ziel (March 22 &#8211; 23)"},"content":{"rendered":"<p>Auf Fr\u00fchaufstehen hatten wir keine richtige Lust und so dauerte unser Aufbrechen l\u00e4nger als gedacht. Wir liefen zum Stadtende von Boquete, was ein ganzes St\u00fcck entfernt war. Dort postierten wir uns an einer Kreuzung und auf eigenartige Weise hielt auch bald ein Auto f\u00fcr uns an, das eigentlich gerade aus Boquete kam und nach rechts abbiegen wollte. Nun stand es vor uns und wir waren etwas skeptisch. Nach gezieltem Fragen fanden wir heraus, dass die Beiden sich wohl fast verfahren h\u00e4tten, es aber noch rechtzeitig merkten. Nach dem Umsortieren der geb\u00fcgelten Klamotten, die am Fenster auf der R\u00fcckbank hingen und herumlagen, konnten wir uns in das Gef\u00e4hrt hineinzw\u00e4ngen und los gings nach Obaldia. Dort wurden wir an einer Tankstelle hinausgelassen, die uns gelegen kam, denn wir hatten kein Benzin zum Kochen mehr. <\/p>\n<p>Wir st\u00fcrmten den Supermarkt und deckten uns reichlich mit Fr\u00fcchten ein. Einen Teil der reichen Beute vertilgten wir gleich auf einer Bank vor dem Supermarkt. Nachdem wir jeder die H\u00e4lfte der einem ovalen Fu\u00dfball \u00e4hnelnden Papaya verspeist und etliche Bananen in unsere B\u00e4uche gesteckt hatten, standen uns die letzten Bissen noch in der Kehle. Sie wollten einfach nicht hinunterrutschen, denn unsere Augen waren mal wieder gr\u00f6\u00dfer als das Fassungsverm\u00f6gen unserer M\u00e4gen. Mit unseren wabbelnden Papayab\u00e4uchen ging es weiter bis zur Grenze von Kosta Rica. Wir holten unsere Stempel ab und schon waren wir in Kosta Rica angekommen.<\/p>\n<p>Was hei\u00dft &#8220;schon&#8221; angekommen. Es war bereits fr\u00fcher Nachmittag und ungl\u00fccklicherweise sollte genau hier unser Trampergl\u00fcck des letzten Jahres schlagartig enden. Nun gut, nicht enden, aber zumindest im Zeitlupentempo weitergehen. Wir standen direkt hinter der Grenze. Dort boten uns die B\u00e4ume einen herrlichen Schatten und der Verkehr war sch\u00f6n langsam. Trotzdem schien uns niemand so recht wahrzunehmen. Zumindest einer hielt an, auch wenn er uns nicht mitnehmen konnte. Es war der Eismann, dem Augustas eine leckere Portion Vanilleeis abkn\u00f6pfte. Endlich, nach endlos langem Warten, nahm uns ein Herr bis zur ersten Stadt mit.<\/p>\n<p>Zum zweiten Mal an diesem Tag stiegen wir direkt an einer Tankstelle aus und wieder befanden wir uns mitten in einer Kleinstadt. Wir schl\u00fcpften schnell ins Internet hinein, dass sich recht g\u00fcnstig anbot. Genervt von der langsamen Verbindung verlie\u00dfen wir das Internet nach f\u00fcnf Minuten wieder und machten uns daran unsere Vorr\u00e4te aufzustocken. Wieder einmal sa\u00dfen wir uns kurz darauf auf einer Parkbank und verspeisten je eine halbe Papaya. Das war wohl der Tag der Wiederholung. Auf dem Weg aus der Stadt hinaus entdeckten wir eine B\u00e4ckerei, die meine Aufmerksamkeit auf ein besonderes K\u00fcchlein zog: einen &#8220;Berliner&#8221; Pfannkuchen. Prall und leuchtend, mit einer herrlich braun-gebrannten Haut und glitzernden Zuckerkristallen schaute mich der Berliner an. Wie um alles in der Welt kommt denn ein original Berliner Pfannkuchen nach Kosta Rica? Noch dazu in ein so kleines Nest?