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	<title>Unterwegs leben &#187; Zentrale Amerika</title>
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		<title>Bananen mit Schokolade</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Jul 2009 10:45:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katja &#38; Augustas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Sud Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[Zentrale Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[bananen]]></category>
		<category><![CDATA[delikatessen]]></category>
		<category><![CDATA[dessert]]></category>
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		<category><![CDATA[rezept]]></category>
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		<description><![CDATA[Während unserer Reise durch Lateinamerika fielen wir einstweilen über ein deliziöses Dessert - eisgekühlte Bananen mit Schokoladenglasur.

Gestern versuchten wir diese Delikatesse selbst herzustellen.

Es sieht so aus, als hätten wir es gemeistert. Wir mussten ein wenig experimentieren, die Grundidee war jedoch folgende:

1. Lasse die Schokolade auf dem Herd zerschmelzen. Wir realisierten dies in einer Schüssel über einem Topf mit kochenden Wasser, wo wir nach und nach die Schokoladenstücken hinzugaben...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Während unserer Reise durch Lateinamerika fielen wir einstweilen über ein deliziöses Dessert &#8211; eisgekühlte Bananen mit Schokoladenglasur.</p>
<p>Gestern versuchten wir diese Delikatesse selbst herzustellen.</p>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 550px"><a class="shutterset_" href="http://followtheroad.com/photos/2009/europe/lithuania/bananas-sokoladas.jpg"><img class="    " src="http://followtheroad.com/photos/2009/europe/lithuania/bananas-sokoladas.jpg" alt="Šokoladiniai bananai" width="540" height="360" /></a><p class="wp-caption-text">Bananen mit Schokoladenüberzug</p></div>
<p>Es sieht so aus, als hätten wir es gemeistert. Wir mussten ein wenig experimentieren, die Grundidee war jedoch folgende:</p>
<ol>
<li>Lasse die Schokolade auf dem Herd zerschmelzen. Wir realisierten dies in einer Schüssel über einem Topf mit kochenden Wasser, wo wir nach und nach die Schokoladenstücken hinzugaben.</li>
<li>Stecke die hölzernen Stiele in die (halbe oder ganze) Banane (wir verwendeten chinesische Essstäbe).</li>
<li>Halte die Banane über die Schüssel und trage mit einem Löffel die geschmolzene Schokolade auf die Frucht auf.</li>
<li>Überleg Dir am besten vor der Zubereitung, wo und wie du die schokoladenglasierten Bananen aufbewahren wirst, da die Schokolade am Anfang natürlich weich ist und meist sogar ein wenig tropft. Sobald du alle Bananen mit Schokolade überzogen hast, schiebe die gesamte Konstruktion ins Gefrierfach (der Kühlschrank könnte genügen, die Bananen würden auf diese Weise jedoch nicht zu Eis werden).</li>
</ol>
<p>Nach einer gewissen Ruhephase in der Kälte bleibt nur noch eins zu sagen &#8211; genieße die eisgekühlten Schokoladenbananen ;D (Warnung: Lasse die Bananen nicht zu lang im Gefrierfach, da sonst die Bananen zu Eisblöcken werden und deine Zähne an ihnen brechen würden!)</p>
<p>Falls die frische Banane nicht so richtig am hölzernen Stiel halten will, probiere folgendes:</p>
<ul>
<li>Lege die Banane mit dem Stiel drin für einige Zeit (je nach Froststärke bis zu ein paar Stunden) in den Gefrierschrank.</li>
<li>Sobald sie gefroren ist, schütte die heiße Schokolade darüber und steck die Banane entweder in den Kühlschrank oder genieße sie sofort.</li>
</ul>
<p>Bevor du in diese Delikatesse beißt, geh sicher, dass sie nicht mehr der Verfassung eines Steins ähnelt, sondern eines Eis am Stiel. Lasse die Bananen dafür entweder eine Weile im Raum stehen oder eben im Kühlschrank. Aber Achtung, lass sie nicht warm werden, da sich sonst die Bananen verflüssigen und ein erneutes Einfrieren den späteren Verzehr in eine Matschpartie verwandelt. Eins jedoch bleibt gleich &#8211; der unvergessliche Bananen-Schokoladen-Geschmack!</p>
<p>Guten Appetit!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Reggaeton und Vallenato &#8211; Musik aus Lateinamerika</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Oct 2007 22:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katja &#38; Augustas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anderen]]></category>
		<category><![CDATA[Ecuador]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumbien]]></category>
		<category><![CDATA[Sud Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[Zentrale Amerika]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieses Mal nicht so viel Text, dafür um so mehr Töne. Wir möchten euch zwei Musikstile vorstellen, welche uns auf unserer Reise durch Lateinamerika begleiten. 1. REGGAETON Soweit wir verstanden haben, stammt diese Musik von der Insel Puerto Rico. Es ist eine Mischung aus Hip-Hop, Rap oder so und allem, was irgendeinen bewegenden Rythmus hat. Obwohl wir nicht die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieses Mal nicht so viel Text, dafür um so mehr Töne. Wir möchten euch zwei Musikstile vorstellen, welche uns auf unserer Reise durch Lateinamerika begleiten.</p>
<p>1. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Reggaeton" target="_blank"><strong>REGGAETON</strong></a><strong></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Soweit wir verstanden haben, stammt diese Musik von der Insel Puerto Rico. Es ist eine Mischung aus Hip-Hop, Rap oder so und allem, was irgendeinen bewegenden Rythmus hat. Obwohl wir nicht die größten Fans dieser Kompositionen sind, sie aber zum lateinamerikanischen Leben (besonders für die Jugend) dazugehören, kann es nicht schaden, dieses &#8221;BUM-BUM&#8221; mit euch zu teilen. Hier ein paar aktuelle Hits:</p>
<table border="0" cellpadding="2">
<tbody>
<tr>
<td class="plaintext" style="font-size: x-small" width="300" valign="top"><a href="http://followtheroad.com/music/reggaeton/Daddy%20Yankee%20-%20Rompe.mp3">Daddy Yankee &#8211; Rompe</a><br />
<a href="http://followtheroad.com/music/reggaeton/don%20omar%20-%20beenie%20man%20-%20flow%20natural%20remix.mp3">Don Omar &#8211; beenie man</a><br />
<a href="http://followtheroad.com/music/reggaeton/Don%20Omar%20-%20Dale%20Don%20Dale.mp3">Don Omar &#8211; Dale Don Dale</a><br />
<a href="http://followtheroad.com/music/reggaeton/Wisin%20Y%20Yandel%20-%20Rakata.mp3">Wisin Y Yandel &#8211; Rakata</a></td>
<td class="plaintext" style="font-size: x-small"><div class="wp-caption alignright" style="width: 160px;">
<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_colombia/giron/IMG_5686.JPG" title="Daniela doing gymastics" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1918&amp;width=150&amp;height=0&amp;mode=" alt="Daniela doing gymastics" title="Daniela doing gymastics" /></a>	
<p class="wp-caption-text">Daniela doing gymastics</p></div>
</p>
<p>Kolumbianischer Reggaeton Fan</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>2. <strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vallenato" target="_blank">VALLENATO</a></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Nach dem ohrenbetäubenden Reggaeton möchten wir euch nun eine sanftere, romantischere Stilrichtung vorstellen: den Vallenato. Diese Lieder<br />
kommen aus Kolumbien. Bei unserer Reise durch dieses Land ertönten diese Klänge an jeder Straßenecke. Vallenato erzählt eine Menge über Liebe, Frauen, &#8230; Halt standardisierte, lateinamerikanische Lyriken <img src='http://followtheroad.com/de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' />  Hier also die Vallenato Lieder. Das erste mögen wir am meisten:</p>
<table border="0" cellpadding="2">
<tbody>
<tr>
<td class="plaintext" style="font-size: x-small" width="300" valign="top"><a href="http://followtheroad.com/music/vallenato/Eres%20-%20Otto%20Serge.mp3">Eres &#8211; Otto Serge</a><br />
<a href="http://followtheroad.com/music/vallenato/Aqui%20Me%20Tienes%20-%20Los%20Pechichones.mp3">Aqui Me Tienes &#8211; Los Pechichones</a><br />
<a href="http://followtheroad.com/music/vallenato/Por%20Que%20Eres%20Amiga%20-%20Los%20Pechichones.mp3">Por Que Eres Amiga &#8211; Los Pechichones</a><br />
<a href="http://followtheroad.com/music/vallenato/Solo%20Puedo%20Quererte%20-%20Los%20Chiches.mp3">Solo Puedo Quererte &#8211; Los Chiches</a><br />
<a href="http://followtheroad.com/music/vallenato/Naci%20Para%20Adorarte%20-%20Los%20Betos.mp3">Naci Para Adorarte &#8211; Los Betos</a></td>
<td class="plaintext" style="font-size: x-small"><div class="wp-caption alignright" style="width: 160px;">
<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_colombia/way_to_cartagena/IMG_5297.JPG" title="Armando, our wonderful friend from Giron" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1835&amp;width=150&amp;height=0&amp;mode=" alt="Armando, our wonderful friend from Giron" title="Armando, our wonderful friend from Giron" /></a>	
<p class="wp-caption-text">Armando, our wonderful friend from Giron</p></div>
</p>
<p>In Armando&#8217;s Auto machten wir die erste Bekannschaft mit  Vallenato.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 130px;">
<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_ecuador/cuenca/cdshops/IMG_6093.JPG" title="newest cinema hits included" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=2233&amp;width=120&amp;height=0&amp;mode=" alt="newest cinema hits included" title="newest cinema hits included" /></a>	
<p class="wp-caption-text">newest cinema hits included</p></div>

