Harte schwarze Walnuss

Oktober 2, 2007  
Themen: Ecuador, Gesundheit

Habt ihr jemals eine schwarze Walnuss probiert? Sie sieht ein bischen wie eine normale Walnuss aus, nur dass sie rabenschwarz und extrem hart ist. Das erste Mal hörten wir von dieser Nuss in Guatemala, als mein Durchfall mit voller Wucht ausbrach, da ich mit verunreinigtem Wasser meine Zähne geputzt hatte. Da ich damals keine chemische Behandlung, quasi irgendwelche Hammer-Antibiotika-Tabletten, einnehmen wollte, durchstöberte ich das Internet und fand heraus, dass die schwarze Walnuss die Darmparasiten mit Garantie zerstören würde. Und so nahm ich über einen Monat lang die in Pulverform verarbeitete schwarze Walnuss zu mir. Mit Erfolg, denn die Parasiten hatten sich vor dem bitteren Pulver aus dem Staub gemacht.

Kaum in Ecuador angekommen, sahen wir schließlich das Rohprodukt dieser natürlichen Medizin: die schwarze Walnuss höchstpersönlich. Selbstverständlich wollten wir von dieser Wundernuss kosten und kauften daher einen kleinen Beutel voller dieser Früchte. Wir hatten bereits zuvor auf dem Markt gesehen, wie die Einwohner hier die Nuss mittels Steinen zerschlugen. Wir wussten also, dass wir zum Öffnen viel Kraft anwenden mussten, am besten wohl mittels eines Hammers oder eines Steins.

Zuerst versuchte Augustas, nach traditioneller “litauischer” Art, die Nuss zwischen die Tür und den Türrahmen zu schieben und dann durch langsames Schließen der Tür die Walnuss aufzubrechen. Diese Methode funktionierte überhaupt nicht, denn die Tür bekam eher Beulen, als das sich die Nussschale auch nur ansatzweise bewegte. Die Schale war einfach viel zu dick für unsere hölzerne Tür.

Wir gaben nicht auf. Nun versuchten wir die Nuss mit der urtypischen Methode eines Nussknackers zu öffnen. Es war unser erster Versuch, denn nach einem Nussknacker mussten wir lange suchen. Ich probierte mein Glück, zerknackte aber eher meine Hände, als das ich die Nussschale dabei aufbrach. Nun war Augustas an der Reihe. Mit Gewalt versuchte er, die Schale mit dem Nussknacker, der die Waluss in seinen Fängen hielt, zu zerstören. Es krachte! Nur stellte sich heraus, dass die Walnuss noch immer heile war. Stattdessen war einer der Griffe des Nussknackers abgebrochen. Wir mussten dieses gerade einmal 30 Sekunden benutzte Werkzeug wieder zum Supermarkt bringen und hofften, im besten Fall unser Geld wieder zurückzuerhalten. Gut, dass auf der Verpackung “5 Jahre Garantie” stand. Ohne große Probleme wurde uns das Geld erstattet, obwohl die Supermarktdame nicht verstand, wie wir den Bruch bewerkstelligt hatten. Meiner Aussage nach, lag es natürlich an einem Materialfehler. Ich war allerdings heilfroh nicht erwähnen zu müssen, dass wir damit eine schwarze Walnuss zu öffnen versuchten. Wir kauften kurz darauf einen stabileren Nussknacker. Augustas wollte wohl auch diesen Nussknacker ins Jenseits befördern. Ich hielt ihn also davon ab, sich erneut mit seinem gesamten Gewicht auf das Werkzeug zu stützen.

Es blieb also nur noch eine Möglichkeit, um an die schwarze Walnuss endlich heranzukommen: ein Stein. Das war einfacher, als wir es uns vorgestellt hatten. Einzig die Tatsache, dass die schwarze Walnuss mehr Schale als Nussfleisch bot, enttäuschte uns ein wenig. Wir mussten die wenigen, kleinen Nussstückchen mit einem Messer aus den Windungen der inneren Nussschale herauskratzen. Lecker war sie allerdings trotzdem und da mir ein wenig pulen nichts ausmacht, schaffte ich es letztlich, das Meiste der schwarzen Walnuss selbst zu vertilgen. Mh, köstlich!

Hier ist ein Bild der schwarzen Walnuss:

IMG_6400

Zusammenfassen würden wir also lieber vom Kauf einer schwarzen Walnuss abraten, außer ihr leidet gerade an Durchfall.

Um die ganze Geschichte abzuschließen, hier eines unserer Küchenfotos:

soup spoon

Kommentare

  1. Sonja Haller sagt:

    Ein herrlicher Walnuss Bericht, ich habe mich mit den Dingern selbst abgeplagt!