<\/p>\n<p>Wir waren so einigerma\u00dfen am Ende der Stadt angekommen, baten eine Familie um Wasser und versuchten weiterzutrampen. Erfolglos. Da wir zuvor ein altes, scheinbar nie zu Ende gebautes Haus endeckten, schlichen wir uns vorsichtig heran und verschwanden in einem Moment der Einsamkeit hinter dessen Mauern. Das &#8220;Haus&#8221; bestand aus drei W\u00e4nden und einem Dach und enthielt einzig ein umgekipptes, verrostetes Werbeschild. Hier w\u00fcrden wir auf jedem Fall vor dem Regen sicher sein. Neben diesem Geb\u00e4ude lag noch eine Art Wohnhaus mit zwei Zimmern, das aber weder Fenster noch T\u00fcren hatte. Vor uns lag ein gro\u00dfer, leerer Platz. Wir bauten unser Zelt auf und st\u00f6rten uns nicht daran, dass die Nachbarn uns mit Sicherheit bereits bemerkt hatten. Einzig der Toilettengang wurde f\u00fcr mich zur Qual, denn ich konnte meinen Hintern nirgends verstecken. Ich wartete auf die Dunkelheit, um mich diesen Gesch\u00e4ften zu widmen, doch hatte ich nicht damit gerechnet, dass der vor uns liegende Platz nachts hell ausgeleuchtet wurde. Wie auch immer, ich entledigte mich irgendwie, nur musste ich mir die gr\u00f6\u00dferen Notd\u00fcrfte bis zum Morgen verkneifen. Sp\u00e4ter am Abend tauchte ein Obdachloser auf, der es sich des Nachts in einem der beiden Zimmer gem\u00fctlich machte. Wir unterhielten uns kurz und verschwanden dann im Zelt. Schon beim Einschlafen h\u00f6rten wir, wie ein weiterer Obdachloser eintraf und mit seinem Freund noch ein ausgedehntes Schw\u00e4tzchen hielt. Doch auch das ebte Gott sei Dank irgendwann ab.<\/p>\n<p>Am Morgen, nach geraumer Wartezeit, nahm uns endlich jemand bis zur n\u00e4chsten Stadt mit. Wir stiegen aus und liefen die Stra\u00dfe entlang, da wir uns direkt vor einer Kurve befanden. W\u00e4hrend wir so vor uns hinstiefelten, kamen zwei Polizisten auf Motorr\u00e4dern auf uns zugefahren. &#8220;Zeigt uns eure Ausweise!&#8221; Ich dachte immer, dass man sich zuerst h\u00f6flich gr\u00fc\u00dft. Das schien hier aber nicht an der Tagesordnung. Augustas entgegnete darauf, &#8220;Wer sind sie denn \u00fcberhaupt?&#8221; Nat\u00fcrlich die Polizei, war doch augenscheinklar. Jedenfalls f\u00fcr die Polizisten selbst. Nachdem sie uns ihre Marke gezeigt und weitere Nachforschungsfragen von Augustas beantwortet hatten, waren wir willig unsere Reisep\u00e4sse hervorzuzeigen. Tja, war wohl falscher Alarm, liebe Polizei. Nach noch ein paar gewechselten W\u00f6rtchen zogen wir weiter und sie kehrten in die Stadt hinein. Weg waren sie. <\/p>\n<p>Wir krochen durch die schw\u00fcle Hitze bis zu einem besseren Tramperpunkt. Da sa\u00dfen wir nun. Die Sonne machte Grillfleisch aus uns, wenn auch vegetarisches, und mein Innerstes zerplatzte fast, da es weit und breit keine M\u00f6glichkeit f\u00fcr einen Toilettengang gab. Ein Junge kam mit seinem Freund auf uns zugeradelt und meinte glattweg, &#8220;Hier wir nie jemand f\u00fcr euch anhalten.