<p>Die lateinamerikanischen Copyright-Beschützer werden uns jetzt hoffentlich keine Probleme bereiten, obwohl sie dafür zuerst die Verbannung der <a href="http://followtheroad.com/de/die-ganze-welt-fur-nur-2-dollar/">1-Dollar-Musik-CD-Geschäfte</a> realisieren müssten. Von denen scheint die Bevölkerung hier jedoch vollkommen abhängig <img src='http://followtheroad.com/de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
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		</item>
		<item>
		<title>Zahnpasta ist schädlich für die Zähne (October 4 &#8211; 10)</title>
		<link>http://followtheroad.com/de/zahnpasta-ist-schadlich-fur-die-zahne/</link>
		<comments>http://followtheroad.com/de/zahnpasta-ist-schadlich-fur-die-zahne/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 29 Sep 2007 22:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katja &#38; Augustas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Guatemala]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Abschied von unserem Chaffeur war herzlich. Wir versprachen, bei Ankunft in Tejutla, wo der Naturmediziner Patrizio auf uns wartete, bei Gloria´s Familie anzurufen, damit sich niemand Sorgen macht. Nun standen wir trampbereit in Mixco an einem guten Stück Strasse, doch erst mussten wir unsere Notdürfte verrichten. Dafür gab es keinen ungünstigeren Ort als diesen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Abschied von unserem Chaffeur war herzlich. Wir versprachen, bei Ankunft in Tejutla, wo der Naturmediziner Patrizio auf uns wartete, bei Gloria´s Familie anzurufen, damit sich niemand Sorgen macht. </p>
<p>Nun standen wir trampbereit in Mixco an einem guten Stück Strasse, doch erst mussten wir unsere Notdürfte verrichten. Dafür gab es keinen ungünstigeren Ort als diesen, jedenfalls für mich nicht. Nach langem Ziemen und Hin- und Herüberlegen war mir aber alles egal. Schließlich stellen sich die Männer auch an jeden Baum, da kann ich mich auch unglücklich hinter einen Baum hocken, auch wenn dabei mein Allerwertester für Sekunden einem Vorbeifahrendem präsentiert wird. Frauen müssen halt auch. Punkt.</p>
<p>Danach klappte es auch recht schnell mit einem Lift. Leider waren wir etwas langsam unterwegs, da scheinbar überall gleichzeitig defekte Strassenabschnitte erneuert wurden. Das führte teils zum totalen Stillstand. Unser Fahrer vertrieb uns die Zeit mit dem Verwöhnen von verschiedenen Süssigkeiten, die uns die Straßenverkäufer direkt vor die Autoscheibe hielten. Einige waren wirklich lecker, andere hingegen quietschsüss. Letztere habe ich Augustas zugeschoben, der sie ausgiebig genoss. Nach dieser langwierigen Mitfahrgelegenheit brauchten wir wieder eine ganze Weile, bis sich jemand unserer erbarmte. Der Tramperplatz war nicht der idealste, da er mitten in der Stadt lag und letztlich ständig Busse an uns vorbeifuhren. Irgendwann endeten wir am Ende einer Kleinstadt, an die sich aber ohne offensichtliche Unterbrechung weitere Dörfer anschlossen. Wir standen nun in einer Kurve, die wahrlich unglücklich für unser Weiterkommen war. Nach einer Stärkung und der nervtötenden Kommentare von zwei Jugendlichen auf der anderen Straßenseite gingen wir ein ganzes Stück weiter. Es tat sich nach geraumer Zeit ein annehmbarer Anhaltepunkt auf, doch das erste Auto, wenn auch nach langem Warten, lehnten wir lieber ab. Die Insassen waren reichlich betrunken und schienen etwas agressiv. Dann endlich hielt ein Herr für uns an, der uns bis nach San Marcos, einer Stadt nicht weit von Tejutla, mitnahm. Wir mussten also nur noch den Bus nehmen. </p>
<p>Die Fahrt nach Tejutla war steinig, holprig und von unkontrollierten Hin- und Herspringen auf unseren Sitzen geprägt. Die Straße, wenn man sie als solche bezeichnen kann, bestand aus reinem Sand und Geröll, unzähligen Löchern und ohne jegliche Beleuchtung. Im Stockdunkeln zogen wir also einen Berg hinauf, der zusätzlich kurvenreich war. Beachtlich erschien uns der Ausblick, der in der stockdunklen Gegend die Abendlichter all der Häuser freigab, die sich entlang der Berge zogen. Obwohl uns Rücken und Hintern bei dieser Fahrt gehörig zu schaffen machten, entschädigte diese Abendstimmung mit Blick über die Berge allemal.</p>
<p>In Tejutla am Gymnasium angekommen stiegen wir aus und wurden bereits von zwei jungen Burschen empfangen. Sie nahmen uns einen Teil des Gepäcks ab und nun stolperten wir zu Viert über die mit runden Steinen geplasterte Straße. </p>
<p>Wir traten in Patrizios Haus ein und wurden mit wahrlich offenen Armen und vor Freude springenden Herzen begrüßt. Es gab Tee und Essen, währenddessen wir uns einen kleinen Eindruck von Patrizio´s Familie und seinem Häuschen machen konnten. </p>
<p>Gleich hinter der Wohnungstür befand sich die Küche, in der auf dem mit Holz betriebenen Ofen so einiges vor sich hinköchelte. Es war herrlich warm im Haus. Die Küche war in zwei geteilt, so dass es auch einen Raum mit Tisch und sechs Stühlen gab. Beim Hinsetzen musste mächtig gerückt werden, damit auch jeder an seinen Platz kam. Die Tischgröße war bezüglich der Breite des Raumes nicht wirklich für diesen Ort bestimmt. Aber bei so vielen Kindern brauchte man wenigstens einen großen Tisch. Dahinter zwängte sich noch der Kühlschrank, in den man, sobald jemand in der Ecke saß, nicht mehr herankam. Um den Küchentisch gab es also immer Bewegung. Während eines der Kinder noch Hausaufgaben am Tisch erledigte, kamen andere mit ein paar Bastelarbeiten und wir sassen mit unserem Tee und gefüllten Tellern mitten drin. Es war etwas chaotisch in dem Haus, vor allem im Schlafzimmer. Es gab im Erdgeschoss neben der Küche nur zwei Räume. Einer war mit zwei Sofas ausgestattet und beherbergte eine Menge Bücher. Der zweite Raum war wenig größer. In diesem stand neben einem überdimensionalem Bett (gut zwei Ehebetten nebeneinander) eine Komode, auf dem ein Fernseher stationiert war. Hinter der Tür stappelten sich auf einem Sessel unzählige Sachen, während die Kommode bunt geschmückt mit verschiedenen Naturmedizinchen strahlte. Während unseres Aufenthaltes in Tejutla erfuhren wir, dass die halbe Familie darin schläft. In einem kleinen Nebenraum des Schlafzimmers befand sich das Bad. Dort war eine kleine Kabine mit einer Toilette. Wenige Zentimeter neben der Toilette befand sich die Dusche. Jedesmal wenn jemand eine Dusche nahm, endete das also damit, dass die Toilette komplett nass wurde. Das bereitete besonders Freude beim Hinsetzen. Meistens war das Toilettenpapier auch vollständig in Wasser getränkt. Im Keller lag eine weitere Matraze, die sich zwei Söhne miteinander teilten. Die beengten Verhältnisse in dem winzigen Haus sollten auch nur vorübergehend sein, bis ihr neues Haus in Tejutla erbaut worden ist. Einige der Kinder waren bereits älter und wohnten entweder in ihren eigenen vier Wänden in Tejutla oder waren in Guatemala City zurückgeblieben. Aus dem Keller führte eine Tür zum Garten heraus, in dem wir neben Zitronenbäumen auch einige Kräuteranpflanzungen und ein paar Hühner fanden. Die zwei Hunde, die den winzigen Hof bewachten, waren uns anfangs gar nicht freundlich gestimmt. Eigentlich argwöhnten sie uns durchweg, da wir uns einfach zu selten in dem Garten aufhielten. Hinter dem Gartenzaun eröffnete sich ein wunderschöner Blick über das Tal und den gegenüberliegenden Berg. Diese Aussicht ließ uns wahrlich aufatmen, besonders nach so vielen Wochen in Guatemala City.</p>
<p>Da für uns nun wahrlich kein Platz mehr im Haus war und Patrizio´s Familie noch dazu eine Katze hatte, wurden wir in einem der Räume untergebracht, in denen sonst Patienten, die von weit her kommen, die Nacht verbringen. Der Raum lag hinter Patrizios Praxis. Die Praxis lag ungefähr 100 Meter weit vom Haus entfernt. Unser Zimmer hatte kein Fenster, so dass, wenn wir die Tür schlossen, wir die Hand vor unseren Augen nicht mehr sehen konnten. Wir mussten uns also immer zum Bett vortasten, denn der Lichtschalter befand sich direkt neben der Tür, am anderen Ende des Raumes. Aufgrund der Dunkelheit in unserem Zimmer mussten wir uns den Wecker stellen, weil wir sonst wahrscheinlich nicht vor Mittag aus den Betten gekrochen wären. Wir hatten eine Dusche nebenan, die wir aber aufgrund des eiskalten Wassers, was sie uns anbot, nicht benutzten. Wir bevorzugten dagegen die Dusche in Patrizios Haus, die zwar auch manchmal kaltes Wasser hergab, aber bei vorherigem Aufheizen des Boilers mittels des Holzofens herrlich warme Bäder lieferte. Die Toilette funktionierte nur mit selbstgeschöpften Wasser, das wir aus dem im Hof gelegenem Becken entnahmen. Vor unserem Raum lag ein kleiner Hof auf dem auch ein uraltes Sofa stand. Davor standen zahlreiche Blumentöpfe, in denen verschiedene Kräuter gezüchtet wurden. Auf diesem alten, verrotteten Sofa verbrachten wir so einige Zeit. Leider handelte ich mir dabei Flöhe ein, die mich und in seltenen Fällen auch Augustas später fürchterlich in den Hintern zwackten. </p>
<p>Obwohl wir uns häufig zum Kochen anboten kamen wir nur selten zum Zug. Die Familie hatte meist schon etwas für uns hergezaubert, auf unseren Wunsch natürlich vegetarisch. Besonders die Morgen liebten wir, denn in Patrizios Haus lernten wir eine Art Haferflockengetränk kennen, dass mit Zimt und etwas Zucker versetzt heiß serviert wurde. Dazu gab es ein paar Kornflakes, die wir hineinmischen konnten, oder süsses Brot. Ich konnte nicht genug davon bekommen, so schmackhaft war es. Wir ha<br />
ben uns das Rezept natürlich gleich abgeschaut. Traditionelle Gerichte, die für den Rest der Familie gekocht wurden, verwandelten die Köchinnen im Handumdrehen in vegetarische Delikatessen. Da waren wirklich Zauberkünste am Werk, so gut war das Resultat. Wenn wir schon nicht zum Kochen kamen, boten wir zumindest unsere Hilfe beim Abwaschen an. Das wurde viel zu oft abgelehnt, denn Gäste sollten wohl weniger Zeit an der Spüle verbringen, als der Abwasch einer so großen Familie erforderte. Doch ab und zu gaben wir unsere Spülkünste zum Besten, was die Familie, vor allem die mit Abwasch beauftragten Kinder, ausgesprochen freute.</p>
<p>Patrizio (71) hatten wir in Guatemala City kennengelernt. Er stammt ursprünglich aus den USA und hat als Zahnarzt ein wohlhabendes Leben geführt. Sein Erfolg in der Zahnmedizin baute auf die Zahnprobleme der heutigen Gesellschaft. Durch sein Wissen rund um die Zahnmedizin, das Entstehen von Zahnkrankheiten, den negative Einfluß von Zahnpasta und Zahnspülungen auf die Mundhygiene und die Verursachung von Schäden im ganzen Körper, wegen der verschiedensten Metalle und Materialien, die bei einer Zahnbehandlung zum Einsatz kommen, lehnte er sich irgendwann gegen diese aus purer Geldgier geborenen &#8220;Scheinwelt&#8221; auf. Er versuchte durchzusetzen, dass die Menschen über die Gefahren bei der Verwendung von Zahnpasta informiert werden. Da stieß er aber auf einen harten Stein, denn sollte der Verbraucher über die Risiken, die unsere chemisch zusammengewürfelten Zahnpasten enthalten, erfahren, würde die gesamte Industrie zusammenbrechen und die mittlerweile steinreichen Zahnpastagroßverdiener auf der Straße enden. Er kam damit nicht an die Öffentlichkeit, da die Zahn-Kommerze seine Bemühungen gekonnt unterdrückten. </p>
<p>Statt sich aber dieser Situation hinzugeben und einfach mit seiner Zahnarzttätigkeit weiterzumachen, entschied er sich gegen diese gesamte Branche und damit gegen den Kommerz und für die Gesundheit der Menschen. Dies geschah, indem er seine Praxis aufgab, sein Haus verkaufte und sich für wohltätige Zwecke auf die Reise nach Lateinamerika begab, um notdürftigen Menschen zu helfen. Seine Kinder in den USA nahmen ihm das sehr übel und brachen jeglichen Kontakt zu ihm ab. Selbst heute, nach 15 Jahren, hört er nichts von seinen Kindern. Das trifft ihn sehr, aber glücklicherweise hat er mittlerweile eine wunderbare Frau gefunden, mit der er sein Leben und seine Ansichten teilt. </p>
<p>Auf seiner Reise durch Lateinamerika ist Patrizio irgendwann in der Sparte der natürlichen Medizin gelandet. Er hatte zuvor schon viel darüber studiert, doch erst durch den Abstand zu seinem Heimatland wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit als praktizierender Arzt auf Basis von natürlichen Heilmitteln und -methoden. Auf dem Weg dorthin traf er auf seine jetztige Frau (aus Guatemala), die bereits Menschen mittels Kräutern und traditionellen Hausmittelchen heilte. Sie taten sich privat und beruflich zusammen und haben neben zwei gemeinsamen Kindern (5 und 7 Jahre alt) bereits seit einigen Jahren eine Naturheilpraxis. Zuerst lebten sie in Guatemala City, sind aber vor ungefähr einem halben Jahr nach Tejutla gezogen, da ihr gemeinsamer Sohn diesen innigen Wunsch hatte. Er wollte nicht in einer Großstadt aufwachsen, sondern seine Kindheit in der Natur verbringen. Das klang logisch und somit zog die ganze Familie auf seinen Wunsch hin um. Da Patrizio und seine Frau bereits zuvor, während ihrer Urlaubsaufenthalte in Tejutla, Menschen zu Gesundheit verholfen hatten, besassen sie bereits einen guten Kundenstamm. Oft passierte es auch, dass Menschen von sehr weit her kamen. Die Praxis war schließlich rund um die Uhr geöffnet, auch wenn die Tür ab und an verschlossen war, wussten die Patienten an seiner Haustür zu klopfen. In der Praxis gibt es einen separaten Raum, in dem alle getrockneten Kräuter aufbewahrt, zerkleinert und in vielen Fällen in Kapseln gefüllt werden. Das alles passiert in Handbetrieb. Hinzu kommen natürliche Heilmittel, die Patrizio aus anderen Ländern importiert. Dieses Zimmer war wirklich eine Fundgrube der Heilkräuterkunst.</p>
<p>Während unseres Aufenthaltes erklärte uns Patrizio noch einmal intensiv, unter anderem anhand von Bildern, wie der Mund und damit die Wurzeln unserer Zähne mit dem gesamten Körpersystem verbunden sind. Viele Probleme beginnen im Mund, ob bei falschen Reinigungsmitteln oder Füllungen, die das Gleichgewicht im Körper durcheinanderbringen, wenn nicht gar zerstören. Das führt dann häufig zu Krankheitsursachen, besonders Schmerzen im Körper, die nie wirklich geklärt werden können, da der Zusammenhang mit den Zähnen den meisten Ärzten gar nicht in den Sinn kommt. Zahnpasta und Zahnspülungen sind das Schlimmste, was jemand der Natur im Munde zufügen kann. Neben den vielen Chemikalien, mit denen unsere Zähne eingeschmiert werden, führt Mundwasser zur Zerstörung selbst gesunder, für die Zähne und Zahnfleisch notwendigen Bakterien. Das Resultat äußert sich dann häufig in Zahnfleischrückgang, oder auch Parodontitis, für die es keine Heilung, maximal eine Linderung gibt. Patrizio empfahl uns also bereits in Guatemala City, dass wir ab sofort nur noch Wasser, Kamillentee oder Magnesiummilch an unsere Zähne heranlassen sollten. Dies tat auch er seit Jahren und seine kleinen Kinder hatten bisher noch nie Zahnpasta für die Zahnreinigung verwendet. Dazu müssten wir unbedingt die weicheste aller Zahnbürsten verwenden, weil wir sonst beim Putzen unser Zahnfleisch verletzen und zerstören würden. Auf keinen Fall dürften wir Mundwasser verwenden, was wir sowieso nicht taten. Nach zwei Wochen mit der Magnesiummilch probierte ich eines Tages mal wieder Zahnpasta aus. Dabei hatte ich das Gefühl, dass es mir das Zahnfleisch wegäzt, denn mir brannte durch die Verwendung der Zahnpasta regelrecht der Mund. Ich blieb also bei Magnesiummilch, auf die Augustas auch irgendwann umstieg. Mittlerweile verwenden wir meist nur Wasser oder Kamillentee, denn wir fühlen, dass das genau das gleiche Ergebnis bringt. Am Ende kommt es schließlich auf die Putztechnik an. Obwohl ich während meiner dreimonatigen Arbeitszeit als Zahnarzthelferin bereits die Zahnputzmethode eines Zahnarztes erlernt hatte, fügte Patrizio noch eine weitere Technik hinzu.</p>
<p>Religion ist ein großes Thema in der Familie. Patrizio schwört auf den positiven Einfluß von Gott in seinem Leben. Nach seinen Aussagen hatte Gott ihn auf einen neuen Weg geführt, der ihm nicht nur ein Leben als Heilmediziner, sondern auch eine wundervolle Ehefrau, viele neue Kinder (die der Ehefrau aus vorheriger Ehe geblieben waren) und in seinem stolzen Alter gar noch zwei eigene, gemeinsame Kinder beschert hatte. Er versuchte uns einige Male zum katholischen Glauben zu bekehren, da wir sonst verloren wären und eine komplette Heilung unseres Körpers nie erreicht werden könnte. Der Katholizismus wäre die einzige Religion, die Heilung über uns bringen würde. Er hatte die Zusammenhänge zwischen natürlicher Medizin, Glauben und Gesundheit lange untersucht und erforscht und hatte mittlerweile ein Buch darüber geschrieben. Dieses versuchte er zum Zeitpunkt unseres Besuches in die Endversion zu setzen, damit er es veröffentlichen konnte. Wie es schien, gab es sogar schon einen Verleger dafür.</p>
<p>In Patrizios Familie wurde regelmäßig gebetet. Vor dem Essen wurde Gott für das Mahl gedankt und auch sonst war der Glaube ein ständiger Begleiter der Familienmitglieder. Patrizios Frau war neben ihrer Tätigkeit als Naturheilmedizinerin in der katholischen Gemeinde von Tejutla aktiv. In den Tagen unseres Besuches fand ein religiöses Fest statt, während dem einer der biblischen Figuren gehuldigt wurde. Dazu gab es verschiedene Veranstaltungen, Lesungen, Vorträge, Kinderfeste und auch Zusammenkünfte in der Kirche, in der gemeinsam gesungen wurde. Wir fühlten uns nicht wirklich zu einer Teilnahme bewegt, liefen aber zufällig an der Kirche vorbei, in der Patrizios Frau alle Anwesenden organisierte. Wir sahen, wie die Kirche innen wunderschön mit frischen Blumengestecken, Ba<br />
llons, fruchtigen Festtafeln und Girlanden geschmückt war. Das war unter anderem das Werk von Patrizios Frau der letzten Woche. Es schien wirklich ein gelungenes Fest zu sein, während dem sich sogar die Jugendlichen freudig um die Kirche versammelten. Gerade in dem Moment, als wir die Kirche begutachteten, kam eine Schar von Kindern die Strasse entlang, die ihre religiösen Huldigungen mit Musik, Tänzen und Rufen ausdrückte. Es war ein wahres Stadtfest, in dass wir ohne es zu wollen auch mit hineingezogen wurden. Nachts gab es dann noch eine Menge Feuerwerk, dass den Himmel in den buntesten Farben erstrahlen ließ. Einzig die Aktion, das Feuerwerk um 5 Uhr morgens zu wiederholen, hinterließ gehörige Kopfschmerzen bei uns.</p>
<p>In Patrizios Familie hatte seine Frau das letzte Wort. Sie war es, die neben der Organisation der Kindern den Haushalt im Griff hatte und sich mit einer Nachbarin zusammen um das Essen für die Familie kümmerte. Daneben arbeitete sie in Patrizios Praxis, sorge sich um über Nacht dagebliebene Patienten und war mit der Züchtung und Weiterverarbeitung der Kräuter beschäftigt. Ohne sie hätte Patrizio häufig vergessen seine natürliche Medizin einzunehmen. Er schluckte täglich zwei Dutzend Kapseln, die aus irgendwelchen Heilpflanzen zusammengesetzt waren. Dazu erklärte er uns, dass er zuvor Jahrzehntelang Tabletten verordnet bekommen hatte, die er zum Weiterleben hatte einnehmen müssen. Irgendwann tat er den Schritt, ganz von den ihm verschriebenen Chemikalien loszulassen und sich einzig auf die Naturheilmittel zu verlassen. Ihm ging es zunehmend besser und solange er seine Medizin regelmäßig nahm, würde sein Körper ihm gut dienen. Wir fanden es zwar trotzdem enorm, welche Menge an Naturmittelchen er zu sich nahm, aber wir wussten schließlich nicht, was er bereits durchgestanden hatte. Allerdings fühlten wir, dass es wohl besser wäre die Nahrung entsprechend anzupassen, anstatt täglich tausende kleiner Pillen, wenn auch natürliche Heilkräuter, zu schlucken. Soviel hatten wir zumindest in Belize gelernt.</p>
<p>Patrizios Frau war sehr optimistisch in allen Angelegenheiten. Während Patrizio ab und zu in seine alten Sorgen über Finanzen zurückfiel, denn dies war während des größten Teiles seines Lebens die Frage Nummer Eins, dann meinte seine Frau nur schnippisch: &#8220;Was willst du eigentlich? Du brauchst dir um Finanzen nun wirklich keine Sorgen zu machen. Gott hat uns bisher nicht im Stich gelassen. Schließlich sind wir bis heute immer satt geworden, da kriegen wir dich auch noch mit durch.&#8221; Das brachte mich zum Schmunzeln und ließ Patrizio mit einem Lächeln wieder aufatmen.</p>
<p>Wir genossen die Tage in dem idyllischen Ort Tejutla. Wenn die Kleinsten der Kinder nicht in der Schule waren, unternahmen wir gemeinsam Ausflüge in die nahe Berglandschaft. Der siebenjährige Sohn Patrizios hatte immer sein Fahrrad mit und seine jüngere Schwester rannte mit Vorliebe hinter ihm her. Einmal führten sie uns gar bis zum Haus ihrer Großmutter, dass eingebettet in die Natur direkt an einem Abhang gebaut war. Die Großmutter wie auch ihre vereinzelten Nachbarn lebten im totalen Einklang mit der Natur. Jeder hatte einen winzigen Stall, in dem er seine Pferde unterbrachte. Die Hühner liefen neugierig durch die nahe Umgebung, einige hatten gar ein paar Schweine im Stall grunzen und eine Kuh. Gemüse wuchs im hauseigenen Garten und an jedem Haus fand sich ein immenser Stapel von Holz, dass vor allem die Frauen mit der Axt auf Brennholzgröße verarbeiteten.</p>
<p>Bei den meisten unserer Ausflüge mussten wir eine unschöne Stelle im Wald passieren, in dem der gesamte Abfall von Tejutla angesammelt war. Dieser wurde von den Einwohner einfach herbeigetragen und einen Abhang hinuntergekippt. Wir fragten uns, wie viele Jahre das schon so sei, denn der Müllberg war immens. Es war wie eine Skiabfahrtsbahn, die ungefähr 20 Meter in der Breite maß und vollgestopft mit Müll war. Der Abfall landete mittlerweile bereits im Fluß, was für die Gesundheit der Bewohner, der Tiere und natürlich für die Umwelt selbst von großem Nachteil war. Am Gipfel dieses Abfallberges tümmelten sich um die zwanzig Aasgeier und etliche Hunde, die mit ihren Nasen durch die Abfallsäcke stöberten. </p>
<p>Wir liebten auch die kleinen Streifzüge durch Tejutla. Dabei stießen wir einmal auf einen jungen Mann, der uns einfach so ansprach. Er rannte uns gar hinterher, denn als wir ihn zum ersten Mal sahen sprach er gerade mit einigen Leuten auf der Straße. Wir wunderten uns ein wenig, was er wollte, bis wir erfuhren, dass Angel aus den USA stammt und in Tejutla seine Zeit als Peace Corp Voluntär (Freiwilligendienst der USA) verbrachte. Angel half in der Stadtverwaltung als Entwicklungshelfer mit, wo er Projekte initiierte und die lokalen Menschen in verschiedenen Arbeitstechniken unterrichtete. </p>
<p>Angel lud uns für den Abend zu sich nach Hause ein. Dort trafen wir auf einen Peace Corp Freund von Angel, der gerade auf einen Besuch da war. Normalerweise verbrachte dieser Freund seine Zeit in Los Santos, einer Kleinstadt in den Bergen Guatemalas. Los Santos ist als Touristenziel bekannt, denn die Einwohner tragen nach wie vor alle ihre traditionelle Kleidung, selbst die Männer und Kinder. Er war ein ausgesprochen guter Gitarrenspieler, dessen Lieder wir bereits von der Straße aus hören konnten. Angel hatte sich selbst Gitarre spielen beigebracht und hatte vor ein paar Tagen sein erstes Lied komponiert. Jetzt sass er gerade mit seinem Freund an der Überarbeitung des Textes und der Anpassung der Melodie. Kurz nach unserer Ankunft gingen wir zu einer anderen Wohnung, in der eine weitere Peace Corp Freundin lebte. Da auch sie Besuch hatte, versammelten sich alle Voluntäre für ein gemeinsames Abendessen und wir wurden herzlich eingeladen. Als Abendmahl stand Pizza auf dem Plan, die ich wegen des Käses leider nicht genießen konnte. Das Allheilgetränk für den Abend war Bier. Da mir nicht der Sinn nach Trinken stand, begnügten ich mich lieber mit einem Tee. Die Stimmung war ausgesprochen entspannt und lustig. Wir tauschten uns über die guatemalische Kultur und sonstige Reiseerfahrungen aus und lernten wie das Peace Corp System funktionierte und welche Regeln die Voluntäre einhalten mussten. Tiefergehende Gespräche folgten mit einigen der Anwesenden, während Angel mit seinem Freund durch seinen Marihuanakonsum nur noch zum Lachen kam. Er kicherte vor sich hin und machte akrobatische Kunststücke für die Kamera zusammen mit seinem Gitarrenfreund. Es war herrlich den Beiden zuzusehen. Es war ein ausgesprochen fröhlicher Abend, der uns nach langer Zeit nur mit Einheimischen mal wieder etwas internationale Luft schnuppern ließ. </p>
