Konversationen in Indien

Juli 10, 2010  
Themen: Indien

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Die Kommunikation mit den Menschen in Varkala (Südindien), wo wir für ein halbes Jahr lebten, war nicht immer einfach. Die Frauen sprachen selten Englisch und nicht alle Männer beherrschten die Sprache. Selbst wenn wir mit jemanden, der Englisch zu sprechen schien, in ein Gespräch verwickelt waren, kam es häufig vor, dass das, was wir hörten, nicht das war, was eigentlich gemeint ist, und umgekehrt war es genauso.

Hier sind einige lustige Unterhaltungen, die wir in Indien erlebten.

Postbote I

Ein Postbote ist dabei, ein Paket an uns auszuliefern. Augustas erhält einen Anruf:

Postbote: “Hallo Mister, wo sind Sie?”
Augustas: “Ich stehe vor der Schweißerei-Werkstatt in Vachar Mukku, wo sind Sie?”
Postbote: “Vachar Mukku Schweißerei-Werkstatt.”
Augustas: “Ich stehe genau hier und kann Sie nicht sehen.”
Postbote: “Gut, dann komme ich zur Vachar Mukku Schweißerei-Werkstatt und rufe an, sobald ich da bin.”
Augustas: “In Ordnung.”

Als der Postbote schließlich ankam und Augustas das Paket aushändigte, fragte er: “Wollen Sie etwas versenden?” 😉

Postbote II

Augustas: “Wann? Um welche Zeit werden Sie kommen?”
Courier: “Ja, ich werde kommen.”

In einem kleinen Laden

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Verkäufer: “Woher kommen Sie?”
Augustas: “Litauen”
Verkäufer: “Wo übernachten Sie? In welchem Hotel?”
Augustas: “In keinem Hotel. Wir leben in der Nähe in Vachar Mukku, wir haben ein Haus gemietet.”
Verkäufer: “Wieviel kostet euch die Miete des Hauses?”
Augustas: “Hm… das ist eine zu persönliche Frage…”
Verkäufer: …….[Pause]
Augustas: …….[Pause]
Verkäufer: “Ich versuche nur freundlich zu sein.”
Augustas: “Das ist in Ordnung, allerdings möchten wir keine Fragen mit Bezug auf Geld beantworten, alle anderen Fragen sind willkommen.”

Riksha

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Auf dem Kilometerzähler der Riksha (Tuk-Tuk) wird ein Preis von 16 Rupees angezeigt. Das ist es, was Augustas bezahlen muss. Er gibt dem Fahrer zwei Banknoten von je 10 Rupees.

Riksha-Fahrer sagt: “Ok!”
Augustas entgegnet: “Nein – gibt mir das Wechselgeld.”

Er gibt Augustas 2 Rupees und sagt erneut “Ok.”

Augustas fordert: “Nein, gib mir die restlichen 2 Rupees.”
Riksha-Fahrer meint: “Ich habe kein Wechselgeld – können Sie wechseln?” und gibt Augustas eine seiner 10 Rupee Banknoten zurück.
Augustas gibt dem Fahrer nun eine 5 Rupee Banknote (summiert kommen wir auf 15 Rupees) und sagt, “OK!?”
Riksha-Fahrer entrüstet: “Neeeeiiinnnn!”

Und so gibt Augustas ihm schließlich den fehlenden Rupee.

In einer Schlange am Riksha-Büro für Vorauszahler (Prepaid-Riksha)

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In einigen Bahnhöfen und auf einigen Flughäfen gibt es den Service von Prepaid-Rikshas, wo man zuerst einen Fahrschein erwirbt, auf denen Preis und Zielort angegeben sind und womit man einen authorisierten Riksha-Fahrer bekommt. Während Augustas in der Schlange wartet, um einen Fahrschein zu kaufen, spricht ihn ein nicht authorisierter Riksha-Fahrer an.

Fahrer: “Wo fahren Sie hin?”
Augustas: “WarumfragenSie?”
Fahrer: “Wafras?”
Augustas: “Warum fragen Sie?”
Fahrer: “Ähm… WFS?”
Augustas: “Nein 😉 Warum fragen Sie wo ich hinfahre?”

Der Fahrer versteht Augustas schließlich und schwingt seinen Kopf in der typisch indischen Weise schaukelnd von links nach rechts, um “Ok” auszudrücken.

Kinder

Kind: “Hallo, wie geht es dir?”
Augustas: “Hallo 🙂 Mir geht es gut, und wie geht es dir?”
Kind: “Ja :)”

Unser Schneiderer Chandran

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An unserem letzten Tag in Indien rief Katja unseren Schneider-Freund Chandran an, um den Anzug abzuholen, den er für sie angefertigt hatte. Die Schneiderei ist in Varkala und das wahre Zuhause von Chandran ist in Trivandrum (70km entfernt).

Chandran: “Ich bin zu Hause.”
Katja: “Du bist zu Hause? In Trivandrum? Du bist also nicht in der Schneiderei?”
Chandran: “Seid ihr gerade in Varkala?”
Katja: “Ja, sind wir. So, bist du in der Schneiderei?”
Chandran: “Ja, bin ich.”
Katja: “Gut, wir sind in ungefähr 2 Stunden da.”
Chandran: “Ok, bis dann.”

…und Chandran war natürlich nicht da. Der von ihm angefertigte Anzug (siehe Foto) wurde uns von seinem Kollegen ausgehändigt.

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