&#8221; Danke der Aufmunterung. Wir unterhielten uns eine Weile und baten die Jungen, die sich mit ihren R\u00e4dern mittlerweile direkt in unserem Blickfeld postiert hatten, doch ein wenig aus dem Weg zu gehen. Ob der Junge wohl doch Recht hatte? Ach was, irgend Jemand w\u00fcrde schon anhalten. Wir warteten viele weitere Stunden, w\u00e4hrend denen auch ein Paar bei uns vorbeikam, dessen weiblicher Teil uns daran erinnerte, dass uns hier sowieso keiner mitnehmen w\u00fcrde. Auch ihr herzlichen Dank. Wir sollten doch lieber den Bus nehmen. &#8220;Wollen wir nicht, danke.&#8221; Wie lange es am Ende dauerte, weiss ich nicht mehr, aber wir wurden schlie\u00dflich mitgenommen. Ein Kleintransporter erbarmte sich unserer und brachte uns einige Kilometer weiter. Er lie\u00df uns an einem St\u00fcck Stra\u00dfe heraus, dass mehr als ung\u00fcnstig zum Weitertrampen war, aber egal, wir w\u00fcrden es schon irgendwie schaffen. Der Fahrer meinte noch, &#8220;Wenn ihr bei meiner R\u00fcckkehr noch hier seid, kann ich euch ein St\u00fcck weiter fahren.&#8221; Na, geht doch. Er nahm uns schlie\u00dflich mit, denn zuvor war nichts weiter passiert, au\u00dfer dass die an uns vorbeirauschenden LKWs so viel Wind aufwirbelten, dass uns die M\u00fctzen st\u00e4ndig wegflogen und mein Rock gen Himmel schwebte. Jetzt sa\u00dfen wir also wieder auf der Ladefl\u00e4che des Transporters und ich geno\u00df das Leben.<\/p>\n<p>Mal wieder im Irgendwo-Nirgendwo herausgelassen, liefen wir bis zu einem Haus, das in einem Vorbau einen Lebensmittelladen hatte. Wir wollten etwas naschen und so kaufte Augustas Eis. Er brachte mir ein Wassereis mit, was ich recht schnell an ihn abtrat. Denn neben k\u00fcnstlichen Farbstoffen schmeckte es nach nichts. Wir trampten eine Weile in der N\u00e4he des Ladens, bis uns die Beine schwer wurden. Da sich in der N\u00e4he eine alte, h\u00f6lzerne, provisorisch zusammengehaltene Bushaltestelle befand, machten wir es uns dort bequem. Ich legte mich gleich auf die Bank, denn ich war v\u00f6llig ersch\u00f6pft. Ach, war das herrlich! Wir warteten Stunden um Stunden, bis wir die Idee hatten, doch ein Schild zu schreiben. Reiseziel: Kosta Rica. Wir fanden das reichlich witzig, denn wir waren ja bereits in Kosta Rica. Und wer h\u00e4tte es gedacht, kurz nachdem wir das Schild in Betrieb nahmen, hielt endlich ein fahrbarer Untersatz f\u00fcr uns an. Nach glatten vier Stunden ausharren. Drei Leutchen befanden sich im Inneren des Gef\u00e4hrts. Sie bauten ein we<br \/>\nnig um und so passten wir neben ihnen und dem ganzen Ger\u00fcmpel auch noch ins Auto. Es war eine Art Gesch\u00e4ftstruppe, die f\u00fcr einige Tage in Panama waren und jetzt wieder zur\u00fcckfuhren. Sie wollten nach San Jose, allerdings entlang der K\u00fcste, so dass wir nicht in San Isidro vorbeikommen w\u00fcrden. Wir vereinbarten also, in Palmira Norte auszusteigen. <\/p>\n<p>Palmira Norte bot uns die M\u00f6glichkeit, unsere knurrenden M\u00e4gen f\u00fcr einen guten Preis zu stillen. Nach der reichhaltigen Magenf\u00fcllung ging es wieder mit dem Laufen los. Wir zogen ein ganzes St\u00fcck gen Stadtende, doch war das scheinbar so weit, dass wir uns einfach in der N\u00e4he einer Schule niederlie\u00dfen. Eigentlich nahmen wir an, dass dies bereits das Ende sein m\u00fcsste, denn alles was wir in Richtung Horizont