<p>Angel war wirklich der Oberclown des gesamten Peace Corp Freundeskreises. Er lud uns ein weiteres Mal zu sich ein, an dessen Tag wir uns an den Herd stellten. Während des Essens erzählte uns Angel von seiner Mormon Religion. Endlich redeten wir einmal mit jemanden, der glücklich mit seiner Religion war, uns aber keineswegs auf seinen Weg zu führen versuchte. Wir bedauerten ein wenig, dass wir bald weiterziehen würden, aber für den Moment kosteten wir die Treffen mit Angel voll aus.</p>
<p>Nachdem wir die Stadt bereits in allen Winkeln erkundet hatten, machten wir auch einen großen Ausflug in Tejutlas Bergen. Wir folgten einfach unserem Gefühl und trafen neben einer Schlange, die sich über den Gehweg schlängelte, auch eine Schule mitten im Wald an. Die Kinder stupsten sich gegenseitig an, nachdem sie uns gesehen hatten. Alle waren neugierig, doch trauten sie uns nicht so recht über den Weg. Mal kamen sie auf uns zugelaufen, wenn wir ihnen dann aber näher kamen, rannten sie im Eilzug kreischend zurück. Wir liefen weiter, überquerten verschiedene Flüsse, genossen die Einblicke in das Bergleben, fragten uns, wieviele Kilometer einige von den Bergbewohnern wohl am Tag zurücklegen mussten, trafen gar auf kleine Dörfer und genossen die vielen neuen Pflanzen, Bäume und Tiere, die wir zuvor noch nicht gesehen hatten. Es war ein herrlicher Spaziergang, denn die meiste Zeit<br />
 gab es nur uns zwei Menschenseelen und sonst nur reine Natur. Einige Male trafen wir auf sandige Strassen, doch es war fast unmöglich für Fahrzeuge bis dorthin vorzustossen. Obwohl es ein sonniger Tag war, zogen bald schwarze Wolken auf, die uns am Ende unter Bäumen Schutz suchen ließen. Gut, dass es während des vierstündigen Ausfluges nicht zu stark regnete, denn sonst hätten wir so manche schmalen Wege, die steil den Hang hinaufführten, nicht begehen können. Gut auch, dass wir in einigen Situationen doch nicht allein waren, denn es war nicht einfach den Weg zum Haus zu finden, da wir auf einem anderen Weg zurückkamen. Nach diesem Ausflug wollte uns die Familie kaum glauben, dass wir vier Stunden gelaufen waren. Das war in Guatemala nicht üblich, jedenfalls nicht zum reinen Vergnügen. Wir allerdings waren glücklich und ausgefüllt an diesem Tag.</p>
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		<title>Unbestraft davongekommen (October 10 &#8211; 12)</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Sep 2007 22:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katja &#38; Augustas</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Beim Verlassen von Tejutla positionierten wir uns am Ende der Stadt. Der dort anwesende Polizist hatte viele Fragen an uns. Er wollte uns keinen Ärger bereiten, war jedoch überneugierig, denn scheinbar war seine Tätigkeit sehr langweilig. Für uns war das zwar nett zu sehen, aber wir wollten trampen und mit einem Polizisten an der Seite würde sicher keiner anhalten. Wir stellten uns also redefaul, damit er uns von allein in Ruhe läßt. Bald fanden wir einen kleinen LKW, der uns zur nächsten Kleinstadt brachte. Ohne große Probleme erreichten wir San Marcos, von wo aus wir eine Woche zuvor den Bus Richtung Tejutla genommen hatten. </p>
<p>Wir liefen zum Ende von San Marcos und erledigten unterwegs einige Einkäufe. Danach ging es weiter in Richtung mexikanischer Grenze. Heute sollte der große Tag sein, an dem wir entweder auf Schwierigkeiten wegen unserer nicht existierenden Aufenthaltsgenehmigung für Guatemala stoßen würden oder aber ein Wunder uns unversehrt durch die Grenze bringen würde. Das Trampen war nicht einfach, vor allem auch wegen dem immer heißer werdenden Wetterbedingungen. Einmal gab uns ein Lehrer einen Lift, der uns erklärte, warum sich das Leben so in Guatemala City konzentriert. Wir hatten uns nämlich gefragt, wie es in einem so großen Land sein kann, dass nur in Guatemala City eine Aufenthaltsgenehmigung, ein Führerschein, ein Personalausweis oder sonstige, wichtige Dokumente beantragt und ausgestellt wurden. Auch ist Guatemala City so völlig anders von all den anderen Orten, die wir in Guatemala kennengelernt hatten. Modern und geschäftig. Hier steckt das Geld des Landes. Hier gibt es Arbeit. Unser Fahrer meinte, dass das mit der Geschichte Guatemalas zusammenhängt, denn in der Gegend um Guatemala City haben sich die Könige, Führer in der Zeit der Pyramiden, niedergelassen. All die Details, die er uns schilderte erklärten klar und deutlich, warum sich alles auf Guatemala City konzentriert.</p>
<p>Wir standen nun kurz vor der Grenze, was uns so einige Probleme beim Weiterkommen bereitete. Irgendwann erbarmte sich ein Pick-Up, uns die restlichen 20km bis zur guatemalisch-mexikanischen Grenze zu bringen. In Tuxtla Chico an der Grenze angekommen pochte uns das Herz bis zum Hals. Sollten uns die guatemalischen Grenzbeamten Probleme bereiten, hieß das für uns entweder eine saftige Strafe für den illegalen Aufenthalt im Land hinzublättern oder aber, als Alternative, zwei bis drei Tage im Gefängnis abzusitzen. Wir waren angespannt und gingen noch einmal unsere Reden durch, die wir für die schlechteste aller Geschehnisse vorbereitet hatten. Die Situation an der Grenze war reichlich unübersichtlich. Überall liefen Straßenverkäufer herum und an den Straßenseiten befanden sich reichlich viele Geschäfte. Plötzlich riefen uns zwei Herren von der Ferne zu, dass dort das Emmigrationsbüro sei. Sie winkten uns zu, hinüber zu kommen. Ich war noch dabei herauszufinden, was sie eigentlich wollten, da reagierte Augustas schnell, &#8220;Schau einfach nur geradeaus. Geh einfach nur geradeaus! Reagiere auf keinen Fall auf die Typen. Geh einfach nur geradeaus, geradeaus.&#8221; Mir schwante langsam, was Augustas vorhatte und ich spielte natürlich mit. Da sich die Migrationsbüros so zwischen den Geschäften befanden, dass sie einem ohne Anstoß wirklich nicht auffallen würden, hatten wir sie eben einfach nicht gesehen. Sollte man uns an der mexikanischen Grenze wieder zurückschicken, würde das nur eine Entschuldigung kosten. Sollten sie uns allerdings einfach so nach Mexiko hineinlassen&#8230; Besser noch nicht darüber nachdenken. Wir gingen schnurstracks zur mexikanischen Immigration. In Gedanken unschuldig vor uns hinpfeifend, gaben wir unsere Reisepässe dem Migrationsbeamten. Nur nicht tief in die Augen schauen lassen. Der ließ uns den Immigrationszettel ausfüllen, entnahm unsere Daten, tippte sie in den Computer ein und schon hatte ich meinen Stempel im Pass. Nun war noch Augustas dran, doch auch er bekam seinen Stempel problemlos. Er hatte mit keiner Andeutung nach unseren Ausreisestempeln für Guatemala gesucht. Wir machten zügig kehrt und liefen nach Mexiko hinein. Wir liefen solange, bis wir hinter einer Kurve verschwunden waren. Dort wollten wir unseren Siegeszug noch nicht aussprechen, trampten also mit unterschwelligen Glücksgefühlen weiter. Wir bekamen bald eine Mitfahrgelegenheit zur nächsten Stadt. Dort ausgestiegen brach es aus uns heraus: HURRRAAAAA!!! Wir hatten es geschafft! Wir hatten die sechs Wochen illegalen Aufenthaltes in Guatemala ohne Konsequenzen hinter uns gebracht. Uns fiel ein Stein vom Herzen.</p>
<p>Wir schafften es in kurzer Zeit bis nach Tapachula. Dort trieb es uns schnurstracks in den ersten Lebensmittelladen, denn wir knurrten bereits mehr als unsere Mägen. Wir waren gerade fertig mit stärken, da ging ein wahres Unwetter los. Kaum hatten wir es unter eine Überdachung geschafft, da stürzte die gesamte Wolkendecke auf Tapachula nieder. Egal was die Menschen anstellten, damit sie nicht nass wurden, sie weichten trotzdem komplett durch. Die Autos schwammen nach kurzer Zeit eher über die Strassen, als das sie fuhren. Das Regenwasser schwappte von den Strassen auf die Bürgersteige, so dass den sich unterstellenden Passanten, und natürlich auch uns, nur noch winzige Fleckchen blieben, die uns über Wasser hielten. Da wir der Überschwemmung wegen bei einer kleinen Bar Unterschlupf suchen mussten und der Besitzer ein Programm über Tiere laufen ließ, vertrieben wir uns die Zeit eben mit Fernsehen. Auch wenn es irgendwann nur noch normal regnete, die Überschwemmung ging nur langsam zurück. Einige Passanten zogen sich Schuhe und Strümpfe aus, um die Strasse zu überqueren und ihren Weg nach Hause zu finden. Auch wenn uns dieser Regenguß für zwei oder mehr Stunden aufhielt, war es so beeindruckend, dass wir es auch irgendwie genossen, bei solch einem Spektakel dabei zu sein.</p>
<p>Wir liefen also dem Ende der Stadt entgegen, was in Tapachula keine einfache Aufgabe war. Es war nämlich auch nach etlichen Kilometern kein Ende in Sicht. Stattdessen kamen wir immer wieder an menschen- und fahrzeugüberfüllten Auflaufstellen an, wo wir erst recht keine Möglichkeit zum Trampen hatten. Wir versuchten es hier, doch wir scheiterten kläglich. Unsere Beine brachten uns noch bis zu einem Industriegebiet, in dem es die verschiedensten Autohäuser gab. Es regnete fast ständig an diesem Nachmittag, so dass wir zwischen dem Auftauchen der Autoschwärme unter einem Baum Zuflucht suchten. Hinter dem Baum befand sich ein altes, verwahrlostes Gebäude. Die Mauer war problemlos übersteigbar und schien zuvor bereits von anderen Leuten als Nachtlager genutzt worden zu sein. Darauf deuteten zumindest die vielen Pappkartons hin. Sollten wir hier einfach unser Zelt aufstellen? Schäbiger Platz, nicht sicher, direkt an der Strasse&#8230;aber wenigstens hätten wir ein Dach über dem Kopf gehabt. Wo sonst hätten wir in dem Industriegebiet die Nacht verbringen können? Wir wussten es nicht, nicht zu diesem Zeitpunkt. Wir versuchten es bis in die Dunkelheit weiter mit dem Trampen. Es war Zeit aufzugeben und so gingen wir zu einer naheliegenden Tankstelle. Dort schauten wir uns ein wenig um und befanden, dass wir gut und gerne eine Nacht dort verbringen könnten. Wir suchten uns eine schöne Ecke heraus und ruhten uns erst einmal aus. Optimal war dieser Zeltplatz nicht, da er sich unter der Treppe befand, die zu dem Verwaltungsbüro der Tankstelle hinaufführte. Wir warteten auf einen Büroangestellten, vielleicht könnte der uns ja weiterhelfen. Kaum kam jemand die Treppe herunter, traten wir mit unseren Anliegen an ihn heran. Er bat uns um Geduld und während wir warteten, kam irgendwann ein Wachmann auf uns zu und verscheuchte uns höflich von diesem Ort. Es war Niemanden außer Betriebsangehörigen erlaubt, sich in dieser Region der Tankstelle aufzuhalten. Wir sahen das ein und stellten uns nun wartend vor den Tankstellenladen. Lange Zeit passierte gar nichts, so dass wir erneut den Wachmann ansprachen. Wir wurden aufs Weiterwa<br />
rten vertröstet. Nachdem wir ihn zum dritten Mal ansprochen hatten, ging er zu einem anderen Gebäude und kam nach einiger Zeit mit der niederschmetternden Nachricht: &#8220;Wir können euch nicht helfen. Hier dürft ihr auf keinen Fall euer Zelt aufstellen.&#8221; Das saß.</p>
<p>Mittlerweile war es stockdunkel und unser Überlebensinstinkt erwachte. Wir klapperten die Autohäuser ab, in der Hoffnung irgendwo in einer Ecke schlafen zu können. Doch die ersten drei Autohäuser dachten gar nicht daran. Obwohl die Wachmänner scheinbar nichts dagegen hatten, erhielten wir bei der Nachfrage in der Verwaltungsabteilung und skeptischen Blicken aus dem Fenster auf uns &#8220;streunende Hunde&#8221; jedes Mal eine Ablehnung. Da blieb nur noch VW, der gute alte Volkswagen, übrig. Wir sahen eine Art Parkplatz, der sich neben dem VW Gebäude befand. Wir tasteten uns langsam heran, während die Wachmänner uns verwundert beobachteten. Bei unserer Nachfrage waren sie nicht sehr erfreut. Wir schafften es aber irgendwie, Mitleid in den Wachmännern wachzurufen, so dass sie uns zum Verwaltungsgebäude führten. Dort trafen wir bald auf eine Frau, die sich unser Anliegen anhörte und für eine Absprache mit ihren Kollegen wieder im Büro verschwand. Sie kam mit erfreulichen Nachrichten zurück. Wir wurden unter dem Geleit eines der Wachmänner bis zu der Art Parkplatz geführt und wurden gebeten, morgens frühzeitig wieder zusammenzupacken. Da sich auf dem Parkplatz neben einem Kleinwagen nur zwei LKWs befanden, konnten wir es uns unter der Überdachung der Privatparkplätze gemütlich machen. Wir waren seelig.</p>
<p>Morgens ging es dann erst einmal wieder zurück zur Tankstelle. Wir nutzten die Toiletten für eine Katzenwäsche und frühstückten gleich nebenan auf der Straße. Dort stank es mächtig nach Benzin, aber das war nun auch egal. Um die Tankstelle versammelten sich am Morgen viele Polizisten, so dass wir die Gelegenheit nutzten herauszufinden, wie weit es noch bis zum Stadtende ist. Wir baten die Polizisten gar, uns bis zum Stadtende zu bringen, doch damit hatten wir kein Glück. Wir liefen also zur Strasse zurück und hofften auf Glück. Das hatten wir auch bald.</p>
<p>Der Weg führte noch eine Weile geradeaus, bis sich die Strassen entzwei teilten. Wir berieten uns mit unserem Fahrer, welche Straße besser wäre, um nach San Cristobal zu kommen. Wir hatten den kürzeren Weg zur Auswahl, der allerdings extram kurvenreich und direkt durch die Berge führte. Die Straße befand sich in keinen gutem Zustand. Der andere Weg führte über Escuintla, Arriaga und Tuxtla Guiterrez nach San Cristobal. Die Strecke war ungefähr drei Mal so lang wie die direkt durch die Berge. Ich war für die Berge, da es sicher viel interessanter sein würde. Augustas bestand auf dem langen Weg. Nach langem Hick-Hack entschieden wir uns also für den langen Weg. </p>
<p>Tapachula&nbsp; &#8211; Puerto Madero, Huehuetan, Huixtla, Escuintla, Mapastepec, Pijijiapan, El Porvenir, Espiritu Santo, Tres Picos (route 200), Tonala, Arriaga (here found woman to Tuxtla Guiterrez), North to San Rafael (road 190), Cintalapa, Ocoyocoautla, Tuxtla Gutierrez, San Cristobal</p>
<p>Wir kamen nur langsam vorwärts und stellten fest, dass wir mit unserem inoffizielem Aufenthalt in Guatemala wahres Glück gehabt hatten. Kaum waren wir nämlich auf dem Weg durch Mexiko, da warteten auf den ersten einhundert Kilometern hinter Tapachula insgesamt drei Polizeikontrollen auf uns. Jedesmal mussten wir unseren Pass sowie das Immigrationszettelchen vorzeigen. Wir schienen Verdacht zu erwecken, da wir ausschließlich auf der Ladefläche von Pick-Ups durch die Gegend gefahren wurden. Einer der Fahrer lud uns in die Fahrerkabine ein und erzählte uns viel über die Unterschiede der Mexikaner an der Pazifikküste, die ausgesprochen gerne zu tief ins Glas schauten und Frauen als Lebenselixier benötigten, und den völlig anders, weit ernsteren und gesitteteren Zeitgenossen, die sich vorwiegend in den Bergen aufhielten. Das Gespräch war äußerst unterhaltsam, denn auch der Fahrer bekannte auf eine seriöse Art und Weise seine Schwäche für ausgiebiges Feiern und natürliche das weibliche Geschlecht. Wir konnten dazu nur herzlich auflachen. </p>
<p>Da standen wir nun, irgendwo in der Nähe einer Fußgängerbrücke, hinter uns ein paar Häuser, auf der gegenüberliegenden Straßenseite mehr Felder als alles andere und eine vierspurige Straße vor uns, die uns mit gähnender Leere aufwartete. Sonne und sonst nichts, war alles was wir bekamen. Ich begann ungeduldig zu werden und bereute, der Entscheidung, den langen Weg zu nehmen, zugestimmt zu haben. So ein Mist aber auch. Da steckten wir also mal wieder fest und ich wollte doch so gerne noch heute in San Cristobal ankommen. Das schminkte ich mir mittlerweile ab. Ich war irgendwann gar so genervt, dass ich auf der anderen Straßenseite, in Richtung Tapachula, versuchte &#8220;zurück&#8221;zutrampen. Leider führte das zu gar nichts und so gab ich auf und ergab mich unserem Schicksal des niemals endenden Wartens.</p>
<p>Doch wie immer, führte uns auch dieses Warten am Ende zu einem Wagen, der uns ein ganzes Stück weiter mitnahm. Wie viele Autos wir brauchten, bis wir in Arriaga landeten, weiss ich nicht mehr. Ist aber auch egal. Dort angekommen, hielten wir nach Essen Ausschau. Die Preise, selbst in den schäbigen Restaurants, waren nicht gerade niedrig. Wir entschieden uns also dieses Mal für ein etwas teureres Restaurant, dass uns die Mägen hoffentlich mit vernünftigen Essen stopfen würde. Das gelang vorzüglich und danach ging es wieder zurück auf die staubige Straße. </p>
<p>Nach relativ kurzer Zeit kam ein Auto von der entgegengesetzten Richtung, blinkte, wendete an unserem Anhaltepunkt und eine Frau stieg aus. &#8220;Wo wollt ihr denn hin?&#8221; San Cristobal. &#8220;Ich fahre bis Tuxtla Guiterrez, wenn ihr wollt&#8230;&#8221; Keine Frage, auf jeden Fall. Um unser Einsteigen zu ermöglichen, mussten wir erst einmal ihr Auto neu packen. Sie war reichlich beladen, unter anderem mit einem Fahrrad für ihren Neffen, und hatte ihren Vater auf dem Beifahrersitz. Doch auch wir und unser Gepäck fanden noch Platz und nun ging es in einem klimatisierten, hochgemütlichen Fahrzeug bis nach Tuxtla Guiterrez, das nicht weit von unserem Ziel entfernt lag. Wir schienen wohl den ganzen Tag nur auf sie gewartet zu haben. </p>
<p>Da wir spät in Tuxtla Guiterrez ankommen würden, versuchten wir wie immer bereits zuvor Ideen für einen Zeltplatz bei der Fahrerin zu generieren, damit wir später nicht selbst danach suchen mussten. Die ganze Sinnerei über mögliche Plätze führte schließlich zu einer Einladung ins Haus ihrer Schwester. Die staunte nicht schlecht, als wir plötzlich als Mitbringsel ins Haus hineingebracht wurden. Doch es schien wahrlich kein Problem. Wir stellten auf dem winzigen Hof unser Zelt auf, fütterten den hauseigenen Papagei mit unseren Bananenschalen und gingen dann für einen Einkauf mit unserer Fahrerin durch die Wohngegend. Das Essen war billig und kaum zurück, bereiteten wir für alle eine leckere Pasta zu. Das Abwaschen des Geschirrs war eine heikle Angelegenheit, denn das wurde draußen am Waschbecken neben unserem Zelt gemacht. Das Waschbecken hatte aber kein Abflußrohr, sondern einfach nur ein Loch. Das Wasser spritzte also beim Durchlauf mit voller Wucht auf den Steinboden und sprenkelte unser Zelt im Nu nass. Daraufhin fingen wir an, das Geschirr in Eimern zu waschen, damit wir trocken über die Nacht kamen. Die Dusche war eine Wohltat, obwohl es nichts weiter als ein Strahl kaltes Wasser aus der Wand war. Aber immerhin, Wasser. Und wir hatten es schrecklich nötig, wir verstaubten, stinkig-klebrigen Herumstreuner.</p>
<p>Die Kinder des Hauses waren neugierig, doch hielten sich die ganze Zeit in ihren Zimmern versteckt. So richtig geheuer waren ihnen die beiden Fremden nicht. Da half auch die Dusche nichts. Allerdings kosteten auch sie von der Pasta und schienen selbst die letzte Nudeln aufgegessen zu haben. Die Eltern hingegen waren wohl andere Speisen für die Nacht gewöhnt und aßen nur die Hälfe von dem was wir ihnen aufgetischt hatten. </p>
<p>Unsere Fahrerin brachte<br />
uns nach einem gemütlichen Frühstück bis zur Autobahn, damit wir direkt bis San Cristobal durchstarten konnten. Der starke Verkehr an der Autobahn ließ uns die Nasen rümpfen. Doch entgegen unseres ersten Eindrucks, brauchten wir keine Viertelstunde und schon saßen wir in einem Auto direkt bis nach San Cristobal. Der Pick-Up hatte eine überdachte Ladefläche, auf der sich bereits zwei junge Männer tümmelten. Wir stopften uns samt Gepäck auch noch hinein. Die Fahrt war einzigartig. Aus dem heißen Tuxtla Guiterrez stiegen wir Stück für Stück immer höher in die Berge. Die Temperaturen kühlten sich merklich ab, so dass wir froh waren, als die Fenster endlich geschlossen wurden. Im T-Shirt war es dort oben doch ein wenig zu kalt. Teilweise fuhren wir durch Nebelschwaden, die leicht an Wolken erinnerten, wenn sie es nicht gar waren. Als die Sicht aufklarte, konnten wir die spektakuläre Berglandschaft und die Täler, die sich entlang der Autobahn zogen, staunend an uns vorbeiziehen sehen. Die Gegend war wunderschön und eigentlich viel zu schade, um einfach mit dem Auto durchzubrausen. Später erfuhren wir gar noch, dass die alte Autobahn (wir hatten die neue genommen) noch weitaus schöner und definitiv ihre langwierige Reise wert sei.</p>
<p>In einem Außenbezirk von San Cristobal wurden wir wieder aus der Kiste hinausgelassen. Dort riefen wir Kjell an. Er ist ein deutsches www.HospitalityClub.org Mitglied, genauer gesagt der Bruder des Klubgründers, und lebte zusammen mit seiner mexikanischen Freundin in San Cristobal. Kjell gab uns Anweisungen, wie wir sein Haus erreichen konnten. Bevor wir uns aber zu ihm aufmachten, nutzten wir die einmalige Gelegenheit einer Frischebäckerei in einem überdimensionalen Supermarkt, das genau vor unserer Nase lag. Nachdem wir kräftig in die frischen Brote gebissen hatten, nahmen wir den Bus bis ins Zentrum von San Cristobal. Trotz der Erklärungen verliefen wir uns, denn wir hatten die Stadt scheinbar von einer anderen Seite aus erreicht. Gut, dass sich auf dem Marktplatz ein Stadtplan befand, mittels dem wir letztlich die gewünschte Ecke fanden. Wir mussten nur noch die Stufen hinaufsteigen und Kjells Klingel betätigen. Und da waren wir.</p>
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		<title>Traurige Realitaet in der Hauptstadt Costa Ricas</title>
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		<pubDate>Tue, 08 May 2007 18:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katja &#38; Augustas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Costa Rica]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir sind zurueck in Costa Rica, aber nur fuer eine&#160;kurze Zeit. Wir sind auf dem Weg nach Panama, wo die Segelsaison ihrem Ende zugeht. Wir muessen uns ein wenig sputen und ein Segelboat suchen, dass uns einen Lift zum suedamerikanischen Kontinent gibt. Heute einmal mehr Eindruecke als Neuigkeiten aus unserer Welt. Hier sind einige Fotos, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir sind zurueck in Costa Rica, aber nur fuer eine&nbsp;kurze Zeit. Wir sind auf dem Weg nach Panama, wo die Segelsaison ihrem Ende zugeht. Wir muessen uns ein wenig sputen und ein Segelboat suchen, dass uns einen Lift zum suedamerikanischen Kontinent gibt.</p>
<p>Heute einmal mehr Eindruecke als Neuigkeiten aus unserer Welt. Hier sind einige Fotos, die wir in San Jose, der Hauptstadt Costa Ricas, gemacht haben. Dabei sollte es nicht unerwaehnt bleiben, dass Costa Rica als das &#8220;weitentwickelste Land Zentralamerikas&#8221; gilt.</p>
<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_costarica/sanjose/IMG_3591.JPG" title="" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1382&amp;width=150&amp;height=0&amp;mode=" alt="" title="" /></a>	