sahen, waren B\u00e4ume. Wir harrten drei Stunden an diesem Ort aus. Die Zeit vertrieben uns zahlreiche Autos, die ungeachtet an unserem sch\u00f6n positionierten Daumen vorbeibrausten, Sch\u00fcler, die sich vor dem Schulgel\u00e4nde herumtrieben und eine Hundemama mit Welpen. Der war vielleicht s\u00fc\u00df! Er wackelte im langen Abstand hinter seiner Mutter her und wu\u00dfte bereits, dass er nicht alleine \u00fcber die Stra\u00dfe gehen durfte. Er blieb also in unserer N\u00e4he sitzen. Als wir uns ann\u00e4hern wollten, fing er aber schon wie ein gro\u00dfer Hund an zu bellen. Oder eher zu piepsen. Er gab ein g\u00f6ttliches Bild ab. Wir putzten aus lauter Langeweile schon Z\u00e4hne, doch auch das \u00e4nderte nichts an unserer Situation. Die meisten Autofahrer schenkten uns bewu\u00dft keine Aufmerksamkeit, da sie kurze Zeit sp\u00e4ter meist nach links oder rechts abbogen. Wir mussten uns also aufraffen und weiterlaufen.<\/p>\n<p>Wir waren endlich am wahren Ende der Stadt angekommen und fanden einen passenden Platz zum Anhalten f\u00fcr bereitwillige Mitnehmer. Dort kam pl\u00f6tzlich Johanna auf uns zu. Sie war neugierig und gab uns so einige Tipps, wie wir uns doch noch vorw\u00e4rts bewegen konnten. Johanna war sehr redefreudig. Wir beobachteten sie und einige Freunde, wie sie chinesische \u00c4pfel von den B\u00e4umen pfl\u00fcckten. Mir lief das Wasser im Munde zusammen. Ich bat um ein paar Fr\u00fcchte, die wir gerne bezahlen w\u00fcrden, doch das war nicht n\u00f6tig. Die \u00c4pfel mussten gegessen werden und da es zu viele waren, fiel f\u00fcr uns ein riesiger Beutel der leckeren Fr\u00fcchte ab. Die Kinder wuschen sie f\u00fcr uns und schon hatten wir eine herrliche Knabberei f\u00fcr den Zeitvertrieb. Johanna kam auf die Idee uns frische Kokosnussmilch anzubieten. Sie pfl\u00fcckte also zwei St\u00fcck, k\u00f6pfte die Kokosn\u00fcsse und servierte sie uns mit einem Strohhalm. Dem nicht genug, \u00f6ffnete sie uns die Kokosn\u00fcsse nach Entleerung und wir konnten das weiche, saftige Kokosfleisch verzehren. Zus\u00e4tzlich gab es noch einen frischen Obstsaft, der uns in Gl\u00e4sern gereicht wurde. Jetzt waren wir voll und ganz ges\u00e4ttigt. <\/p>\n<p>Johanna erz\u00e4hlte uns ein wenig von ihrer Umgebung, den Bergen, der Farm ihrer Gro\u00dfeltern und lud uns geradeweg ein, doch bei ihnen zu bleiben und dann die Farm gemeinsam zu besuchen. Sie bot uns au\u00dferdem an, im Haus ihrer Schwester zu \u00fcbernachten, denn nach ihrem Ermessen w\u00fcrden wir bald im Nassen stehen. Die Wolken zogen sich zu, der Himmel wurde tiefschwarz und es begann bereits zu tropfen. Das klang verlockend, doch irgendwie hatte ich das Gef\u00fchl, wir sollten weiterziehen. Johanna und Freunde hatten sich bereits zur\u00fcckgezogen, da fing es tats\u00e4chlich an zu regnen. Vielleicht sollten wir doch hier \u00fcbernachten? Doch da geschah das Wunder. Ein Herr auf dem Weg nach San Isidro hielt f\u00fcr uns an. Wir winkten Johanna, die noch einmal ihre Nase zur Stra\u00dfe hinausgestreckt hatte, zu und schon waren wir im regengesch\u00fctzten Auto verschwunden. Super, wir w\u00fcrden es also heute vielleicht doch noch bis zur Earth Rose Farm, einer Permakultur-Farm, schaffen. <\/p>\n<p>In San Isidro angekommen, wurden wir an einer kleineren Stra\u00dfe herausgelassen, die Rosie (unsere Freundin von der Farm) uns beschrieben hatte. Wir liefen die sp\u00e4rlich beleuchtete Stra\u00dfe entlang, bis wir eine Telefonzelle ausfindig machten. Wir sprachen mit Rosie noch einmal ab, wo wir uns befanden und das wir auf dem Weg seien, gar nicht mal so weit entfernt. Um diese Zeit gab es allerdings kaum noch eine Transportm\u00f6glichkeit auf dieser Strecke. Wir liefen also ein ganzes St\u00fcck und trampten im Gehen. Das war gar nicht so einfach, denn es war bereits stockdunkel und nur die vorbeifahrenden Autos hauchten der Stra\u00dfe Leben ein. Doch wir hatten Gl\u00fcck. Zwei Herren, Vater und Sohn, nahmen uns mit. Sie waren sehr besorgt um uns. Aus einem winzigen Dorf stammend, konnten sie nicht verstehen, wie wir um diese Zeit zu Fu\u00df durch die Gegend ziehen konnten. W\u00e4hrend der Fahrt wurde eine \u00fcberaus wichtige Frage an uns gestellt: &#8220;Ist der Mitsubishi ein gutes Auto?&#8221; Nun ja, wahrscheinlich schon&#8230; Wir wussten \u00fcberhaupt nichts \u00fcber Autos, was sollten wir also antworten? &#8220;Gibt es denn viele Mitsubishi in euren L\u00e4ndern?&#8221; Wir glauben schon. Durch die Fragen hindurchschauend erkannten wir, dass scheinbar ein Mitsubishi in ihrem Dorf nicht als pr\u00e4sentierf\u00e4higes Gef\u00e4hrt galt. Sie schienen so besorgt \u00fcber diese Tatsache, dass wir sie f\u00f6rmlich aufbauten. &#8220;Nat\u00fcrlich ist der Mitsubishi ein gutes Auto. Der wird ja schlie\u00dflich in Japan (?) produziert, das spricht f\u00fcr Qualit\u00e4t.&#8221; Wir konnten ihren pl\u00f6tzlichen Stolz sp\u00fcren und f\u00fchlten uns \u00fcbergl\u00fccklich, etwas zu ihrem Selbstbewu\u00dftsein beigetragen zu haben. Wenn das Europ\u00e4er sagen, muss das ja schlie\u00dflich stimmen. Genau!<\/p>\n<p>Da sich die Herren Sorgen um uns machten, lie\u00dfen sie uns nicht einfach an der Weggabelung stehen. Wir mussten in eine andere Richtung und so baten sie die M\u00e4nner, die sich in der vorhandenen Sportbar zum live \u00fcbertragenem Fu\u00dfballspiel versammelt hatten, uns auf den Bus aufmerksam zu machen. Ihrer Aussage nach m\u00fcsste noch genau einer unseren Weg kreuzen. Wir bedankten uns herzlich und warteten nun an unserer Stra\u00dfe auf Autos oder eben den Bus. Es war schon reichlich sp\u00e4t und uns umgaben, au\u00dfer der etwas weiter entfernten Sportbar nur Felder, Z\u00e4une und B\u00e4ume. Wir f\u00fchlten uns trotzdem pudelwohl.<\/p>\n<p>Da, der Bus kam! Wir stiegen ein und wurden bis zu einer erneuten Weggabelung mitgenommen. Der Bus endete hier und wir wurden vor die Aufgabe gestellt, uns steil bergab bewegen. Es war eine unbefestigte, sandige Stra\u00dfe, die mit gro\u00dfen Schottersteinen versehen war. Licht gab es keins. Sollten wir zu Fu\u00df hinunterlaufen? Wir erkundigten uns ein wenig in dem Laden, ob die Farm unserer Freunde noch weit sei. Dann kam ein Transporter angefahren, der in unsere Richtung wollte. Es kostete uns M\u00fche herauszufinden, ob sie die Farm kannten und uns mitnehmen k\u00f6nnten. Letztlich endeten wir im Wagen und los ging die steile Abfahrt. Wir waren heilfroh, dass wir die Strecke nicht zu Fu\u00df bew\u00e4ltigt hatten, denn wir w\u00e4ren wohl bei dieser Steigung schlichtweg hinuntergerutscht. Und der Weg war lang.