<p>&nbsp;</p>
<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_costarica/sanjose/IMG_3594.JPG" title="" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1383&amp;width=150&amp;height=0&amp;mode=" alt="" title="" /></a>	

<p>&nbsp;</p>
<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_costarica/sanjose/IMG_3602.JPG" title="" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1385&amp;width=150&amp;height=0&amp;mode=" alt="" title="" /></a>	

<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_costarica/sanjose/IMG_3582.JPG" title="" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1381&amp;width=100&amp;height=0&amp;mode=" alt="" title="" /></a>	

<p>&nbsp;</p>
<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_costarica/sanjose/IMG_3595.JPG" title="" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1384&amp;width=100&amp;height=0&amp;mode=" alt="" title="" /></a>	

<p>&nbsp;</p>
<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_costarica/sanjose/IMG_3603.JPG" title="" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1386&amp;width=100&amp;height=0&amp;mode=" alt="" title="" /></a>	

<p>Um die Wahrheit zu sagen, wir haben nicht viel mehr von San Jose gesehen als diese Bilder zeigen&#8230;</p>
<p>Uebrigens sind jetzt die Fotos von Costa Rica online und wir wuenschen euch viel Spass beim Durchstoebern! Folgt einfach diesem Link:<br /><a href="http://followtheroad.com/de/fotos/">http://followtheroad.com/de/fotos/</a></p>
<p>Liebe Gruesse,<br />Katja &amp; Augustas</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Zwei &#8220;Hans&#8221; im Glueck (May 2 &#8211; 5)</title>
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		<pubDate>Sat, 05 May 2007 18:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katja &#38; Augustas</dc:creator>
				<category><![CDATA[El Salvador]]></category>
		<category><![CDATA[Honduras]]></category>
		<category><![CDATA[Nicaragua]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Herauskommen aus der San Salvador-Zone klappte wie am Schnuerrchen. Wir nahmen 6 Uhr in der frueh den 101 Bus von Santa Tecla bis zum Plaza El Salvador del Mundo in San Jose. Kaum waren wir ausgestiegen, fuhr der 7D Bus vor, der uns bis Soyapango brachte. Dort stiegen wir direkt an der Auffahrt zur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignleft" style="width: 110px;">
<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_nicaragua/on_way_to_granada/IMG_3378.JPG" title="" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1471&amp;width=100&amp;height=0&amp;mode=" alt="" title="" /></a>	
</div>

<p>Das Herauskommen aus der San Salvador-Zone klappte wie am Schnuerrchen. Wir nahmen 6 Uhr in der frueh den 101 Bus von Santa Tecla bis zum Plaza El Salvador del Mundo in San Jose. Kaum waren wir ausgestiegen, fuhr der 7D Bus vor, der uns bis Soyapango brachte. Dort stiegen wir direkt an der Auffahrt zur Autobahn aus.</p>
<p>Es herrschte das reinste Chaos. Busse &#8211; ob gross oder klein &#8211; kamen aus allen Himmelsrichtungen angebraust. Dazwischen mischten sich unzaehlige Autos, Kleintransporter, LKWs und Taxis. Wir hatten zwar einen recht guten Platz zum Trampen gefunden, doch machte es uns die Mischung aus privaten und oeffentlichen Verkehrsmitteln schwierig, mit unserem gehobenen Daumen die Aufmerksamkeit der fuer uns richtigen Fahrzeuge auf uns zu lenken. Ohne ueberhaupt einen Blick auf uns zu werfen, kam ploetzlich ein Transporter direkt auf uns zugebraust. Eine Gruppe jugendlicher Katholiken war auf dem Weg nach El Triunfo, was ungefaehr der Haelfte unseres Weges bis zur hondurischen Grenze entsprach.</p>
<p>Als wir ausstiegen, war es gerade erst kurz nach 8 Uhr morgens, doch unsere Maegen knurrten schon wieder. Da rief uns eine froehliche Stimme in ihr Mini-Restaurant hinein, in dem wir kurz darauf Reis mit Bohnen und Tortillas verspeisten.</p>
<p>Wieder an der Strasse folgte ein Auto nach dem anderen. Ohne ueberhaupt nachdenken zu koennen, kamen wir an der Grenze an. Dort trafen wir, welch ein Zufall, zwei Mexikaner, die auf dem Weg nach Panama waren. Wir baten um eine Mitfahrgelegenheit bis Nicaragua, der sie ohne zu zoegern zustimmten. Auf der hondurischen Seite sprachen wir lange mit einem der Mexikaner, waehrend der andere die bueokratischen Sachen erledigte. Sie schienen Probleme mit der Registrierung ihres Autos zu haben und schlugen uns vor, um Zeit zu sparen, lieber schon trampen zu gehen. Sollten wir bis zu ihrem Auftauchen keinen Fahrer gefunden haben, wuerden sie uns spaeter am Ende des Grenzuebergangs mitnehmen. Gesagt, getan. Wir gaben unser Bestes ein Auto anzuhalten, doch vorerst vergebens. Da tauchten die Mexikaner, nach nur einer knappen halben Stunde, ploetzlich am letzten Kontrollpunkt auf, passierten ihn und brausten mit grinsenden Gesichtern einfach an uns vorbei. Ich konnte es nicht glauben. Sie hatten uns vorgelogen Probleme mit ihrer Einreise zu haben, einfach nur um uns loszuwerden. Das war alles geplant! Oh, war ich sauer!</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 110px;">
<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_honduras/IMG_3337.JPG" title="Carolina on the left" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1464&amp;width=100&amp;height=0&amp;mode=" alt="Carolina on the left" title="Carolina on the left" /></a>	
<p class="wp-caption-text">Carolina on the left</p></div>

<p>Voller Energie nach diesem Erlebnis, hielten wir bald einen LKW an, der uns bis Jicaro Galan mitnahm. Weiter ging es bis Choluteca, wo uns Carolina auflass. Sie kam gerade von einer Einkaufstour mit ihrer Mutter zurueck und war auf dem Weg nach San Francisco, einem Dorf ca. 10 km vor San Marcos, nahe der nicaraguischen Grenze. Carolina war eine lustige Gespraechspartnerin, die uns nicht nur sofort zu sich nach Hause zum Uebernachten einlud, sondern auch gleich zu einer Beerdigung im Nachbardorf mitnahm. Erst kuerzlich war ein 60jaehriger Herr an den gesundheitlichen Folgen seines uebermaessigen Alkoholverzehrs gestorben. Jetzt war das ganze Dorf auf den Beinen, um dem Herrn auf seinem Weg zum Grabe</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 110px;">
<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_honduras/IMG_3326.JPG" title="having a last look" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1461&amp;width=100&amp;height=0&amp;mode=" alt="having a last look" title="having a last look" /></a>	
<p class="wp-caption-text">having a last look</p></div>

<p>zu geleiten. Als wir auf der Beerdigung auftauchten, schaute uns die ganze Gesellschaft etwas schraeg von der Seite an. Naja, ist ja auch irgendwie eigenartig, wenn zu solch einer Veranstaltung zwei Unbekannte auftauchen, noch dazu &#8220;Gringos&#8221; bzw. &#8220;Norteamericanos&#8221; (Nordamerikaner), wie sie uns hinter unserem Ruecken faelschlicherweise fluesternd bezeichneten.</p>
<p>Carolina fand das alles voellig normal und stellte uns gleich einigen Dorfbewohnern vor. Sie war aber auch ein Persoenchen, das nicht so ganz ins traditionell-eingebuergerte Dorfleben passte. Mit ihren 27 Jahren hatte sie noch keinen passenden Ehemann gefunden, was daran lag, dass sie sich nicht einem Mann unterordnen wollte. Denn noch galt in der hiesigen Region, dass die Frauen die Maenner zu bedienen hatten und selbst Schlaege mit dem Guertel, erteilt vom Ehemann, einstecken muessen. So Carolina&#8217;s Worte. Das kam fuer sie gar nicht in Frage. &#8220;Wer mich schlaegt, der kriegt es doppelt zurueck!&#8221; Ja, bei solch einer Einstellung, gestand Carolina, wird sie in ihrer Gegend wohl nicht fuendig werden. &#8220;Am liebsten waere mir ja ein Nordamerikaner&#8221;, waren Carolinas abschliessende Worte zu diesem Thema.</p>
<p>Im Hause von Carolina&#8217;s Mutter angekommen, wurde uns ein Zimmer zum Uebernachten angeboten. Dort konnten wir uns bequem auf dem Fussboden ausbreiten und hatten zudem ein eigenes Bad. Bevor wir aber zum Reinigen unserer dreckbedeckten Koerper gingen, mussten wir unsere knurrenden Maegen stillen. Unser Campingkocher war mal wieder die grosse Attraktion an diesem Abend und wurde von klein und gross ausgiebig bestaunt. Wir bereiteten Nudeln mit Sojafleisch zu, was sogar die Hunde der Familie anzog. Dazu gab es leckere Salatblaetter, je einen Apfel und von der Familie eine Portion roter Bohnen mit Tortillas. Beschweren konnten wir uns wahrlich nicht. Obendrauf gab es am spaeten Abend auch noch gefrorene Schokobananen am Stiel. Einfach koestlich!</p>
<p>Rubia, Carolina&#8217;s Mutter, erzaehlte uns von ihren fuenf Soehnen, die allesamt seit vielen Jahren in den USA leben. Drei von ihnen hatte sie glaube ich schon seit 12 Jahren nicht mehr gesehen. Das lag weniger am Interesse der Soehne, ihre Mutter zu besuchen, sondern an den fehlenden Visas fuer die USA, die die Soehne bisher nicht erhalten hatten. Wir erfuhren in dem Zusammenhang auch, dass nur die Menschen im Dorf ein schoenes Haus besassen, welche Verbindungen zu bzw. Verwandschaft in den USA hatten. Statt sich als zuerueckgebliebener Rest der Familie auf der finanziellen Hilfe der Soehne bzw. Brueder auszuruhen, halfen Rubia und Carolina armen Menschen in der Nachbarschaft, an Kleidung und sonstige Notwendigkeiten kostenlos heranzukommen. Als wir das hoerten, holten wir sofort Augustas&#8217; alte Sandalen und unseren alten Tagesrucksack hervor, und spendeten diese der Nachbarschaftshilfe. Auf solch einen Moment hatten wir nur gewartet, um die zwar etwas ledierten, aber weithin noch nutzbaren Dinge weiterzugeben.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 110px;">
<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_nicaragua/on_way_to_granada/IMG_3386.JPG" title="Mario, our funny truck driver" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1475&amp;width=100&amp;height=0&amp;mode=" alt="Mario, our funny truck driver" title="Mario, our funny truck driver" /></a>	
<p class="wp-caption-text">Mario, our funny truck driver</p></div>

<p>Am naechsten Morgen ging es mit dem ersten Lift direkt bis zur nicaraguischen Grenze, die nicht sehr gemuetlich wirkte. Wir gingen zum Ende des Grenzuebergangs und nach einer Weile hielten wir Mario, einen LKW-Fahrer an. Der war auf dem Weg nach Managua, was uns gelegen kam, denn wir wollten nach Granada gelangen. Die Unterhaltung mit Mario war sehr lustig und liess die Zeit im doch recht langsamen Gefaehrt schnell vergehen. Wir hielten unterwegs fuer ein Reis-Bohnen-Salat-Mahl an und wurden dann von Mario in Tipitapa herausgelassen.</p>
<p>Dort kostete es uns einige Zeit, bis wir endlich mit einem weiteren LKW bis zur Kreuzung in Richtung Granada mitgenommen wurden. Augustas wollte bereits eine Uebernachtungsmoeglichkeit suchen, auf die ich noch gar nicht so richtig Lust hatte. Irgendwie wollte ich nach Granada und glaubte auch noch daran, dass wir dort landen wuerden. Trotzdem akzeptierte ich seinen Vorschlag, in einem naheliegendem, offensichtlich fuer religioese Veranstaltungen existierendem, ueberdachten Gebaeude zwecks Uebernachtung nachzufragen. Dort wurden wir abgewiesen. Kaum waren wir zurueck auf der Strasse, hielt auch schon Aracely an. Augustas nutzte den Moment des Halts, um zwecks eines passenden Zeltplatzes in Granada zu fragen, denn dorthin war Aracely unterwegs. Ohne gross zu ueberlegen schlug Aracely ihren Garten vor. Mit grossen Bingo!-Augen schauten wir uns beide an. Wir schwangen uns auf die Ladeflaeche und los gings. In Granada liess uns Aracely dann vorne einsteigen und wir zogen zu</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 110px;">
<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_nicaragua/granada/IMG_3397.JPG" title="" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1519&amp;width=100&amp;height=0&amp;mode=" alt="" title="" /></a>	
</div>

<p>ihrem ca. 13 km noerdlich von Granada entferntem Haus weiter. Und zwar direkt entlang des Strandes! Was fuer eine Fahrt. Neben der tollen Sicht, die Strandhaeuser, den Nicaraguasee und einen grossen Vulkan bot, begegneten uns auch zahlreiche Kuehe, Voegel, Kinder und andere Fahrzeuge. Ich stellte mir gleich vor, wie wir am naechsten Morgen von dort wieder lostrampen wuerden, direkt am Strand entlang!</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 110px;">
<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_nicaragua/granada/IMG_3418.JPG" title="we prefered to camp outside" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1522&amp;width=100&amp;height=0&amp;mode=" alt="we prefered to camp outside" title="we prefered to camp outside" /></a>	
<p class="wp-caption-text">we prefered to camp outside</p></div>

<p>Dazu kam es aber nicht. Aracely lud uns ein, fuer einige Tage in ihrem Haus zu bleiben. Sie bot uns sogar ein Zimmer fuer uns allein an, was wir aber eher als Aufenthaltsraum nutzten. Da der Wind nachts so schoen bliess, bevorzugten wir es unser Zelt draussen aufzustellen und dort die Naechte zu verbringen. Lewis, Aracely&#8217;s liebenswerter Ehemann, freute sich wie ein Streuselkuchen, als seine Frau uns zwei Streuner mitbrachte. Wir verstanden uns auf Anhieb. Als Lewis von unseren Segelabenteuern hoerte, wurde er ganz neidisch. Er ist vernarrt in Segelschiffe und konnte kaum glauben, dass wir einfach so mit einem mitgefahren waren und dann auch noch nach Kuba.</p>
<p>Da es waehrend der Woche nur von 6 &#8211; 10 Uhr morgens fliessendes Wasser gab (Sparmassnahme der Stadt), wuschen wir unsere staubbesetzten Koerper direkt im Nicaraguasee. Das war herrlich, vor allem weil das Wasser warm war. Wir mussten ewig lange in den See hineinlaufen, da die Tiefe sich nur langsam veraenderte. Es war unendlich spassig, sich, endlich in der Tiefe angekommen, einzuseifen.</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 110px;">
<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_nicaragua/granada/IMG_3420.JPG" title="eating the first vegan and greatest ever pizza in my life" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1523&amp;width=100&amp;height=0&amp;mode=" alt="eating the first vegan and greatest ever pizza in my life" title="eating the first vegan and greatest ever pizza in my life" /></a>	
<p class="wp-caption-text">eating the first vegan and greatest ever pizza in my life</p></div>

<p>Wir blieben zwei Tage in Granada. Einen Tag nahm uns Aracely auf eine Mini-Tour durch Granada mit und lud uns zum Pizza essen ein. Es war meine erste Pizza seit 2 Jahren, eine vegane Version, die unbeschreiblich lecker war! Leider hatte sie wenig Zeit und da der oeffentliche Transport zu ihrem Haus sehr unzuverlaessig war, fuhren wir mit ihr wieder zurueck. Ich fand das ein wenig schade, denn Granada strahlte eine tolle Atmosphaere aus. Sie erinnerte uns ein wenig an San Cristobal de las Casas in Mexiko, wo wir damals gar nicht wieder wegwollten.</p>
<p>Samstag morgen ging es nach Riviera, um zur Ometepe-Insel zu gelangen. Dort gab es zwei grosse Vulkane, die wir uns gerne naeher anschauen wollten. Wir setzten also gegen Mittag mit einer klapprigen Faehre ueber, die statt der angekuendigten halben Stunde, knapp 1,5 Stunden fuer die Fahrt brauchte. Wir trampten weiter die Inselstrasse entlang und wurden von Rolando aufgelesen. Dieser lebte seit 12 Jahren in einem Waisenhaus, da er beide seiner Eltern verloren hatte. Er sah trotz alledem sehr gluecklich aus. Je naeher wir der Waisenkinder-Gemeinde kamen, desto mehr wuchs unser Interesse das Leben vor Ort selbst zu sehen. Rolando lud uns zu einer Rundfahrt auf dem Gelaende ein. Waehrend der Rundfahrt war niemand zu sehen, denn alle befanden sich zur regulaeren Messe in der Kirche. Rolando zeigte uns die Schule, die Werkstaetten, die Wohnbloecke fuer kleine Maedchen und Jungen, die getrennt waren, die restlichen Wohnbloecke fuer Jugendliche, fuer die Voluntaere sowie das Haus des Direktors. Es gab auch ein Gebaeude, dass etwas abseits von den anderen lag, in dem behinderte Kinder untergebracht waren. In der Waisenkinder-Gemeinde lebten Kinder, die entweder ihre Eltern oder aber Elternteile verloren hatten. Es gab auch Kinder dort, die wegen finanziell fehlender Mittel sonst keine anstaendige Ausbildung haetten absolvieren konnten. Im Waisenhaus gab es neben der schulischen Ausbildung eine handwerkliche, haeusliche und landwirtschaftliche Schulung, die jeweils am Nachmittag stattfand. Die Maedchen wurden vorwiegend im Naehen von Kleidung oder dem Schneiden von Haaren geschult, waehrend die Jungen in elektronischen und mechanischen Gebieten ausgebildet wurden. Doch das war keinesfalls auf das Geschlecht beschraenkt. Interessant war, dass Jungen im Alter von 12 Jahren an ihre Waesche mit der Hand selber waschen mussten. Zudem hatten sie eine grosse Gartenanlage, in dem es Pflichtsstunden abzuarbeiten galt, um den Obst- und Gemueseanbau von klein auf zu erlernen. Die Kinder werden solange unterstuetzt, bis sie eine Ausbildung an der Universitaet in Managua erfolgreich abgeschlossen haben. Rolando arbeitete mittlerweile fuer die Waisengemeinde, denn er fuehlte sich nur dort wirklich zu Hause. Die Gemeinde wurde vor 13 Jahren von einem amerikanischen Pater gegruendet und konnte mittels der Unterstuetzung von Spenden aus anderen zentralamerikanischen sowie europaeischen Laendern ihre gute Arbeit bis heute fortsetzen.</p>
<p>Wir waeren gern fuer eine Nacht dort geblieben, doch kam es letztlich nicht dazu. Deswegen fuhren wir weiter bis San Francisco, wo wir am Strand uebernachteten. Heute ging es weiter bis Altagracia, doch nach einem kurzen Aufenthalt entschieden wir uns wieder umzukehren. Da es Sonntag war, wurden wir zwecks des schlechten Transportes vorgewarnt, doch wir gingen trotzdem zur Strasse. Nachdem bereits mehrere Fahrzeuge ohne anzuhalten an uns vorbeigerollt waren, entschieden wir uns statt wie vorgehabt den anderen Vulkan zu umrunden, lieber wieder zurueck nach Mayogalpa zu fahren und unsere Reise nach Panama fortzusetzen.</p>
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		<title>El Salvador &#8211; Mission erfuellt! (April 28 &#8211; May 2)</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Apr 2007 18:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katja &#38; Augustas</dc:creator>
				<category><![CDATA[El Salvador]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit Amado unternahmen wir eine ganze Menge. Am Tag unserer Ankunft machten wir einen ausgedehnten Spaziergang durch Santa Tecla (ehemals Nuevo San Salvador). Santa Tecla ist eine ruhige Stadt, zumindest in den Morgen- und Nachmittagsstunden. Amado zeigte uns einige Kirchen, die durch das Erdbeben in 2001 zerstoert wurden. Nur eine einzige dieser Kirchen wurde wieder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="center">
<p>Mit Amado unternahmen wir eine ganze Menge. Am Tag unserer Ankunft machten wir einen ausgedehnten Spaziergang durch Santa Tecla (ehemals Nuevo San Salvador). Santa Tecla ist eine ruhige Stadt, zumindest in den Morgen- und Nachmittagsstunden. Amado zeigte uns einige Kirchen, die durch das Erdbeben in 2001 zerstoert wurden. Nur eine einzige dieser Kirchen wurde wieder aufgebaut, allerdings in einer moderneren Version. Fuer die anderen Kirchen steht in den Sternen, wann diese jemals wieder restauriert bzw. aufgebaut werden koennen, da die finanziellen Mittel dafuer nicht vorhanden sind.</p>
<p align="center">
<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_elsalvador/santatecla/IMG_3233.JPG" title="" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1408&amp;width=100&amp;height=0&amp;mode=" alt="" title="" /></a>	