<\/p>\n<p>Wir \u00fcberquerten eine Br\u00fccke und wurden an einer Art Waldstra\u00dfe zur\u00fcckgelassen. Gerade beim Aussteigen kam ein Herr von der anderen Seite angefahren. Er kannte unsere Fahrer und hielt ein kleines Schw\u00e4tzchen mit ihnen. Der Amerikaner hatte Kinder und Freunde im Auto und fragte uns wo wir hinwollten. &#8220;Zur Earth Rose Farm.&#8221; Unsere Freunde waren auch seine Freunde und da er um die Strecke wusste, schlug er uns vor, auf ihn zu warten. Er w\u00fcrde nur die Autoinsassen nach Hause bringen und uns auf dem R\u00fcckweg bis zur Farm bringen. Was f\u00fcr ein Gl\u00fcck wir doch hatten!<\/p>\n<p>Jetzt hie\u00df es wieder warten. Hatte er uns vielleicht vergessen? Er wollte in einer halben Stunde zur\u00fcck sein. Nach \u00fcber einer Stunde tauchte der Amerikaner, sein zweij\u00e4hriges M\u00e4dchen auf dem Beifahrersitz, wieder auf. Wir stiegen ein und los ging die verr\u00fcckte Fahrt durch immense Steigungs\u00e4nderungen, \u00fcber haushohe Wurzeln, durch Sand und Schlamm, bis wir am Tor zur Farm angekommen waren. Ohne den allradgetriebenen Untersatz h\u00e4tten wir es niemals so weit geschafft. Es war uns au\u00dferdem ein R\u00e4tsel, wie wir den Eingang zur Farm jemals allein h\u00e4tten finden k\u00f6nnen. Da war nicht einmal ein Schild zu sehen, geschweige denn war es einfach, den Zauneingang auszumachen. D<br \/>\noch der Amerikaner kannte sich aus, \u00f6ffnete das Tor und fuhr uns direkt bis vor Rosies Haust\u00fcr. Es war bereits nach 11 Uhr nachts, doch wir hatten es geschafft. Rosie hatte auf uns gewartet. Ihr fiel ein Stein vom Herzen, dass wir doch noch angekommen waren.<\/p>\n<p>Der Amerikaner blieb noch eine Weile mit seiner Tochter. Die war so schl\u00e4frig, dass sie pl\u00f6tzlich auf seinem Scho\u00df auslief. Er hielt sie flux von sich, so dass der h\u00f6lzerne Verandaboden pitschnass wurde. Statt sich aber zu ekeln, zog er der Kleinen einfach ihr H\u00f6schen aus und nahm sie wieder fest in den Arm. R\u00fchrend. <\/p>\n<p>Rosie bereitete uns einen herrlichen Tee zu und w\u00e4rmte uns ein paar Speisen auf. Die hatten wir nach diesem langen Tag wirklich n\u00f6tig. Maji, Rosies Ehemann, war momentan nicht da. Er befand sich gerade an der K\u00fcste, denn er machte einen Ausflug mit seinen Freunden, die in den Wochen zuvor kr\u00e4ftig mitgeholfen hatten, die Farm instandzusetzen. Gut, dass an diesem Abend niemand au\u00dfer Rosie im Haus war, denn so konnten wir bequem auf dem Fu\u00dfboden in der Stube schlafen und mu\u00dften in unserem ersch\u00f6pft gl\u00fccklichem Zustand nicht auch noch unser Zelt aufbauen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf Fr\u00fchaufstehen hatten wir keine richtige Lust und so dauerte unser Aufbrechen l\u00e4nger als gedacht. Wir liefen zum Stadtende von Boquete, was ein ganzes St\u00fcck entfernt war. 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