<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_elsalvador/santatecla/IMG_3238.JPG" title="" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1411&amp;width=100&amp;height=0&amp;mode=" alt="" title="" /></a>	

<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_elsalvador/santatecla/IMG_3255.JPG" title="" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1420&amp;width=100&amp;height=0&amp;mode=" alt="" title="" /></a>	

<p>Wir liefen durch den riesigen Markt Santa Teclas, in dem jeder seine Waren anpreist. Es war herrlich schon am Eingang von acht Frauen, jeweils vier links, vier rechts, mit Verkaufsspruechen begruesst zu werden. Der Markt wirkt auf den ersten Blick wie das reinste Chaos, hinter dessen Staenden leckere Obst- und Gemuesesorten hervorluken. Ware ist im Ueberfluss vorhanden, man muss sich nur noch die schoensten Stuecke herauspicken. Auch draussen auf der Strasse wird verkauft - ob neben einem LKW, direkt an der Strassenecke, oder im Durchgang eines Hauses.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 110px;">
<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_elsalvador/santatecla/IMG_3169.JPG" title="inside of the only rebuilt church in Santa Tecla, after the earthquake in 2001" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1401&amp;width=100&amp;height=0&amp;mode=" alt="inside of the only rebuilt church in Santa Tecla, after the earthquake in 2001" title="inside of the only rebuilt church in Santa Tecla, after the earthquake in 2001" /></a>	
<p class="wp-caption-text">inside of the only rebuilt church in Santa Tecla, after the earthquake in 2001</p></div>

<div class="wp-caption alignright" style="width: 110px;">
<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_elsalvador/santatecla/IMG_3249.JPG" title="" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1403&amp;width=100&amp;height=0&amp;mode=" alt="" title="" /></a>	
</div>

<p>Was in Santa Tecla besonders auffaellt sind die vielen Menschen, die auf der Strasse leben. Obdachlose sitzen oder liegen an fast jeder Ecke. Einige schlafen quer ueber den Gehweg gestreut, andere nicken auf der Treppe ein. Amado erklaerte uns, dass viele Obdachlose aus San Salvador nach Santa Tecla kommen, weil sie hier niemand vertreibt. Sie koennen friedlich in der Strasse leben, ohne angepoepelt oder verachtet zu werden. Wir haben viele Male beobachtet, wie Nachbarn aus ihren Haeusern heraustraten und ein Gespraech mit dem einen oder anderen Obdachlosen fuehrten. Die Nachbarn gaben zum Teil Essen aus, so dass die Obdachlosen wenigstens ihre Baeuche etwas stopfen konnten. Wir kamen auch</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 110px;">
<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_elsalvador/santatecla/IMG_3171.JPG" title="first homeless support center in Santa Tecla, still under construction" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1404&amp;width=100&amp;height=0&amp;mode=" alt="first homeless support center in Santa Tecla, still under construction" title="first homeless support center in Santa Tecla, still under construction" /></a>	
<p class="wp-caption-text">first homeless support center in Santa Tecla, still under construction</p></div>

<p>an einem noch im Rohbau befindlichem Gebaeude vorbei, dass das erste Obdachlosen-Zentrum in Santa Tecla werden soll. Dort koennen die Streuner zukuenftig naechtigen und werden mit Essen versorgt. Die einzige wiederaufgebaute Kirche hat dies veranlasst. Um die Hilfe dieses zukuenftigen Obdachlosen-Zentrums in Anspruch zu nehmen, muessen die Obdachlosen den Glauben dieser Kirche anerkennen und aktiv praktizieren.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 110px;">
<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_elsalvador/santatecla/IMG_3181.JPG" title="contemporary art museum San Salvador" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1424&amp;width=100&amp;height=0&amp;mode=" alt="contemporary art museum San Salvador" title="contemporary art museum San Salvador" /></a>	
<p class="wp-caption-text">contemporary art museum San Salvador</p></div>

<p>Am folgenden Tag ueberschlugen wir uns fast vor kulturellen Veranstaltungen. Wir gingen zum anthropologischen Museum, da dieses eine kostenlose Foto-Ausstellung hatte. Die gefiel uns besonders gut, da hier der franzoesische Botschafter in El Salvador seine privaten Fotos ueber El Salvador ausgestellt hatte. Die Fotos handelten von den Menschen, die man taeglich auf der Strasse trifft: Verkaeufer, Kinder, Obdachlose, etc. Dann ging es zum Museum der modernen Kunst weiter. Bevor wir dort aber ankamen, hielt uns der Auftrieb vor dem gegenueberliegenden Gebaeude auf. Wir wurden von der Bewegung magisch angezogen und fanden heraus, dass an diesem Tage der &#8220;Tag des Tanzes&#8221; veranstaltet wurde. Tanzmaeuse vom Krabbelalter an bis zum ausgebildeten Balletttaenzer fuehrten ihr Koennen auf der Buehne auf. Wir blieben einen kleinen Teil der Veranstaltung und gingen dann zum Museum der modernen Kunst. Dort wurden wir ein wenig enttaeuscht, da statt den sonst 4 Galerien nur 2 geoeffnet waren. Trotz alledem genossen wir die Farbenkleckse auf den groesseren und kleineren Bildern.</p>
<p>Danach ging es zu einem naheliegenden Shopping-Center, um etwas Essbares ausfindig zu machen. Amado fuehrte uns in einen riesigen Speisesaal, in dem alle moeglichen frittierten Fleischsorten angeboten wurden. Es gab auch Pizza, Huehnchen, und &#8211; gluecklicherweise &#8211; einen chinesischen Stand. Leider verkauften dort nur El Salvadorianer und statt einfach Chow Mein bestellen zu koennen, mussten wir auf eine Extra-Anfertigung warten, da wir die Portion ohne Fleisch wollten. Alle Speisen waren naemlich mit Fleisch oder Meeresfruechten ausgestattet. Endlich am Tisch mit unserem Essen angekommen, &#8220;genossen&#8221; wir das fuerchterlichste, chinesische Mal, das wir je vorgesetzt bekamen. Aber gut, wir waren hungrig und stopften es somit in unsere Maegen hinein. Gut an dem Shopping-Center war, dass es viele kleine Details aufwies, die mein Kuenstlerauge sofort in Anspruch nahmen, und mich somit von unserem Esserlebnis komplett ablenkten.</p>
<p>Vollgestopft und etwas Knuelle ging es zurueck zum Haus. Bevor wir uns allerdings ausruhen konnten, wollte ich unbedingt noch einmal zum Markt. Am vorigen Tag hatten wir es aufgrund Amado´s Tempo nicht geschafft, Fotos vom Markt zu machen.</p>
<p>Nach einem Nachmittagsschlaefchen machten wir uns zum Zirkus auf. Da war ich zum letzten Mal zu Besuch, als ich suesse 16 Jahre auf dem Buckel hatte. Wir mussten eine Weile fuer den Einlass anstehen und nahmen dann auf wackeligen Sitzen Platz. Die Sicht war super und als die Show los ging, fuehlte ich mich wie ein kleines Kind. Alles war so unglaublich lustig und gekonnt aufgefuehrt. Der Zirkus bestand fast nur aus menschlichen Darbietungen, die mich derart zum Staunen brachten, dass ich staendig den Kopf voller Unglauben hin- und herschuettelte. Die Vorstellung war ein voller Erfolg fuer uns, denn so sind wir in unserem Leben noch in keinem Circus in den Bann gezogen wurden.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 110px;">
<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2006/2006_belize/fernando/10360027.JPG" title="Unil, Gerson, Fernando, Ercilia" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=481&amp;width=100&amp;height=0&amp;mode=" alt="Unil, Gerson, Fernando, Ercilia" title="Unil, Gerson, Fernando, Ercilia" /></a>	
<p class="wp-caption-text">Unil, Gerson, Fernando, Ercilia</p></div>

<p>Endlich war der Tag fuer die Erfuellung unserer Mission gekommen. Wir machten uns auf, den Bruder samt Familie von Fernando zu finden. Mit Fernando hatten wir in Belize enge Freundschaft geschlossen, waehrend unseres Aufenthaltes in Copper Bank. Er erzaehlte uns damals von dem auf unerklaerliche Weise abgebrochenem Kontakt zu seinem Bruder Julio Cesar, der in seinem Heimatdorf in El Salvador lebt. Da wir eh vorhatten in El Salvador vorbeizuschauen, schlugen wir vor einem Jahr vor, auf die Suche nach seinem Bruder zu gehen. Und endlich hatten wir Gelegenheit dazu!</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 110px;">
<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_elsalvador/sonsonate/IMG_3271.JPG" title="" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1437&amp;width=100&amp;height=0&amp;mode=" alt="" title="" /></a>	
</div>

<p>Wir wussten nur die ungefaehre Gegend, in der wir Julio Cesar finden konnten, hatten aber keine genaue Anschrift. Wir nahmen also fruehzeitig am Morgen einen Bus bis Sonsonate. Von dort wurden wir ein wenig in die Irre geleitet, denn ein Bus bis Coquiama gab es nicht. Es existierte nur einer nach Coquiamita, das lag aber weit von Coquiama entfernt. Wir entschieden uns letztlich fuer einen Bus nach Cuisnauath, von wo aus es nur noch 1 Stunde Fussmarsch bis Coquiama sein sollte. Im Bus verstand man uns falsch. Der Fahrer dachte wir wollten in Coquiamita aussteigen, und liess uns prompt am falschen Weg heraus. Da standen wir nun im Nirgendwo an einer Strassenkreuzung, von der aus es mindestens 3 Stunden Fussmarsch bis nach Coquiama waren. Wir berieten uns mit einigen Leuten, die zeitgleich aus dem Bus ausgestiegen waren. Es gab letztlich nur zwei Moeglichkeiten: entweder auf ein Fahrzeug warten, dass uns bis zur Weggabelung nach Coquiama mitnimmt, oder laufen. Wir entschieden uns fuer ersteres und hatten Glueck. Keine 20 Minuten spaeter tauchte ein weisser Transporter auf. Das war der Eismann, der mit einem Lautsprecher auf sich aufmerksam machte. Der nahm uns dann letztlich bis zur richtigen Abzweigung mit. Im erstbesten Haus bestaetigte man uns zusaetzlich, dass wir auf der richtigen Faehrte waren, denn die Frau kannte Julio Cesar! Waren wir vielleicht aufgeregt! Wir waren so nah!</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 110px;">
<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_elsalvador/coquiama/IMG_3281.JPG" title="showing us the way to Coquiama" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1443&amp;width=100&amp;height=0&amp;mode=" alt="showing us the way to Coquiama" title="showing us the way to Coquiama" /></a>	
<p class="wp-caption-text">showing us the way to Coquiama</p></div>

<p>Wir liefen den staubig-steinigen Weg mit gluecklichen Gemuetern entlang, bis wir auf Juan Duran stiessen. Dieser befand sich gerade auf seinem Feld, was er vermessen musste. Wir kamen kurz ins Gespraech und er bat um das notieren unserer Namen und Laender, um den historischen Moment unseres Aufeinandertreffens festzuhalten, um seiner Familie davon stolz erzaehlen zu koennen. Wir wuenschten einander viel Glueck und zogen weiter. Irgendwann holte uns Juan Duran wieder ein und erklaerte, dass er uns begleiten werde, da er den Weg kenne. Wie in der Bibel geschrieben steht, meinte er, wird der Wanderer nach dem Weg fragen und ihm soll geholfen werden. Genau das tat Juan Duran und wir stiefelten von nun an zu Dritt gen Coquiama. Juan Duran hob unsere schon schwebenden Gemueter noch um einiges an, was den Weg wie einen Klacks erscheinen liess. Wir fragten uns weiter durch und standen nun endlich vorm Haus von Julio Cesar.</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 110px;">
<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_elsalvador/coquiama/IMG_3289.JPG" title="" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=3862&amp;width=100&amp;height=0&amp;mode=" alt="" title="" /></a>	
</div>

<p>Wir kletterten den steilen Weg zu seinem Haus hinauf und da waren wir. Wir stellten uns vor und begruessten Julio Cesar mit freudigen Gesichtern. Noch etwas ausser Puste erwaehnten wir seinen Bruder, was seinen Gesichtsausdruck angespannt und traurig machte. Er hatte wohl schlechte Nachrichten erwartet, mit denen wir ihm aber nicht dienen konnten. Wir erzaehlten ihm voll Freude von Fernando und seiner Familie. Die Fotos, die wir ihm uebergaben, schienen ihn endgueltig von dem Guten unseres Besuches zu ueberzeugen. Er betrachtete die Bilder langsam und zeigte sie dann voller Freude seiner Frau und allen Anwesenden. Wir erklaerten Julio Cesar, dass wir den Kontakt zwischen den beiden Bruedern gern wiederherstellen wuerden, was ihn ungemein freute. Wir schlugen ihm vor, dass er bereits jetzt einen kleinen Brief vorbereiten konnte, den wir Fernando zusammen mit den Fotos, die wir gerade gemacht hatten, nach Belize schicken konnten. Dafuer liessen wir die Familie kurz allein und gingen zum Dorfladen im anliegenden Grundstueck. Dort trafen wir, wer haette es gedacht, auf einen Mann, der selbst bereits mehrere Male in Belize war und sogar Copper Bank kannte. Welch ein Zufall! Zurueck bei Julio´s Familie, wurde uns der Brief ausgehaendigt. Wir schrieben ihnen die Adresse auf, unter der Julio Cesar ab sofort Briefe zu seinem Bruder schicken konnte. Am Ende konnte ich auch die Namen der Kinder von Fernando</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 110px;">
<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_elsalvador/coquiama/IMG_3293.JPG" title="we brought happiness" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1450&amp;width=100&amp;height=0&amp;mode=" alt="we brought happiness" title="we brought happiness" /></a>	
<p class="wp-caption-text">we brought happiness</p></div>

<p>niederschreiben, die mir aus lauter Freude anfangs nicht ueber die Lippen kamen. Wir erhielten auch zwei Telefonnummern, eine von Julio Cesar und eine von dem dritten Bruder im Bunde, die wir Fernando mitteilen konnten. Wir knipsten noch einige Fotos und mussten uns dann bald verabschieden, denn der letzte Bus nach Sonsonate fuhr schon um halb drei Uhr nachmittags.</p>
<p>Vom Glueck verfolgt nahm uns auf dem Rueckweg ein Transporter mit, die auf dem Weg nach Coquiama sonst wirklich selten anzutreffen sind. Wir mussten auf der vorderen Aussenkante der Ladeflaeche stehen und uns mit allen Kraeften am Gitter festhalten, damit es uns bei der</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 110px;">
<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_elsalvador/coquiama/IMG_3304.JPG" title="hitch-hiking back from Coquiama to the crossroad" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1453&amp;width=100&amp;height=0&amp;mode=" alt="hitch-hiking back from Coquiama to the crossroad" title="hitch-hiking back from Coquiama to the crossroad" /></a>	
<p class="wp-caption-text">hitch-hiking back from Coquiama to the crossroad</p></div>

<p>Geschwindigkeit und der holprigen Beschaffenheit der Strasse nicht vom LKW bliess. Wir waren auch auf dem Rueckweg zusammen mit Juan Duran und hatten wirklich Spass bei der ganzen Sache. An der Weggabelung nach Sonsonate angekommen, verabschiedeten wir uns von Juan, der uns gestand, dass er eigentlich noch arbeiten musste.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 110px;">
<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_elsalvador/coquiama/IMG_3311.JPG" title="a bus featured like a living room" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1454&amp;width=100&amp;height=0&amp;mode=" alt="a bus featured like a living room" title="a bus featured like a living room" /></a>	
<p class="wp-caption-text">a bus featured like a living room</p></div>

<p>Der Bus rollte schon 2:15 Uhr an, so dass wir unser Glueck mit dem Transporter erst jetzt richtig zu spueren bekamen. Der Bus war eine Wonne nach dieser Zusammenfuehrungsaktion in Coquiama. Ausgestattet wie eine Wohnzimmer, verziert mit allen moeglichen Plueschtieren, gab es sogar einen Fernseher. Auf dem lief gerade eine CD mit einem Lied von John Lennon. Das passte wie die Faust aufs Auge. Geschafft aber gluecklich waren wir gegen Abend zurueck in Santa Tecla. Amado erlaubte uns, noch einen Tag laenger zu bleiben, so dass wir die bevorstehende Rueckreise nach Panama entspannt antreten konnten.</p>
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		<title>Auch Schnecken erreichen ihr Ziel (March 22 &#8211; 23)</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Apr 2007 22:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katja &#38; Augustas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Costa Rica]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf Frühaufstehen hatten wir keine richtige Lust und so dauerte unser Aufbrechen länger als gedacht. Wir liefen zum Stadtende von Boquete, was ein ganzes Stück entfernt war. Dort postierten wir uns an einer Kreuzung und auf eigenartige Weise hielt auch bald ein Auto für uns an, das eigentlich gerade aus Boquete kam und nach rechts [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf Frühaufstehen hatten wir keine richtige Lust und so dauerte unser Aufbrechen länger als gedacht. Wir liefen zum Stadtende von Boquete, was ein ganzes Stück entfernt war. Dort postierten wir uns an einer Kreuzung und auf eigenartige Weise hielt auch bald ein Auto für uns an, das eigentlich gerade aus Boquete kam und nach rechts abbiegen wollte. Nun stand es vor uns und wir waren etwas skeptisch. Nach gezieltem Fragen fanden wir heraus, dass die Beiden sich wohl fast verfahren hätten, es aber noch rechtzeitig merkten. Nach dem Umsortieren der gebügelten Klamotten, die am Fenster auf der Rückbank hingen und herumlagen, konnten wir uns in das Gefährt hineinzwängen und los gings nach Obaldia. Dort wurden wir an einer Tankstelle hinausgelassen, die uns gelegen kam, denn wir hatten kein Benzin zum Kochen mehr. </p>
<p>Wir stürmten den Supermarkt und deckten uns reichlich mit Früchten ein. Einen Teil der reichen Beute vertilgten wir gleich auf einer Bank vor dem Supermarkt. Nachdem wir jeder die Hälfte der einem ovalen Fußball ähnelnden Papaya verspeist und etliche Bananen in unsere Bäuche gesteckt hatten, standen uns die letzten Bissen noch in der Kehle. Sie wollten einfach nicht hinunterrutschen, denn unsere Augen waren mal wieder größer als das Fassungsvermögen unserer Mägen. Mit unseren wabbelnden Papayabäuchen ging es weiter bis zur Grenze von Kosta Rica. Wir holten unsere Stempel ab und schon waren wir in Kosta Rica angekommen.</p>
<p>Was heißt &#8220;schon&#8221; angekommen. Es war bereits früher Nachmittag und unglücklicherweise sollte genau hier unser Tramperglück des letzten Jahres schlagartig enden. Nun gut, nicht enden, aber zumindest im Zeitlupentempo weitergehen. Wir standen direkt hinter der Grenze. Dort boten uns die Bäume einen herrlichen Schatten und der Verkehr war schön langsam. Trotzdem schien uns niemand so recht wahrzunehmen. Zumindest einer hielt an, auch wenn er uns nicht mitnehmen konnte. Es war der Eismann, dem Augustas eine leckere Portion Vanilleeis abknöpfte. Endlich, nach endlos langem Warten, nahm uns ein Herr bis zur ersten Stadt mit.</p>
<p>Zum zweiten Mal an diesem Tag stiegen wir direkt an einer Tankstelle aus und wieder befanden wir uns mitten in einer Kleinstadt. Wir schlüpften schnell ins Internet hinein, dass sich recht günstig anbot. Genervt von der langsamen Verbindung verließen wir das Internet nach fünf Minuten wieder und machten uns daran unsere Vorräte aufzustocken. Wieder einmal saßen wir uns kurz darauf auf einer Parkbank und verspeisten je eine halbe Papaya. Das war wohl der Tag der Wiederholung. Auf dem Weg aus der Stadt hinaus entdeckten wir eine Bäckerei, die meine Aufmerksamkeit auf ein besonderes Küchlein zog: einen &#8220;Berliner&#8221; Pfannkuchen. Prall und leuchtend, mit einer herrlich braun-gebrannten Haut und glitzernden Zuckerkristallen schaute mich der Berliner an. Wie um alles in der Welt kommt denn ein original Berliner Pfannkuchen nach Kosta Rica? Noch dazu in ein so kleines Nest?</p>
<p>Wir waren so einigermaßen am Ende der Stadt angekommen, baten eine Familie um Wasser und versuchten weiterzutrampen. Erfolglos. Da wir zuvor ein altes, scheinbar nie zu Ende gebautes Haus endeckten, schlichen wir uns vorsichtig heran und verschwanden in einem Moment der Einsamkeit hinter dessen Mauern. Das &#8220;Haus&#8221; bestand aus drei Wänden und einem Dach und enthielt einzig ein umgekipptes, verrostetes Werbeschild. Hier würden wir auf jedem Fall vor dem Regen sicher sein. Neben diesem Gebäude lag noch eine Art Wohnhaus mit zwei Zimmern, das aber weder Fenster noch Türen hatte. Vor uns lag ein großer, leerer Platz. Wir bauten unser Zelt auf und störten uns nicht daran, dass die Nachbarn uns mit Sicherheit bereits bemerkt hatten. Einzig der Toilettengang wurde für mich zur Qual, denn ich konnte meinen Hintern nirgends verstecken. Ich wartete auf die Dunkelheit, um mich diesen Geschäften zu widmen, doch hatte ich nicht damit gerechnet, dass der vor uns liegende Platz nachts hell ausgeleuchtet wurde. Wie auch immer, ich entledigte mich irgendwie, nur musste ich mir die größeren Notdürfte bis zum Morgen verkneifen. Später am Abend tauchte ein Obdachloser auf, der es sich des Nachts in einem der beiden Zimmer gemütlich machte. Wir unterhielten uns kurz und verschwanden dann im Zelt. Schon beim Einschlafen hörten wir, wie ein weiterer Obdachloser eintraf und mit seinem Freund noch ein ausgedehntes Schwätzchen hielt. Doch auch das ebte Gott sei Dank irgendwann ab.</p>
<p>Am Morgen, nach geraumer Wartezeit, nahm uns endlich jemand bis zur nächsten Stadt mit. Wir stiegen aus und liefen die Straße entlang, da wir uns direkt vor einer Kurve befanden. Während wir so vor uns hinstiefelten, kamen zwei Polizisten auf Motorrädern auf uns zugefahren. &#8220;Zeigt uns eure Ausweise!&#8221; Ich dachte immer, dass man sich zuerst höflich grüßt. Das schien hier aber nicht an der Tagesordnung. Augustas entgegnete darauf, &#8220;Wer sind sie denn überhaupt?&#8221; Natürlich die Polizei, war doch augenscheinklar. Jedenfalls für die Polizisten selbst. Nachdem sie uns ihre Marke gezeigt und weitere Nachforschungsfragen von Augustas beantwortet hatten, waren wir willig unsere Reisepässe hervorzuzeigen. Tja, war wohl falscher Alarm, liebe Polizei. Nach noch ein paar gewechselten Wörtchen zogen wir weiter und sie kehrten in die Stadt hinein. Weg waren sie. </p>
<p>Wir krochen durch die schwüle Hitze bis zu einem besseren Tramperpunkt. Da saßen wir nun. Die Sonne machte Grillfleisch aus uns, wenn auch vegetarisches, und mein Innerstes zerplatzte fast, da es weit und breit keine Möglichkeit für einen Toilettengang gab. Ein Junge kam mit seinem Freund auf uns zugeradelt und meinte glattweg, &#8220;Hier wir nie jemand für euch anhalten.&#8221; Danke der Aufmunterung. Wir unterhielten uns eine Weile und baten die Jungen, die sich mit ihren Rädern mittlerweile direkt in unserem Blickfeld postiert hatten, doch ein wenig aus dem Weg zu gehen. Ob der Junge wohl doch Recht hatte? Ach was, irgend Jemand würde schon anhalten. Wir warteten viele weitere Stunden, während denen auch ein Paar bei uns vorbeikam, dessen weiblicher Teil uns daran erinnerte, dass uns hier sowieso keiner mitnehmen würde. Auch ihr herzlichen Dank. Wir sollten doch lieber den Bus nehmen. &#8220;Wollen wir nicht, danke.&#8221; Wie lange es am Ende dauerte, weiss ich nicht mehr, aber wir wurden schließlich mitgenommen. Ein Kleintransporter erbarmte sich unserer und brachte uns einige Kilometer weiter. Er ließ uns an einem Stück Straße heraus, dass mehr als ungünstig zum Weitertrampen war, aber egal, wir würden es schon irgendwie schaffen. Der Fahrer meinte noch, &#8220;Wenn ihr bei meiner Rückkehr noch hier seid, kann ich euch ein Stück weiter fahren.&#8221; Na, geht doch. Er nahm uns schließlich mit, denn zuvor war nichts weiter passiert, außer dass die an uns vorbeirauschenden LKWs so viel Wind aufwirbelten, dass uns die Mützen ständig wegflogen und mein Rock gen Himmel schwebte. Jetzt saßen wir also wieder auf der Ladefläche des Transporters und ich genoß das Leben.</p>
<p>Mal wieder im Irgendwo-Nirgendwo herausgelassen, liefen wir bis zu einem Haus, das in einem Vorbau einen Lebensmittelladen hatte. Wir wollten etwas naschen und so kaufte Augustas Eis. Er brachte mir ein Wassereis mit, was ich recht schnell an ihn abtrat. Denn neben künstlichen Farbstoffen schmeckte es nach nichts. Wir trampten eine Weile in der Nähe des Ladens, bis uns die Beine schwer wurden. Da sich in der Nähe eine alte, hölzerne, provisorisch zusammengehaltene Bushaltestelle befand, machten wir es uns dort bequem. Ich legte mich gleich auf die Bank, denn ich war völlig erschöpft. Ach, war das herrlich! Wir warteten Stunden um Stunden, bis wir die Idee hatten, doch ein Schild zu schreiben. Reiseziel: Kosta Rica. Wir fanden das reichlich witzig, denn wir waren ja bereits in Kosta Rica. Und wer hätte es gedacht, kurz nachdem wir das Schild in Betrieb nahmen, hielt endlich ein fahrbarer Untersatz für uns an. Nach glatten vier Stunden ausharren. Drei Leutchen befanden sich im Inneren des Gefährts. Sie bauten ein we<br />
nig um und so passten wir neben ihnen und dem ganzen Gerümpel auch noch ins Auto. Es war eine Art Geschäftstruppe, die für einige Tage in Panama waren und jetzt wieder zurückfuhren. Sie wollten nach San Jose, allerdings entlang der Küste, so dass wir nicht in San Isidro vorbeikommen würden. Wir vereinbarten also, in Palmira Norte auszusteigen. </p>
<p>Palmira Norte bot uns die Möglichkeit, unsere knurrenden Mägen für einen guten Preis zu stillen. Nach der reichhaltigen Magenfüllung ging es wieder mit dem Laufen los. Wir zogen ein ganzes Stück gen Stadtende, doch war das scheinbar so weit, dass wir uns einfach in der Nähe einer Schule niederließen. Eigentlich nahmen wir an, dass dies bereits das Ende sein müsste, denn alles was wir in Richtung Horizont sahen, waren Bäume. Wir harrten drei Stunden an diesem Ort aus. Die Zeit vertrieben uns zahlreiche Autos, die ungeachtet an unserem schön positionierten Daumen vorbeibrausten, Schüler, die sich vor dem Schulgelände herumtrieben und eine Hundemama mit Welpen. Der war vielleicht süß! Er wackelte im langen Abstand hinter seiner Mutter her und wußte bereits, dass er nicht alleine über die Straße gehen durfte. Er blieb also in unserer Nähe sitzen. Als wir uns annähern wollten, fing er aber schon wie ein großer Hund an zu bellen. Oder eher zu piepsen. Er gab ein göttliches Bild ab. Wir putzten aus lauter Langeweile schon Zähne, doch auch das änderte nichts an unserer Situation. Die meisten Autofahrer schenkten uns bewußt keine Aufmerksamkeit, da sie kurze Zeit später meist nach links oder rechts abbogen. Wir mussten uns also aufraffen und weiterlaufen.</p>
<p>Wir waren endlich am wahren Ende der Stadt angekommen und fanden einen passenden Platz zum Anhalten für bereitwillige Mitnehmer. Dort kam plötzlich Johanna auf uns zu. Sie war neugierig und gab uns so einige Tipps, wie wir uns doch noch vorwärts bewegen konnten. Johanna war sehr redefreudig. Wir beobachteten sie und einige Freunde, wie sie chinesische Äpfel von den Bäumen pflückten. Mir lief das Wasser im Munde zusammen. Ich bat um ein paar Früchte, die wir gerne bezahlen würden, doch das war nicht nötig. Die Äpfel mussten gegessen werden und da es zu viele waren, fiel für uns ein riesiger Beutel der leckeren Früchte ab. Die Kinder wuschen sie für uns und schon hatten wir eine herrliche Knabberei für den Zeitvertrieb. Johanna kam auf die Idee uns frische Kokosnussmilch anzubieten. Sie pflückte also zwei Stück, köpfte die Kokosnüsse und servierte sie uns mit einem Strohhalm. Dem nicht genug, öffnete sie uns die Kokosnüsse nach Entleerung und wir konnten das weiche, saftige Kokosfleisch verzehren. Zusätzlich gab es noch einen frischen Obstsaft, der uns in Gläsern gereicht wurde. Jetzt waren wir voll und ganz gesättigt. </p>
<p>Johanna erzählte uns ein wenig von ihrer Umgebung, den Bergen, der Farm ihrer Großeltern und lud uns geradeweg ein, doch bei ihnen zu bleiben und dann die Farm gemeinsam zu besuchen. Sie bot uns außerdem an, im Haus ihrer Schwester zu übernachten, denn nach ihrem Ermessen würden wir bald im Nassen stehen. Die Wolken zogen sich zu, der Himmel wurde tiefschwarz und es begann bereits zu tropfen. Das klang verlockend, doch irgendwie hatte ich das Gefühl, wir sollten weiterziehen. Johanna und Freunde hatten sich bereits zurückgezogen, da fing es tatsächlich an zu regnen. Vielleicht sollten wir doch hier übernachten? Doch da geschah das Wunder. Ein Herr auf dem Weg nach San Isidro hielt für uns an. Wir winkten Johanna, die noch einmal ihre Nase zur Straße hinausgestreckt hatte, zu und schon waren wir im regengeschützten Auto verschwunden. Super, wir würden es also heute vielleicht doch noch bis zur Earth Rose Farm, einer Permakultur-Farm, schaffen. </p>
<p>In San Isidro angekommen, wurden wir an einer kleineren Straße herausgelassen, die Rosie (unsere Freundin von der Farm) uns beschrieben hatte. Wir liefen die spärlich beleuchtete Straße entlang, bis wir eine Telefonzelle ausfindig machten. Wir sprachen mit Rosie noch einmal ab, wo wir uns befanden und das wir auf dem Weg seien, gar nicht mal so weit entfernt. Um diese Zeit gab es allerdings kaum noch eine Transportmöglichkeit auf dieser Strecke. Wir liefen also ein ganzes Stück und trampten im Gehen. Das war gar nicht so einfach, denn es war bereits stockdunkel und nur die vorbeifahrenden Autos hauchten der Straße Leben ein. Doch wir hatten Glück. Zwei Herren, Vater und Sohn, nahmen uns mit. Sie waren sehr besorgt um uns. Aus einem winzigen Dorf stammend, konnten sie nicht verstehen, wie wir um diese Zeit zu Fuß durch die Gegend ziehen konnten. Während der Fahrt wurde eine überaus wichtige Frage an uns gestellt: &#8220;Ist der Mitsubishi ein gutes Auto?&#8221; Nun ja, wahrscheinlich schon&#8230; Wir wussten überhaupt nichts über Autos, was sollten wir also antworten? &#8220;Gibt es denn viele Mitsubishi in euren Ländern?&#8221; Wir glauben schon. Durch die Fragen hindurchschauend erkannten wir, dass scheinbar ein Mitsubishi in ihrem Dorf nicht als präsentierfähiges Gefährt galt. Sie schienen so besorgt über diese Tatsache, dass wir sie förmlich aufbauten. &#8220;Natürlich ist der Mitsubishi ein gutes Auto. Der wird ja schließlich in Japan (?) produziert, das spricht für Qualität.&#8221; Wir konnten ihren plötzlichen Stolz spüren und fühlten uns überglücklich, etwas zu ihrem Selbstbewußtsein beigetragen zu haben. Wenn das Europäer sagen, muss das ja schließlich stimmen. Genau!</p>
<p>Da sich die Herren Sorgen um uns machten, ließen sie uns nicht einfach an der Weggabelung stehen. Wir mussten in eine andere Richtung und so baten sie die Männer, die sich in der vorhandenen Sportbar zum live übertragenem Fußballspiel versammelt hatten, uns auf den Bus aufmerksam zu machen. Ihrer Aussage nach müsste noch genau einer unseren Weg kreuzen. Wir bedankten uns herzlich und warteten nun an unserer Straße auf Autos oder eben den Bus. Es war schon reichlich spät und uns umgaben, außer der etwas weiter entfernten Sportbar nur Felder, Zäune und Bäume. Wir fühlten uns trotzdem pudelwohl.</p>
<p>Da, der Bus kam! Wir stiegen ein und wurden bis zu einer erneuten Weggabelung mitgenommen. Der Bus endete hier und wir wurden vor die Aufgabe gestellt, uns steil bergab bewegen. Es war eine unbefestigte, sandige Straße, die mit großen Schottersteinen versehen war. Licht gab es keins. Sollten wir zu Fuß hinunterlaufen? Wir erkundigten uns ein wenig in dem Laden, ob die Farm unserer Freunde noch weit sei. Dann kam ein Transporter angefahren, der in unsere Richtung wollte. Es kostete uns Mühe herauszufinden, ob sie die Farm kannten und uns mitnehmen könnten. Letztlich endeten wir im Wagen und los ging die steile Abfahrt. Wir waren heilfroh, dass wir die Strecke nicht zu Fuß bewältigt hatten, denn wir wären wohl bei dieser Steigung schlichtweg hinuntergerutscht. Und der Weg war lang.</p>
<p>Wir überquerten eine Brücke und wurden an einer Art Waldstraße zurückgelassen. Gerade beim Aussteigen kam ein Herr von der anderen Seite angefahren. Er kannte unsere Fahrer und hielt ein kleines Schwätzchen mit ihnen. Der Amerikaner hatte Kinder und Freunde im Auto und fragte uns wo wir hinwollten. &#8220;Zur Earth Rose Farm.&#8221; Unsere Freunde waren auch seine Freunde und da er um die Strecke wusste, schlug er uns vor, auf ihn zu warten. Er würde nur die Autoinsassen nach Hause bringen und uns auf dem Rückweg bis zur Farm bringen. Was für ein Glück wir doch hatten!</p>
<p>Jetzt hieß es wieder warten. Hatte er uns vielleicht vergessen? Er wollte in einer halben Stunde zurück sein. Nach über einer Stunde tauchte der Amerikaner, sein zweijähriges Mädchen auf dem Beifahrersitz, wieder auf. Wir stiegen ein und los ging die verrückte Fahrt durch immense Steigungsänderungen, über haushohe Wurzeln, durch Sand und Schlamm, bis wir am Tor zur Farm angekommen waren. Ohne den allradgetriebenen Untersatz hätten wir es niemals so weit geschafft. Es war uns außerdem ein Rätsel, wie wir den Eingang zur Farm jemals allein hätten finden können. Da war nicht einmal ein Schild zu sehen, geschweige denn war es einfach, den Zauneingang auszumachen. D<br />
och der Amerikaner kannte sich aus, öffnete das Tor und fuhr uns direkt bis vor Rosies Haustür. Es war bereits nach 11 Uhr nachts, doch wir hatten es geschafft. Rosie hatte auf uns gewartet. Ihr fiel ein Stein vom Herzen, dass wir doch noch angekommen waren.</p>
<p>Der Amerikaner blieb noch eine Weile mit seiner Tochter. Die war so schläfrig, dass sie plötzlich auf seinem Schoß auslief. Er hielt sie flux von sich, so dass der hölzerne Verandaboden pitschnass wurde. Statt sich aber zu ekeln, zog er der Kleinen einfach ihr Höschen aus und nahm sie wieder fest in den Arm. Rührend. </p>
<p>Rosie bereitete uns einen herrlichen Tee zu und wärmte uns ein paar Speisen auf. Die hatten wir nach diesem langen Tag wirklich nötig. Maji, Rosies Ehemann, war momentan nicht da. Er befand sich gerade an der Küste, denn er machte einen Ausflug mit seinen Freunden, die in den Wochen zuvor kräftig mitgeholfen hatten, die Farm instandzusetzen. Gut, dass an diesem Abend niemand außer Rosie im Haus war, denn so konnten wir bequem auf dem Fußboden in der Stube schlafen und mußten in unserem erschöpft glücklichem Zustand nicht auch noch unser Zelt aufbauen.</p>
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		<title>40 Grad Fieber und Herzensguete (September 22 &#8211; October 4)</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Apr 2007 18:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katja &#38; Augustas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Guatemala]]></category>

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		<description><![CDATA[Was fuer ein komisches Gefuehl in Guatemala Stadt anzukommen. Waehrend es fuer uns mittlerweile das Normalste der Welt war, auf einem Pick-Up draussen transportiert zu werden, standen wir ploetzlich als Einzige dieser Art im Stau vor den Toren der Stadt. Wir fuehlten uns etwas unwohl dabei, da uns die Fahrer anderer Autos oft fassungslos anschauten. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was fuer ein komisches Gefuehl in Guatemala Stadt anzukommen. Waehrend es fuer uns mittlerweile das Normalste der Welt war, auf einem Pick-Up draussen transportiert zu werden, standen wir ploetzlich als Einzige dieser Art im Stau vor den Toren der Stadt. Wir fuehlten uns etwas unwohl dabei, da uns die Fahrer anderer Autos oft fassungslos anschauten. Ueberall sahen wir Stadtautos. Ich versuchte mir vorzustellen, dort unsere Rucksaecke einzuladen, aber irgendwie kamen mir diese Autos mittlerweile viel zu klein dafuer vor. Der Schein truegte natuerlich, aber das war es, was ich empfand. </p>
<p>In Guatemala Stadt angekommen, vereinbarten wir einen Treffpunkt mit unserem <a href="http://www.HospitalityClub.org">www.HospitalityClub.org</a> Mitglied Juan Carlos. Zuvor versuchten wir etwa Essbares zu finden, was nicht ganz einfach war. Zuerst landeten wir in einem Nobelschoppingcenter, wo es alles aber nichts zu Essen gab. Ein ganzes Stueck die Strasse weiter hinauf fanden wir dann endlich einen Supermarkt und deckten uns mit allerlei Leckerei ein. Wir speisten in einem etwas normaleren Shoppingcenter, bis die Zeit des Treffens endlich da war.</p>
<p>Juan Carlos holte uns gemeinsam mit einer Freundin ab, einer Franzoesin, die auch mal hier mal dort in der Weltgeschichte unterwegs ist. Wir erfuhren auch gleich das sie der Grund war, warum wir ploetzlich nicht mehr 2-3 Tage bleiben konnten, sondern schon am naechsten Tag zu einem anderen Mitglied umziehen mussten. </p>
<p>Juan Carlos und seine Ehefrau Maria Jose leben zusammen mit ihren zwei Kindern in einer gemuetlichen und geraeumigen Eigentumswohnung, hoch ueber den Daechern der Stadt. Juan Carlos verdient seinen Lebensunterhalt mit internationalem Handel und Maria Jose studiert, glaube ich, Paedagogik. Wir wurden im Gaestezimmer untergebracht, waehrend die franzoesische Freundin fuer die Nacht ins Kinderzimmer zog.</p>
<p>Den naechsten Abend wechselten wir zu Christian, einem Freund von Juan Carlos, der auch <a href="http://www.HospitalityClub.org">www.HospitalityClub.org</a> Mitglied ist. Er lebt allein in einer gemuetlichen 1-Zimmerwohnung, gleich neben dem Haus seiner Gross- und seiner Eltern. Das Haus war hinter einem staehlernem Zaun versteckt, der nach oben hin mit einer zusaetzlichen Vorrichtung vorm Darueberklettern gesichert war. &#8220;Ganz schoen eingesperrt&#8221;, dachte ich. Besonders war, dass, um zu Christian&#8217;s Haus zu gelangen, ein Wachposten mit Schranke passiert werden musste. Der machte Gesichtskontrolle und wen er nicht kannte, oder an wen er sich zum wiederholten Male nicht erinnerte, befragte er kritisch nach seinem Anliegen das Gebiet zu betreten. Fuer dieses Wohngebiet war es der einzige Eingang. Da das Gebiet viele Strassen umfasste, wurden an anderen Stellen die Strassen mittels eines 3 Meter hohen Zauns abgesperrt. Christian erklaerte uns, dass es in Guatemala an der Tagesordnung sei beraubt oder bedroht zu werden. Um allen Eventualitaeten vorzubeugen, kapselt sich der Buerger ein und versteckt sich hinter besonderen Sicherheitsvorkehrungen.</p>
<p>Was uns in Guatemala bereits aufgefallen war, kam bei unserem Besuch in der Hauptstadt erst richtig zum Vorschein: an jedem kleinen Laden, Apotheke, Parkplatz etc. gab es einen Wachmann, der in voller Kampfmontur gekleidet mit einer meist ueberdimensionalen Waffe, platziert vor seiner Brust, dastand. Zudem gab es Vergitterungen und vieles, was man kaufen wollte, musste durch die Gitterstaebe gereicht werden. </p>
<p>Auch Christian besass bereits im Alter von&nbsp;18 Jahren seine eigene Firma. Dafuer musste er fruehzeitig aufstehen und kam erst spaet am Abend wieder heim. Da wir keinen Schluessel zu seiner Wohnung hatten, hiess das fuer uns auch frueh aufstehen und warten bis er Arbeitsschluss hat, um wieder eintreten zu koennen. </p>
<p>Das wurde besonders dann schwierig, als ich den zweiten Tag unseres Aufenthaltes krank wurde. Wir liefen den ganzen Tag durch die Stadt, zuvor von seinem Haus bis zum Zentrum, kreuz und quer durch dieses, und klapperten Maerkte wie auch verschiedene Laeden ab. Zudem besuchte ich am Morgen einen Osteopaten, der meinen Ruecken wieder gerade bog. Der stellte fest, dass meine linke Schulterplatte aus den Fugen geraten war und richtete den Schaden wieder. Zu den ohnehin von der Behandlung bestehenden Rueckenschmerzen, kam auch noch ein fieberartiger Koerperschmerz hinzu. Ich fuehlte mich Elend. Alles tat mir weh und so richtig Kraft zum Laufen hatte ich gegen Nachmittag auch nicht mehr. Hinzu kam dringender Durchfall. Da wir vereinbart hatten mit ihm nach Hause zu fahren, warteten wir in der Naehe seiner Arbeit in einem Shoppingcenter auf ihn. Ich legte mich horizontal auf eine der Sitzbaenke und hoffte innigst, dass die Zeit endlich umging. Zum Zeitpunkt unseres Treffens erschien Christian aber nicht. Telefonisch konnten wir ihn auch nicht erreichen. Wir wechselten also in das Gebaeude, wo er im Keller sein Auto geparkt hatte. Die Stunden vergingen und statt 18 Uhr ging es auf 21 Uhr zu. Wir befestigten vorsichtshalber auch eine Nachricht an seinem Auto, damit er nicht ohne uns davonbrauste. Denn in dem Zustand, in dem ich mich gerade befand, waere ich nicht zu Fuss zurueckgelaufen.</p>
<p>Endlich kam er und wir machten uns &#8220;nach Hause&#8221; auf. Dort&nbsp;kam das Fieberthermometer zum Einsatz und zeigte zu meinem Erschrecken 39.9 Grad an. Ich packte mich gleich ins Bett und fror ein wenig vor mich hin. Ich stand nur auf, wenn der Durchfall seinen Weg nach draussen suchte. Augustas kuehlte mir die Stirn, was eine Wohltat war. Fiebersenkende Mittelchen wollte ich keinesfalls nehmen, da ich &#8211; so unglaublich es klingt &#8211; ausgesprochen gluecklich ueber das Fieber war. Ich hatte schon seit Jahren keine solch positive Reaktion meines Koerpers mehr gesehen. Die Mutter von Christian kam und nahm meinen Zustand genauer unter die Lupe. Sie wusste viel ueber Medizin und wollte mir helfen. Da ich aber keine Chemie einwerfen wollte, gab sie mir Tips wie Stirn kuehlen, viel Trinken, spaerlich zudecken und &#8211; wenn das alles nichts hilft &#8211; in ein lauwarmes, ja fast kaltes Bad zu steigen. Sollte das Fieber dennoch nicht sinken, waere es angeraten eine fiebersenkende Medizin zu nehmen. Sie legte mir vorsichtshalber zwei Tabletten bereit und erklaerte, dass diese eigentlich fuer Kinder bestimmt waren. Das Fieber senkte sich kein Stueckchen und da mir Augustas, neben dem Bett wachend,&nbsp;bereits einschlief, entschied ich eine der Tabletten zu nehmen. Das Bad haette mir sicher auch geholfen, ich war aber so schwach, fror und mein ganzer Koerper schmerzte, dass ich dazu einfach nicht in der Lage war. Am Morgen fuehlte ich mich besser, doch der Durchfall hielt an. Mir wurde auch klar, dass es sich hier wohl um einen Rueckschlag handeln musste, denn bereits einige Wochen zuvor hatte ich mir ein paar Parasiten eingefangen. Die behandelte ich seitdem mit Nogal negro (Schwarzer Walnuss), Kapseln auf natuerlicher Basis, die erfolgreich Parasiten bekaempfen sollten. Da natuerliche Heilmittel viel laenger eingenommen werden muessen als chemische und viel langsamer wirken, kam es wohl zu einem erneuten Ausbruch des Durchfalls.</p>
<p>Da Christian zur Zeit unseres Besuches eine schwierige Phase in seinem jungen Unternehmen durchmachte, suchten wir ein neues Mitglied des <a href="http://www.HospitalityClub.org">www.HospitalityClub.org</a>. Paco wohnte wie durch ein Wunder nur um die Ecke, im gleichen Wohngebiet wie Christian. Wir zogen um und Paco&#8217;s Mutter Gloria nahm sich sofort meiner an. Zusammen mit ihrer Schwiegermutter, die 5 Tage die Woche in ihrem Haus wohnt, versuchten sie mich wieder aufzupaeppeln. Mittels Gloria stolperte ich auch endlich ueber eine Heilmittel-Loesung, die aus Jacaranda, einer Baumbluete zur Behandlung von Parasiten, hergestellt war (Name: Jacamed). Drei lange Wochen hatte ich danach gesucht und mit einem Mal stand das&nbsp;Mittelchen&nbsp;vor mir.</p>
<p>Gloria behandelte seit Jahren ihre Familie mit natuerlicher Medizin und studierte nebenbei die Zusammenhaenge zwischen dem (katholischen) Glauben und der damit verbundenen Selbstheilung. Sie bereitete mir sogleich ein weiteres Gebraeu zu. Dazu rief sie einen guten Freund, Doktor Patrizio, an, der ihr riet, einen 3-Tage-Drunk aus Zwiebeln, Knoblauch, Radieschen, Honig und Limonen&nbsp;zuzubereiten. Jeden Morgen vor dem Fruehstueck sollte ich mir diesen Drunk einverleiben. Dies tat ich auch und alsbald spuelte es mir den ganzen Darm durch. Dazu hiess es Diaet essen und viel ausruhen.</p>
<p>Im Hause Glorias wohnten ihre zwei Soehne Paco und Alan, sowie ihre Tochter. Paco, der uns in sein Haus eingeladen hatte, war den ganzen Tag ueber unterwegs. Er arbeitete gerade an seinem ersten eigenstaendigem Projekt, was der Beginn seiner Selbststaendigkeit als Computeringenieur sein sollte. Daneben arbeitete er 8 Stunden am Tag als Angestellter fuer eine andere Firma. Wir sahen ihn kaum, was ein wenig schade war. Alan kommt nur in woechentlichen Abstaenden nach Hause, da er in einer anderen Region Guatemalas als Arzt im Praktikum war. Er studiert Medizin und moechte sich in der Kardiologie ausbilden lassen. Die Tochter ging noch ins Gymnasium und wollte Ernaehrungsberaterin werden. Gloria&#8217;s Mann Francisco war wie Paco eigentlich nie zu Hause. Er hat eine hohen Posten als Finanzberater des Staates, so dass er staendig zu Sitzungen unterwegs war. Waren diese irgendwann endlich beendet, machte er sich bis in die Nacht hinein an die Arbeit, seinen liegengebliebenen Papierkram zu erledigen. Die Schwiegermutter Glorias war wie alle aus der Familie ein herzensguter Mensch, immer besorgt um unser Wohl. Sie liess uns selten unsere Teller selbst abwaschen und half wo auch immer sie konnte. Maria, die seit 30 Jahren im Haus taetige Haushaltskraft, war bereits Bestandteil der Familie. Sie kam morgens gegen 7 Uhr ins Haus, brachte ihre suesse Tocher Dulce Maria (Suesse Maria) mit und fing an das Fruehstueck vorzubereiten. Wir bekamen was unser Herz begehrte. Jeglichen Wunsch konnten wir aeussern, er wurde uns erfuellt.</p>
<p>Dass in Gloria&#8217;s Haus eine derartige Herzensguete herrschte, lag nach deren Aussage besonders an dem Glauben, den sie eifrig praktizierten. Gloria und ihr Mann waren tiefkatholisch, gingen jeden Sonntag in die Kirche und studierten in ihrer Freizeit die Glaubensliteratur. Sie ermahnten uns ab und an, dass mit dem Glauben an Gott auch Heilung einhergehe und das ich das ja besonders gebrauchen konnte. Sie draengten uns nicht zu ihrem Glauben, aber sie bewiesen mit ihrer Lebenseinstellung, wie gut das Ausueben einer Religion sein kann. Gloria meinte immer wieder, &#8220;Gott hat mir soviel gegeben, ich moechte das einfach weitergeben.&#8221; Ich war geruehrt, wie sie davon sprach.</p>
<p>Das Gloria so tief an den Katholizismus glaubt und ihn auch studiert, hat mit einem tragischen Ereignis in ihrem Leben zu tun. Vor vielen Jahren hat sie gerade mit ihrem Mann das Auto in die Garage einparken wollen, als ploetzlich ein Auto auf das ihrige mit voller Wucht auffuhr. Gloria stand bereits ausserhalb des Autos, und wurde bei dem Zusammenprall in die Luft geschleudert und prallte einige Meter weiter mit einer enormen Wucht auf die Strasse. Ihr Gesicht und einige andere Koerperteile waren von Glasscherben zerschnitten. Ueberall hatte sie Prellungen und offene Wunden. Blutueberstroemt fanden ihre Nachbarn sie vor, die den Aufprall mitangehoert hatten. Gloria begab sich nur zur Erstuntersuchung in ein Krankenhaus. Da keine inneren Blutungen bestanden, entschied sie sich von ihren Nachbarn behandeln zu lassen, die Spezialisten in der Anwendung von natuerlichen Heilmitteln waren. Auf diesem Wege hat sie auch Dr. Patrizio kennengelernt. Mit der Pflege der Nachbarn und ihrem durch dieses Ereignis stark ausgepraegten Glauben an Gott, schaffte es Gloria innerhalb von 2 Monaten vollstaendig zu gesunden. </p>
<p>Gloria sorgte dafuer, dass wir Bestandteil ihrer Familie wurden. Ob Essen, Heilung oder Unterhaltung, Gloria hielt immer Ueberraschungen bereit. Sie stellte uns Patrizio vor, der sich meiner Durchfallgeschichte genauer annahm. Er machte einige eigenartige Tests mit mir, die mir noch heute unverstaendlich sind. Er liess mich z.B. etwas in der einen Hand zu halten und bat mich mit der anderen eine Verbindung zwischen Daumen und kleinem Finger herzustellen. Loeste sich die Verbindung unter seinem Ziehen an meinen Fingern problemlos, war das Mittelchen nicht gut fuer mich. Das galt auch bei Lebensmitteln und so war es zum Beispiel mit einem Marmeladenglas. Andere Tests beinhalteten das Druecken bestimmter Punkte meines Koerpers mit der einen Hand und wiederum der Zusammenhalt von kleinem Finger und Daumen der anderen. Auf diese Weise lokalisierte Patrizio Schwachstellen meines Koerpers, die er besonders im Mund vorfand. Als langjaehriger Zahnarzt erklaerte er uns seine Abneigung gegen Zahnpasta, die er als Ursache fuer viele Zahnprobleme sah. Stattdessen sprach er sich fuer Magnesiummilch (von Phillips) aus, die als Zahnpastaersatz verwendet werden sollte. Ausserdem duerfte man seinen Zaehnen nur eine sehr weiche Zahnbuerste zumuten. Er erklaerte uns weiter, wie man richtig Zaehne putzt. Ich dachte das schon gewusst zu haben, da ich einmal bei einem Zahnarzt gearbeitet habe, lernte aber noch eine neue Technik hinzu. Ich habe das mit der Magnesiummilch tatsaechlich ausprobiert. Zwei Wochen spaeter benutzte ich einmal wieder Zahnpasta und ich hatte das Gefuehl, mein Zahnfleisch aezt weg. Seitdem verwende ich nur noch Magnesiummilch, dass ich in der Apotheke problemlos kaufen kann, oder aber reines Wasser.</p>
<p>Patrizio trug mir auf, fuer drei Monate taeglich ein Stueck Kaktus roh zu essen. Kaktus (Nopal) wird als eine Art Gemuese in Laendern Zentralamerikas gegessen. Kaktus wuerde meinen Darm reinigen, meinte er. Hinzu sollte ich taeglich eine rohe Knoblauchzehe lutschend vertilgen. Er gab mir weitere Dinge in Kapselform, die ich fuer die naechsten Wochen regelmaessig einnehmen sollte. Auch Lactobacillus pries Patrizio sehr an. Sobald Durchfall auftauchte, sollte ich sofort 6 Kapseln Lactobacillus einnehmen. Das tat ich auch, musste aber nach geraumer Zeit feststellen, das Lactobacillus meinem Darm wegen meiner Laktoseintoleranz nicht bekommt.</p>
<p>Da ich einen besseren Guertel fuer meine Rucksacktrage brauchte, brachte uns Gloria zu einem weiteren Freund. Dieser besass eine Koffer- und Rucksackherstellung, was genau das Richtige fuer diese Angelegenheit war. Ich erklaerte mein Anliegen, gerne einen Guertel mit Polsterung zu haben und keine drei Tage spaeter, statt meines alten aufgemoebelten Guertels, befand ich mich im Besitz eines niegelnagelneuen Trageguertels. Mehr als ein Dankeschoen wollte der Herr dafuer nicht annehmen. </p>
<p>Ich war ueberwaeltigt von so viel Hilfe in den letzten Tagen. Gloria umsorgte uns wie kleine Kinder, Essen brauchten wir nicht zu kaufen, Patrizio gab uns all die Medizin kostenlos und nun auch noch dieses Prachtstueck an Guertel. Liegt es am katholischen Glauben, dass diese Menschen so hilfsbereit und freigiebig waren?</p>
<p>Einen Sonntag liessen wir uns dazu hinreissen Gloria&#8217;s und Francisco&#8217;s Kinder zu spielen. Die eigenen hatten andere Vorhaben und so nahmen sie uns zur Kirche mit. Das ist fuer mich immer wieder eine interessante Erfahrung, auch wenn ich mir manchmal etwas komisch bei der Teilnahme an den Prozeduren vorkomme. An einigen beteilige ich mich lieber nicht.</p>
<p>Danach ging es in einen Freizeitpark, in dem ein riesiges Relief von Guatemala abgebildet war. Um alles ueberschauen zu koennen, mussten wir auf einen Aussichtsturm steigen. Als wir &#8220;um Guatemala herumliefen&#8221;, konnten wir Gloria und Francisco so einige unserer Erlebnisse schildern. Vor allem wie wir von Belize nach Guatemala gekommen waren. Nun war es auch an der Zeit, uns die Bloesse zu geben und einzugestehen, dass wir keine Aufenthaltserlaubnis in Guatemala erhalten hatten. Das fuehrte letztlich dazu, dass&nbsp;Gloria und Francisco&nbsp;uns sogar vorschlugen, zu ihrem aeltesten Sohn, der ein Busunternehmen an der Grenze von Guatemala-Mexiko besitzt, zu fahren, und ihn um Hilfe beim Ausreisen aus Guatemala zu bitten.</p>
<p>Als wir die Landkarte ausgiebig besichtigt hatten, nahmen wir einen kleinen Imbiss von Tostadas mit Guacamole (Avocadocreme). Dann spazierten wir auf den Kindervergnuegungsgarten zu, was damit endete, dass wir alle vier in einem Mini-Zug durch den Park fuhren. Das war echt zum Totlachen, vor allem da Augustas Beine halb aus dem Wagon heraushingen.</p>
<p>Wir hielten uns schon eine ganze Weile in Guatemala Stadt auf und sehnten uns nach einem Ausflug zu Antiqua Guatemala, der historischen, ehemaligen Hauptstadt Guatemalas. Und wie durch ein Wunder erfuellte sich uns auch dieser Wunsch, denn Francisco musste eines Sonnabends zu einem Geschaeftstreffen nach Antiqua Guatemala. Wir schlossen uns ihm an, da er von seinem Chauffeur, der gleichzeitig sein Sicherheitsbeauftragter war, dorthin gefahren wurde. Dieser Chauffeur stand Francisco von Montag bis Samstag, von morgens bis abens, zur Verfuegung. Das gefiel Francisco anfangs gar nicht, da er aber eine sehr riskante, politisch sehr wertvolle Taetigkeit fuer Guatemala ausuebt (Aufdeckung von&nbsp;den grossen Steuerhinterziehern Guatemalas), akzeptierte er diesen Service zu seinem eigenen Schutz.</p>
<p>Antiqua Guatemala ist ein Prachtstueck an Altstadt. Ich konnte mich so richtig in die Stadt hineinfuehlen. Es war fuer mich eine Wonne, die alten Strassen und Gassen entlangzulaufen, die historischen Gebaeude und Denkmaeler zu betrachten, das frueh am Morgen beginnende Treiben in den Strassen aufwachen zu sehen und den grossen, traditionellen Souvenirmarkt zu besuchen. Auf diesem lachten uns nur so die Farben entgegen, es war ein wahrer Augenschmauss.</p>
<p>Wir machten in einem grossen Park Halt und dort fiel uns ein Mann besonders auf. Dieser glich einem Europaer. Er zog an uns vorueber, an jeder Hand einen Jungen, die sonst eifrig dabei sind die Schuhe von Erwachsenen blitzeblank zu putzen. Sie nahmen auf einer Parkbank Platz und innerhalb von 30 Minuten hatten sich weitere vier Schuhputzer-Jungen hinzugesellt. Dann ging er mit der Gruppe Kinder zu einem anderen Platz im Park und fing an mit ihnen zu spielen. Die Kinder schienen seinen Geschichten zu lauschen und vergassen ueber die kindgerechte Beschaeftigung mit dem alten Mann ihre Arbeit. Diese Szene beruehrte mich aus tiefsten Herzen.</p>
<p>Im Anschluss wurden wir vom Chaffeur abgeholt und der brachte uns zu einem bezauberndem Hotel, in dem Francisco die Sitzung hatte. Da das Treffen noch andauerte, durften wir durch das Hotel schleichen. Es handelte sich eigentlich um eine Ruine, die irgendwann in ein Hotel umfunktioniert wurde. Das geschah allerdings so vorsichtig, dass viele Details der Ruine bzw. des ehemaligen Palastes erhalten blieben und man sich teils in eine andere Zeit versetzt vorkam wenn man die Korridore entlangschritt.</p>
<p>Der Tag der Abreise nahte, was die Familie traurig stimmte. Sie hatten sich so an uns gewoehnt, dass wir ihnen fehlen wuerden. Zum Abschied fand dann auch ein kleiner Geschenkeabend statt, an dem wir kostbare Andenken von Gloria, ihrer Familie und ihrer Haushaltshilfe Maria erhielten. Auch wir bereiteten kleine Geschenke vor, um uns fuer all die uneingeschraenkte und bedingungslose&nbsp;Hilfe, die Herzensguete und die Liebe zu bedanken, die uns in diesem Hause zuteil geworden waren.</p>
<p>Am naechsten Morgen ging es dann wirklich los und welch Glueck hatten wir,&nbsp;dass wir von Franciscos&nbsp;Chauffeur&nbsp;70km weit aus der Stadt gefahren wurden und so problemlos per Anhalter weiterziehen konnten.</p>
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		<title>Reise von Costa Rica nach El Salvador (April 25 &#8211; 28)</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Apr 2007 18:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katja &#38; Augustas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Costa Rica]]></category>
		<category><![CDATA[El Salvador]]></category>
		<category><![CDATA[Honduras]]></category>
		<category><![CDATA[Nicaragua]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigentlich wollten wir unsere Reise nach El Salvador am Dienstag, den 24. April, antreten. Was uns davon abhielt war meine Intuition. Ich fuehlte mich schon beim Aufwachen so unwohl, dass irgendetwas unangenehmes vor uns lag. Das Gefuehl wich erst, als ich einem weiteren Tag Aufenthalt in San Rafael Abajo zustimmte. Am Mittwoch ging es endlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="center">
<p>Eigentlich wollten wir unsere Reise nach El Salvador am Dienstag, den 24. April, antreten. Was uns davon abhielt war meine Intuition. Ich fuehlte mich schon beim Aufwachen so unwohl, dass irgendetwas unangenehmes vor uns lag. Das Gefuehl wich erst, als ich einem weiteren Tag Aufenthalt in San Rafael Abajo zustimmte.</p>
<p>Am Mittwoch ging es endlich los. Wir erreichten die Autobahn nach 1 Stunde und bekamen eine Mitfahrgelegenheit bis San Ramon. Dort wartete ein geraeumiger, amerikanischer LKW auf uns, mit dem wir bis 8 km nach Liberia fuhren. Der letzte Lift des Tages brachte uns noch 2 km weiter, wo wir auf einem Privatgrundstueck hinter der Eingangsmauer naechtigten. Spaet am Abend bekamen wir noch kurz Besuch vom Besitzer des Grundstuecks, der uns mit dem noetigen Wasser versorgte.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 110px;">
<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_elsalvador/IMG_3165.JPG" title="Sylvie and Dominic, our Canadian drivers from Nicaragua to El Salvador" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1388&amp;width=100&amp;height=0&amp;mode=" alt="Sylvie and Dominic, our Canadian drivers from Nicaragua to El Salvador" title="Sylvie and Dominic, our Canadian drivers from Nicaragua to El Salvador" /></a>	
<p class="wp-caption-text">Sylvie and Dominic, our Canadian drivers from Nicaragua to El Salvador</p></div>

<p>Ohne Fruehstueck trampten wir am Morgen bis El Cruze, 20 km vor der Grenze Nicaraguas. Nach einer Staerkung ging es mit einem LKW bis zur Grenze, wo wir auf Dominic und Silvia trafen. Die beiden Kanadier befanden sich auf dem Weg nach Guatemala mit ihrem eigenen Auto. Sie reisen bereits seit 3 Monaten mit ihrem selbst-umgebauten VAN durch Zentralamerika. Erst sind sie von Kanada bis Panama gereist und jetzt befinden sie sich auf dem Rueckweg.</p>
<p>Wir baten Dominic und Silvia uns mitzunehmen, was sie freudig taten. Wir fuhren direkt bis Leon, wo wir nahebei in einer grossen Tankstelle uebernachteten. In Leon wurde am Tag unserer Ankunft ein internationales Studentenfest gefeiert, was perfekt passte, da die groesste Kathedrale Zentralamerikas in diesem Jahr ihren 260. Geburtstag feierte. Dazu kamen Tanzgruppen aus allen zentralamerikanischen Laendern zusammen. Viele Gruppen glaenzten in ihren eleganten Kleidern, die leicht wie der Wind durch die Luefte flogen. Der moderne, theatralische Tanz war auch vertreten. Es war die reinste Wonne dem Treiben der Tanzgruppen zuzusehen.</p>
<p align="center">
<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_elsalvador/IMG_3151.JPG" title="van made into a camper" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1391&amp;width=100&amp;height=0&amp;mode=" alt="van made into a camper" title="van made into a camper" /></a>	

<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_elsalvador/IMG_3144.JPG" title="lots of little shelfs inside" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1392&amp;width=100&amp;height=0&amp;mode=" alt="lots of little shelfs inside" title="lots of little shelfs inside" /></a>	

<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_elsalvador/IMG_3147.JPG" title="even a sink had space" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1393&amp;width=100&amp;height=0&amp;mode=" alt="even a sink had space" title="even a sink had space" /></a>	

<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_elsalvador/IMG_3146.JPG" title="fly catcher" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1395&amp;width=100&amp;height=0&amp;mode=" alt="fly catcher" title="fly catcher" /></a>	

<p>An einer ueberdimensionalen Tankstelle angekommen, wollte Dominic fuer die Nacht halt machen. Mir gefiel das gar nicht. Viele Obdachlose und Strassenkinder streunten umher zwischen den 20-30 LKWs, die fuer die Nacht an der Tankstell3 geparkt hatten. Die LKW-Fahrer versammelten sich in verschiedenen Gruppen fuer Abendschwaetzchen. Als wir zu Fuss die Tankstelle nach einem geeignetem Zeltplatz absuchten, trottete ich im weiten Abstand hinter Augustas und Dominic her. Wie Frischfleisch zum Verzehr bereit verursachte ich damit Appetit auf Seiten der LKW-Fahrer. Um diesen abrupt zu stillen zeigte ich ihnen die kalte Schulter. Gut das ich bald Augustas und Dominic eingeholt hatte, denn das ersparte mir eine engere Bekanntschaft mit diesen gierigen Gestalten.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 110px;">
<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_elsalvador/IMG_3142.JPG" title="traffic jams" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1389&amp;width=100&amp;height=0&amp;mode=" alt="traffic jams" title="traffic jams" /></a>	
<p class="wp-caption-text">traffic jams</p></div>

<p>Die Nacht verlief ruhig und nach einem tiefen, erholsamen Schlaf machten wir uns zur Grenze Honduras auf. Die letzten 50 km bis zur Grenze fuehrten ueber eine holprige, viel geflickte und teilweise ohne Asphalt ausgestattete Strasse. Die Gegend war strohtrocken und von Dornenbueschen gesaeumt. Die Erde bestand aus staubigem Sand und machte den Eindruck bald auseinanderzubrechen. Es herrschte Duerre, die man auch den wenigen Einwohnern dieser erbarmungslosen Gegend ansah. Die Menschen sahen ausgehungert, ihre Kleider zerschlissen, ihre Koerper und Gesichter dreckbeschmiert aus. Sobald wir uns mit dem Auto annaeherten, rannten die juengsten und duerftigsten Kinder herbei und bettelten mit weinerlich verzogenem Gesicht und ausgestreckter Hand um Geld, die andere Hand auf die mit Sand geflickten Strassenloecher zeigend. An anderen Stellen standen junge oder sehr alte Maenner mit Schaufeln in der Hand und bettelten um eine milde Gabe als Gegenleistung fuer die Instandsetzung der Strasse. Viele der Kleinkinder rannten sogar eine Weile neben unserem Auto her, mit der Hoffnung, dass wir ihnen doch noch ein paar Muenzen in die Hand druecken werden. Einmal hielten wir an und Dominic ueberreichte einem alten, schwachen Herrn eine Banknote.</p>
<p>Fuer uns war der Einreiseprozess schnell beendet, so dass wir Reste verspeisend auf Dominic und Silvia warteten. Ab und zu kamen Kinder auf uns zu und bettelten uns um Geld an. Wir boten ihnen stattdessen Brot an, was sie gierig entgegennahmen. Einer der Jungen wollte sich damit aber nicht zufrieden geben.</p>
<p>Er: &#8220;Gib mir das Ding!&#8221; (er zeigte auf meine Rucksacktrage)<br />
Ich: &#8220;Nein, das geht nicht, die brauche ich selber.&#8221;<br />
Er: &#8220;Gib die mir!&#8221;<br />
Ich: &#8220;Ich habe nein gesagt.&#8221;<br />
Er: &#8220;Gibt sie!&#8221;<br />
Ich: &#8220;Also noch einmal mein Freundchen, du hast mich scheinbar nicht verstanden. Ich brauche die Trage fuer den Transport meines Rucksacks, ohne die kann ich nicht reisen.&#8221;<br />
Er: &#8220;Gib mir das Ding! Ich will es haben!&#8221;<br />
Ich: &#8220;Wie waere es, wenn ich dein Tshirt fordern wuerde, was du ja offensichtlich brauchst. Wuerdest du es mir geben?&#8221;</p>
<p>Der Junge reagierte mit Schweigen auf meine Frage. Er kaute ueberlegend auf dem Stueck Brot herum, das ich ihm zuvor gegeben hatte. Bald darauf wendete er sich von uns ab und verschwand.</p>
<p>Die Fahrt durch Honduras dauerte um die 2 Stunden. An der Grenze angekommen, hielt Dominic auf fuer mich unverstaendliche Weise bei einer Gruppe junger Maenner an. Der Grossteil von ihnen, wenn nicht gar alle, standen unter Drogeneinfluss. Warum sich Dominic dennoch zu einem Halt am Strassenrand bewegen liess war mir ein Raetsel. Da Silvia und Dominic an jeder Grenze einen Fuehrer nehmen, der bei der Organisation der notwendigen Dokumente und Erlaubnisse hilft, schienen sie sicher zu sein, dass sie an die richtige Truppe geraten waren.</p>
<p>Kaum hielt Dominic das Auto an und oeffnete die Tuer, kamen auch schon ein Dutzend dieser Gestalten angerannt. Jeder draengte in die Tuer, von der Dominic sie energisch zuruecktrieb. Nach einem kurzen Gespraech stellte sich heraus, dass jeder das uebliche Ein- bzw. Ausreisedokument, dass man sonst direkt am Schalter erhaelt, fuer 10 Dollar verkaufen wollte. Da hatten sie bei Dominic aber auf einen harten Stein gebissen, denn der liess sich nicht in die Irre fuehren. Letztlich entschied sich Dominic fuer den vernuenftigst aussehenden der gesamten Truppe. Sich wie der Gewinner fuehlend, wollte der Fuehrer nun selbstverstaendlich im Auto mitfahren, ohne allerdings Dominic danach zu fragen. Als die Mitfahrt im Auto nicht mehr zur Debatte stand, sattelte er einfach am Heck des Autos auf. &#8220;So nicht mein Freundchen, steig ab!&#8221; Dominic musste die Aufforderung noch einige Male wiederholen, bis der Fuehrer es endlich verstanden hatte. Wollte der Fuehrer seinen Job behalten, muesste er zu Fuss zum Amtsgebaeude laufen, liess Dominic verlauten. Das tat er schliesslich auch, sogar im Laufschritt.</p>
<p>Der Fuehrer war zwar etwas zerstreut, half aber tatsaechlich die ganzen Vorgaenge der Ein- und Ausreise zu beschleunigen. Leider hakte es am Ende an einer falschen Eintragung des Autoproduktionsdatums im Fahrzeug-Zertifikat, was uns zu einer knapp zweistuendigen Pause zwang.</p>
<p>Gegen 17 Uhr konnten wir endlich unserer Wege ziehen. Da es Zeit war, einen Schlafplatz fuer die Nacht zu finden, klapperten wir im naechsten Ort die Tankstellen ab. Nichts schien so wirklich gemuetlich, so dass wir eine Tanstelle etwas ausserhalb des Ortes ansteuerten. Kaum tauchte diese vor uns auf, war allen sofort klar, hier wuerden wir die Nacht verbringen!</p>
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<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_elsalvador/IMG_3154.JPG" title="Julisa (4)" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1396&amp;width=100&amp;height=0&amp;mode=" alt="Julisa (4)" title="Julisa (4)" /></a>	
<p class="wp-caption-text">Julisa (4)</p></div>

<p>Die Besitzer der Tankstelle, die direkt vor Ort wohnte, stimmte unserem Aufenthalt zu. Wir suchten uns jeder unser Nachtlager aus und noch bevor wir uns haeuslich einrichten konnten, nahmen uns die Kinder der Familie in Beschlag. Fussball stand bei der vierjaehrigen Julisa an erster Stelle, denn das war etwas, was die kleine Dame wirklich beherrschte. Da wurden Techniken erklaert, Strategien aufgezeigt und zum aktiven Mitmachen aufgefordert. Der elfjaehrige Jefferson hatt mittlerweile etwas Neues entdeckt: das Frisbee-Spiel. Dominic hatte seine Scheibe hervorgeholt und schon war Jefferson mit vollem Herzen bei der Sache.</p>
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<a href="http://followtheroad.com/de/photos/2007/2007_elsalvador/IMG_3161.JPG" title="waiting for a small capsule to turn into a fancy sponge" class="shutterset_"><img src="http://followtheroad.com/de/index.php?callback=image&amp;pid=1399&amp;width=100&amp;height=0&amp;mode=" alt="waiting for a small capsule to turn into a fancy sponge" title="waiting for a small capsule to turn into a fancy sponge" /></a>	
<p class="wp-caption-text">waiting for a small capsule to turn into a fancy sponge</p></div>

<p>Wir spielten bis in den spaeten Abend hinein und sassen spaeter noch lange mit den Erwachsenen der Familie vor dessen Haus. Sie luden uns zum Abendmahl, einem Teller voll mit selbstgemachtem Huettenkaese, Tortillas und saurer Sahne, ein. Ich begnuegte mich mit den leckeren Tortillas und einer Bohnensosse, die keine Bohnen mehr enthielt. Vor der Bettruhe konnten wir uns noch im Freien hinter dem Haus waschen, was wirklich eine Wonne nach diesem heiss-schwuelem Tag war.</p>
<p>Augustas und ich waren die ersten, die am naechsten Morgen auf den Beinen waren. Wir packten zusammen und machten es uns vorm Haus der Tankstellenbesitzer gemuetlich. Dort bereiteten wir unser Haferflockenmahl in ungekochter Form zu und freuten uns auf das Auftauchen der Kinder, die alsbald ihre Koepfe zur Tuer hinaussteckten. Die Familie gab uns eine mittelgrosse Papaya, die sie vom Baum im Vorgarten geerntet hatten. Oh, war die lecker! Richtig saftig und suess, so dass unser etwas karges Haferflockengebraeu am Ende richtig delicioes schmeckte.</p>
<p>Zirka eine Stunde spaeter krabbelten auch Dominic und Silvia aus ihren Betten. Wir bekamen weitere Fruechte serviert, deren Namen ich aber schon wieder vergessen habe.</p>
<p>Um 8:30 Uhr musste sich die Familie von uns verabschieden, da sie zur Kirche wollte. Dazu kuendigten sie ein Gebet fuer uns an. Wir stellten uns alle im Kreis auf, senkten die Haeupter und genossen die warmen, herzlichen Worte der Familie. Nach einem gemeinsamen &#8220;Amen&#8221;, drueckte die Familie jeweils eine 10 Dollar Banknote in die unsere und die Hand von Dominic und Silvia. Wir nahmen zoegernd das Geld entgegen, hatten wir solche Situationen ja bereits einige Male erlebt. Bisher hatten wir immer energisch abgelehnt, als aber beim letzten Mal die gebende Person in Traenen ausbrach, weil wir das Geld nicht annehmen wollten, blieben wir diesmal still. Dominic versuchte hoeflich, diese Gabe abzulehnen, doch er hatte keine Chance. Er straeubte sich gegen diese Geste, da er es aus seiner Sicht wirklich nicht noetig hatte. In einer kurzen, aufklaerenden Diskussion erkannte er aber, dass eine Ablehnung nicht moeglich war. Gaben in einem solchen, speziell religioesen, Rahmen, sollte man einfach als liebe Geste akzeptieren, egal welche Grundprinzipien man hat. Denn am Ende geht es hier nicht um das Geld, was gegeben wurde, sondern um die Darbietung von Hilfe, die man &#8211; von Herzen gegeben &#8211; einfach nicht verweigert. Wir bedankten uns alle uebergluecklich und wuenschten der Familie das Allerbeste. Als diese schon von Dannen gezogen war, bereiteten wir ein paar Fotos mit einer kleinen Danksagung fuer die Familie vor, die wir mit Klebeband an ihrer Eingangstuer befestigten. Was fuer Menschen es doch gibt!</p>
<p>Danach ging es schnurstracks nach Santa Tecla. Wir hielten noch kurz an einem Campero (Fast Food Restaurant), damit Dominic und Silvia das kostenlose Internet nutzen konnten. Die beiden brachten uns bis fast vor Amado´s Haustuer, ein <a href="http://www.couchsurfing.com/">www.CouchSurfing.com</a> Mitglied, bei dem wir ein paar Tage bleiben wollten. Wir verabschiedeten uns mit dem Versprechen, die beiden in Quebec zu besuchen, sobald wir es so weit in den Norden geschafft haben. Auf Wiedersehen in der Zukunft!</p>
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